Minden

Der Kapitän wird GWD fehlen: Marian Michalczik fällt wochenlang verletzt aus

Marcus Riechmann

Eine Szene aus dem Heimsieg der Mindener gegen die Eulen Ludwigshafen. Marian Michalczik steuerte in der Kampa-Halle sieben Treffer zum 29:23-Erfolg bei. Er wird GWD in den nächsten Wochen fehlen. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Eine Szene aus dem Heimsieg der Mindener gegen die Eulen Ludwigshafen. Marian Michalczik steuerte in der Kampa-Halle sieben Treffer zum 29:23-Erfolg bei. Er wird GWD in den nächsten Wochen fehlen. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden (mt). Er ist Mannschaftskapitän, engagierter Anführer und mit 33 Treffern in nicht mal sieben Spielen auch bester Torjäger. Marian Michalczik war in den zurückliegenden Wochen das Herzstück des jungen Teams von GWD Minden. Der Nationalspieler hat den zeitweise arg von Verletzungen gebeutelten Handball-Bundesligisten zu Siegen in Berlin und gegen Ludwigshafen sowie einem Punkt beim TVB Stuttgart geführt. Doch damit ist erstmal Schluss. Der 22-Jährige steht nun selbst auf der Verletztenliste. Mehrere Wochen wird er mit einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich ausfallen.

Im OWL-Derby gegen den TBV Lemgo-Lippe schied Michalczik in der neunten Spielminute aus, den 33:31-Sieg gegen den Nachbarn aus dem Lipperland erkämpften seine Mitspieler ohne und auch für ihn. „Einfach toll", lobte Michalczik die Leistung der Mannschaft. Über seine Verletzung berichtete er nach dem Spiel: „Der Schmerz ist in die Adduktoren geschossen, ich konnte keine Seitwärtsbewegungen mehr machen."

Mittlerweile ist klar: Der Mittelmann wird am Sonntag im Auswärtsspiel beim Bergischen HC fehlen. Auch für das Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt am 13. Oktober sowie die folgende Partie bei der HSG Nordhorn wird man bei GWD ohne Michalczik planen müssen. „Wir stellen uns auf vier Wochen Pause ein", berichtete sein Coach Frank Carstens gestern. Damit ist auch eine Nominierung Michalcziks für die Länderspiele gegen Kroatien Ende Oktober unwahrscheinlich.

„Gegen Lemgo hatten wir mal zehn Minuten den kompletten Kader beisammen", meinte Espen Christensen lakonisch. Der Torhüter, der gerade erst von einer Schulterverletzung genesen ist und nach drei Wochen Pause im OWL-Derby ins Team zurückkehrte, weist mit Galgenhumor auf die personelle Misere der Mindener in der ersten Saisonphase hin.

Trotzdem ist das Team mit 7:7 Punkten besser als von vielen erwartet in die Spielzeit gestartet. Auf Platz elf liegt GWD direkt vor dem nächsten Gegner. Der Bergische HC, Sensationsaufsteiger der vergangenen Saison, ist mit einem Sieg weniger als Minden mit 5:9 Punkten auf Rang zwölf notiert.

„Die hatten ein anspruchsvolles Auftaktprogramm", sagt GWD-Coach Carstens über den BHC: „Die Überraschungen der Vorsaison sind ihnen noch nicht gelungen." Gegen die Rhein-Neckar Löwen, die TSV Hannover-Burgdorf und den THW Kiel kassierten die in Solingen und Wuppertal beheimateten „Löwen" klare Niederlagen. Zuletzt verlor die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze 32:35 beim SC Leipzig. Vor einem Jahr hatte der BHC aus den ersten sieben Spielen noch 10:4 Punkte geholt und sich am Ende auf Platz sieben sensationell gut platziert. Davon ist man derzeit ein Stück weit entfernt.

Doch in der OWL-Woche mit dem DHB-Pokal-Achtelfinale beim TBV Lemgo-Lippe gestern und dem Heimspiel am Sonntag gegen GWD wollen die Männer um Torjäger Fabian Gutbrod die Trendwende einläuten. Der erste Teil des Plans misslang jedoch: Gestern Abend schied der BHC mit einem 24:27 gegen Lemgo aus dem Pokal-Wettbewerb aus.

Wenn es nach Espen Christensen geht, schlägt auch Teil zwei des BHC-Planspiels fehl. „Wir fahren dahin, um zwei Punkte zu holen", sagt der Mindener Torwart und trägt Selbstbewusstsein zur Schau: „Ein Sieg wäre keine Überraschung. Wir haben das Gefühl, dass wir da gewinnen können." Auch ohne Michalczik.

Den Ausfall des Teamkapitäns wird die Mannschaft gemeinsam kompensieren müssen. Coach Carstens setzt auf die Torgefährlichkeit von Savvas Savvas und Christoffer Rambo im Rückraum. Alternativ könne auch die „kleine Aufstellung" zum Einsatz kommen. So nennt der Trainer die Rückraumformation mit Juri Knorr, Aliaksandr Padshyvalau und Christoph Reißky. „Ich könnte sie auch die schnelle Aufstellung nennen", sagt Carstens über das Tempo-Trio, das gegen Lemgo bereits gute Szenen hatte. „Wir trainieren verschiedene Formationen", berichtete der Trainer, „wir müssen das richtige Timing finden. Da fehlte es nach dem Ausfall von Marian gegen Lemgo." Zum Sieg reichte es am vergangenen Sonntag trotzdem.

