Minden

MT-Interview mit HBL-Manager Frank Bohmann: "Kampa-Halle wird dem Standort Minden nicht mehr gerecht"

Sebastian Külbel und Marcus Riechmann

Minden (mt). Die Handball-Bundesliga ist sein Revier. Seit 2003 führt Frank Bohmann den Liga-Dachverband HBL in Köln. Die Entwicklung bei GWD Minden verfolgt der 54-jährige Manager mit Interesse. Beim Besuch in der Kampa-Halle zum Heimspiel von GWD gegen MT Melsungen sprach Bohmann mit dem Mindener Tageblatt über die Probleme des Umzugs nach Lübbecke, und den den Wert einer modernen Spielstätte.

Beim Besuch in Minden stellte Frank Bohmann der Kampa-Halle kein gutes Zeugnis aus. Ihre Zeit sei abgelaufen: „Sie wird dem Standort nicht mehr gerecht“, sagt der HBL-Geschäftsführer. MT- - © Foto: Riechmann
Beim Besuch in Minden stellte Frank Bohmann der Kampa-Halle kein gutes Zeugnis aus. Ihre Zeit sei abgelaufen: „Sie wird dem Standort nicht mehr gerecht“, sagt der HBL-Geschäftsführer. MT- (© Foto: Riechmann)

Herr Bohmann, ist das heute ein Abschiedsbesuch in der Kampa-Halle?

Ich komme natürlich auch für guten Handball nach Minden, aber eine Abschiedsaufwartung ist das nicht. Wir haben uns in Porta Westfalica mit der Lizenzierungskommission der HBL getroffen. Wir haben dazu auch Markus Kalusche als Geschäftsführer von GWD eingeladen, weil wir uns natürlich auch über die aktuellen Entwicklungen bei GWD informieren wollen. Die Hallenproblematik ist ja ein ungeplanter Vorgang, der bei Lizenzerteilung nicht bekannt war. Möglicherweise hat das ja Auswirkungen auf das laufende Geschäft. Dazu geht es auch um den Ausblick: Was passiert in der nächsten Saison. Dann interessiert mich natürlich auch grundsätzlich, was hier am Standort Minden passiert. Das ist einer der Vorzeigeklubs in der HBL. GWD wird in den nächsten Tagen auf Platz acht der ewigen Bundesligatabelle klettern. Dazu leistet GWD seit 20, 25 Jahren hervorragende Jugendarbeit mit einer hohen Durchlässigkeit in den Profibereich. Das gibt es nur an wenigen Standorten.

Hat sich die Kommission wegen der aktuellen Entwicklung bei GWD getroffen?

Nein, das war turnusmäßig. Und dann sprechen wir auch immer mit Vereinen. In Porta Westfalica haben wir uns getroffen, weil mit Rolf Nottmeier ein Mitglied der Kommission aus Minden kommt. Da wechseln wir uns mit den Treffpunkten immer ab.

Wie sehen Sie die Situation hier in Minden?

Sagen wir so: Wir würden es sehr begrüßen, wenn hier künftig eine Spielstätte stünde, die den zukünftigen Möglichkeiten auch gerecht wird. Die HBL ist eine Liga, die stark wächst. Handball wird immer mehr zu einem Mediensport. Jedes Spiel wird live übertragen. Medientauglichkeit ist ein großes Stichwort, ebenso die Frage nach der optimalen Wertschöpfung. Da muss man ehrlicherweise sagen, dass eine 50 Jahre alte Kampa-Halle am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen ist.

Es stehen hier verschiedene Alternativen zur Debatte. Eine Variante ist die Sanierung und damit der Erhalt der Kampa-Halle. Welche Zukunft hat die Halle aus Sicht der HBL?

Die Halle wird in zwei, drei Jahren nicht mehr den HBL-Standards genügen. Wir werden die Standards anpassen müssen, weil wir medientauglicher werden müssen und wachsen wollen. Wenn man die Kampa-Halle heute saniert, wird man sie in zwei drei Jahren wieder anfassen und wieder Geld investieren müssen. Und auch dann besteht die Gefahr, dass auch dann das Ergebnis nur für ein paar Jahre ausreicht.

Ist die Vier-Tribünen-Arena bald Pflicht für die Teilnahme an der Bundesliga?

