Minden

Präzision ist der Schlüssel - GWD-Angriff muss sich gegen Flensburg steigern

Sebastian Külbel

Im Heimspiel der Vorsaison gegen Flensburg war Miljan Pusica (Mitte) mit sieben Treffern bester Mindener Torschütze. Eine ähnliche Quote könnte den Ausfall von Marian Michalczik im erneuten Duell auffangen. MT-Archivfoto: Marcus Riechmann
Im Heimspiel der Vorsaison gegen Flensburg war Miljan Pusica (Mitte) mit sieben Treffern bester Mindener Torschütze. Eine ähnliche Quote könnte den Ausfall von Marian Michalczik im erneuten Duell auffangen. MT-Archivfoto: Marcus Riechmann

Minden (mt). Nach acht Spieltagen erwartet GWD Minden in der Handball-Bundesliga eine Premiere. Wenn der Tabellenelfte am Sonntag um 16 Uhr die SG Flensburg-Handewitt in der Kampa-Halle empfängt, haben die Gastgeber erstmals in der laufenden Saison das Ergebnis nicht in der Hand.

„Bisher hatten wir jedes Mal großen Anteil daran, wie es ausgegangen ist“, blickt Frank Carstens zurück und fügt beim Blick auf das Duell mit dem amtierenden Deutschen Meister hinzu: „Dieses Spiel entscheiden nicht wir.“ Der GWD-Trainer unterstreicht mit dieser Einschätzung die Stärke des Gegners, gegen den sein Team klarer Außenseiter ist: „Wenn beide hundert Prozent abrufen, reicht es nicht für uns. Aber das kommt nicht oft vor.“

Die Mindener haben nicht nur aufgrund ihrer bislang passablen Saisonausbeute durchaus Grund zu Selbstbewusstsein. Denn der Meister ist mit 9:5 Punkten durchwachsen gestartet und ließ neben den Niederlagen in Kiel und Hannover auch einen Punkt in Wetzlar. Dennoch sieht Carstens Flensburg als klaren Favoriten: „Ein Sieg gegen so ein Team wäre immer eine Überraschung.“

Um für eine solche in Frage zu kommen, muss GWD jedoch die Defizite der jüngsten Niederlage beim Bergischen HC abstellen. Die lagen vor allem im Angriff, wie Carstens in der Analyse erkannt hat: „Wir sind zum ersten Mal von einer Defensive so weit getrieben worden, dass wir keine hundertprozentigen Chancen mehr herausgespielt haben.“ Ein klarer Rückschritt, war zuvor doch vor allem deren Verwertung oft das Mindener Problem. Die spielerischen Mängel könnten auch mit der Adduktorenverletzung von Kapitän Marian Michalczik zu tun haben, der noch gut zwei Wochen ausfällt. Das jedoch lässt sein Trainer nicht als Ausrede gelten: „Wir müssen es auch in veränderter Besetzung hinkriegen, im Angriff druckvoller zu spielen.“

Der Schlüssel dazu ist Präzision, die der Coach folglich zu einem Trainingsschwerpunkt der vorigen Tage gemacht hat. Ein Vorbild dafür ist der nächste Gegner: „Flensburg hat die beste Passqualität der Liga“, sagt Carstens. Zudem schätzt er am Titelverteidiger die starke Kooperation zwischen Torhüter und Abwehr sowie die gefährlichen Gegenstöße: „Der Rückzug wird extrem wichtig.“

Für eine Überraschung braucht es aber noch mehr. „Eine gute Torwartleistung hilft, gutes Tempospiel auch. Das gibt Selbstvertrauen und bringt die Halle hinter uns“, erklärt der GWD-Trainer. Die wird am Sonntag mit mindestens 3.000 Zuschauern gefüllt sein, 2.500 Karten waren bis gestern im Vorverkauf schon weg.

Damit erhält auch GWD-Youngster Juri Knorr eine würdige Kulisse für eine besondere Partie: „Flensburg ist der größte Gegner, gegen den ich bislang gespielt habe“, sagt der 19-Jährige, der zuletzt in der B-Jungen-Oberliga gegen ein SG-Team angetreten war.

Darüber hinaus verbindet Knorr, der in der Flensburger Zeit seines Vaters eben dort geboren wurde, nichts besonderes mit der anstehenden Aufgabe: „Auf der Platte ist es eigentlich egal, gegen wen man spielt. Man sollte immer die gleiche Motivation haben, sonst wird das nichts.“ Ganz ähnlich klingt sein Trainer, wenn er über die Chancen seines Teams spricht: „Ich verlange, dass wir unsere Leistung bringen. Und dann sehen wir, wozu es reicht.“

Vier Mindener mit Nationalteams unterwegs

Nach dem kommenden Wochenende legt die Handball-Bundesliga eine Länderspielpause ein. Auch einige Akteure von GWD Minden sind in den nächsten Tagen mit ihren Nationalteams unterwegs.

Miljan Pusica wurde von Serbiens Nationaltrainer Nenad Perunicic für die Spiele gegen Österreich und Slowenien nominiert. Vom 20. bis 25. Oktober wird der GWD-Abwehrchef mit den Serben unterwegs sein. Kreisläufer Lucas Meister bestreitet derweil für die Schweiz zwei Partien gegen Tschechien am 25. und 26. Oktober.

