Stuttgart/Minden

GWD vergibt viele Chancen und rettet 24:24-Remis in Stuttgart

Sebastian Külbel

GWD-Kapitän Marian Michalczik vergab in Stuttgart zwei Siebenmeter. MT-Archivfoto: Külbel
GWD-Kapitän Marian Michalczik vergab in Stuttgart zwei Siebenmeter. MT-Archivfoto: Külbel

Stuttgart/Minden (mt). In einem Spiel der vergebenen Chancen verpasste GWD Minden beim TVB 1898 Stuttgart zwar den zweiten Sieg in Folge, rettete beim 24:24 (14:14) aber immerhin ein Remis in der Handball-Bundesliga.

"Wenn wir auswärts einen Punkt holen, bin ich grundsätzlich zufrieden", sagte Trainer Frank Carstens hinterher im Fernseh-Interview. Allerdings müsse sich seine Mannschaft vorwerfen lassen, ihre Chancen nicht genutzt zu haben. Das räumte auch Kapitän Marian Michalczik ein: "An der Abschlussquote müssen wir arbeiten." Stuttgarts Torwart Johannes Bitter, der mit seinen Paraden zum Mann des Spiels wurde und in der Schlussminute auch den möglichen Siegtreffer von Kevin Gulliksen vereitelte, war enttäuscht: "Jetzt stehen wir hier wieder nur mit einem Punkt, das nervt."

Bis zum 2:2 verlief die Partie ausgeglichen, dann fielen die Mindener in eine Schwäche zurück, die sie am zweiten Spieltag schon den möglichen Heimsieg gegen Leipzig gekostet hatte: Immer wieder vergab GWD im Angriff die besten Chancen und scheiterte mit zahlreichen freien Würfen an Stuttgarts Torwart Johannes Bitter. Dessen Vorderleute kamen zu einfachen Toren und somit zu einer Führung, die eigentlich ihrem Gegner zugestanden hätte.

Das fand auch dessen Trainer Frank Carstens, der beim 5:7-Rückstand in der 15. Minute eine Auszeit nahm und seinem Team sagte: "Wir haben das Ergebnis gemacht. Nehmt euch mehr Zeit im Abschluss." Diese Anweisung lief zunächst ins Leere, beim 11:7 per Gegenstoß nach einem Fehlwurf von Joscha Ritterbach lag Stuttgart sogar vier Tore vorn (21.). Dann aber wurde GWD effektiver. Vom 9:12-Rückstand legten die Gäste einen 4:0-Lauf hin, den Christoph Reißky mit der 13:12-Führung krönte (28.). Die Stuttgarter retteten aber das unterm Strich leistungsgerechte Remis in die Pause.

Aus dieser kamen die Stuttgarter wieder deutlich verbessert, obgleich sie zunächst in Unterzahl agieren mussten. Das drehte sich nach zwei schnellen Zeitstrafen gegen GWD aber schnell. Minden lag zurück, glich wieder aus und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Eine ihrer großen Schwächen warf die Grün-Weißen aber wieder zurück: Savvas Savvas und Michalczik leisteten sich zwei Fehlwürfe von der Siebenmeterlinie, brachten so Keeper Bitter wieder ins Spiel und ermöglichten dem Gegner die 20:18-Führung (44.).

GWD schlug aber erneut zurück. Gulliksen verwandelte als dritter Schütze mit viel Glück erst den zweiten von fünf Mindener Siebenmetern und traf wenig später im Gegenstoß zum 21:21-Ausgleich (49.). Weil Bitter mit seinem Paraden aber den Mindener Keeper Malte Semisch deutlich in den Schatten stellte, bekam seine Mannschaft immer wieder Oberwasser.

GWD blieb jedoch im Spiel. Juri Knorr etwa zeigte eine starke Leistung, warf einige tolle Tore und riss seine Kollegen mit, zudem behielten die Mindener die Nerven und zeigten selbst unter Druck Geniestreiche: In der 54. Minute führten Ritterbach und Gulliksen beim Tor zum 23:23 einen sehenswerten Kempa-Trick auf.

Dennoch hatten die Gastgeber das bessere Ende, weil Minden den entscheidenden Fehler machte: Marian Michalczik hatte bei seinem Abschluss in der 59. Minute viele Optionen, warf jedoch flach und viel zu mittig aufs Tor, wo Keeper Bitter mit dem Fuß parierte. Mit dem folgenden Angriff blieb der TVB in der GWD-Deckung hängen, der lange Pass zum Gegenstoß erreichte Gulliksen - und der Norweger scheiterte an Bitter.

Im Gegenzug hatte nun erneut Stuttgart die Chance zum Sieg. Robert Markotic wurde von der Mindener Deckung gestoppt, riss danach vor Frust Reißky um, und es folgte ein Tumult, in dem Miljan Pusica sich offenbar zu einer Tätlichkeit gegen den Kroaten hinreißen ließ und dafür die Rote plus die Blaue Karte sah. Der letzte Stuttgarter Wurf führte ebenfalls nicht zum Erfolg, und somit blieb es beim 24:24.

