Minden

GWD gastiert beim Bergischen HC: Gute Laune trifft auf kleine Krise - ganz wie damals

Marcus Riechmann

Nach seiner Fußverletzung ist Aliaksandr Padshyvalau wieder fit. Gegen Lemgo absolvierte der Spielmacher seinen ersten 60-Minuten-Einsatz der Saison. Weil Marian Michalczik ausfällt, wird am Sonntag gegen den Bergischen HC viel Verantwortung auf den Schultern des Weißrussen liegen. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Nach seiner Fußverletzung ist Aliaksandr Padshyvalau wieder fit. Gegen Lemgo absolvierte der Spielmacher seinen ersten 60-Minuten-Einsatz der Saison. Weil Marian Michalczik ausfällt, wird am Sonntag gegen den Bergischen HC viel Verantwortung auf den Schultern des Weißrussen liegen. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden (mt). Die jüngsten Duelle mit dem TBV Lemgo-Lippe haben unterschiedliche Spuren hinterlassen. Bei GWD Minden klingt der 33:31-Derbysieg warm nach. „Klar, wir sind gerade zufrieden", sagt GWD-Trainer Frank Carstens nach dem dritten Saisonsieg und Platz elf in der Handball-Bundesliga. Bei nächsten Gegner ist die Stimmung düsterer: Der Bergische HC kassierte am Mittwoch im Achtelfinale des DHB-Pokals in Lemgo eine 24:27-Pleite. Nach der vierten Pflichtspielniederlage in Folge spricht BHC-Geschäftsführer Jörg Förste von einer „enttäuschenden Situation." „Wir müssen rattiger werden", fordert Trainer Sebastian Hinze. Gegen GWD Minden will der Tabellenzwölfte am Sonntag um 16 Uhr in der Solinger Klingenhalle raus aus dem Abwärtstrend und nach Punkten zu GWD aufschließen.

Auch in das letzte Spiel beim BHC gingen die Teams als Tabellennachbarn. Die damalige Situation ist allen Beteiligten noch bestens bekannt. GWD und BHC standen vor dem 16. Spieltag mit 16:14 Punkten an der Schwelle zum oberen Tabellendrittel. Die Voraussetzungen waren ähnlich wie heute: Mit dem prächtigen 40:28-Heimsieg gegen den VfL Gummersbach im Rücken ging GWD mit breiter Brust in den „Kampf um Platz sieben", beim BHC war die Leistungskurve mit drei Niederlagen in Folge abgeknickt. Doch der Angriff der Mindener geriet am 9. Dezember 2018 zum Rohrkrepierer. In Wuppertal setzte es eine 21:26-Pleite. Der Bergische HC fand zurück in die Spur, kletterte auf Rang sieben und behauptete die Platzierung als Aufsteiger bis zum Saisonende. Bei GWD hingegen ging nach der Niederlage nicht mehr viel. Neun Punkte holte die Mannschaft noch in den verbleibenden 18 Spieltagen und strandete tabellarisch auf Platz 14.

„Wir waren gut in Schuss und haben dort einen Rückschlag erlitten", erinnert sich Mindens Trainer nur ungern an das damalige Auswärtsspiel. Doch Frank Carstens hat hinter die Geschichte längst einen Haken gesetzt. Er freut sich auf die Fahrt nach Solingen. „Die Atmosphäre ist heißer als in der Unihalle in Wuppertal. Das liegt uns", sagt der Coach. Nahezu in Bestbesetzung wird GWD auflaufen. Lediglich ein Spieler fehlt – allerdings ein besonders wichtiger: Mannschaftskapitän Marian Michalczik muss wegen einer Adduktorenverletzung eine mehrwöchige Spielpause einlegen. „Wir werden alternative Formationen erarbeiten", kündigte Carstens an.

Dass sein Team in der Lage ist, personelle Ausfälle aufzufangen, hat es in der vergangenen Wochen bewiesen. Während im Angriff Männer wie Savvas Savvas, Juri Knorr und Aliaksandr Padshyvalau den Michalczik-Ausfall kompensieren sollen, werden in der Defensive Magnus Gullerud, Lucas Meister und Miljan Pusica die Lücken schließen. In dieser Fülle standen Carstens Alternativen lange nicht zur Verfügung.

Der Coach beschreibt den BHC als anspruchsvollen und stabil aufgestellten Gegner: „Die haben ein rundes Paket." Das Kreisspiel über den physisch starken Rafael Baena gelte es zu unterbinden, die Kreise des gut aufgelegten Torjägers Fabian Gutbrod einzuengen. Vor allem will man das Tempospiel der Gastgeber verhindern. Gegen Lemgo misslang das total, 17 Tore aus dem Gegenstoß kassierte Minden. „Das war ein wichtiges Thema der Trainingswoche", berichtet Carstens.

Mit BHC-Coach Sebastian Hinze verbindet ihn eine sportliche Freundschaft. Man kennt sich von zahlreichen Trainerlehrgängen. „Er ist ein super Typ, wir tauschen uns regelmäßig aus", sagt Carstens Doch in dieser Woche ruhte das Telefon. Erst nach dem Abpfiff werden die beiden Männer wieder über Handball quatschen.

Juri Knorr steht im DHB-Elitekader

Juri Knorr, 19 Jahre alter Spielmacher im Bundesligateam von GWD Minden, wurde vom DHB in das 15 Talente umfassende Lehrgangs-Aufgebot des Elitekaders vom dem 14. bis 16 Oktober im Kamen-Kaiserau berufen. Ebenfalls nominiert wurde Torwart Johannes Jepsen vom TuS N-Lübbecke sowie Lukas Stutzke vom nächsten GWD-Gegner Bergischer HC.

