Minden

Sitzfleischorden für „Hotti“, Herbert Lübking 70 Jahre im Verein

Michael Lorenz

Heinrich Volkening (links) und Herbert Lübking, die beide für 70-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt wurden, rahmen die „Youngster“ Jürgen Schäpsmeier (Zweiter von links) und Horst Bredemeier ein. - © Foto: Michael Lorenz
Heinrich Volkening (links) und Herbert Lübking, die beide für 70-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt wurden, rahmen die „Youngster“ Jürgen Schäpsmeier (Zweiter von links) und Horst Bredemeier ein. (© Foto: Michael Lorenz)

Minden (much). Man schrieb das Jahr 1949: Grün-Weiß Dankersen war zarte 25 Jahre alt, als es einen Vereinsbeitritt eines Dankerser Jungen gab, der weitreichende Folgen haben sollte: Herbert Lübking wurde ein Grün-Weißer. Bei der Jahreshauptversammlung des TSV GWD Minden, wie der Verein seit 1984 offiziell heißt, wurde der großartigste Handballer, den der Verein je hervorgebracht hat, für 70-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt.

„Man hat einfach viel erlebt“, schildert der rüstige Senior, der am kommenden Freitag seinen 78. Geburtstag feiert, lachend. „Es war früher einfach eine ganz andere Zeit. Wir haben damals für die Ehre gespielt, heute ist Handball ein Beruf. Dennoch möchte ich die alte Zeit nicht missen, ich denke, dass es damals schöner war“, blickt Lübking zurück.

Zum aktuelle Geschehen fällt ihm ein: „Ich habe das Bundesligaspiel GWD gegen Melsungen gesehen, das war ja von beiden Seiten ein reines Fehlpass-Festival. Wir wussten damals wenigstens noch, welche Farbe das Trikot des Gegners hat. Ehrlich gesagt: Wenn ich noch mal jung wäre, hätte ich keine Bedenken, da mitzuhalten.“ Herbert Lübking wurde ein stilprägender Handballer, einer, von dem in den Sechziger Jahren nicht wenige Experten sagten, er sei der beste Spieler der Welt.

Davon waren Horst Bredemeier und Jürgen Schäpsmeier, die beide für ihre 60-Jährige Mitgliedschaft geehrt wurden, weit entfernt. Sie sorgten aber als Trainer und Funktionär (Bredemeier) sowie als Schiedsrichter und Hallensprecher (Schäpsmeier) für Furore. Ex-GWD-Chef und Ex-Landrat Heinrich Borcherding hielt eine Lobrede auf Bredemeier, doch der wiegelte ab: „Lass gut sein, Heinrich, das war schon viel zu viel. Das ist ja keine Auszeichnung für irgendeine Leistung, sondern ein Sitzfleischorden“, womit er die Lacher auf seiner Seite hatte.

Das gelang dem Vorsitzenden von GWD Minden in der Alten Turnhalle Dankersen auch in seinem Rechenschaftsbericht, als es beim Thema Finanzen zum Posten Sonstiges kam. Denn GWD spielt bereits seit Jahrzehnten Lotto, allerdings bislang ohne durchschlagenden Erfolg. „Hotti“ fragte in die Runde: „Sind das eigentlich immer noch die alten Lottozahlen von Siegfried Schütte aus dem Jahr 1963?“ und erntete zustimmendes Lachen. Die Mitgliederzahl bei GWD erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr übrigens von 713 auf 746. „Das ist bemerkenswert und erfreulich“, so Bredemeier.

Er selbst stand ebenso nicht zur Wahl wie der Handball-Vorsitzende Wilfried Naue. Einstimmig wiedergewählt wurde Stella Gieseler die Vorsitzende der Bereiche Judo, Turnen und Volleyball.

Lars Halstenberg wurde als Jugendkoordinator und damit als Nachfolger des jahrzehntelangen leitenden Nachwuchstrainers Dietmar Molthahn vorgestellt. Bredemeier hob hervor, dass Halstenberg es geschafft habe, den Wandertag für Schulen auf den Termin zu legen, an dem das von ihm organisierte Jugend-Länderspiel Deutschland gegen Frankreich stattfand und zu dem 3.200 Zuschauer in die Kampa-Halle strömten.

Stella Gieseler wurde ebenso mit der Silbernen Ehrennadel für besondere Dienste um den Verein GWD Minden geehrt wie Petra Damberg vom GWD-Fanclub, und Ingo Holstein, den Heinrich Borcherding als „Hottis Feuerwehr“ bezeichnete.

Ehrungen bei GWD Minden

70 Jahre: Gerhard Döpking, Herbert Lübking, Heinrich Volkening.

60 Jahre: Horst Bredemeier, Jürgen Schäpsmeier.

50 Jahre: Hans-Dieter Backhaus, Eckhard Siekmann.

40 Jahre: Angelika Buhrmester, Wolfgang Buhrmester, Lars Hallmann, Heinrich Möller, Ralf Niemeyer, Jutta Schulz, Gerald Schüler.

