Minden

Party vor der Zwangsräumung: GWD feiert den ersten Heimsieg der Saison

Marcus Riechmann

Lucas Meister ballt die Faust. Vier Treffer steuerte der starke GWD-Kreisläufer zum Sieg bei. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Lucas Meister ballt die Faust. Vier Treffer steuerte der starke GWD-Kreisläufer zum Sieg bei. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden (mt). Bevor sie ihre Heimspielstätte vielleicht schon im November zwangsräumen müssen, haben es die Handballer von GWD Minden noch einmal krachen lassen. Der Handball-Bundesligist trotzte gestern Abend allen Problemen, zeigte eine prächtige Leistung und feierte mit 29:23 (13:13) gegen die Eulen Ludwigshafen den ersten Heimsieg der Saison. „Das war enorm wichtig, jetzt stehen wir mit 5:5 Punkten da. Das ist genau das, was wir wollten“, sagte Torwart Malte Semisch, der mit zahlreichen Paraden ein wichtiger Rückhalt war.

Im Jubelkreis feierten die Männer in Grün das erwünschte Ende einer Energieleistung. „Wir haben anstrengende Tage und Wochen hinter uns gebracht. Dahinter können wir einen Punkt machen“, atmete Trainer Frank Carstens tief durch. Großes Lob fand er für die Mentalität seiner Spieler: „Die kämpfen sich rein und ziehen das durch.“ Besondere Freude bereitete ihm, wie sich auch die zahlreichen angeschlagenen Profis einbrachten und genau die punktuelle Hilfe leisteten, die Carstens erhofft hatte. Christoffer Rambo war die Behinderung durch seine Knieverletzung anzumerken, doch vier Treffer steuerte der Norweger bei. Magnus Gullerud entlastete in der Abwehr und zuweilen sogar im Angriff den starken Lukas Meister. Sogar sein erstes Saisontor zum 26:20 von Linksaußen gelang dem Kreisläufer. Auch Savvas Savvas leistete wertvolle Defensivarbeit und vollstreckte die Siebenmeter sicher.

Vierter wichtiger Helfer war Kevin Gulliksen: Der Rechtsaußen löste den glücklosen Max Staar in der zweiten Halbzeit ab und brachte mit fünf Toren das Team auf Siegkurs. „Wir haben wieder viel Hilfe von der Bank bekommen“, meinte Carstens zufrieden: „Jeder sollte seinen Beitrag leisten und jeder hat ihn geleistet.“Selbst Torhüter Leon Grabenstein, Ersatzmann für den verletzten Espen Christensen, gelang eine Punktlandung: Beim 22:17 zum Siebenmeter eingewechselt wehrte er den Wurf von Pascal Durak ab.

Zuvor hatte der beste Mann des Tages sein siebtes Tor erzielt: Marian Michalczik ging gestern als Kapitän voran. Sein Team folgte ihm. Als GWD in Halbzeit eins unter Druck geriet und aus der 9:7-Führung (20.) binnen fünf Minuten ein 9:12-Rückstand wurde, krempelte Michalczik die Ärmel hoch. Mit zwei wuchtigen Rückraumtreffern, einem genialen Anspiel zu Kreisläufer Lucas Meister und einem geradezu furioser Einsatz in der Abwehr führte der 22-jährige Chef sein Team zum 12:12 und zurück in die Spur.

Mit einem Blitzstart in Halbzeit zwei ebnete Minden dann den Weg: Mit drei Toren in 90 Sekunden ging GWD 16:13 in Führung und kaufte mit einer auch ohne den gesperrten Miljan Pusica prächtig funktionierenden Abwehrarbeit den immer unsicherer werdenden Gästen den Schneid ab. Über 20:15, 23:18, 25:19 und 27:21 ging es dem Sieg entgegen. „Absolut verdient“, zog Gästecoach Benjamin Matschke den Hut vor dem Siegerteam und meinte anerkennend zu seinem Kollegen Carstens: „Ihr seid auf einem guten Weg.“

Männer, Bundesliga

GWD Minden - Die Eulen Ludwigshafen 29:23 (13:13)

GWD Minden: Semisch, Grabenstein - Michalczik 7, Gulliksen 5, Meister 4, Rambo 4, Korte 3, Savvas 2/2, Gullerud 1, Knorr 1, Reißky 1, Staar 1, Richtzenhain, Ritterbach, Padshyvalau, Strakeljahn.

Tore für Ludwigshafen: Hofmann 4, Mappes 4, Durak 3/2, Haider 3, Jer. Müller 3, Neuhaus 3, Stüber 2, Remmlinger 1

Zuschauer: 2084. - Strafminuten: 4 / 6.

Stimmen zum Spiel

Frank Carstens (GWD-Trainer): „Wenn Ben Matschke heute mit seinem Angriff nicht zufrieden ist und es Stuttgarts Trainer Jürgen Schweikardt Sonntag auch nicht war, dann hat das vielleicht auch etwas mit unserer Abwehr zu tun. Dank an die Fans für die fantastische Unterstützung heute.“

Benjamin Matschke (Eulen-Trainer): „Mich ärgern unsere 16 technischen Fehler und die Fehlwürfe. Wir haben nicht den Fokus gehabt wie in den letzten Spielen.“

Frank von Behren (GWD-Sportgeschäftsführer): „Es freut mich, dass wir uns so reinkämpfen und das durchziehen und gewinnen. Das ist ein super Signal. Wenn man sieht, wie die Jungs hinterher zusammenkommen, dann merkt man einen Teamspirit, der besonders ist“.