Im jahrgangsübergreifenden Elitekader werden die besten Nachwuchshandballerinnen und -handballer vom Verband besonders gefördert. (cb)

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenGWD gastiert beim Bergischen HC: Gute Laune trifft auf kleine Krise - ganz wie damalsMarcus RiechmannMinden (mt). Die jüngsten Duelle mit dem TBV Lemgo-Lippe haben unterschiedliche Spuren hinterlassen. Bei GWD Minden klingt der 33:31-Derbysieg warm nach. „Klar, wir sind gerade zufrieden", sagt GWD-Trainer Frank Carstens nach dem dritten Saisonsieg und Platz elf in der Handball-Bundesliga. Bei nächsten Gegner ist die Stimmung düsterer: Der Bergische HC kassierte am Mittwoch im Achtelfinale des DHB-Pokals in Lemgo eine 24:27-Pleite. Nach der vierten Pflichtspielniederlage in Folge spricht BHC-Geschäftsführer Jörg Förste von einer „enttäuschenden Situation." „Wir müssen rattiger werden", fordert Trainer Sebastian Hinze. Gegen GWD Minden will der Tabellenzwölfte am Sonntag um 16 Uhr in der Solinger Klingenhalle raus aus dem Abwärtstrend und nach Punkten zu GWD aufschließen. Auch in das letzte Spiel beim BHC gingen die Teams als Tabellennachbarn. Die damalige Situation ist allen Beteiligten noch bestens bekannt. GWD und BHC standen vor dem 16. Spieltag mit 16:14 Punkten an der Schwelle zum oberen Tabellendrittel. Die Voraussetzungen waren ähnlich wie heute: Mit dem prächtigen 40:28-Heimsieg gegen den VfL Gummersbach im Rücken ging GWD mit breiter Brust in den „Kampf um Platz sieben", beim BHC war die Leistungskurve mit drei Niederlagen in Folge abgeknickt. Doch der Angriff der Mindener geriet am 9. Dezember 2018 zum Rohrkrepierer. In Wuppertal setzte es eine 21:26-Pleite. Der Bergische HC fand zurück in die Spur, kletterte auf Rang sieben und behauptete die Platzierung als Aufsteiger bis zum Saisonende. Bei GWD hingegen ging nach der Niederlage nicht mehr viel. Neun Punkte holte die Mannschaft noch in den verbleibenden 18 Spieltagen und strandete tabellarisch auf Platz 14. „Wir waren gut in Schuss und haben dort einen Rückschlag erlitten", erinnert sich Mindens Trainer nur ungern an das damalige Auswärtsspiel. Doch Frank Carstens hat hinter die Geschichte längst einen Haken gesetzt. Er freut sich auf die Fahrt nach Solingen. „Die Atmosphäre ist heißer als in der Unihalle in Wuppertal. Das liegt uns", sagt der Coach. Nahezu in Bestbesetzung wird GWD auflaufen. Lediglich ein Spieler fehlt – allerdings ein besonders wichtiger: Mannschaftskapitän Marian Michalczik muss wegen einer Adduktorenverletzung eine mehrwöchige Spielpause einlegen. „Wir werden alternative Formationen erarbeiten", kündigte Carstens an. Dass sein Team in der Lage ist, personelle Ausfälle aufzufangen, hat es in der vergangenen Wochen bewiesen. Während im Angriff Männer wie Savvas Savvas, Juri Knorr und Aliaksandr Padshyvalau den Michalczik-Ausfall kompensieren sollen, werden in der Defensive Magnus Gullerud, Lucas Meister und Miljan Pusica die Lücken schließen. In dieser Fülle standen Carstens Alternativen lange nicht zur Verfügung. Der Coach beschreibt den BHC als anspruchsvollen und stabil aufgestellten Gegner: „Die haben ein rundes Paket." Das Kreisspiel über den physisch starken Rafael Baena gelte es zu unterbinden, die Kreise des gut aufgelegten Torjägers Fabian Gutbrod einzuengen. Vor allem will man das Tempospiel der Gastgeber verhindern. Gegen Lemgo misslang das total, 17 Tore aus dem Gegenstoß kassierte Minden. „Das war ein wichtiges Thema der Trainingswoche", berichtet Carstens. Mit BHC-Coach Sebastian Hinze verbindet ihn eine sportliche Freundschaft. Man kennt sich von zahlreichen Trainerlehrgängen. „Er ist ein super Typ, wir tauschen uns regelmäßig aus", sagt Carstens Doch in dieser Woche ruhte das Telefon. Erst nach dem Abpfiff werden die beiden Männer wieder über Handball quatschen. Juri Knorr steht im DHB-Elitekader Juri Knorr, 19 Jahre alter Spielmacher im Bundesligateam von GWD Minden, wurde vom DHB in das 15 Talente umfassende Lehrgangs-Aufgebot des Elitekaders vom dem 14. bis 16 Oktober im Kamen-Kaiserau berufen. Ebenfalls nominiert wurde Torwart Johannes Jepsen vom TuS N-Lübbecke sowie Lukas Stutzke vom nächsten GWD-Gegner Bergischer HC. Im jahrgangsübergreifenden Elitekader werden die besten Nachwuchshandballerinnen und -handballer vom Verband besonders gefördert. (cb)