Minden

Der Anführer: Marian Michalczik hat bei GWD Minden eine zentrale Rolle übernommen

Marcus Riechmann

Ausgelassen feiert das Mindener Team am Donnerstag den ersten Heimsieg der Saison. Im Mittelpunkt des Jubelkreises reckt Marian Michalczik die linke Faust in die Höhe. Der Teamkapitän ist zur tragenden Figur der Mannschaft erwachsen. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Ausgelassen feiert das Mindener Team am Donnerstag den ersten Heimsieg der Saison. Im Mittelpunkt des Jubelkreises reckt Marian Michalczik die linke Faust in die Höhe. Der Teamkapitän ist zur tragenden Figur der Mannschaft erwachsen. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden (mt). Auf die Frage nach Marian Michalczik sagt Frank Carstens erstmal nichts. Stattdessen zeigt der Trainer des Handball-Bundesligisten GWD Minden ein breites Grinsen. „Marian hat jetzt einige sehr gute Spiele gemacht“, meint Carstens dann mit der üblichen Zurückhaltung, um dann doch etwas deutlicher zu werden: „Seine Bedeutung für unser Spiel ist enorm.“

Der Wahrheitsgehalt dieser Einschätzung offenbarte sich auch am Donnerstagabend im Heimspiel gegen die Eulen Ludwigshafen. Sieben Treffer erzielte Michalczik beim 29:23-Sieg der Mindener. Doch nicht nur seine Tore zeichneten den 22-Jährigen aus. Der Mannschaftskapitän nahm in schwierigen Situation die Verantwortung an und übernahm die Führungsrolle. „Er hat dem Team den Rücken gestärkt und uns durch schwierige Phasen getragen“, bewertete Coach Carstens die Rolle seines Kapitäns.

Besonders deutlich wurde das in den Minuten vor der Halbzeitpause, als Minden nach einer 9:7-Führung mit 9:12 in Rückstand geraten war. Michalczik krempelte die Ärmel hoch. Mit einem wuchtigen Rückraumwurf erzielte er das 10:12, er bediente seinen Kreisläufer Lucas Meister mit einem feinen Pass dem das 11:12 folgte. Danach traf Michalczik mit dem nächsten Sprungwurf zum 12:12. Auch in der Abwehr gab er Gas und erzwang mit mächtigem Einsatz gleich drei Ballverluste der Gäste. Das alles war auch Eulen-Regisseur Dominik Mappes nicht entgangen: „Michalczik bringt Minden zum Unentschieden ran. Da waren wir viel zu passiv gegen ihn.“

„Man merkt heute mehr als früher, wenn eine Drucksituation entsteht“, beschreibt Michalczik einen Reifeprozess. Dann gelte es, Ansagen zu machen und dafür zu sorgen, dass die Mannschaft dem Matchplan vertraut. Und man muss vorangehen, auch mit Toren – „obwohl ich mich nicht als Feuerwehrmann verstehe.“

Michalczik, der 2014 als Jugendspieler aus Ahlen zu GWD wechselte und bereits 2015 in den Profikader aufrückte, ist trotz seiner erst 22 Jahre einer der dienstältesten Männer im Team. Lediglich Christoffer Rambo der im November 2013 nach Minden kam ist länger dabei. Beide haben sich bis 2021 an GWD gebunden.

Jedes Jahr machte das einstige Toptalent einen Schritt nach vorn. In diesem Jahr hat der Nationalspieler erneut eine Entwicklungsstufe erklommen. „Es hat sich einiges geändert“, sagt Michalczik. Mit dem Abschied von Dalibor Doder sei Raum entstanden. „Mir wurde Verantwortung übertragen und ich wollte sie auch übernehmen“, sagt er und benennt eine weitere Veränderung: „Ich spiele mehr auf Rückraum-Mitte.“ Der Verletzungssituation im Team ist auch ein umfangreicherer Arbeitseinsatz in der Abwehr geschuldet. „Wir mussten die Situation annehmen“, meint er, „das ist gut gelaufen, aber es ist gut, wenn wir bald wieder komplett sind.“

Die Lage im GWD-Lazarett bessert sich. Am Donnerstag saß Aliaksandr Padshyvalau nach seiner langwierigen Fußverletzung zumindest schon wieder auf der Bank, Magnus Gullerud wirkte punktuell wieder mit. „Mein Fuß ist gut genug, um zu spielen und um ein bisschen zu helfen. Aber ich bin noch nicht bei 100 Prozent“, meinte der Kreisläufer, der sich Anfang August an einem nicht verschlossenen Deckel im Hallenboden eine Fraktur zugezogen hatte.