Das wird ein Thema. Backsteinwände machen eine Halle für das Fernsehen unattraktiv, Medienpräsenz ist aber für die HBL und für jeden Verein wichtig, auch mit Blick auf das Sponsoring. Aber auch Licht wird ein zentrales Thema. Derzeit nimmt die Kampa-Halle gerade noch die Hürde, aber sie ist eigentlich zu dunkel fürs Fernsehen. Die Erneuerung der Lichtanlage macht man nicht so nebenbei, da reicht es nicht, ein paar neue Birnen reinzuschrauben. Dass sind echte Investitionen im Bereich eines sechs- oder sogar siebenstelligen Betrags.

GWD wird im Februar nach Lübbecke umziehen. Dann spielen mit GWD Minden und dem TuS N-Lübbecke zwei Profi-Klubs an einem Standort. Haben Sie das schon mal erlebt?

Es passiert immer mal wieder, dass Klubs für ein Spiel eine andere Halle nutzen. Zum Beispiel werden die Lanxess-Arena in Köln oder die Dortmunder Westfalenhalle von verschiedenen Klubs genutzt, der TuS Ferndorf ist mal für ein großes Spiel nach Gummersbach gezogen. Aber dass sich zwei Klubs eine Halle teilen, ist neu.

Welche Schwierigkeiten sehen Sie in dieser Konstellation?

Das kann nur eine Übergangslösung sein. Das ist ja so, als würde Schalke in Dortmund spielen.

Vorstellbar ist die Situation, dass beide Teams an einem Wochenende Heimspiele austragen. Nehmen sich die Klubs gegenseitig die Zuschauer weg?

Ich weiß nicht, wie viele Fans beides tun, also nach Minden und Lübbecke zum Handball gehen. Aber es ist fraglos keine ideale Situation. Beide Klubs benötigen für die Heimspiele ja unterschiedliche Set-Ups. Man könnte den Boden liegenlassen. Aber es gibt viele Dinge, die individuell sind.

Welche Anforderungen stellt das an die Spielplangestaltung?

Das ist komplex, weil wir das in die laufende Saison einpassen müssen. Für die neue Saison kann man sich darauf einstellen. Es wird leichter dadurch, dass GWD und der TuS nicht in einer Liga spielen, sonst wäre es extrem schwierig. Lübbecke ist als Zweitligist mit den Ansetzungen variabel im Gegensatz zu GWD, die müssen donnerstags und sonntags spielen.

Welchen Effekt hat eine Multi-Arena für die Entwicklung eines HBL-Klubs?

Man wird in Minden eine Bedarfsanalyse erstellen müssen. Es kommt darauf an, ein geeignetes Standortkonzept zu finden. Die Kampa-Halle wird dem Standort Minden nicht mehr gerecht. Wie kaum ein anderer Klub hat man bei GWD langjährige Sponsorpartner, die den Verein teilweise seit Jahrzehnten tragen. Darunter sind Weltmarktführer, denen eine solche Halle in der Präsentation nicht entspricht. Ein Technologie-Unternehmen wie Harting muss sich in einer 70er Jahre Halle zeigen. Da würde ich mich als Partner unwohl fühlen. Es gibt Arenen wie in Gummersbach oder Wetzlar, die auf den jeweiligen Bedarf vor Ort ausgerichtet worden. Die Kampa-Halle ist auf den Bedarf zurückliegender Jahre ausgerichtet. Da war Handball in jeder Hinsicht ein anderer Sport.

Glauben Sie, dass die Problematik der sich stetig entwickelnden Brandschutzverordnungen auch andere Spielorte in der 1. oder 2. Liga treffen oder gar gefährden kann?

Dazu kann ich wenig sagen, ich bin kein Architekt oder Ingenieur. Ich weiß nicht, ob wir noch so alte Halle in der HBL im Betrieb haben, vielleicht in der 2. Liga. Aber ich habe in meiner Heimat Bonn gerade einen Vorgang erlebt. Da sollte für die Beethoven-Halle ein neues Konzerthaus für etwa 100 Millionen Euro gebaut werden. Das wurde wegen der Höhe der Baukosten abgelehnt. Die Renovierung der Beethoven-Halle wurde mit 30 bis 40 Millionen Euro veranschlagt, dafür hat man sich dann entschieden. Daraus wurden 165 Millionen Euro. Dafür hat man jetzt eine Halle, die eben aussieht wie aus den 50er Jahren.

