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Neues Brandschutz-Gutachten: Mindener Kampa-Halle steht vor der baldigen Schließung

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Der Eingang zur Kampa-Halle könnte bald versperrt sein. Ein neues Gutachten sorgt für Handlungsdruck bei den Brandschutzmaßnahmen. - © Lehn,Alexander
Der Eingang zur Kampa-Halle könnte bald versperrt sein. Ein neues Gutachten sorgt für Handlungsdruck bei den Brandschutzmaßnahmen. (© Lehn,Alexander)

Minden (mt). Am heutigen Donnerstagabend trägt Handball-Bundesligist GWD Minden in der Kampa-Halle sein Heimspiel gegen die Eulen Ludwigshafen aus. Mehr als 2.000 Zuschauer werden erwartet. Doch mit Handball der Spitzenklasse könnte bald Schluss sein: Die Schließung der Mindener Kampa-Halle steht offenbar unmittelbar bevor.

Ein neues von der Kreisverwaltung beauftragtes Brandschutz-Gutachten soll MT-Informationen zufolge die Schließung und eine umfassende Sanierung empfehlen. Mit zwölf bis 15 Millionen Euro übersteigt das im Raum stehende neue Umbaukonzept den einst ermittelten Rahmen von sechs bis sieben Millionen Euro deutlich, auch die Dauer der Maßnahme soll allein wegen der umfangreichen europaweiten Ausschreibungen weit über dem bisher veranschlagten halben Jahr liegen.

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Die Kreisverwaltung um Landrat Ralf Niermann habe bereits den Ältestenrat, die Spitze der Stadt Minden um Bürgermeister Michael Jäcke und den heimischen Handball-Bundesligisten GWD Minden informiert, heißt es aus verschiedenen Quellen. Demnach soll spätestens am 1. November die Halle komplett gesperrt werden. Alle für November oder später angesetzten Veranstaltungen sowie die Heimspiele des Handball-Bundesligisten GWD Minden würden nicht mehr in der Kampa-Halle stattfinden können. Eine Bestätigung dieses Sachverhaltes gab es trotz Nachfrage bislang weder von der Kreisverwaltung noch von der Verwaltung der Stadt Minden.

Für den Bundesliga-Handball in Minden wäre die sofortige Schließung ein schwerer Schlag. Denn für die weiteren Heimspiele der Saison müsste sich der Klub eine neue Spielstätte suchen. Bisher war der Plan auf der Grundlage eines TÜV-Gutachtens zum Brandschutz ein anderer: Im Mai 2020 sollte die „kleine" Sanierung der Kampa-Halle beginnen. GWD sollte dann für ein halbes Jahr die Bundesliga-Heimspiele in einer anderen Halle – wohl in der Kreissporthalle in Lübbecke – austragen, um dann im Februar 2021 wieder in die heimische Arena zurückzukehren. Die aktuelle Situation malt ein dramatischeres Bild: Erstens: Kurzfristig muss eine Alternativ-Lösung gefunden werden. Zweitens: Ein bis zwei Jahre wird GWD nicht mehr in Minden spielen. Faktisch das Aus für den Standort.

Die Fraktionen der heimischen Parteien beraten seit Montag intensiv über die neue Entwicklung. Anfang Oktober soll im Kreistag über den weiteren Fortgang gesprochen und möglichst das weitere Fortgehen beschlossen werden. Eine Erkenntnis aus dem Gutachten soll lauten: Der aktuelle Überbrückungszustand darf nicht weitergehen, auch weil die Risiken der Haftung steigen. Die rechtliche Bewertung im Kreishaus soll lauten: Nur, wenn ein Sanierungsplan aufgestellt und terminiert wird, darf die Halle mit temporären Maßnahmen wie Brandschutzwachen und reduzierter Kapazität weiter genutzt werden.

Das Gutachten selbst ist noch geheim. Es soll nur Landrat Niermann und Vertrauten im Kreishaus vorliegen. Der Politik wurden lediglich Auszüge bekanntgemacht. Eine Gefahr für Leib und Leben der Zuschauer besteht aber offenbar nicht, schließlich werden bis auf weiteres Veranstaltungen in der Kampa-Halle stattfinden – so wie heute Abend auch.

Nun muss entschieden werden: Soll die umfassende Sanierung auf den Weg gebracht werden? Das hätte ohne Zweifel große Folgen für das Projekt einer Multifunktionsarena auf dem rechten Weserufer. Denn die kolportierten Sanierungskosten der Kampa-Halle von bis zu 15 Millionen Euro würden dafür sorgen, dass der Kreis keine weiteren Mittel für die Errichtung der Multihalle am Bahnhof bereitstellen könnte.

