Minden

Rollenwechsel für GWD Minden: Als Favorit zum Aufsteiger

Sebastian Külbel

Die knappe Niederlage gegen den Deutschen Meister hat GWD Minden Selbstvertrauen gebracht. Beim Tabellenletzten will der Zwölfte seiner Favoritenrolle gerecht werden. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Die knappe Niederlage gegen den Deutschen Meister hat GWD Minden Selbstvertrauen gebracht. Beim Tabellenletzten will der Zwölfte seiner Favoritenrolle gerecht werden. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden (mt). Der Blick auf den Spielplan macht die Bedeutung der nächsten beiden Aufgaben für GWD Mindens Handball-Profis deutlich. Im November warten mit Magdeburg, Melsungen, Wetzlar und den Rhein-Neckar Löwen harte Gegner auf den Tabellenzwölften. Zwei Siege gegen die Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen und HBW Balingen-Weilstetten wären davor eine gute Grundlage.

„Dass wir in Nordhorn gewinnen wollen, ist klar, das ist unser Anspruch“, betont GWD-Trainer Frank Carstens vor dem Auswärtsspiel am Sonntag in Lingen. Das gleiche gilt für das folgende Heimspiel am 3. November gegen Balingen. Dazwischen liegt eine Woche Länderspielpause.

Die Favoritenrolle nehmen die Mindener an, erwarten aber dennoch eine schwere Aufgabe. „Das wird ein intensives Ding. Ich würde mich wundern, wenn das eine klare Sache wird“, sagt Carstens. Schon in der 2. Liga habe sich seine Mannschaft schwer getan gegen Nordhorn, und auch jetzt sind ihm die Qualitäten des nächsten Gegners sehr präsent: „Sie spielen eine sehr robuste und gut organisierte Deckung und suchen ihr Heil in überfallartigen Gegenstößen.“

Eine Taktik, die bislang nur bedingt aufgeht. Erst ein Sieg gelang dem Aufsteiger, der aber immerhin beim 33:30 gegen ein renommiertes Team wie Leipzig. Die Niedersachsen sind mit 2:16 Punkten zwar Tabellenletzter, aber noch lange nicht abgeschlagen. Deshalb warnt Carstens: „So, wie wir dort als leichter Favorit dort hinfahren, sagen die sich auch: Gegen wen wollen wir zu Hause gewinnen, wenn nicht gegen GWD?“

Für die Mindener gilt es daher, den starken Auftritt von der knappen Niederlage gegen die SG Flensburg-Handewitt zu wiederholen. Vieles passiert dabei im Kopf: Gegen den Deutschen Meister war GWD klarer Außenseiter, beim Schlusslicht haben die Gäste etwas zu verlieren. „Diesen Wechsel müssen wir hinbekommen“, fordert Carstens.

Handballerisch zeigte seine Mannschaft am vorigen Sonntag genug, um nach zuletzt zwei Niederlage wieder zu gewinnen. In der Abwehr spielten die Mindener phasenweise perfekt und machten nur zum Ende hin kleine Fehler, im Angriff stellte Carstens eine klare Verbesserung zur Pleite beim Bergischen HC fest. „Was uns fehlte, war die Präzision und im Vergleich mit Flensburg dann auch die Qualität“, erklärt der Coach und fügt hinzu: „Insgesamt geht es darum, länger an unserem Plan festzuhalten. In den letzten zehn Minuten hatten wir zu viele Feuerwehr-Aktionen, um schnell aufzuholen.“

Somit lagen die Inhalte der Trainingswoche, bei der neben dem verletzten Marian Michalczik nur der beim Elitekader-Lehrgang weilende Juri Knorr fehlte, vor allem im Positionsangriff: „Entscheidungsverhalten, Passqualität, Rückzug“, zählte Carstens als wichtige Elemente auf. Wenn Letzterer so gut wie gegen beim 23:27 Flensburg funktioniert, ist eine Grundlage für den vierten Saisonsieg gelegt.

Knorr beim Lehrgang des Elitekaders

Drei Tage lang musste GWD Mindens Trainer Frank Carstens in dieser Woche auf Mittelmann Juri Knorr verzichten. Der 19-Jährige nahm an einem Lehrgang des DHB-Elitekaders teil, der nicht nur jahrgangs- sondern auch geschlechtsübergreifend war.

