Lingen

Das Beste zum Schluss: Knorrs Geniestreich krönt GWD-Aufholjagd gegen HSG Nordhorn-Lingen

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Kevin Gulliksen feierte mit GWD Minden einen hauchdünnen Auswärtssieg gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Archivfoto: PIX-Sportfotos - © PIX-Sportfotos /Sandy Dinkelacker
Kevin Gulliksen feierte mit GWD Minden einen hauchdünnen Auswärtssieg gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Archivfoto: PIX-Sportfotos (© PIX-Sportfotos /Sandy Dinkelacker)

Lingen (mt). Eine Energieleistung in den Schlussminuten und ein Geniestreich von Juri Knorr haben GWD Minden in der Handball-Bundesliga den zweiten Auswärtssieg der Saison beschert. In den sieben Schlussminuten holten die Gäste gegen die HSG Nordhorn-Lingen noch einen 19:23-Rückstand auf und feierten schließlich mit 26:25 (11:12) das triumphale Ende einer packenden Partie in der Lingener Emsland-Arena.

„So richtig verdient hatten wir das heute vielleicht nicht, das war auch glücklich", meinte Mindens Coach Frank Carstens nach dem Sieg. Womit sich sein Team die Punkte letztlich doch verdient hatte, wusste der Trainer aber genau: „Die Mentalität der Jungs ist überragend. Egal, welchen Quatsch wir zwischenzeitlich spielen – wir geben nie auf, wir kämpfen weiter." Beim Aufsteiger, der zuletzt noch gegen den SC Leipzig gewonnen hatte, war die Enttäuschung hingegen riesig. „Wir verlieren den Kopf und machen Anfängerfehler", meinte Rechtsaußen Robert Weber über die Schlussphase, „hier heute ohne Punkt rauszugehen ist einfach bitter."

Nur schwer fand Minden Zugang in die Partie. Offensiv lief nicht viel zusammen. Lediglich zwei Treffer gelangen in den ersten zehn Spielminuten. Mal wieder schmerzte die Strafwurfschwäche. Sowohl Savvas Savvas als auch Joscha Ritterbach scheiterten mit Siebenmetern gegen HSG-Torhüter Bert Ravensbergen. Die logische Folge: Nordhorn-Lingen übernahm die Führung. In Überzahl – der frisch eingewechselte Christoph Reißky brummte eine Zeitstrafe ab – warf in Georg Pöhle der beste HSG-Rückraumspieler die Hausherren in der 13. Minute zum 5:2 nach vorn.

Nach dem 3:6 nahm Mindens Trainer Carstens Korrekturen vor. Zunächst tauschte er im Tor Espen Christensen für Malte Semisch ein. Dann nahm er eine Auszeit. „Leute, wir brauchen mehr Emotionen", forderte er. Zudem brachte er im Angriff Juri Knorr für Milan Pusica. Resultat war die beste Mindener Phase der ersten Halbzeit. Christensen fügte sich mit guten Paraden ein, die Abwehr arbeitete nun galliger und erzwang Fehler der Gastgeber. Die nutze GWD, setzte erstmals das Tempospiel ein und drehte die Partie. Kevin Gulliksen mit drei Toren in Folge sorgte für die 8:7-Führung. Doch der Aufsteiger behielt trotz des 1:4-Laufes die Nerven. Gestützt auf den starken Torhüter Ravensbergen fing sich die HSG, ging zum 11:9 wieder nach vorn und schließlich mit einer 12:11-Führung in die Halbzeitpause.

Bis zum 15:14 blieb es in der zweiten Halbzeit knapp. Als dann nacheinander die beiden GWD-Spieler Joscha Ritterbach (38.) und Miljan Pusica (42.) Zeitstrafen erhielten, nutzte Nordhorn-Lingen das aus, warf zum 18:15 eine Drei-Tore-Führung heraus und hielt den Vorsprung zunächst stabil. Immerhin klappte es bei GWD nun vom Punkt. Marian Michalczik, der im normalen Spiel wegen seiner Adduktorenlähmung noch nicht mitwirken konnte, trat zu den Strafwürfen an und verwandelte beide Versuche (zum 12:13 und zum 18:20).

