Minden

GWD Minden sucht Grundstück und Geldgeber für temporäre Arena

Marcus Riechmann

Minden (mt). Die Schließung der Kampa-Halle steht bevor. Noch fünf Begegnungen wird Handball-Bundesligist GWD Minden in seiner traditionsreichen Heimspielstätte austragen, die letzte am 29. Dezember gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Danach schließt der Kreis Minden-Lübbecke die Halle an der Hahler Straße aus Brandschutzgründen. Der Klub zieht für den zweiten Saisonteil ab Februar nach Lübbecke um. Die Planungen für die Zeit danach laufen auf Hochtouren.

Nur noch bis Ende Dezember weht die GWD-Fahne in der Kampa-Halle. - © Foto: MT-Archiv
Nur noch bis Ende Dezember weht die GWD-Fahne in der Kampa-Halle. (© Foto: MT-Archiv)

Wo wird GWD Minden in den kommenden Jahren Handball spielen? Diese Frage beschäftigt derzeit Geschäftsführer Markus Kalusche. Benötigt wird eine Spielstätte, die die Zeit bis zur Fertigstellung einer geplanten Multihalle überbrückt. „Dieser Übergang muss gestaltet werden“, sagt Kalusche. Seine bevorzugte Alternative ist die Errichtung einer temporären Arena. In Betracht kommt allerdings auch ein Umzug in die Messehalle in Bad Salzuflen oder die Seidenstickerhalle in Bielefeld. Die Übernahme der Kampa-Halle für einen symbolischen Betrag vom Kreis Minden-Lübbecke wird derzeit nicht in Betracht gezogen

Voraussetzung für eine temporäre Halle sind eine Fläche von 12.000 bis 15.000 Quadratmeter, eine gute Anbindung und ausreichend Parkmöglichkeiten. Sowohl die Stadt Minden als auch der Klub suchen derzeit nach geeigneten Standorten. In Betracht käme beispielsweise das Gelände an der Zähringer Allee, das für einen Sportpark vorgesehen ist. Konkret ins Auge gefasst ist wohl auch ein Areal am Porta-Einkaufszentrum in Barkhausen. Kanzlers Weide kommt dagegen als Überschwemmungsgebiet bei Weser-Hochwasser eher nicht in Frage.

„Die Grundstückssuche ist eine zentrale Frage“, sagt Kalusche. Noch elementarer ist die Finanzierung der mit fünf bis sieben Millionen Euro veranschlagten Übergangslösung. „Da werden wir alle Hilfe benötigen, um zu ermöglichen, dass GWD weiter hier in der Region Bundesliga-Handball spielt“, betont der Geschäftsführer.

Neben dem Kauf der Halle wäre auch eine Miete möglich. Für diese Variante müsste ein Unternehmen die Halle erwerben und nach Ablauf der Nutzung durch GWD Minden für eigene Zwecke nutzen. Erschwert wird die Planung durch den Umstand, dass offenbar Sponsoren eine Reduzierung ihres Engagements angekündigt haben und durch neue Geldgeber ersetzt werden müssen. „Da bestehen Unsicherheiten“, sagt Kalusche: „Wir müssen klären: Was müssen wir zu einer temporären Halle beitragen?“ Die Haushaltsfrage ist zentral für die für Mitte November anberaumte Versammlung der GWD-Gesellschafter, da auch der Personaletat für die neue Saison aufgestellt werden muss.

Parallel dazu muss GWD den kurzfristigen Umzug nach Lübbecke organisieren. Von Februar an teilen sich die Mindener die dortige Kreissporthalle mit dem Zweitligisten TuS N-Lübbecke. Das für die Austragung von Bundesliga-Handball notwendige Equipment muss nach Lübbecke geschafft werden, auch der Umzug von Sponsoren und Fans muss vorbereitet werden. „Es laufen viele Gespräche, wir sind mittendrin“, sagt Kalusche. Das sei alles nicht einfach: „Es ist wichtig, dass wir ein Signal setzen: Der Umzug soll nur temporär sein.“ Doch das gilt nur, wenn für Sommer 2020 eine neue Lösung realisiert wird.