Espen Christensen und Magnus Gullerud spielen mit Vize-Weltmeister Norwegen das Golden-League-Turnier im dänischen Aarhus und treffen dort auf Spanien, Frankreich und Gastgeber Dänemark. Nicht zum Kader gehört Mindens Rechtsaußen Kevin Gulliksen. (rich)

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MindenPräzision ist der Schlüssel - GWD-Angriff muss sich gegen Flensburg steigernSebastian KülbelMinden (mt). Nach acht Spieltagen erwartet GWD Minden in der Handball-Bundesliga eine Premiere. Wenn der Tabellenelfte am Sonntag um 16 Uhr die SG Flensburg-Handewitt in der Kampa-Halle empfängt, haben die Gastgeber erstmals in der laufenden Saison das Ergebnis nicht in der Hand. „Bisher hatten wir jedes Mal großen Anteil daran, wie es ausgegangen ist“, blickt Frank Carstens zurück und fügt beim Blick auf das Duell mit dem amtierenden Deutschen Meister hinzu: „Dieses Spiel entscheiden nicht wir.“ Der GWD-Trainer unterstreicht mit dieser Einschätzung die Stärke des Gegners, gegen den sein Team klarer Außenseiter ist: „Wenn beide hundert Prozent abrufen, reicht es nicht für uns. Aber das kommt nicht oft vor.“ Die Mindener haben nicht nur aufgrund ihrer bislang passablen Saisonausbeute durchaus Grund zu Selbstbewusstsein. Denn der Meister ist mit 9:5 Punkten durchwachsen gestartet und ließ neben den Niederlagen in Kiel und Hannover auch einen Punkt in Wetzlar. Dennoch sieht Carstens Flensburg als klaren Favoriten: „Ein Sieg gegen so ein Team wäre immer eine Überraschung.“ Um für eine solche in Frage zu kommen, muss GWD jedoch die Defizite der jüngsten Niederlage beim Bergischen HC abstellen. Die lagen vor allem im Angriff, wie Carstens in der Analyse erkannt hat: „Wir sind zum ersten Mal von einer Defensive so weit getrieben worden, dass wir keine hundertprozentigen Chancen mehr herausgespielt haben.“ Ein klarer Rückschritt, war zuvor doch vor allem deren Verwertung oft das Mindener Problem. Die spielerischen Mängel könnten auch mit der Adduktorenverletzung von Kapitän Marian Michalczik zu tun haben, der noch gut zwei Wochen ausfällt. Das jedoch lässt sein Trainer nicht als Ausrede gelten: „Wir müssen es auch in veränderter Besetzung hinkriegen, im Angriff druckvoller zu spielen.“ Der Schlüssel dazu ist Präzision, die der Coach folglich zu einem Trainingsschwerpunkt der vorigen Tage gemacht hat. Ein Vorbild dafür ist der nächste Gegner: „Flensburg hat die beste Passqualität der Liga“, sagt Carstens. Zudem schätzt er am Titelverteidiger die starke Kooperation zwischen Torhüter und Abwehr sowie die gefährlichen Gegenstöße: „Der Rückzug wird extrem wichtig.“ Für eine Überraschung braucht es aber noch mehr. „Eine gute Torwartleistung hilft, gutes Tempospiel auch. Das gibt Selbstvertrauen und bringt die Halle hinter uns“, erklärt der GWD-Trainer. Die wird am Sonntag mit mindestens 3.000 Zuschauern gefüllt sein, 2.500 Karten waren bis gestern im Vorverkauf schon weg. Damit erhält auch GWD-Youngster Juri Knorr eine würdige Kulisse für eine besondere Partie: „Flensburg ist der größte Gegner, gegen den ich bislang gespielt habe“, sagt der 19-Jährige, der zuletzt in der B-Jungen-Oberliga gegen ein SG-Team angetreten war. Darüber hinaus verbindet Knorr, der in der Flensburger Zeit seines Vaters eben dort geboren wurde, nichts besonderes mit der anstehenden Aufgabe: „Auf der Platte ist es eigentlich egal, gegen wen man spielt. Man sollte immer die gleiche Motivation haben, sonst wird das nichts.“ Ganz ähnlich klingt sein Trainer, wenn er über die Chancen seines Teams spricht: „Ich verlange, dass wir unsere Leistung bringen. Und dann sehen wir, wozu es reicht.“ Vier Mindener mit Nationalteams unterwegs Nach dem kommenden Wochenende legt die Handball-Bundesliga eine Länderspielpause ein. Auch einige Akteure von GWD Minden sind in den nächsten Tagen mit ihren Nationalteams unterwegs. Miljan Pusica wurde von Serbiens Nationaltrainer Nenad Perunicic für die Spiele gegen Österreich und Slowenien nominiert. Vom 20. bis 25. Oktober wird der GWD-Abwehrchef mit den Serben unterwegs sein. Kreisläufer Lucas Meister bestreitet derweil für die Schweiz zwei Partien gegen Tschechien am 25. und 26. Oktober. Espen Christensen und Magnus Gullerud spielen mit Vize-Weltmeister Norwegen das Golden-League-Turnier im dänischen Aarhus und treffen dort auf Spanien, Frankreich und Gastgeber Dänemark. Nicht zum Kader gehört Mindens Rechtsaußen Kevin Gulliksen. (rich)