Sie sprachen von der Bedeutung der medialen Präsentation des Handballs. Blicken wir also auf das Thema Sky: Wie läuft es? Ist der Erfolg für den Handball messbar?

Es stellt sich natürlich bei der Bewertung die Frage: Welche Maßstäbe setze ich an? Ein klares Plus besteht darin, dass jeder Klub eine Fernsehpräsenz hat, die er deutschlandweit vermarkten kann – theoretisch sogar weltweit. Das ist ein großer Wert. Das Investment von Sky ist nicht nur das Geld, das sie der HBL geben, es liegt viel höher. Sky investiert 13 oder 14 Millionen Euro in die Übertragungen. Das ist ein Pfund. Wir haben uns für den medialen Mehrwert auf fixe Spieltermine festgelegt. Wenn ich einen Medienpunkt haben will, brauche ich feste Zeiten.

Wie lange läuft der Vertrag mit Sky? Gab es auch anderen Optionen?

Den Vertrag haben wir vor drei Jahren abgeschlossen und er läuft noch drei Jahre. Es gab damals auch andere Möglichkeiten, aber alle als Pay-Variante. Wir glauben, dass wir mit Sky als Partner unsere Ziele am besten verwirklichen können

Wie profitieren die Vereine davon? Nach welchem Schlüssel wird das TV-Geld an die Klubs verteilt?

Es gibt einen Anteil für die 2. Liga. Das sind in diesem Jahr rund 35.000 Euro pro Klub. Das weitere Geld wird durch 19 geteilt und an die 18 Erstligisten und uns als HBL ausgeschüttet. Über die konkreten Zahlen darf ich nicht reden, aber es ist bezogen auf die Lizenzeinnahmen eine Verdoppelung gegenüber dem Zustand davor. Aber der eigentliche Wert ist, dass wir die Reichweite für die Klubs steigern konnten. Bei einigen Klubs – wie auch bei GWD – um mehrere hundert Prozent. Das ist für Sponsoring sehr wichtig.

Am Sonntag läuft das Spiel zwischen Hannover und Kiel im Free-TV auf NDR 3? Wird es das künftig wieder öfter geben?

Das sieht der Vertrag ja vor. Wir haben 14 Spiele, die live in den dritten Programmen gezeigt werden. Dazu noch sechs Spiele, die live in der ARD laufen. Es gibt also 20 Spiele, die frei zu schauen sind, Dazu kommen Spiele, die bei Sky Sport News frei gezeigt werden und es gibt die gesamte Nachverwertung in Sportschau und Co. Es gibt also auch im Free-TV mehr Handball als je zuvor.

