Minden

Das Bier muss warten - viel Gesprächsstoff nach GWD Mindens knapper Niederlage gegen Flensburg

Sebastian Külbel

Schlüsselszene: Schiedsrichterin Tanja Kuttler zeigt Christoph Reißky die Rote Karte. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Schlüsselszene: Schiedsrichterin Tanja Kuttler zeigt Christoph Reißky die Rote Karte. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden (mt). Christoffer Rambo hatte sich den Abend nach dem Spiel so schön ausgemalt. „Ich habe gesagt, wenn wir die Punkte holen, trinke ich ein paar Bier“, erzählte GWD Mindens Rückraum-Norweger. Die Belohnung fiel nach der 23:27-Niederlage zwar aus, dennoch blieben positive Eindrücke.

„Wir haben eine gute Leistung gebracht und können stolz sein“, sagte Rambo am Montag danach und fügte mit Hinblick auf die nächsten Wochen hinzu: „Dieses Spiel müssen wir im Hinterkopf behalten.“ Denn die knappe Niederlage gegen den Deutschen Meister zeigte einmal mehr, dass GWD auf dem richtigen Weg ist.

In der Abwehr bewegten sich die Gastgeber zum Beispiel nahe am Optimum. „Viel besser können wir das kaum machen“, meinte Trainer Frank Carstens. Am Ende beging seine Mannschaft trotzdem hinten die entscheidenden Fehler, deren Bewertung allerdings unterschiedlich ausfiel. Als Flensburgs Jim Gottfridsson in der Schlussphase die Verantwortung an sich riss und mit seinen Aktionen Tore, Siebenmeter oder Zeitstrafen auslöste, sah Carstens ein Versäumnis seiner Spieler: „Da waren wir nicht konsequent genug und haben uns teilweise dusselig verhalten.“ Rambo indes haderte mit den Schiedsrichterinnen: „Sie haben es eigentlich gut gemacht, aber am Ende sind alle 50:50-Entscheidungen gegen uns. Natürlich machen wir auch zu viele Fehler, aber das Spiel wurde uns ein bisschen weggepfiffen.“

Schon die Rote Karte gegen Christoph Reißky hatte nach 23 Minuten die Gemüter erhitzt, ging jedoch nach Ansicht der Fernsehbilder vollkommen in Ordnung. Dennoch änderte die Bestrafung das Spiel, in dem Rambo fortan keine Pausen mehr erhalten konnte. Auch damit erklärte Coach Carstens die Niederlage: „Wir mussten John durchdrücken. Er hat uns getragen mit seinen Emotionen, seinen Ballgewinnen und Toren. Aber er hat eben auch viele Fehler gemacht.“

Rambo selbst empfand seinen Dauereinsatz eher weniger als Problem: „Ich muss das durchhalten, das habe ich vorher auch schon geschafft.“ Seine Selbstkritik hat einen anderen Ansatz: „Ich habe meinen Rhythmus noch nicht gefunden, mir fehlt die Konstanz.“

Das galt gegen Flensburg für das gesamte Mindener Angriffsspiel. Nach den Problemen bei der vorigen Auswärtsniederlage beim Bergischen HC sah Carstens zwar eine Verbesserung, benannte aber auch klare Mängel: „Insgesamt fehlte die Effizienz bei den Halbspielern und die Torgefahr von der Rückraum-Mitte.“

Die wird sich GWD Minden in dieser Trainingswoche erarbeiten müssen, denn auch im Gastspiel bei Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen am Sonntag wird Kapitän Marian Michalczik als wichtiges Offensiv-Element fehlen. „Das ist eines der Spiele, die wir gewinnen sollten“, findet Rambo, verweist aber auf die vielen Überraschungen in der Liga: „Das ist wie Bingo.“

Dennoch haben er und sein Team guten Grund selbstbewusst aufzutreten. Rambo: „Unsere Einstellung muss sein: Hinfahren, Punkte holen, wieder nach Hause fahren.“ Vielleicht gibt es auf der Rückfahrt dann auch ein Bierchen.

GWD-Löwe heißt Tornado

Das Maskottchen von Handball-Bundesligist GWD Minden hat jetzt einen Namen. Uwe Lohstroh aus Uchte gewann mit seinem Vorschlag einen vom Verein ausgeschriebenen Wettbewerb, dessen Ergebnis in der Halbzeitpause des jüngsten Heimspiels gegen Flensburg bekannt gegeben wurde. Der GWD-Löwe heißt ab sofort Tornado.