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Stuttgart/MindenGWD vergibt viele Chancen und rettet 24:24-Remis in StuttgartSebastian KülbelStuttgart/Minden (mt). In einem Spiel der vergebenen Chancen verpasste GWD Minden beim TVB 1898 Stuttgart zwar den zweiten Sieg in Folge, rettete beim 24:24 (14:14) aber immerhin ein Remis in der Handball-Bundesliga. "Wenn wir auswärts einen Punkt holen, bin ich grundsätzlich zufrieden", sagte Trainer Frank Carstens hinterher im Fernseh-Interview. Allerdings müsse sich seine Mannschaft vorwerfen lassen, ihre Chancen nicht genutzt zu haben. Das räumte auch Kapitän Marian Michalczik ein: "An der Abschlussquote müssen wir arbeiten." Stuttgarts Torwart Johannes Bitter, der mit seinen Paraden zum Mann des Spiels wurde und in der Schlussminute auch den möglichen Siegtreffer von Kevin Gulliksen vereitelte, war enttäuscht: "Jetzt stehen wir hier wieder nur mit einem Punkt, das nervt." Bis zum 2:2 verlief die Partie ausgeglichen, dann fielen die Mindener in eine Schwäche zurück, die sie am zweiten Spieltag schon den möglichen Heimsieg gegen Leipzig gekostet hatte: Immer wieder vergab GWD im Angriff die besten Chancen und scheiterte mit zahlreichen freien Würfen an Stuttgarts Torwart Johannes Bitter. Dessen Vorderleute kamen zu einfachen Toren und somit zu einer Führung, die eigentlich ihrem Gegner zugestanden hätte. Das fand auch dessen Trainer Frank Carstens, der beim 5:7-Rückstand in der 15. Minute eine Auszeit nahm und seinem Team sagte: "Wir haben das Ergebnis gemacht. Nehmt euch mehr Zeit im Abschluss." Diese Anweisung lief zunächst ins Leere, beim 11:7 per Gegenstoß nach einem Fehlwurf von Joscha Ritterbach lag Stuttgart sogar vier Tore vorn (21.). Dann aber wurde GWD effektiver. Vom 9:12-Rückstand legten die Gäste einen 4:0-Lauf hin, den Christoph Reißky mit der 13:12-Führung krönte (28.). Die Stuttgarter retteten aber das unterm Strich leistungsgerechte Remis in die Pause. Aus dieser kamen die Stuttgarter wieder deutlich verbessert, obgleich sie zunächst in Unterzahl agieren mussten. Das drehte sich nach zwei schnellen Zeitstrafen gegen GWD aber schnell. Minden lag zurück, glich wieder aus und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Eine ihrer großen Schwächen warf die Grün-Weißen aber wieder zurück: Savvas Savvas und Michalczik leisteten sich zwei Fehlwürfe von der Siebenmeterlinie, brachten so Keeper Bitter wieder ins Spiel und ermöglichten dem Gegner die 20:18-Führung (44.). GWD schlug aber erneut zurück. Gulliksen verwandelte als dritter Schütze mit viel Glück erst den zweiten von fünf Mindener Siebenmetern und traf wenig später im Gegenstoß zum 21:21-Ausgleich (49.). Weil Bitter mit seinem Paraden aber den Mindener Keeper Malte Semisch deutlich in den Schatten stellte, bekam seine Mannschaft immer wieder Oberwasser. GWD blieb jedoch im Spiel. Juri Knorr etwa zeigte eine starke Leistung, warf einige tolle Tore und riss seine Kollegen mit, zudem behielten die Mindener die Nerven und zeigten selbst unter Druck Geniestreiche: In der 54. Minute führten Ritterbach und Gulliksen beim Tor zum 23:23 einen sehenswerten Kempa-Trick auf. Dennoch hatten die Gastgeber das bessere Ende, weil Minden den entscheidenden Fehler machte: Marian Michalczik hatte bei seinem Abschluss in der 59. Minute viele Optionen, warf jedoch flach und viel zu mittig aufs Tor, wo Keeper Bitter mit dem Fuß parierte. Mit dem folgenden Angriff blieb der TVB in der GWD-Deckung hängen, der lange Pass zum Gegenstoß erreichte Gulliksen - und der Norweger scheiterte an Bitter. Im Gegenzug hatte nun erneut Stuttgart die Chance zum Sieg. Robert Markotic wurde von der Mindener Deckung gestoppt, riss danach vor Frust Reißky um, und es folgte ein Tumult, in dem Miljan Pusica sich offenbar zu einer Tätlichkeit gegen den Kroaten hinreißen ließ und dafür die Rote plus die Blaue Karte sah. Der letzte Stuttgarter Wurf führte ebenfalls nicht zum Erfolg, und somit blieb es beim 24:24.