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MindenMT-Interview mit HBL-Manager Frank Bohmann: "Kampa-Halle wird dem Standort Minden nicht mehr gerecht"Sebastian Külbel,Marcus RiechmannMinden (mt). Die Handball-Bundesliga ist sein Revier. Seit 2003 führt Frank Bohmann den Liga-Dachverband HBL in Köln. Die Entwicklung bei GWD Minden verfolgt der 54-jährige Manager mit Interesse. Beim Besuch in der Kampa-Halle zum Heimspiel von GWD gegen MT Melsungen sprach Bohmann mit dem Mindener Tageblatt über die Probleme des Umzugs nach Lübbecke, und den den Wert einer modernen Spielstätte. Herr Bohmann, ist das heute ein Abschiedsbesuch in der Kampa-Halle? Ich komme natürlich auch für guten Handball nach Minden, aber eine Abschiedsaufwartung ist das nicht. Wir haben uns in Porta Westfalica mit der Lizenzierungskommission der HBL getroffen. Wir haben dazu auch Markus Kalusche als Geschäftsführer von GWD eingeladen, weil wir uns natürlich auch über die aktuellen Entwicklungen bei GWD informieren wollen. Die Hallenproblematik ist ja ein ungeplanter Vorgang, der bei Lizenzerteilung nicht bekannt war. Möglicherweise hat das ja Auswirkungen auf das laufende Geschäft. Dazu geht es auch um den Ausblick: Was passiert in der nächsten Saison. Dann interessiert mich natürlich auch grundsätzlich, was hier am Standort Minden passiert. Das ist einer der Vorzeigeklubs in der HBL. GWD wird in den nächsten Tagen auf Platz acht der ewigen Bundesligatabelle klettern. Dazu leistet GWD seit 20, 25 Jahren hervorragende Jugendarbeit mit einer hohen Durchlässigkeit in den Profibereich. Das gibt es nur an wenigen Standorten. Hat sich die Kommission wegen der aktuellen Entwicklung bei GWD getroffen? Nein, das war turnusmäßig. Und dann sprechen wir auch immer mit Vereinen. In Porta Westfalica haben wir uns getroffen, weil mit Rolf Nottmeier ein Mitglied der Kommission aus Minden kommt. Da wechseln wir uns mit den Treffpunkten immer ab. Wie sehen Sie die Situation hier in Minden? Sagen wir so: Wir würden es sehr begrüßen, wenn hier künftig eine Spielstätte stünde, die den zukünftigen Möglichkeiten auch gerecht wird. Die HBL ist eine Liga, die stark wächst. Handball wird immer mehr zu einem Mediensport. Jedes Spiel wird live übertragen. Medientauglichkeit ist ein großes Stichwort, ebenso die Frage nach der optimalen Wertschöpfung. Da muss man ehrlicherweise sagen, dass eine 50 Jahre alte Kampa-Halle am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen ist. Es stehen hier verschiedene Alternativen zur Debatte. Eine Variante ist die Sanierung und damit der Erhalt der Kampa-Halle. Welche Zukunft hat die Halle aus Sicht der HBL? Die Halle wird in zwei, drei Jahren nicht mehr den HBL-Standards genügen. Wir werden die Standards anpassen müssen, weil wir medientauglicher werden müssen und wachsen wollen. Wenn man die Kampa-Halle heute saniert, wird man sie in zwei drei Jahren wieder anfassen und wieder Geld investieren müssen. Und auch dann besteht die Gefahr, dass auch dann das Ergebnis nur für ein paar Jahre ausreicht. Ist die Vier-Tribünen-Arena bald Pflicht für die Teilnahme an der Bundesliga? Das wird ein Thema. Backsteinwände machen eine Halle für das Fernsehen unattraktiv, Medienpräsenz ist aber für die HBL und für jeden Verein wichtig, auch mit Blick auf das Sponsoring. Aber auch Licht wird ein zentrales Thema. Derzeit nimmt die Kampa-Halle gerade noch die Hürde, aber sie ist eigentlich zu dunkel fürs Fernsehen. Die Erneuerung der Lichtanlage macht man nicht so nebenbei, da reicht es nicht, ein paar neue Birnen reinzuschrauben. Dass sind echte Investitionen im Bereich eines sechs- oder sogar siebenstelligen Betrags. GWD wird im Februar nach Lübbecke umziehen. Dann spielen mit GWD Minden und dem TuS N-Lübbecke zwei Profi-Klubs an einem Standort. Haben Sie das schon mal erlebt? Es passiert immer mal wieder, dass Klubs für ein Spiel eine andere Halle nutzen. Zum Beispiel werden die Lanxess-Arena in Köln oder die Dortmunder Westfalenhalle von verschiedenen Klubs genutzt, der TuS Ferndorf ist mal für ein großes Spiel nach Gummersbach gezogen. Aber dass sich zwei Klubs eine Halle teilen, ist neu. Welche Schwierigkeiten sehen Sie in dieser Konstellation? Das kann nur eine Übergangslösung sein. Das ist ja so, als würde Schalke in Dortmund spielen. Vorstellbar ist die Situation, dass beide Teams an einem Wochenende Heimspiele austragen. Nehmen sich die Klubs gegenseitig die Zuschauer weg? Ich weiß