„Das war eine spontane Eingebung“, sagte Namensgeber Lohstroh: „Der Löwe ist ja immer sehr aktiv und wirbelt durch die Halle. Wie ein Tornado eben.“ Der Uchter ist regelmäßig Gast in der Kampa-Halle und zeigte sich stolz, dass sein Name ausgewählt wurde. Als Dank gab es ein Trikot von Tornado mit der Rückennummer acht. (kül)

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MindenDas Bier muss warten - viel Gesprächsstoff nach GWD Mindens knapper Niederlage gegen FlensburgSebastian KülbelMinden (mt). Christoffer Rambo hatte sich den Abend nach dem Spiel so schön ausgemalt. „Ich habe gesagt, wenn wir die Punkte holen, trinke ich ein paar Bier“, erzählte GWD Mindens Rückraum-Norweger. Die Belohnung fiel nach der 23:27-Niederlage zwar aus, dennoch blieben positive Eindrücke. „Wir haben eine gute Leistung gebracht und können stolz sein“, sagte Rambo am Montag danach und fügte mit Hinblick auf die nächsten Wochen hinzu: „Dieses Spiel müssen wir im Hinterkopf behalten.“ Denn die knappe Niederlage gegen den Deutschen Meister zeigte einmal mehr, dass GWD auf dem richtigen Weg ist. In der Abwehr bewegten sich die Gastgeber zum Beispiel nahe am Optimum. „Viel besser können wir das kaum machen“, meinte Trainer Frank Carstens. Am Ende beging seine Mannschaft trotzdem hinten die entscheidenden Fehler, deren Bewertung allerdings unterschiedlich ausfiel. Als Flensburgs Jim Gottfridsson in der Schlussphase die Verantwortung an sich riss und mit seinen Aktionen Tore, Siebenmeter oder Zeitstrafen auslöste, sah Carstens ein Versäumnis seiner Spieler: „Da waren wir nicht konsequent genug und haben uns teilweise dusselig verhalten.“ Rambo indes haderte mit den Schiedsrichterinnen: „Sie haben es eigentlich gut gemacht, aber am Ende sind alle 50:50-Entscheidungen gegen uns. Natürlich machen wir auch zu viele Fehler, aber das Spiel wurde uns ein bisschen weggepfiffen.“ Schon die Rote Karte gegen Christoph Reißky hatte nach 23 Minuten die Gemüter erhitzt, ging jedoch nach Ansicht der Fernsehbilder vollkommen in Ordnung. Dennoch änderte die Bestrafung das Spiel, in dem Rambo fortan keine Pausen mehr erhalten konnte. Auch damit erklärte Coach Carstens die Niederlage: „Wir mussten John durchdrücken. Er hat uns getragen mit seinen Emotionen, seinen Ballgewinnen und Toren. Aber er hat eben auch viele Fehler gemacht.“ Rambo selbst empfand seinen Dauereinsatz eher weniger als Problem: „Ich muss das durchhalten, das habe ich vorher auch schon geschafft.“ Seine Selbstkritik hat einen anderen Ansatz: „Ich habe meinen Rhythmus noch nicht gefunden, mir fehlt die Konstanz.“ Das galt gegen Flensburg für das gesamte Mindener Angriffsspiel. Nach den Problemen bei der vorigen Auswärtsniederlage beim Bergischen HC sah Carstens zwar eine Verbesserung, benannte aber auch klare Mängel: „Insgesamt fehlte die Effizienz bei den Halbspielern und die Torgefahr von der Rückraum-Mitte.“ Die wird sich GWD Minden in dieser Trainingswoche erarbeiten müssen, denn auch im Gastspiel bei Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen am Sonntag wird Kapitän Marian Michalczik als wichtiges Offensiv-Element fehlen. „Das ist eines der Spiele, die wir gewinnen sollten“, findet Rambo, verweist aber auf die vielen Überraschungen in der Liga: „Das ist wie Bingo.“ Dennoch haben er und sein Team guten Grund selbstbewusst aufzutreten. Rambo: „Unsere Einstellung muss sein: Hinfahren, Punkte holen, wieder nach Hause fahren.“ Vielleicht gibt es auf der Rückfahrt dann auch ein Bierchen. GWD-Löwe heißt Tornado Das Maskottchen von Handball-Bundesligist GWD Minden hat jetzt einen Namen. Uwe Lohstroh aus Uchte gewann mit seinem Vorschlag einen vom Verein ausgeschriebenen Wettbewerb, dessen Ergebnis in der Halbzeitpause des jüngsten Heimspiels gegen Flensburg bekannt gegeben wurde. Der GWD-Löwe heißt ab sofort Tornado. „Das war eine spontane Eingebung“, sagte Namensgeber Lohstroh: „Der Löwe ist ja immer sehr aktiv und wirbelt durch die Halle. Wie ein Tornado eben.“ Der Uchter ist regelmäßig Gast in der Kampa-Halle und zeigte sich stolz, dass sein Name ausgewählt wurde. Als Dank gab es ein Trikot von Tornado mit der Rückennummer acht. (kül)