Minden

GWD Minden mit breiter Brust: In Stuttgart ging immer was

Marcus Riechmann

Marian Michalczik genoss in Berlin Freiräume und nutzte sie: Fünf Treffer gelangen dem starken Regisseur des Mindener Spiels. In Stuttgart erwartet ihn härtere Gegenwehr. Foto: Uwe Koch/Eibner-Pressefoto - © EIBNER/Uwe Koch
Marian Michalczik genoss in Berlin Freiräume und nutzte sie: Fünf Treffer gelangen dem starken Regisseur des Mindener Spiels. In Stuttgart erwartet ihn härtere Gegenwehr. Foto: Uwe Koch/Eibner-Pressefoto (© EIBNER/Uwe Koch)

Minden (mt). Die leichte Berliner Luft ist verflogen. Die Bundesliga-Handballer von GWD Minden müssen sich nach dem 29:25-Sieg in der Hauptstadt nun auf böigen Gegenwind einstellen: Am Sonntag spielt Minden um 16 Uhr beim TVB Stuttgart und damit bei einem Gegner mit dem Frank Carstens zweierlei verbindet. Erstens: Noch nie hat der Trainer mit GWD ein Punktspiel in Stuttgart verloren. Zweitens: Beim TVB ging es immer zur Sache. „Da haben wir schon so manche Hauerei erlebt", sagt Carstens und erwartet auch am Sonntag eine robuste und körperbetonte Auseinandersetzung.

„Der Sieg in Berlin bringt uns für Stuttgart gar nichts", blickt der GWD-Coach voraus: „Das wird ein komplett anderes Spiel." Der TVB spiele eine aggressive und offensive 6:0-Abwehr. Ziel der Deckung sei es, den gegnerischen Angriff möglichst häufig zu unterbrechen und den Spielfluss zu stören. „Wir werden im Angriff nicht viel Zeit bekommen", sagt Carstens. Es komme auf schnelle Beine und geistige Frische an: „Wir brauchen eine hohe Entscheidungskompetenz", meint Carstens. Und eine hohe Konzentration beim Abschluss gegen Ausnahmetorwart Johannes Bitter.

Der Spielplan fordert GWD in diesen Tagen einiges ab. Mittwoch ging es nach Berlin, am heutigen Samstag reist die Mannschaft in die rund 500 Kilometer entfernte Landeshauptstadt Baden-Württembergs. Regeneration, Entspannung und taktische Vorbereitung standen auf dem Plan. Das Team soll sich erholen.

Nicht nur körperlich, sondern auch geistig sind die Profis gefordert. „Die mentale Situation ist sicher die höchste Hürde", sagt der Trainer. In Berlin konnte die Mannschaft in der Rolle des Außenseiters befreit aufspielen. Gegen Stuttgart und danach im Heimspiel am Donnerstag gegen die Eulen Ludwigshafen hat GWD Gegner vor der Brust, die man in der Tabelle hinter sich lassen will. „Die Spiele stehen unter einer anderen Überschrift", sagt der Trainer: „Da wollen wir was holen."

Gering sind die Hoffnungen auf eine Rückkehr der verletzten Spieler. „Vielleicht kann er spielen", sagt Frank Carstens und er sagt es dreimal: Sowohl bei Savvas Savvas (muskuläre Probleme im Oberschenkel), bei Magnus Gullerud (Beschwerden im Fuß) wie auch bei Aliaksandr Padshyvalau (ebenfalls eine Fußverletzung) könnte ein dosierter Einsatz möglich sein. Klar ist: Torhüter Espen Christensen (Schulterverletzung) fällt weiter aus.

Ein Wiedersehen gibt es in der Scharrena mit einem ehemaligen GWD-Spieler: Der TVB verpflichtete zur aktuellen Saison den 22-jährigen Rechtsaußen Tim Wieling, der nach fünf Jahren bei GWD zuletzt zwei Jahre für den TSV Bayer Dormagen stürmte und dort einer der Top-Torjäger der 2. Liga war.

Hintergrund

Der Gegner: Der TVB Stuttgart befindet sich in einer ähnlichen Situation wie GWD noch vor ein paar Tagen: Das neu formierte Team zeigte in den Auftaktspielen ansprechende Ansätze, verlor jedoch sowohl in Erlangen (24:29) als auch in Leipzig (28:31). Im Stuttgart wurde wie im Minden ein Umbruch vollzogen. Sechs neue Spieler kamen. Ein Problem für Trainer Jürgen Schweikardt: Außer Patrick Zieker (Linksaußen/TBV Lemgo) und Tim Wieling (Rechtsaußen/Bayer Dormagen) kommen vier Neue aus dem Ausland. „Sie kennen die Sprache nicht und sie kennen die Bundesliga nicht", sagte Schweikardt vor dem Saisonstart.

