Minden

Kampa-Halle erste Wahl - GWD schreibt dem Landrat einen Brief

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Bekam Post: Landrat Ralf Niermann. MT- - © Foto: Alex Lehn
Bekam Post: Landrat Ralf Niermann. MT- (© Foto: Alex Lehn)

Minden (rich). Im Tauziehen um die Kampa-Halle gilt: Das Spielfeld bleibt gleich, doch der Ball rollt immer wieder in eine andere Richtung. Die neueste Entwicklung ist ein Brief der Gesellschafter der GWD-Verwaltungs-GmbH an Landrat Dr. Ralf Niermann mit dem einstimmig gefassten Wunsch, die Kampa-Halle als Spielort für den Handball-Bundesligisten so lange wie möglich und damit über den geplanten Schließungstermin Ende Dezember hinaus zu erhalten.

Dieses Anliegen habe er mit Blick auf die Kreistagssitzung am 18. November an die Gremien des Kreistages weitergeleitet, sagte Niermann gestern gegenüber dem Mindener Tageblatt. Doch er machte zwei grundsätzliche Haltungen der Kreisverwaltung deutlich. Zum einen: Dem „sehr verständlichen Anliegen" des Bundesligisten nach weiterer Öffnung könne er aus Betreibersicht nicht entsprechen. Die Schließung der Kampa-Halle zum 31. Dezember sei aufgrund der vorliegenden Brandschutzgutachten „aus Gründen der Sicherheit unumgänglich." Eine weitere Öffnung könne „nur mit einer technischen Sanierung der Kampa-Halle erreicht werden" um den Brandschutzvorgaben zu entsprechen. Das heißt: GWD wird im neuen Jahr zunächst in Lübbecke spielen müssen. Auch alle anderen Nutzer der Halle müssen eine neue Heimat suchen. Das betrifft Schul- und Vereinssportler, aber auch die Mitarbeiter des Kreissportbundes Minden-Lübbecke, die ihre Büros in der Kampa-Halle haben.

Doch Niermann zeigt sich hinsichtlich der Sanierung flexibel und gesprächsbereit. Er schreibt den Kreistagsmitgliedern: „Zu dem dringenden Anliegen von GWD Minden ... weise ich seitens der Kreisverwaltung darauf hin, dass durchaus die Möglichkeit besteht, die Sanierungskosten noch deutlich zu reduzieren." Im Masterplan war die Ertüchtigung der Halle noch mit zwölf bis 15 Millionen Euro taxiert worden, bei einer Beschränkung auf die mindestens zu berücksichtigenden Sicherheitsaspekte sei ein Volumen unterhalb der Zehn-Millionen-Grenze möglich, heißt es. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2021 könnte die Baumaßnahme beginnen, als Zeitraum werden etwa 15 Monate veranschlagt. Frühestens im Herbst 2022 könnte GWD wieder in der Kampa-Halle spielen.

Ob mit einer Entscheidung für eine Sanierung auch eine neue Bewertungsgrundlage entstünde und analog zur „Masterplan-Sanierung" aus dem September eine Öffnung der Halle bis zum Beginn der Bauarbeiten möglich wäre? Dazu wollte sich der Landrat nicht konkret äußern. „Voraussichtlich nicht", ließ er verlauten.

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MindenKampa-Halle erste Wahl - GWD schreibt dem Landrat einen BriefMinden (rich). Im Tauziehen um die Kampa-Halle gilt: Das Spielfeld bleibt gleich, doch der Ball rollt immer wieder in eine andere Richtung. Die neueste Entwicklung ist ein Brief der Gesellschafter der GWD-Verwaltungs-GmbH an Landrat Dr. Ralf Niermann mit dem einstimmig gefassten Wunsch, die Kampa-Halle als Spielort für den Handball-Bundesligisten so lange wie möglich und damit über den geplanten Schließungstermin Ende Dezember hinaus zu erhalten. Dieses Anliegen habe er mit Blick auf die Kreistagssitzung am 18. November an die Gremien des Kreistages weitergeleitet, sagte Niermann gestern gegenüber dem Mindener Tageblatt. Doch er machte zwei grundsätzliche Haltungen der Kreisverwaltung deutlich. Zum einen: Dem „sehr verständlichen Anliegen" des Bundesligisten nach weiterer Öffnung könne er aus Betreibersicht nicht entsprechen. Die Schließung der Kampa-Halle zum 31. Dezember sei aufgrund der vorliegenden Brandschutzgutachten „aus Gründen der Sicherheit unumgänglich." Eine weitere Öffnung könne „nur mit einer technischen Sanierung der Kampa-Halle erreicht werden" um den Brandschutzvorgaben zu entsprechen. Das heißt: GWD wird im neuen Jahr zunächst in Lübbecke spielen müssen. Auch alle anderen Nutzer der Halle müssen eine neue Heimat suchen. Das betrifft Schul- und Vereinssportler, aber auch die Mitarbeiter des Kreissportbundes Minden-Lübbecke, die ihre Büros in der Kampa-Halle haben. Doch Niermann zeigt sich hinsichtlich der Sanierung flexibel und gesprächsbereit. Er schreibt den Kreistagsmitgliedern: „Zu dem dringenden Anliegen von GWD Minden ... weise ich seitens der Kreisverwaltung darauf hin, dass durchaus die Möglichkeit besteht, die Sanierungskosten noch deutlich zu reduzieren." Im Masterplan war die Ertüchtigung der Halle noch mit zwölf bis 15 Millionen Euro taxiert worden, bei einer Beschränkung auf die mindestens zu berücksichtigenden Sicherheitsaspekte sei ein Volumen unterhalb der Zehn-Millionen-Grenze möglich, heißt es. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2021 könnte die Baumaßnahme beginnen, als Zeitraum werden etwa 15 Monate veranschlagt. Frühestens im Herbst 2022 könnte GWD wieder in der Kampa-Halle spielen. Ob mit einer Entscheidung für eine Sanierung auch eine neue Bewertungsgrundlage entstünde und analog zur „Masterplan-Sanierung" aus dem September eine Öffnung der Halle bis zum Beginn der Bauarbeiten möglich wäre? Dazu wollte sich der Landrat nicht konkret äußern. „Voraussichtlich nicht", ließ er verlauten.