nicht, wie viele Fans beides tun, also nach Minden und Lübbecke zum Handball gehen. Aber es ist fraglos keine ideale Situation. Beide Klubs benötigen für die Heimspiele ja unterschiedliche Set-Ups. Man könnte den Boden liegenlassen. Aber es gibt viele Dinge, die individuell sind. Welche Anforderungen stellt das an die Spielplangestaltung? Das ist komplex, weil wir das in die laufende Saison einpassen müssen. Für die neue Saison kann man sich darauf einstellen. Es wird leichter dadurch, dass GWD und der TuS nicht in einer Liga spielen, sonst wäre es extrem schwierig. Lübbecke ist als Zweitligist mit den Ansetzungen variabel im Gegensatz zu GWD, die müssen donnerstags und sonntags spielen. Welchen Effekt hat eine Multi-Arena für die Entwicklung eines HBL-Klubs? Man wird in Minden eine Bedarfsanalyse erstellen müssen. Es kommt darauf an, ein geeignetes Standortkonzept zu finden. Die Kampa-Halle wird dem Standort Minden nicht mehr gerecht. Wie kaum ein anderer Klub hat man bei GWD langjährige Sponsorpartner, die den Verein teilweise seit Jahrzehnten tragen. Darunter sind Weltmarktführer, denen eine solche Halle in der Präsentation nicht entspricht. Ein Technologie-Unternehmen wie Harting muss sich in einer 70er Jahre Halle zeigen. Da würde ich mich als Partner unwohl fühlen. Es gibt Arenen wie in Gummersbach oder Wetzlar, die auf den jeweiligen Bedarf vor Ort ausgerichtet worden. Die Kampa-Halle ist auf den Bedarf zurückliegender Jahre ausgerichtet. Da war Handball in jeder Hinsicht ein anderer Sport. Glauben Sie, dass die Problematik der sich stetig entwickelnden Brandschutzverordnungen auch andere Spielorte in der 1. oder 2. Liga treffen oder gar gefährden kann? Dazu kann ich wenig sagen, ich bin kein Architekt oder Ingenieur. Ich weiß nicht, ob wir noch so alte Halle in der HBL im Betrieb haben, vielleicht in der 2. Liga. Aber ich habe in meiner Heimat Bonn gerade einen Vorgang erlebt. Da sollte für die Beethoven-Halle ein neues Konzerthaus für etwa 100 Millionen Euro gebaut werden. Das wurde wegen der Höhe der Baukosten abgelehnt. Die Renovierung der Beethoven-Halle wurde mit 30 bis 40 Millionen Euro veranschlagt, dafür hat man sich dann entschieden. Daraus wurden 165 Millionen Euro. Dafür hat man jetzt eine Halle, die eben aussieht wie aus den 50er Jahren. Sie sprachen von der Bedeutung der medialen Präsentation des Handballs. Blicken wir also auf das Thema Sky: Wie läuft es? Ist der Erfolg für den Handball messbar? Es stellt sich natürlich bei der Bewertung die Frage: Welche Maßstäbe setze ich an? Ein klares Plus besteht darin, dass jeder Klub eine Fernsehpräsenz hat, die er deutschlandweit vermarkten kann – theoretisch sogar weltweit. Das ist ein großer Wert. Das Investment von Sky ist nicht nur das Geld, das sie der HBL geben, es liegt viel höher. Sky investiert 13 oder 14 Millionen Euro in die Übertragungen. Das ist ein Pfund. Wir haben uns für den medialen Mehrwert auf fixe Spieltermine festgelegt. Wenn ich einen Medienpunkt haben will, brauche ich feste Zeiten. Wie lange läuft der Vertrag mit Sky? Gab es auch anderen Optionen? Den Vertrag haben wir vor drei Jahren abgeschlossen und er läuft noch drei Jahre. Es gab damals auch andere Möglichkeiten, aber alle als Pay-Variante. Wir glauben, dass wir mit Sky als Partner unsere Ziele am besten verwirklichen können Wie profitieren die Vereine davon? Nach welchem Schlüssel wird das TV-Geld an die Klubs verteilt? Es gibt einen Anteil für die 2. Liga. Das sind in diesem Jahr rund 35.000 Euro pro Klub. Das weitere Geld wird durch 19 geteilt und an die 18 Erstligisten und uns als HBL ausgeschüttet. Über die konkreten Zahlen darf ich nicht reden, aber es ist bezogen auf die Lizenzeinnahmen eine Verdoppelung gegenüber dem Zustand davor. Aber der eigentliche Wert ist, dass wir die Reichweite für die Klubs steigern konnten. Bei einigen Klubs – wie auch bei GWD – um mehrere hundert Prozent. Das ist für Sponsoring sehr wichtig. Am Sonntag läuft das Spiel zwischen Hannover und Kiel im Free-TV auf NDR 3? Wird es das künftig wieder öfter geben? Das sieht der Vertrag ja vor. Wir haben 14 Spiele, die live in den dritten Programmen gezeigt werden. Dazu noch sechs Spiele, die live in der ARD laufen. Es gibt also 20 Spiele, die frei zu schauen sind, Dazu kommen Spiele, die bei Sky Sport News frei gezeigt werden und es gibt die gesamte Nachverwertung in Sportschau und Co. Es gibt also auch im Free-TV mehr Handball als je zuvor.