Doch auch das Wurfglück des Kapitäns war dann aufgebraucht. Im dritten Versuch beim 19:22-Rückstand sah er sich dem HSG-Routinier Björn Buhrmester gegenüber. Der bereits auf dem Weg zwischen die Pfosten von den Fans mit Sprechchören gefeierte gebürtige Holzhauser zeigte seine Klasse und wehrte Michalcziks Wurf mit dem Fuß ab. Im Gegenzug warf Linksaußen Pavel Mickal die Hausherren in der 53. Minute mit 23:19 zur ersten Vier-Tore-Führung nach vorn. Damit schien die Vorentscheidung gefallen.

Doch Minden gab sich nicht auf. Carstens stellte die Abwehr auf 5:1 um, Knorr übernahm die Rolle des Störers und machte seine Sache prächtig. Die GWD-Deckung holte sich Ball um Ball. Als Knorr einen Gegenstoß zum 22:23 verwandelte waren die Gäste wieder im Geschäft. Ausgerechnet an der Siebenmeterlinie gelang dann der Umschwung. Michalczik traf gegen Buhrmester zum 23:24. Im Gegenzug scheiterte Nordhorn-Lingen. Weil Robert Weber selbst gefoult worden war, verzichtete der zuvor so sichere Schütze, stattdessen führte Mickal den Strafwurf aus – und knallte den Ball an die Latte. Bei GWD übernahm nun Savvas Savvas Verantwortung. Der Grieche warf Minden mit zwei Toren in Folge - seinen ersten des Tages - zum 25:24 nach vorn. Der Schlusspunkt war dann dem besten GWD-Spieler des Tages vorbehalten. Nach dem 25:25 sichtete Juri Knorr im letzten GWD-Angriff eine Lücke, setzte sich mit einer Energieleistung gegen gleich drei Nordhorner Abwehrspieler durch und vollendete den Durchbruch mit dem Treffer zum 26:25. Den letzten Wurf Robert Webers aus rund 15 Metern lenkte GWD-Keeper Malte Semisch an die Latte. Damit war der zweite Auswärtssieg der Saison perfekt.

HSG Nordhorn-Lingen - GWD Minden 25:26 (12:11)

Tore für HSG Nordhorn-Lingen: R. Weber 7/3, Pöhle 5, De Boer 4, Mickal 3, Miedema 2, Possehl 2, Vorlicek 2.

Tore für GWD Minden: Knorr 7, Gulliksen 6, Rambo 4, Michalczik 3/2, Padschywalau 3, Sawwas 2, Ritterbach 1.

Schiedsrichter: Thorsten Kuschel (Haßloch )/Thomas Kern (Bellheim).

Zuschauer: 3446.

Strafminuten: 8 / 12.