Die Bilanz: Seite dem Mindener Wiederaufstieg im Jahr 2016 hat GWD in Stuttgart zweimal gewonnen (31:29 und 31:30) und einmal 27:27 (Saison 2017/2018) unentschieden gespielt. Zuhause verlor GWD zweimal. Im vergangenen Herbst ließen es Christoffer Rambo und Co. jedoch krachen und fegten die Gäste mit einem 38:25-Kantersieg aus der Halle. In den letzten drei gemeinsamen Bundesliga-Jahren schloss GWD die Saison jeweils knapp vor dem TVB ab. (rich)

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MindenGWD Minden mit breiter Brust: In Stuttgart ging immer wasMarcus RiechmannMinden (mt). Die leichte Berliner Luft ist verflogen. Die Bundesliga-Handballer von GWD Minden müssen sich nach dem 29:25-Sieg in der Hauptstadt nun auf böigen Gegenwind einstellen: Am Sonntag spielt Minden um 16 Uhr beim TVB Stuttgart und damit bei einem Gegner mit dem Frank Carstens zweierlei verbindet. Erstens: Noch nie hat der Trainer mit GWD ein Punktspiel in Stuttgart verloren. Zweitens: Beim TVB ging es immer zur Sache. „Da haben wir schon so manche Hauerei erlebt", sagt Carstens und erwartet auch am Sonntag eine robuste und körperbetonte Auseinandersetzung. „Der Sieg in Berlin bringt uns für Stuttgart gar nichts", blickt der GWD-Coach voraus: „Das wird ein komplett anderes Spiel." Der TVB spiele eine aggressive und offensive 6:0-Abwehr. Ziel der Deckung sei es, den gegnerischen Angriff möglichst häufig zu unterbrechen und den Spielfluss zu stören. „Wir werden im Angriff nicht viel Zeit bekommen", sagt Carstens. Es komme auf schnelle Beine und geistige Frische an: „Wir brauchen eine hohe Entscheidungskompetenz", meint Carstens. Und eine hohe Konzentration beim Abschluss gegen Ausnahmetorwart Johannes Bitter. Der Spielplan fordert GWD in diesen Tagen einiges ab. Mittwoch ging es nach Berlin, am heutigen Samstag reist die Mannschaft in die rund 500 Kilometer entfernte Landeshauptstadt Baden-Württembergs. Regeneration, Entspannung und taktische Vorbereitung standen auf dem Plan. Das Team soll sich erholen. Nicht nur körperlich, sondern auch geistig sind die Profis gefordert. „Die mentale Situation ist sicher die höchste Hürde", sagt der Trainer. In Berlin konnte die Mannschaft in der Rolle des Außenseiters befreit aufspielen. Gegen Stuttgart und danach im Heimspiel am Donnerstag gegen die Eulen Ludwigshafen hat GWD Gegner vor der Brust, die man in der Tabelle hinter sich lassen will. „Die Spiele stehen unter einer anderen Überschrift", sagt der Trainer: „Da wollen wir was holen." Gering sind die Hoffnungen auf eine Rückkehr der verletzten Spieler. „Vielleicht kann er spielen", sagt Frank Carstens und er sagt es dreimal: Sowohl bei Savvas Savvas (muskuläre Probleme im Oberschenkel), bei Magnus Gullerud (Beschwerden im Fuß) wie auch bei Aliaksandr Padshyvalau (ebenfalls eine Fußverletzung) könnte ein dosierter Einsatz möglich sein. Klar ist: Torhüter Espen Christensen (Schulterverletzung) fällt weiter aus. Ein Wiedersehen gibt es in der Scharrena mit einem ehemaligen GWD-Spieler: Der TVB verpflichtete zur aktuellen Saison den 22-jährigen Rechtsaußen Tim Wieling, der nach fünf Jahren bei GWD zuletzt zwei Jahre für den TSV Bayer Dormagen stürmte und dort einer der Top-Torjäger der 2. Liga war. Hintergrund Der Gegner: Der TVB Stuttgart befindet sich in einer ähnlichen Situation wie GWD noch vor ein paar Tagen: Das neu formierte Team zeigte in den Auftaktspielen ansprechende Ansätze, verlor jedoch sowohl in Erlangen (24:29) als auch in Leipzig (28:31). Im Stuttgart wurde wie im Minden ein Umbruch vollzogen. Sechs neue Spieler kamen. Ein Problem für Trainer Jürgen Schweikardt: Außer Patrick Zieker (Linksaußen/TBV Lemgo) und Tim Wieling (Rechtsaußen/Bayer Dormagen) kommen vier Neue aus dem Ausland. „Sie kennen die Sprache nicht und sie kennen die Bundesliga nicht", sagte Schweikardt vor dem Saisonstart. Die Bilanz: Seite dem Mindener Wiederaufstieg im Jahr 2016 hat GWD in Stuttgart zweimal gewonnen (31:29 und 31:30) und einmal 27:27 (Saison 2017/2018) unentschieden gespielt. Zuhause verlor GWD zweimal. Im vergangenen Herbst ließen es Christoffer Rambo und Co. jedoch krachen und fegten die Gäste mit einem 38:25-Kantersieg aus der Halle. In den letzten drei gemeinsamen Bundesliga-Jahren schloss GWD die Saison jeweils knapp vor dem TVB ab. (rich)