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MindenNeues Brandschutz-Gutachten: Mindener Kampa-Halle steht vor der baldigen SchließungMinden (mt). Am heutigen Donnerstagabend trägt Handball-Bundesligist GWD Minden in der Kampa-Halle sein Heimspiel gegen die Eulen Ludwigshafen aus. Mehr als 2.000 Zuschauer werden erwartet. Doch mit Handball der Spitzenklasse könnte bald Schluss sein: Die Schließung der Mindener Kampa-Halle steht offenbar unmittelbar bevor. Ein neues von der Kreisverwaltung beauftragtes Brandschutz-Gutachten soll MT-Informationen zufolge die Schließung und eine umfassende Sanierung empfehlen. Mit zwölf bis 15 Millionen Euro übersteigt das im Raum stehende neue Umbaukonzept den einst ermittelten Rahmen von sechs bis sieben Millionen Euro deutlich, auch die Dauer der Maßnahme soll allein wegen der umfangreichen europaweiten Ausschreibungen weit über dem bisher veranschlagten halben Jahr liegen. Die Kreisverwaltung um Landrat Ralf Niermann habe bereits den Ältestenrat, die Spitze der Stadt Minden um Bürgermeister Michael Jäcke und den heimischen Handball-Bundesligisten GWD Minden informiert, heißt es aus verschiedenen Quellen. Demnach soll spätestens am 1. November die Halle komplett gesperrt werden. Alle für November oder später angesetzten Veranstaltungen sowie die Heimspiele des Handball-Bundesligisten GWD Minden würden nicht mehr in der Kampa-Halle stattfinden können. Eine Bestätigung dieses Sachverhaltes gab es trotz Nachfrage bislang weder von der Kreisverwaltung noch von der Verwaltung der Stadt Minden. Für den Bundesliga-Handball in Minden wäre die sofortige Schließung ein schwerer Schlag. Denn für die weiteren Heimspiele der Saison müsste sich der Klub eine neue Spielstätte suchen. Bisher war der Plan auf der Grundlage eines TÜV-Gutachtens zum Brandschutz ein anderer: Im Mai 2020 sollte die „kleine" Sanierung der Kampa-Halle beginnen. GWD sollte dann für ein halbes Jahr die Bundesliga-Heimspiele in einer anderen Halle – wohl in der Kreissporthalle in Lübbecke – austragen, um dann im Februar 2021 wieder in die heimische Arena zurückzukehren. Die aktuelle Situation malt ein dramatischeres Bild: Erstens: Kurzfristig muss eine Alternativ-Lösung gefunden werden. Zweitens: Ein bis zwei Jahre wird GWD nicht mehr in Minden spielen. Faktisch das Aus für den Standort. Die Fraktionen der heimischen Parteien beraten seit Montag intensiv über die neue Entwicklung. Anfang Oktober soll im Kreistag über den weiteren Fortgang gesprochen und möglichst das weitere Fortgehen beschlossen werden. Eine Erkenntnis aus dem Gutachten soll lauten: Der aktuelle Überbrückungszustand darf nicht weitergehen, auch weil die Risiken der Haftung steigen. Die rechtliche Bewertung im Kreishaus soll lauten: Nur, wenn ein Sanierungsplan aufgestellt und terminiert wird, darf die Halle mit temporären Maßnahmen wie Brandschutzwachen und reduzierter Kapazität weiter genutzt werden. Das Gutachten selbst ist noch geheim. Es soll nur Landrat Niermann und Vertrauten im Kreishaus vorliegen. Der Politik wurden lediglich Auszüge bekanntgemacht. Eine Gefahr für Leib und Leben der Zuschauer besteht aber offenbar nicht, schließlich werden bis auf weiteres Veranstaltungen in der Kampa-Halle stattfinden – so wie heute Abend auch. Nun muss entschieden werden: Soll die umfassende Sanierung auf den Weg gebracht werden? Das hätte ohne Zweifel große Folgen für das Projekt einer Multifunktionsarena auf dem rechten Weserufer. Denn die kolportierten Sanierungskosten der Kampa-Halle von bis zu 15 Millionen Euro würden dafür sorgen, dass der Kreis keine weiteren Mittel für die Errichtung der Multihalle am Bahnhof bereitstellen könnte.