Minden/Ludwigshafen

Eulen-Mittelmann Dominik Mappes: „In Minden habe ich noch nie gewonnen“

Stefan Rüter

Mittelmann Dominik Mappes fühlt sich wohl bei den Eulen Ludwigshafen. Foto: Harry Reis/pr - © 2019 Harry Reis
Mittelmann Dominik Mappes fühlt sich wohl bei den Eulen Ludwigshafen. Foto: Harry Reis/pr (© 2019 Harry Reis)

Minden/Ludwigshafen (sru). Vor zwei Jahren kam Dominik Mappes als Nobody in die Handball-Bundesliga. Beim krassen Außenseiter TV Hüttenberg avancierte er mit 132 Toren zum Top-Spieler. Den Abstieg des Teams konnte der Mittelmann zwar nicht verhindern, aber Mappes selbst blieb dank seiner starken Leistungen in der Bundesliga.

Der Wechsel nach Erlangen sollte der nächste Karriereschritt sein und wurde zum Missverständnis. Nach nur einem Jahr kam es zur Trennung. Sein neues Kapitel heißt Eulen Ludwigshafen, und die ersten zwei Monate deuten darauf hin, dass es hier passen könnte. „Ich fühle mich sehr wohl und spüre ein großes Vertrauen. Außerdem freue ich mich, dass wir unsere ersten Punkte geholt haben“, sagt der 24-Jährige. Beim 34:27-Sieg der Eulen gegen Leipzig ist der Knoten geplatzt. Das Projekt Klassenerhalt kommt in Schwung.

Den haben die Eulen in den vergangenen beiden Saisons jeweils erst am letzten Spieltag perfekt gemacht. „Diese Euphorie spürt man noch immer. Hier gibt jeder bis zur letzten Sekunde alles“, erklärt Mappes. Der Spielmacher genießt die familiäre Atmosphäre im Verein. So kennt er es auch aus Hüttenberg, wo er sich mit dem Weg von den Minis bis in die Bundesliga einen Kindheitstraum erfüllte. „Ich schaue noch immer, wie die Mannschaft spielt und drücke die Daumen“, sagt er.

Mappes selbst will erst einmal wieder richtig in der Bundesliga ankommen. In Erlangen hatte es einfach nicht gepasst. Der 24-Jährige bezeichnet das Jahr rückblickend als „lehrreich“ und erklärt: „Ein paar Dinge sind nicht so schön gelaufen. Aber es war eine wichtige Erfahrung, auch mal die andere Seite des Profisports kennenzulernen.“

Sein Blick geht aber längst wieder nach vorne. Mit seiner coolen und abgeklärten Art will Dominik Mappes in Ludwigshafen Regie führen. Seine Schlagwürfe sind gefürchtet, gleichzeitig hat er eine große Übersicht auf dem Spielfeld. „Ich bin eher ein Kopf- als ein Krafthandballer“, sagt Mappes.

Der Spielmacher ist übrigens ziemlich sportverrückt. Im Sommer steht er oft auf dem Tennisplatz, jeden Samstag schaut er die Fußball-Bundesliga. Die Bayern sind sein Team, außerdem ist er in einer Manager-Liga aktiv und kennt wohl jeden Bundesligaspieler. „Über die Jahre entwickelt man eine gewisse Fachkenntnis. Meine Freundin schimpft schon, wenn ich mit dem Handy dauernd auf Sport-Apps unterwegs bin.“

Bastian Schweinsteiger war immer sein Held – wegen seiner Mentalität und dem Kampfgeist. Damit würde „Schweini“ auch gut zu den Eulen passen. Die wollen in Minden die nächsten zwei Punkte einsammeln. Wenn man den Mittelmann fragt, was er mit GWD verbindet, sagt er sofort: „Da habe ich noch nie gewonnen.“

Mappes findet Minden richtig sympathisch, lobt die Spielerpolitik mit der Mischung aus Erfahrung und jungen deutschen Talenten. „Dieser Verein gehört einfach in die 1. Liga. GWD ist gegen uns natürlich Favorit“, sagt Mappes und schiebt kämpferisch hinterher: „Aber wir kommen, um zu gewinnen.“