„Das sind sicher interessante und wichtige Erfahrungen für ihn“, sagte Carstens und betonte: „Die Einrichtung an sich finde ich super.“ Dennoch konnte er die Ansetzung des Lehrgangs nicht ganz nachvollziehen: „Terminierung ist bei uns ja immer ein Problem. In diesem Fall wäre es in meinen Augen aber besser gewesen, den Lehrgang in die anstehende Länderspielwoche zu legen“, sagte Carstens. (kül)

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MindenRollenwechsel für GWD Minden: Als Favorit zum AufsteigerSebastian KülbelMinden (mt). Der Blick auf den Spielplan macht die Bedeutung der nächsten beiden Aufgaben für GWD Mindens Handball-Profis deutlich. Im November warten mit Magdeburg, Melsungen, Wetzlar und den Rhein-Neckar Löwen harte Gegner auf den Tabellenzwölften. Zwei Siege gegen die Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen und HBW Balingen-Weilstetten wären davor eine gute Grundlage. „Dass wir in Nordhorn gewinnen wollen, ist klar, das ist unser Anspruch“, betont GWD-Trainer Frank Carstens vor dem Auswärtsspiel am Sonntag in Lingen. Das gleiche gilt für das folgende Heimspiel am 3. November gegen Balingen. Dazwischen liegt eine Woche Länderspielpause. Die Favoritenrolle nehmen die Mindener an, erwarten aber dennoch eine schwere Aufgabe. „Das wird ein intensives Ding. Ich würde mich wundern, wenn das eine klare Sache wird“, sagt Carstens. Schon in der 2. Liga habe sich seine Mannschaft schwer getan gegen Nordhorn, und auch jetzt sind ihm die Qualitäten des nächsten Gegners sehr präsent: „Sie spielen eine sehr robuste und gut organisierte Deckung und suchen ihr Heil in überfallartigen Gegenstößen.“ Eine Taktik, die bislang nur bedingt aufgeht. Erst ein Sieg gelang dem Aufsteiger, der aber immerhin beim 33:30 gegen ein renommiertes Team wie Leipzig. Die Niedersachsen sind mit 2:16 Punkten zwar Tabellenletzter, aber noch lange nicht abgeschlagen. Deshalb warnt Carstens: „So, wie wir dort als leichter Favorit dort hinfahren, sagen die sich auch: Gegen wen wollen wir zu Hause gewinnen, wenn nicht gegen GWD?“ Für die Mindener gilt es daher, den starken Auftritt von der knappen Niederlage gegen die SG Flensburg-Handewitt zu wiederholen. Vieles passiert dabei im Kopf: Gegen den Deutschen Meister war GWD klarer Außenseiter, beim Schlusslicht haben die Gäste etwas zu verlieren. „Diesen Wechsel müssen wir hinbekommen“, fordert Carstens. Handballerisch zeigte seine Mannschaft am vorigen Sonntag genug, um nach zuletzt zwei Niederlage wieder zu gewinnen. In der Abwehr spielten die Mindener phasenweise perfekt und machten nur zum Ende hin kleine Fehler, im Angriff stellte Carstens eine klare Verbesserung zur Pleite beim Bergischen HC fest. „Was uns fehlte, war die Präzision und im Vergleich mit Flensburg dann auch die Qualität“, erklärt der Coach und fügt hinzu: „Insgesamt geht es darum, länger an unserem Plan festzuhalten. In den letzten zehn Minuten hatten wir zu viele Feuerwehr-Aktionen, um schnell aufzuholen.“ Somit lagen die Inhalte der Trainingswoche, bei der neben dem verletzten Marian Michalczik nur der beim Elitekader-Lehrgang weilende Juri Knorr fehlte, vor allem im Positionsangriff: „Entscheidungsverhalten, Passqualität, Rückzug“, zählte Carstens als wichtige Elemente auf. Wenn Letzterer so gut wie gegen beim 23:27 Flensburg funktioniert, ist eine Grundlage für den vierten Saisonsieg gelegt. Knorr beim Lehrgang des Elitekaders Drei Tage lang musste GWD Mindens Trainer Frank Carstens in dieser Woche auf Mittelmann Juri Knorr verzichten. Der 19-Jährige nahm an einem Lehrgang des DHB-Elitekaders teil, der nicht nur jahrgangs- sondern auch geschlechtsübergreifend war. „Das sind sicher interessante und wichtige Erfahrungen für ihn“, sagte Carstens und betonte: „Die Einrichtung an sich finde ich super.“ Dennoch konnte er die Ansetzung des Lehrgangs nicht ganz nachvollziehen: „Terminierung ist bei uns ja immer ein Problem. In diesem Fall wäre es in meinen Augen aber besser gewesen, den Lehrgang in die anstehende Länderspielwoche zu legen“, sagte Carstens. (kül)