Minden

GWD-Coach Frank Carstens appelliert vor dem Eulen-Heimspiel an die Zuschauer

Marcus Riechmann

GWD-Trainer Frank Carstens erwartet gegen die Eulen Ludwigshafen ein schwieriges Spiel und setzt auf die Mentalität seines Teams. Foto: Benjamin Lau/Eibner - © EIBNER/Benjamin_Lau
GWD-Trainer Frank Carstens erwartet gegen die Eulen Ludwigshafen ein schwieriges Spiel und setzt auf die Mentalität seines Teams. Foto: Benjamin Lau/Eibner (© EIBNER/Benjamin_Lau)

Minden (mt). Der Blick auf die jüngsten Ergebnisse weckt den Eindruck: Die Handball-Bundesliga spielt verrückt. Aufsteiger Balingen/Weilsteten haute die MT Melsungen mit 36:23 aus der Halle, die TSV Hannover-Burgdorf fegte beim 36:26 wie ein verfrühter Herbststurm über den TBV Lemgo Lippe hinweg. In die Liste der Überraschungen durfte sich GWD Minden mit dem allerersten Auswärtssieg in Berlin eintragen. Und auch der heutige GWD-Gegner mischt mit: Die Eulen Ludwigshafen sammelten jüngst mit einem feinen 34:27-Heimsieg gegen den SC DHfK Leipzig die ersten Punkte der Saison ein.

Der Erfolg gegen den GWD-Bezwinger aus Sachsen reiht sich ein in eine Folge guter Leistungen: Bereits gegen die Rhein-Neckar Löwen und beim THW Kiel spielte die Mannschaft von Trainer Benjamin Matschke munter auf. Das ist auch Frank Carstens nicht verborgen geblieben: „Der THW musste 100 Prozent gehen, um das Spiel zu gewinnen“, spricht der GWD-Trainer mit Respekt vom heutigen Gegner. Respekt, der sich auch aus dem jüngsten Aufeinandertreffen speist: Am letzten Spieltag der Vorsaison gewannen die Eulen 31:30 gegen GWD und schafften so das „Wunder von Ludwigshafen“ – den Klassenerhalt in wortwörtlich letzter Sekunde.

Seitdem hat sich in Ludwigshafen ein Umbruch vollzogen, der dem Mindener gleicht: Man treibt die Professionalisierung der Strukturen vor allem im Bereich Marketing und Kommunikation voran. Sportlich setzt der Verein auf junge deutsche Spieler. Einzig der neue Regisseur hat bereits Bundesligaerfahrung: Dominik Mappes von HC Erlangen kam als Ersatz für den zur HSG Wetzlar gewechselten Alexander Feld. „Er erhöht die spielerische Qualität“, sagt GWD-Coach Carstens vor dem Anpfiff heute um 19 Uhr in der Kampa-Halle über den Mittelmann.

Einer der frischen neuen Spieler ist Jannek Klein, der wie Mindens Juri Knorr ein Jahr die Ausbildung beim FC Barcelona genoss, ehe er im Sommer der Schritt in die Bundesliga wagte. „Wir stehen regelmäßig im Austausch“, sagt Juri Knorr über das gute Verhältnis zu seinem ehemaligen WG-Genossen in der katalanischen Metropole. Der Weg eint die beiden Talente, die aktuelle Situation ist unterschiedlich. Während Knorr auf die U19-WM verzichtete und nach der komplett bei GWD verbrachten Saisonvorbereitung bereits eine zentrale Rolle im Mindener Team übernommen hat, steckt Klein nach der U21-WM im Moment bei den Eulen noch in der Rolle des Ergänzungsspielers. Im rechten Rückraum der Rheinland-Pfälzer gibt Jerome Müller den Ton an. Müller sorgt gemeinsam mit den beiden Rechtsaußen Alexander Falk und Pascal Durak für das Gros der Eulen-Treffer. Als „sehr abschlussfreudig“ kennzeichnet Carstens das Eulen-Trio.

Auf Mappes, Müller und Co. muss der Mindener Trainer sein Team vorbereiten, doch angesichts der zahlreichen Ausfälle ist er in der Abwehr zur Improvisation gezwungen. Vor allem Miljan Pusica, der nach seiner Blauen Karte in Stuttgart für die heutige Partie gesperrt ist, reißt im Innenblock eine Lücke. Dort hatte sich das Duo Pusica/Lucas Meister gerade eingespielt. Nun muss Meister mit einem neuen Partner die Mitte dicht machen – und zwar möglichst ohne frühe Zeitstrafenbelastung.

Neben Meister könnte Magnus Gullerud zum Einsatz kommen, doch nach langer Verletzungspause fehlt dem Norweger die Praxis – ebenso den beiden Comeback-Kandidaten Aliaksandr Padshyvalau und Savvas Savvas. Doch sie werden wohl nur zu punktuellen Einsätzen kommen, denn ohne den frisch am Knie verletzten Christoffer Rambo fehlt es dem Team an Feuerkraft aus dem Rückraum.