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Minden/LudwigshafenEulen-Mittelmann Dominik Mappes: „In Minden habe ich noch nie gewonnen“Stefan RüterMinden/Ludwigshafen (sru). Vor zwei Jahren kam Dominik Mappes als Nobody in die Handball-Bundesliga. Beim krassen Außenseiter TV Hüttenberg avancierte er mit 132 Toren zum Top-Spieler. Den Abstieg des Teams konnte der Mittelmann zwar nicht verhindern, aber Mappes selbst blieb dank seiner starken Leistungen in der Bundesliga. Der Wechsel nach Erlangen sollte der nächste Karriereschritt sein und wurde zum Missverständnis. Nach nur einem Jahr kam es zur Trennung. Sein neues Kapitel heißt Eulen Ludwigshafen, und die ersten zwei Monate deuten darauf hin, dass es hier passen könnte. „Ich fühle mich sehr wohl und spüre ein großes Vertrauen. Außerdem freue ich mich, dass wir unsere ersten Punkte geholt haben“, sagt der 24-Jährige. Beim 34:27-Sieg der Eulen gegen Leipzig ist der Knoten geplatzt. Das Projekt Klassenerhalt kommt in Schwung. Den haben die Eulen in den vergangenen beiden Saisons jeweils erst am letzten Spieltag perfekt gemacht. „Diese Euphorie spürt man noch immer. Hier gibt jeder bis zur letzten Sekunde alles“, erklärt Mappes. Der Spielmacher genießt die familiäre Atmosphäre im Verein. So kennt er es auch aus Hüttenberg, wo er sich mit dem Weg von den Minis bis in die Bundesliga einen Kindheitstraum erfüllte. „Ich schaue noch immer, wie die Mannschaft spielt und drücke die Daumen“, sagt er. Mappes selbst will erst einmal wieder richtig in der Bundesliga ankommen. In Erlangen hatte es einfach nicht gepasst. Der 24-Jährige bezeichnet das Jahr rückblickend als „lehrreich“ und erklärt: „Ein paar Dinge sind nicht so schön gelaufen. Aber es war eine wichtige Erfahrung, auch mal die andere Seite des Profisports kennenzulernen.“ Sein Blick geht aber längst wieder nach vorne. Mit seiner coolen und abgeklärten Art will Dominik Mappes in Ludwigshafen Regie führen. Seine Schlagwürfe sind gefürchtet, gleichzeitig hat er eine große Übersicht auf dem Spielfeld. „Ich bin eher ein Kopf- als ein Krafthandballer“, sagt Mappes. Der Spielmacher ist übrigens ziemlich sportverrückt. Im Sommer steht er oft auf dem Tennisplatz, jeden Samstag schaut er die Fußball-Bundesliga. Die Bayern sind sein Team, außerdem ist er in einer Manager-Liga aktiv und kennt wohl jeden Bundesligaspieler. „Über die Jahre entwickelt man eine gewisse Fachkenntnis. Meine Freundin schimpft schon, wenn ich mit dem Handy dauernd auf Sport-Apps unterwegs bin.“ Bastian Schweinsteiger war immer sein Held – wegen seiner Mentalität und dem Kampfgeist. Damit würde „Schweini“ auch gut zu den Eulen passen. Die wollen in Minden die nächsten zwei Punkte einsammeln. Wenn man den Mittelmann fragt, was er mit GWD verbindet, sagt er sofort: „Da habe ich noch nie gewonnen.“ Mappes findet Minden richtig sympathisch, lobt die Spielerpolitik mit der Mischung aus Erfahrung und jungen deutschen Talenten. „Dieser Verein gehört einfach in die 1. Liga. GWD ist gegen uns natürlich Favorit“, sagt Mappes und schiebt kämpferisch hinterher: „Aber wir kommen, um zu gewinnen.“