Minden

Angeln mit Gulliksen - Flensburgs Magnus Rød trifft am Sonntag seinen besten Kumpel

Stefan Rüter

Läuft bei ihm Magnus Rød erzielte schon 40 Saisontore. Foto: dpa - © Swen Pförtner
Läuft bei ihm Magnus Rød erzielte schon 40 Saisontore. Foto: dpa (© Swen Pförtner)

Minden (sru). Die deutschen Handball-Fans werden sich nur unter Schmerzen an die 25:31-Niederlage im Halbfinale der Heim-WM im Januar gegen Norwegen erinnern. Einen extrem großen Anteil am Erfolg der Skandinavier hatte Magnus Rød. Der Linkshänder knallte sieben Bälle ins deutsche Tor und stellte sogar Starspieler Sander Sagosen in den Schatten.

2017 wechselte der 22-Jährige in die aus seiner Sicht „stärkste Liga der Welt“ und holte mit der SG Flensburg-Handewitt auf Anhieb zwei Meisterschaften. Obwohl der Titelverteidiger schon jetzt fünf Minuspunkte hat, hofft Rød auf den Titel-Hattrick: „Die Chance ist immer da, aber es gibt sehr viele gute Mannschaften in der Liga. Wir müssen alles geben.“

Auf seiner Position im rechten Rückraum hat er in dem 14 Jahre älteren Holger Glandorf ein gutes Vorbild an seiner Seite. „Ich kann wirklich alles von ihm lernen und schaue mir gerne Dinge ab. Ich frage Holger auch, was ich verbessern kann“, erzählt Rød.

Der Norweger ist super in die Saison gestartet – 40 Tore in acht Spielen sprechen eine klare Sprache. Er ist schnell, athletisch und wird so zur Waffe im rechten Rückraum. Gerne bricht er mit seinem Tempo bis an den Kreis durch.

In seiner Freizeit setzt er dagegen auf Entschleunigung. Angeln ist für ihn das perfekte Gegenstück zum rasanten Handball-Geschäft: „Du bist allein auf einem Boot, hast deine Ruhe und kannst über alles Mögliche nachdenken. So bekommt man perfekt den Kopf frei. Handball fordert viel mentale Energie.“

Gerne angelt er mit dem GWD Mindens Rechtsaußen Kevin Gulliksen. „Einer meiner besten Freunde. Wir haben in Norwegen zusammengespielt und fahren sogar gemeinsam in Urlaub. Daher ist es für mich schon etwas Besonderes, gegen ihn zu spielen.“

Auch sein GWD-Kumpel freut sich auf das Duell. Die drei gemeinsamen Jahre beim Hauptstadtklub Bækkelagets SK haben die zwei Osloer Jungs zusammengeschweißt. „Wir sind uns sehr ähnlich. Die Zeit mit Magnus ist immer entspannt und cool. Nur einmal wären wir fast mit einem Boot gesunken“, erzählt Kevin Gulliksen lachend. Die handballerischen Qualitäten von Rød fasst er norwegisch-knapp zusammen: „Magnus ist gut, er ist groß und nimmt den Handball sehr ernst.“

Dabei hätte Magnus Rød es fast nicht zum Handball geschafft: „Meine Eltern wollten, dass ich Fußball spiele oder einen typisch norwegischen Wintersport mache. Sie waren der Meinung, dass man sich beim Handball viele Verletzungen einfangen kann“, erzählt der Norweger.

Vor dem Spiel in Minden hat er viel Respekt: „GWD ist eine Mannschaft, die jeden schlagen kann. Ein wirklich interessantes Team“, sagt Rød, der sich neben dem Sport auch sehr für den Aktienmarkt interessiert und später mal in die Wirtschaft möchte. In diesem Spiel würde er sein Geld wohl auf das eigene Team setzen. Denn für den Traum vom Titel-Hattrick darf sich Flensburg keinen Ausrutscher mehr leisten.

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MindenAngeln mit Gulliksen - Flensburgs Magnus Rød trifft am Sonntag seinen besten KumpelStefan RüterMinden (sru). Die deutschen Handball-Fans werden sich nur unter Schmerzen an die 25:31-Niederlage im Halbfinale der Heim-WM im Januar gegen Norwegen erinnern. Einen extrem großen Anteil am Erfolg der Skandinavier hatte Magnus Rød. Der Linkshänder knallte sieben Bälle ins deutsche Tor und stellte sogar Starspieler Sander Sagosen in den Schatten. 2017 wechselte der 22-Jährige in die aus seiner Sicht „stärkste Liga der Welt“ und holte mit der SG Flensburg-Handewitt auf Anhieb zwei Meisterschaften. Obwohl der Titelverteidiger schon jetzt fünf Minuspunkte hat, hofft Rød auf den Titel-Hattrick: „Die Chance ist immer da, aber es gibt sehr viele gute Mannschaften in der Liga. Wir müssen alles geben.“ Auf seiner Position im rechten Rückraum hat er in dem 14 Jahre älteren Holger Glandorf ein gutes Vorbild an seiner Seite. „Ich kann wirklich alles von ihm lernen und schaue mir gerne Dinge ab. Ich frage Holger auch, was ich verbessern kann“, erzählt Rød. Der Norweger ist super in die Saison gestartet – 40 Tore in acht Spielen sprechen eine klare Sprache. Er ist schnell, athletisch und wird so zur Waffe im rechten Rückraum. Gerne bricht er mit seinem Tempo bis an den Kreis durch. In seiner Freizeit setzt er dagegen auf Entschleunigung. Angeln ist für ihn das perfekte Gegenstück zum rasanten Handball-Geschäft: „Du bist allein auf einem Boot, hast deine Ruhe und kannst über alles Mögliche nachdenken. So bekommt man perfekt den Kopf frei. Handball fordert viel mentale Energie.“ Gerne angelt er mit dem GWD Mindens Rechtsaußen Kevin Gulliksen. „Einer meiner besten Freunde. Wir haben in Norwegen zusammengespielt und fahren sogar gemeinsam in Urlaub. Daher ist es für mich schon etwas Besonderes, gegen ihn zu spielen.“ Auch sein GWD-Kumpel freut sich auf das Duell. Die drei gemeinsamen Jahre beim Hauptstadtklub Bækkelagets SK haben die zwei Osloer Jungs zusammengeschweißt. „Wir sind uns sehr ähnlich. Die Zeit mit Magnus ist immer entspannt und cool. Nur einmal wären wir fast mit einem Boot gesunken“, erzählt Kevin Gulliksen lachend. Die handballerischen Qualitäten von Rød fasst er norwegisch-knapp zusammen: „Magnus ist gut, er ist groß und nimmt den Handball sehr ernst.“ Dabei hätte Magnus Rød es fast nicht zum Handball geschafft: „Meine Eltern wollten, dass ich Fußball spiele oder einen typisch norwegischen Wintersport mache. Sie waren der Meinung, dass man sich beim Handball viele Verletzungen einfangen kann“, erzählt der Norweger. Vor dem Spiel in Minden hat er viel Respekt: „GWD ist eine Mannschaft, die jeden schlagen kann. Ein wirklich interessantes Team“, sagt Rød, der sich neben dem Sport auch sehr für den Aktienmarkt interessiert und später mal in die Wirtschaft möchte. In diesem Spiel würde er sein Geld wohl auf das eigene Team setzen. Denn für den Traum vom Titel-Hattrick darf sich Flensburg keinen Ausrutscher mehr leisten.