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MindenGWD Minden sucht Grundstück und Geldgeber für temporäre ArenaMarcus RiechmannMinden (mt). Die Schließung der Kampa-Halle steht bevor. Noch fünf Begegnungen wird Handball-Bundesligist GWD Minden in seiner traditionsreichen Heimspielstätte austragen, die letzte am 29. Dezember gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Danach schließt der Kreis Minden-Lübbecke die Halle an der Hahler Straße aus Brandschutzgründen. Der Klub zieht für den zweiten Saisonteil ab Februar nach Lübbecke um. Die Planungen für die Zeit danach laufen auf Hochtouren. Wo wird GWD Minden in den kommenden Jahren Handball spielen? Diese Frage beschäftigt derzeit Geschäftsführer Markus Kalusche. Benötigt wird eine Spielstätte, die die Zeit bis zur Fertigstellung einer geplanten Multihalle überbrückt. „Dieser Übergang muss gestaltet werden“, sagt Kalusche. Seine bevorzugte Alternative ist die Errichtung einer temporären Arena. In Betracht kommt allerdings auch ein Umzug in die Messehalle in Bad Salzuflen oder die Seidenstickerhalle in Bielefeld. Die Übernahme der Kampa-Halle für einen symbolischen Betrag vom Kreis Minden-Lübbecke wird derzeit nicht in Betracht gezogen Voraussetzung für eine temporäre Halle sind eine Fläche von 12.000 bis 15.000 Quadratmeter, eine gute Anbindung und ausreichend Parkmöglichkeiten. Sowohl die Stadt Minden als auch der Klub suchen derzeit nach geeigneten Standorten. In Betracht käme beispielsweise das Gelände an der Zähringer Allee, das für einen Sportpark vorgesehen ist. Konkret ins Auge gefasst ist wohl auch ein Areal am Porta-Einkaufszentrum in Barkhausen. Kanzlers Weide kommt dagegen als Überschwemmungsgebiet bei Weser-Hochwasser eher nicht in Frage. „Die Grundstückssuche ist eine zentrale Frage“, sagt Kalusche. Noch elementarer ist die Finanzierung der mit fünf bis sieben Millionen Euro veranschlagten Übergangslösung. „Da werden wir alle Hilfe benötigen, um zu ermöglichen, dass GWD weiter hier in der Region Bundesliga-Handball spielt“, betont der Geschäftsführer. Neben dem Kauf der Halle wäre auch eine Miete möglich. Für diese Variante müsste ein Unternehmen die Halle erwerben und nach Ablauf der Nutzung durch GWD Minden für eigene Zwecke nutzen. Erschwert wird die Planung durch den Umstand, dass offenbar Sponsoren eine Reduzierung ihres Engagements angekündigt haben und durch neue Geldgeber ersetzt werden müssen. „Da bestehen Unsicherheiten“, sagt Kalusche: „Wir müssen klären: Was müssen wir zu einer temporären Halle beitragen?“ Die Haushaltsfrage ist zentral für die für Mitte November anberaumte Versammlung der GWD-Gesellschafter, da auch der Personaletat für die neue Saison aufgestellt werden muss. Parallel dazu muss GWD den kurzfristigen Umzug nach Lübbecke organisieren. Von Februar an teilen sich die Mindener die dortige Kreissporthalle mit dem Zweitligisten TuS N-Lübbecke. Das für die Austragung von Bundesliga-Handball notwendige Equipment muss nach Lübbecke geschafft werden, auch der Umzug von Sponsoren und Fans muss vorbereitet werden. „Es laufen viele Gespräche, wir sind mittendrin“, sagt Kalusche. Das sei alles nicht einfach: „Es ist wichtig, dass wir ein Signal setzen: Der Umzug soll nur temporär sein.“ Doch das gilt nur, wenn für Sommer 2020 eine neue Lösung realisiert wird.