Das erhöht die Anforderungen an die anderen Offensiv-Akteure gegen eine aggressive Eulen-Abwehr, die die Angreifer offensiv angeht. „Das kommt meinem Spiel entgegen“, stellt sich der zweikampfstarke Juri Knorr der Herausforderung. Das tut auch der Coach, der ungeachtet der ausgedünnten Personaldecke klar macht: „Egal in welcher Besetzung wir spielen, wir wollen gewinnen.“ Carstens setzt auf die Mentalität seines Teams. Und er appelliert vor dem schweren Spiel an die Zuschauer. „Ich wünsche mir große Unterstützung von Anfang an. Wir brauchen Minden hinter uns.“

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MindenGWD-Coach Frank Carstens appelliert vor dem Eulen-Heimspiel an die ZuschauerMarcus RiechmannMinden (mt). Der Blick auf die jüngsten Ergebnisse weckt den Eindruck: Die Handball-Bundesliga spielt verrückt. Aufsteiger Balingen/Weilsteten haute die MT Melsungen mit 36:23 aus der Halle, die TSV Hannover-Burgdorf fegte beim 36:26 wie ein verfrühter Herbststurm über den TBV Lemgo Lippe hinweg. In die Liste der Überraschungen durfte sich GWD Minden mit dem allerersten Auswärtssieg in Berlin eintragen. Und auch der heutige GWD-Gegner mischt mit: Die Eulen Ludwigshafen sammelten jüngst mit einem feinen 34:27-Heimsieg gegen den SC DHfK Leipzig die ersten Punkte der Saison ein. Der Erfolg gegen den GWD-Bezwinger aus Sachsen reiht sich ein in eine Folge guter Leistungen: Bereits gegen die Rhein-Neckar Löwen und beim THW Kiel spielte die Mannschaft von Trainer Benjamin Matschke munter auf. Das ist auch Frank Carstens nicht verborgen geblieben: „Der THW musste 100 Prozent gehen, um das Spiel zu gewinnen“, spricht der GWD-Trainer mit Respekt vom heutigen Gegner. Respekt, der sich auch aus dem jüngsten Aufeinandertreffen speist: Am letzten Spieltag der Vorsaison gewannen die Eulen 31:30 gegen GWD und schafften so das „Wunder von Ludwigshafen“ – den Klassenerhalt in wortwörtlich letzter Sekunde. Seitdem hat sich in Ludwigshafen ein Umbruch vollzogen, der dem Mindener gleicht: Man treibt die Professionalisierung der Strukturen vor allem im Bereich Marketing und Kommunikation voran. Sportlich setzt der Verein auf junge deutsche Spieler. Einzig der neue Regisseur hat bereits Bundesligaerfahrung: Dominik Mappes von HC Erlangen kam als Ersatz für den zur HSG Wetzlar gewechselten Alexander Feld. „Er erhöht die spielerische Qualität“, sagt GWD-Coach Carstens vor dem Anpfiff heute um 19 Uhr in der Kampa-Halle über den Mittelmann. Einer der frischen neuen Spieler ist Jannek Klein, der wie Mindens Juri Knorr ein Jahr die Ausbildung beim FC Barcelona genoss, ehe er im Sommer der Schritt in die Bundesliga wagte. „Wir stehen regelmäßig im Austausch“, sagt Juri Knorr über das gute Verhältnis zu seinem ehemaligen WG-Genossen in der katalanischen Metropole. Der Weg eint die beiden Talente, die aktuelle Situation ist unterschiedlich. Während Knorr auf die U19-WM verzichtete und nach der komplett bei GWD verbrachten Saisonvorbereitung bereits eine zentrale Rolle im Mindener Team übernommen hat, steckt Klein nach der U21-WM im Moment bei den Eulen noch in der Rolle des Ergänzungsspielers. Im rechten Rückraum der Rheinland-Pfälzer gibt Jerome Müller den Ton an. Müller sorgt gemeinsam mit den beiden Rechtsaußen Alexander Falk und Pascal Durak für das Gros der Eulen-Treffer. Als „sehr abschlussfreudig“ kennzeichnet Carstens das Eulen-Trio. Auf Mappes, Müller und Co. muss der Mindener Trainer sein Team vorbereiten, doch angesichts der zahlreichen Ausfälle ist er in der Abwehr zur Improvisation gezwungen. Vor allem Miljan Pusica, der nach seiner Blauen Karte in Stuttgart für die heutige Partie gesperrt ist, reißt im Innenblock eine Lücke. Dort hatte sich das Duo Pusica/Lucas Meister gerade eingespielt. Nun muss Meister mit einem neuen Partner die Mitte dicht machen – und zwar möglichst ohne frühe Zeitstrafenbelastung. Neben Meister könnte Magnus Gullerud zum Einsatz kommen, doch nach langer Verletzungspause fehlt dem Norweger die Praxis – ebenso den beiden Comeback-Kandidaten Aliaksandr Padshyvalau und Savvas Savvas. Doch sie werden wohl nur zu punktuellen Einsätzen kommen, denn ohne den frisch am Knie verletzten Christoffer Rambo fehlt es dem Team an Feuerkraft aus dem Rückraum. Das erhöht die Anforderungen an die anderen Offensiv-Akteure gegen eine aggressive Eulen-Abwehr, die die Angreifer offensiv angeht. „Das kommt meinem Spiel entgegen“, stellt sich der zweikampfstarke Juri Knorr der Herausforderung. Das tut auch der Coach, der ungeachtet der ausgedünnten Personaldecke klar macht: „Egal in welcher Besetzung wir spielen, wir wollen gewinnen.“ Carstens setzt auf die Mentalität seines Teams. Und er appelliert vor dem schweren Spiel an die Zuschauer. „Ich wünsche mir große Unterstützung von Anfang an. Wir brauchen Minden hinter uns.“