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LingenDas Beste zum Schluss: Knorrs Geniestreich krönt GWD-Aufholjagd gegen HSG Nordhorn-LingenLingen (mt). Eine Energieleistung in den Schlussminuten und ein Geniestreich von Juri Knorr haben GWD Minden in der Handball-Bundesliga den zweiten Auswärtssieg der Saison beschert. In den sieben Schlussminuten holten die Gäste gegen die HSG Nordhorn-Lingen noch einen 19:23-Rückstand auf und feierten schließlich mit 26:25 (11:12) das triumphale Ende einer packenden Partie in der Lingener Emsland-Arena. „So richtig verdient hatten wir das heute vielleicht nicht, das war auch glücklich", meinte Mindens Coach Frank Carstens nach dem Sieg. Womit sich sein Team die Punkte letztlich doch verdient hatte, wusste der Trainer aber genau: „Die Mentalität der Jungs ist überragend. Egal, welchen Quatsch wir zwischenzeitlich spielen – wir geben nie auf, wir kämpfen weiter." Beim Aufsteiger, der zuletzt noch gegen den SC Leipzig gewonnen hatte, war die Enttäuschung hingegen riesig. „Wir verlieren den Kopf und machen Anfängerfehler", meinte Rechtsaußen Robert Weber über die Schlussphase, „hier heute ohne Punkt rauszugehen ist einfach bitter." Nur schwer fand Minden Zugang in die Partie. Offensiv lief nicht viel zusammen. Lediglich zwei Treffer gelangen in den ersten zehn Spielminuten. Mal wieder schmerzte die Strafwurfschwäche. Sowohl Savvas Savvas als auch Joscha Ritterbach scheiterten mit Siebenmetern gegen HSG-Torhüter Bert Ravensbergen. Die logische Folge: Nordhorn-Lingen übernahm die Führung. In Überzahl – der frisch eingewechselte Christoph Reißky brummte eine Zeitstrafe ab – warf in Georg Pöhle der beste HSG-Rückraumspieler die Hausherren in der 13. Minute zum 5:2 nach vorn. Nach dem 3:6 nahm Mindens Trainer Carstens Korrekturen vor. Zunächst tauschte er im Tor Espen Christensen für Malte Semisch ein. Dann nahm er eine Auszeit. „Leute, wir brauchen mehr Emotionen", forderte er. Zudem brachte er im Angriff Juri Knorr für Milan Pusica. Resultat war die beste Mindener Phase der ersten Halbzeit. Christensen fügte sich mit guten Paraden ein, die Abwehr arbeitete nun galliger und erzwang Fehler der Gastgeber. Die nutze GWD, setzte erstmals das Tempospiel ein und drehte die Partie. Kevin Gulliksen mit drei Toren in Folge sorgte für die 8:7-Führung. Doch der Aufsteiger behielt trotz des 1:4-Laufes die Nerven. Gestützt auf den starken Torhüter Ravensbergen fing sich die HSG, ging zum 11:9 wieder nach vorn und schließlich mit einer 12:11-Führung in die Halbzeitpause. Bis zum 15:14 blieb es in der zweiten Halbzeit knapp. Als dann nacheinander die beiden GWD-Spieler Joscha Ritterbach (38.) und Miljan Pusica (42.) Zeitstrafen erhielten, nutzte Nordhorn-Lingen das aus, warf zum 18:15 eine Drei-Tore-Führung heraus und hielt den Vorsprung zunächst stabil. Immerhin klappte es bei GWD nun vom Punkt. Marian Michalczik, der im normalen Spiel wegen seiner Adduktorenlähmung noch nicht mitwirken konnte, trat zu den Strafwürfen an und verwandelte beide Versuche (zum 12:13 und zum 18:20). Doch auch das Wurfglück des Kapitäns war dann aufgebraucht. Im dritten Versuch beim 19:22-Rückstand sah er sich dem HSG-Routinier Björn Buhrmester gegenüber. Der bereits auf dem Weg zwischen die Pfosten von den Fans mit Sprechchören gefeierte gebürtige Holzhauser zeigte seine Klasse und wehrte Michalcziks Wurf mit dem Fuß ab. Im Gegenzug warf Linksaußen Pavel Mickal die Hausherren in der 53. Minute mit 23:19 zur ersten Vier-Tore-Führung nach vorn. Damit schien die Vorentscheidung gefallen. Doch Minden gab sich nicht auf. Carstens stellte die Abwehr auf 5:1 um, Knorr übernahm die Rolle des Störers und machte seine Sache prächtig. Die GWD-Deckung holte sich Ball um Ball. Als Knorr einen Gegenstoß zum 22:23 verwandelte waren die Gäste wieder im Geschäft. Ausgerechnet an der Siebenmeterlinie gelang dann der Umschwung. Michalczik traf gegen Buhrmester zum 23:24. Im Gegenzug scheiterte Nordhorn-Lingen. Weil Robert Weber selbst gefoult worden war, verzichtete der zuvor so sichere Schütze, stattdessen führte Mickal den Strafwurf aus – und knallte den Ball an die Latte. Bei GWD übernahm nun Savvas Savvas Verantwortung. Der Grieche warf Minden mit zwei Toren in Folge - seinen ersten des Tages - zum 25:24 nach vorn. Der Schlusspunkt war dann dem besten GWD-Spieler des Tages vorbehalten. Nach dem 25:25 sichtete Juri Knorr im letzten GWD-Angriff eine Lücke, setzte sich mit einer Energieleistung gegen gleich drei Nordhorner Abwehrspieler durch und vollendete den Durchbruch mit dem Treffer zum 26:25. Den letzten Wurf Robert Webers aus rund 15 Metern lenkte GWD-Keeper Malte Semisch an die Latte. Damit war der zweite Auswärtssieg der Saison perfekt. HSG Nordhorn-Lingen - GWD Minden 25:26 (12:11) Tore für HSG Nordhorn-Lingen: R. Weber 7/3, Pöhle 5, De Boer 4, Mickal 3, Miedema 2, Possehl 2, Vorlicek 2. Tore für GWD Minden: Knorr 7, Gulliksen 6, Rambo 4, Michalczik 3/2, Padschywalau 3, Sawwas 2, Ritterbach 1. Schiedsrichter: Thorsten Kuschel (Haßloch )/Thomas Kern (Bellheim). Zuschauer: 3446. Strafminuten: 8 / 12.