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MindenDer Kapitän wird GWD fehlen: Marian Michalczik fällt wochenlang verletzt ausMarcus RiechmannMinden (mt). Er ist Mannschaftskapitän, engagierter Anführer und mit 33 Treffern in nicht mal sieben Spielen auch bester Torjäger. Marian Michalczik war in den zurückliegenden Wochen das Herzstück des jungen Teams von GWD Minden. Der Nationalspieler hat den zeitweise arg von Verletzungen gebeutelten Handball-Bundesligisten zu Siegen in Berlin und gegen Ludwigshafen sowie einem Punkt beim TVB Stuttgart geführt. Doch damit ist erstmal Schluss. Der 22-Jährige steht nun selbst auf der Verletztenliste. Mehrere Wochen wird er mit einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich ausfallen. Im OWL-Derby gegen den TBV Lemgo-Lippe schied Michalczik in der neunten Spielminute aus, den 33:31-Sieg gegen den Nachbarn aus dem Lipperland erkämpften seine Mitspieler ohne und auch für ihn. „Einfach toll", lobte Michalczik die Leistung der Mannschaft. Über seine Verletzung berichtete er nach dem Spiel: „Der Schmerz ist in die Adduktoren geschossen, ich konnte keine Seitwärtsbewegungen mehr machen." Mittlerweile ist klar: Der Mittelmann wird am Sonntag im Auswärtsspiel beim Bergischen HC fehlen. Auch für das Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt am 13. Oktober sowie die folgende Partie bei der HSG Nordhorn wird man bei GWD ohne Michalczik planen müssen. „Wir stellen uns auf vier Wochen Pause ein", berichtete sein Coach Frank Carstens gestern. Damit ist auch eine Nominierung Michalcziks für die Länderspiele gegen Kroatien Ende Oktober unwahrscheinlich. „Gegen Lemgo hatten wir mal zehn Minuten den kompletten Kader beisammen", meinte Espen Christensen lakonisch. Der Torhüter, der gerade erst von einer Schulterverletzung genesen ist und nach drei Wochen Pause im OWL-Derby ins Team zurückkehrte, weist mit Galgenhumor auf die personelle Misere der Mindener in der ersten Saisonphase hin. Trotzdem ist das Team mit 7:7 Punkten besser als von vielen erwartet in die Spielzeit gestartet. Auf Platz elf liegt GWD direkt vor dem nächsten Gegner. Der Bergische HC, Sensationsaufsteiger der vergangenen Saison, ist mit einem Sieg weniger als Minden mit 5:9 Punkten auf Rang zwölf notiert. „Die hatten ein anspruchsvolles Auftaktprogramm", sagt GWD-Coach Carstens über den BHC: „Die Überraschungen der Vorsaison sind ihnen noch nicht gelungen." Gegen die Rhein-Neckar Löwen, die TSV Hannover-Burgdorf und den THW Kiel kassierten die in Solingen und Wuppertal beheimateten „Löwen" klare Niederlagen. Zuletzt verlor die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze 32:35 beim SC Leipzig. Vor einem Jahr hatte der BHC aus den ersten sieben Spielen noch 10:4 Punkte geholt und sich am Ende auf Platz sieben sensationell gut platziert. Davon ist man derzeit ein Stück weit entfernt. Doch in der OWL-Woche mit dem DHB-Pokal-Achtelfinale beim TBV Lemgo-Lippe gestern und dem Heimspiel am Sonntag gegen GWD wollen die Männer um Torjäger Fabian Gutbrod die Trendwende einläuten. Der erste Teil des Plans misslang jedoch: Gestern Abend schied der BHC mit einem 24:27 gegen Lemgo aus dem Pokal-Wettbewerb aus. Wenn es nach Espen Christensen geht, schlägt auch Teil zwei des BHC-Planspiels fehl. „Wir fahren dahin, um zwei Punkte zu holen", sagt der Mindener Torwart und trägt Selbstbewusstsein zur Schau: „Ein Sieg wäre keine Überraschung. Wir haben das Gefühl, dass wir da gewinnen können." Auch ohne Michalczik. Den Ausfall des Teamkapitäns wird die Mannschaft gemeinsam kompensieren müssen. Coach Carstens setzt auf die Torgefährlichkeit von Savvas Savvas und Christoffer Rambo im Rückraum. Alternativ könne auch die „kleine Aufstellung" zum Einsatz kommen. So nennt der Trainer die Rückraumformation mit Juri Knorr, Aliaksandr Padshyvalau und Christoph Reißky. „Ich könnte sie auch die schnelle Aufstellung nennen", sagt Carstens über das Tempo-Trio, das gegen Lemgo bereits gute Szenen hatte. „Wir trainieren verschiedene Formationen", berichtete der Trainer, „wir müssen das richtige Timing finden. Da fehlte es nach dem Ausfall von Marian gegen Lemgo." Zum Sieg reichte es am vergangenen Sonntag trotzdem.