Miljan Pusica (gesperrter GWD-Spieler): „Das war ein Super-Spiel. Ich bin stolz auf mein Team. Vielleicht haben sie auch für mich gespielt, aber darauf kam es nicht an. Hauptsache zwei Punkte.“

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MindenParty vor der Zwangsräumung: GWD feiert den ersten Heimsieg der SaisonMarcus RiechmannMinden (mt). Bevor sie ihre Heimspielstätte vielleicht schon im November zwangsräumen müssen, haben es die Handballer von GWD Minden noch einmal krachen lassen. Der Handball-Bundesligist trotzte gestern Abend allen Problemen, zeigte eine prächtige Leistung und feierte mit 29:23 (13:13) gegen die Eulen Ludwigshafen den ersten Heimsieg der Saison. „Das war enorm wichtig, jetzt stehen wir mit 5:5 Punkten da. Das ist genau das, was wir wollten“, sagte Torwart Malte Semisch, der mit zahlreichen Paraden ein wichtiger Rückhalt war. Im Jubelkreis feierten die Männer in Grün das erwünschte Ende einer Energieleistung. „Wir haben anstrengende Tage und Wochen hinter uns gebracht. Dahinter können wir einen Punkt machen“, atmete Trainer Frank Carstens tief durch. Großes Lob fand er für die Mentalität seiner Spieler: „Die kämpfen sich rein und ziehen das durch.“ Besondere Freude bereitete ihm, wie sich auch die zahlreichen angeschlagenen Profis einbrachten und genau die punktuelle Hilfe leisteten, die Carstens erhofft hatte. Christoffer Rambo war die Behinderung durch seine Knieverletzung anzumerken, doch vier Treffer steuerte der Norweger bei. Magnus Gullerud entlastete in der Abwehr und zuweilen sogar im Angriff den starken Lukas Meister. Sogar sein erstes Saisontor zum 26:20 von Linksaußen gelang dem Kreisläufer. Auch Savvas Savvas leistete wertvolle Defensivarbeit und vollstreckte die Siebenmeter sicher. Vierter wichtiger Helfer war Kevin Gulliksen: Der Rechtsaußen löste den glücklosen Max Staar in der zweiten Halbzeit ab und brachte mit fünf Toren das Team auf Siegkurs. „Wir haben wieder viel Hilfe von der Bank bekommen“, meinte Carstens zufrieden: „Jeder sollte seinen Beitrag leisten und jeder hat ihn geleistet.“Selbst Torhüter Leon Grabenstein, Ersatzmann für den verletzten Espen Christensen, gelang eine Punktlandung: Beim 22:17 zum Siebenmeter eingewechselt wehrte er den Wurf von Pascal Durak ab. Zuvor hatte der beste Mann des Tages sein siebtes Tor erzielt: Marian Michalczik ging gestern als Kapitän voran. Sein Team folgte ihm. Als GWD in Halbzeit eins unter Druck geriet und aus der 9:7-Führung (20.) binnen fünf Minuten ein 9:12-Rückstand wurde, krempelte Michalczik die Ärmel hoch. Mit zwei wuchtigen Rückraumtreffern, einem genialen Anspiel zu Kreisläufer Lucas Meister und einem geradezu furioser Einsatz in der Abwehr führte der 22-jährige Chef sein Team zum 12:12 und zurück in die Spur. Mit einem Blitzstart in Halbzeit zwei ebnete Minden dann den Weg: Mit drei Toren in 90 Sekunden ging GWD 16:13 in Führung und kaufte mit einer auch ohne den gesperrten Miljan Pusica prächtig funktionierenden Abwehrarbeit den immer unsicherer werdenden Gästen den Schneid ab. Über 20:15, 23:18, 25:19 und 27:21 ging es dem Sieg entgegen. „Absolut verdient“, zog Gästecoach Benjamin Matschke den Hut vor dem Siegerteam und meinte anerkennend zu seinem Kollegen Carstens: „Ihr seid auf einem guten Weg.“ Männer, Bundesliga GWD Minden - Die Eulen Ludwigshafen 29:23 (13:13) GWD Minden: Semisch, Grabenstein - Michalczik 7, Gulliksen 5, Meister 4, Rambo 4, Korte 3, Savvas 2/2, Gullerud 1, Knorr 1, Reißky 1, Staar 1, Richtzenhain, Ritterbach, Padshyvalau, Strakeljahn. Tore für Ludwigshafen: Hofmann 4, Mappes 4, Durak 3/2, Haider 3, Jer. Müller 3, Neuhaus 3, Stüber 2, Remmlinger 1 Zuschauer: 2084. - Strafminuten: 4 / 6. Stimmen zum Spiel Frank Carstens (GWD-Trainer): „Wenn Ben Matschke heute mit seinem Angriff nicht zufrieden ist und es Stuttgarts Trainer Jürgen Schweikardt Sonntag auch nicht war, dann hat das vielleicht auch etwas mit unserer Abwehr zu tun. Dank an die Fans für die fantastische Unterstützung heute.“ Benjamin Matschke (Eulen-Trainer): „Mich ärgern unsere 16 technischen Fehler und die Fehlwürfe. Wir haben nicht den Fokus gehabt wie in den letzten Spielen.“ Frank von Behren (GWD-Sportgeschäftsführer): „Es freut mich, dass wir uns so reinkämpfen und das durchziehen und gewinnen. Das ist ein super Signal. Wenn man sieht, wie die Jungs hinterher zusammenkommen, dann merkt man einen Teamspirit, der besonders ist“. Miljan Pusica (gesperrter GWD-Spieler): „Das war ein Super-Spiel. Ich bin stolz auf mein Team. Vielleicht haben sie auch für mich gespielt, aber darauf kam es nicht an. Hauptsache zwei Punkte.“