25 Jahre: Volker Fiedler, Erik Fischer, Meike Fischer, Adrian Fründt, Helmut Krückemeyer, Frank Wentzlawsky

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MindenSitzfleischorden für „Hotti“, Herbert Lübking 70 Jahre im VereinMichael LorenzMinden (much). Man schrieb das Jahr 1949: Grün-Weiß Dankersen war zarte 25 Jahre alt, als es einen Vereinsbeitritt eines Dankerser Jungen gab, der weitreichende Folgen haben sollte: Herbert Lübking wurde ein Grün-Weißer. Bei der Jahreshauptversammlung des TSV GWD Minden, wie der Verein seit 1984 offiziell heißt, wurde der großartigste Handballer, den der Verein je hervorgebracht hat, für 70-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt. „Man hat einfach viel erlebt“, schildert der rüstige Senior, der am kommenden Freitag seinen 78. Geburtstag feiert, lachend. „Es war früher einfach eine ganz andere Zeit. Wir haben damals für die Ehre gespielt, heute ist Handball ein Beruf. Dennoch möchte ich die alte Zeit nicht missen, ich denke, dass es damals schöner war“, blickt Lübking zurück. Zum aktuelle Geschehen fällt ihm ein: „Ich habe das Bundesligaspiel GWD gegen Melsungen gesehen, das war ja von beiden Seiten ein reines Fehlpass-Festival. Wir wussten damals wenigstens noch, welche Farbe das Trikot des Gegners hat. Ehrlich gesagt: Wenn ich noch mal jung wäre, hätte ich keine Bedenken, da mitzuhalten.“ Herbert Lübking wurde ein stilprägender Handballer, einer, von dem in den Sechziger Jahren nicht wenige Experten sagten, er sei der beste Spieler der Welt. Davon waren Horst Bredemeier und Jürgen Schäpsmeier, die beide für ihre 60-Jährige Mitgliedschaft geehrt wurden, weit entfernt. Sie sorgten aber als Trainer und Funktionär (Bredemeier) sowie als Schiedsrichter und Hallensprecher (Schäpsmeier) für Furore. Ex-GWD-Chef und Ex-Landrat Heinrich Borcherding hielt eine Lobrede auf Bredemeier, doch der wiegelte ab: „Lass gut sein, Heinrich, das war schon viel zu viel. Das ist ja keine Auszeichnung für irgendeine Leistung, sondern ein Sitzfleischorden“, womit er die Lacher auf seiner Seite hatte. Das gelang dem Vorsitzenden von GWD Minden in der Alten Turnhalle Dankersen auch in seinem Rechenschaftsbericht, als es beim Thema Finanzen zum Posten Sonstiges kam. Denn GWD spielt bereits seit Jahrzehnten Lotto, allerdings bislang ohne durchschlagenden Erfolg. „Hotti“ fragte in die Runde: „Sind das eigentlich immer noch die alten Lottozahlen von Siegfried Schütte aus dem Jahr 1963?“ und erntete zustimmendes Lachen. Die Mitgliederzahl bei GWD erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr übrigens von 713 auf 746. „Das ist bemerkenswert und erfreulich“, so Bredemeier. Er selbst stand ebenso nicht zur Wahl wie der Handball-Vorsitzende Wilfried Naue. Einstimmig wiedergewählt wurde Stella Gieseler die Vorsitzende der Bereiche Judo, Turnen und Volleyball. Lars Halstenberg wurde als Jugendkoordinator und damit als Nachfolger des jahrzehntelangen leitenden Nachwuchstrainers Dietmar Molthahn vorgestellt. Bredemeier hob hervor, dass Halstenberg es geschafft habe, den Wandertag für Schulen auf den Termin zu legen, an dem das von ihm organisierte Jugend-Länderspiel Deutschland gegen Frankreich stattfand und zu dem 3.200 Zuschauer in die Kampa-Halle strömten. Stella Gieseler wurde ebenso mit der Silbernen Ehrennadel für besondere Dienste um den Verein GWD Minden geehrt wie Petra Damberg vom GWD-Fanclub, und Ingo Holstein, den Heinrich Borcherding als „Hottis Feuerwehr“ bezeichnete. Ehrungen bei GWD Minden 70 Jahre: Gerhard Döpking, Herbert Lübking, Heinrich Volkening. 60 Jahre: Horst Bredemeier, Jürgen Schäpsmeier. 50 Jahre: Hans-Dieter Backhaus, Eckhard Siekmann. 40 Jahre: Angelika Buhrmester, Wolfgang Buhrmester, Lars Hallmann, Heinrich Möller, Ralf Niemeyer, Jutta Schulz, Gerald Schüler. 25 Jahre: Volker Fiedler, Erik Fischer, Meike Fischer, Adrian Fründt, Helmut Krückemeyer, Frank Wentzlawsky