Nach fünf Spielen in 19 Tagen kommen dem ausgezehrten Team zwei trainingsfreie Tage und ein entspannterer Spielplan entgegen. Am Donnerstag, 19. September, tritt GWD bei Frisch Auf Göppingen an. Sonntag, 29. September steigt dann in der Kampa-Halle das OWL-Derby gegen den TBV Lemgo.

Der Autor ist erreichbar unter(05 71) 882-159 oder unter Marcus.Riechmann@MT.de

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MindenDer Anführer: Marian Michalczik hat bei GWD Minden eine zentrale Rolle übernommenMarcus RiechmannMinden (mt). Auf die Frage nach Marian Michalczik sagt Frank Carstens erstmal nichts. Stattdessen zeigt der Trainer des Handball-Bundesligisten GWD Minden ein breites Grinsen. „Marian hat jetzt einige sehr gute Spiele gemacht“, meint Carstens dann mit der üblichen Zurückhaltung, um dann doch etwas deutlicher zu werden: „Seine Bedeutung für unser Spiel ist enorm.“ Der Wahrheitsgehalt dieser Einschätzung offenbarte sich auch am Donnerstagabend im Heimspiel gegen die Eulen Ludwigshafen. Sieben Treffer erzielte Michalczik beim 29:23-Sieg der Mindener. Doch nicht nur seine Tore zeichneten den 22-Jährigen aus. Der Mannschaftskapitän nahm in schwierigen Situation die Verantwortung an und übernahm die Führungsrolle. „Er hat dem Team den Rücken gestärkt und uns durch schwierige Phasen getragen“, bewertete Coach Carstens die Rolle seines Kapitäns. Besonders deutlich wurde das in den Minuten vor der Halbzeitpause, als Minden nach einer 9:7-Führung mit 9:12 in Rückstand geraten war. Michalczik krempelte die Ärmel hoch. Mit einem wuchtigen Rückraumwurf erzielte er das 10:12, er bediente seinen Kreisläufer Lucas Meister mit einem feinen Pass dem das 11:12 folgte. Danach traf Michalczik mit dem nächsten Sprungwurf zum 12:12. Auch in der Abwehr gab er Gas und erzwang mit mächtigem Einsatz gleich drei Ballverluste der Gäste. Das alles war auch Eulen-Regisseur Dominik Mappes nicht entgangen: „Michalczik bringt Minden zum Unentschieden ran. Da waren wir viel zu passiv gegen ihn.“ „Man merkt heute mehr als früher, wenn eine Drucksituation entsteht“, beschreibt Michalczik einen Reifeprozess. Dann gelte es, Ansagen zu machen und dafür zu sorgen, dass die Mannschaft dem Matchplan vertraut. Und man muss vorangehen, auch mit Toren – „obwohl ich mich nicht als Feuerwehrmann verstehe.“ Michalczik, der 2014 als Jugendspieler aus Ahlen zu GWD wechselte und bereits 2015 in den Profikader aufrückte, ist trotz seiner erst 22 Jahre einer der dienstältesten Männer im Team. Lediglich Christoffer Rambo der im November 2013 nach Minden kam ist länger dabei. Beide haben sich bis 2021 an GWD gebunden. Jedes Jahr machte das einstige Toptalent einen Schritt nach vorn. In diesem Jahr hat der Nationalspieler erneut eine Entwicklungsstufe erklommen. „Es hat sich einiges geändert“, sagt Michalczik. Mit dem Abschied von Dalibor Doder sei Raum entstanden. „Mir wurde Verantwortung übertragen und ich wollte sie auch übernehmen“, sagt er und benennt eine weitere Veränderung: „Ich spiele mehr auf Rückraum-Mitte.“ Der Verletzungssituation im Team ist auch ein umfangreicherer Arbeitseinsatz in der Abwehr geschuldet. „Wir mussten die Situation annehmen“, meint er, „das ist gut gelaufen, aber es ist gut, wenn wir bald wieder komplett sind.“ Die Lage im GWD-Lazarett bessert sich. Am Donnerstag saß Aliaksandr Padshyvalau nach seiner langwierigen Fußverletzung zumindest schon wieder auf der Bank, Magnus Gullerud wirkte punktuell wieder mit. „Mein Fuß ist gut genug, um zu spielen und um ein bisschen zu helfen. Aber ich bin noch nicht bei 100 Prozent“, meinte der Kreisläufer, der sich Anfang August an einem nicht verschlossenen Deckel im Hallenboden eine Fraktur zugezogen hatte. Nach fünf Spielen in 19 Tagen kommen dem ausgezehrten Team zwei trainingsfreie Tage und ein entspannterer Spielplan entgegen. Am Donnerstag, 19. September, tritt GWD bei Frisch Auf Göppingen an. Sonntag, 29. September steigt dann in der Kampa-Halle das OWL-Derby gegen den TBV Lemgo. Der Autor ist erreichbar unter(05 71) 882-159 oder unter Marcus.Riechmann@MT.de