GWD ist nach Blitzstart gegen Leipzig chancenlos und verliert 21:25

Sebastian Külbel

Leipzigs Philipp Weber kommt gegen die Mindener Abwehr zum Wurf. - © MT-Foto: Külbel
Leipzigs Philipp Weber kommt gegen die Mindener Abwehr zum Wurf. (© MT-Foto: Külbel)

Minden (mt). Zwölf Minuten spielte GWD Minden im Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig furios - und war am Ende bei der 21:25 (12:9)-Niederlage doch chancenlos. Zu deutlich wurden vor allem in der zweiten Halbzeit die Defizite des neu zusammengestellten Gastgeber-Teams.

Bis zur 45. Minute hielt GWD die Partie offen, musste sich dann aber der größeren Routine des Gegners beugen, der die Hausherren am Ende regelrecht abkochte. Mit der ersten Leipziger Führung war der Mindener Wille gebrochen. Das mündete in eine klare Niederlage, die nach der 8:1-Führung zum Start kaum einer der 2033 Zuschauer in der Kampa-Halle für möglich gehalten hatte.

Schon vor dem Anpfiff musste GWD eine Hiobsbotschaft verkraften: Torhüter Espen Christensen zog sich bereits beim Spiel in Hannover einen Muskelfaserriss in der Schulter zu und muss voraussichtlich drei Wochen pausieren. Kreisläufer Magnus Gullerud stand derweil überraschend im Kader: Der Norweger lief nach seinem Zehenbruch mit einem Spezialschuh auf, nahm aber zunächst auf der Bank Platz.

Marian Michalczik bejubelt seinen verwandelten Siebenmeter in der ersten Halbzeit. - © MT-Foto: Külbel
Marian Michalczik bejubelt seinen verwandelten Siebenmeter in der ersten Halbzeit. (© MT-Foto: Külbel)

Die Gastgeber spielten sich anfangs geradezu in einen Rausch. Kapitän Marian Michalczik gab mit dem 1:0 nach genau einer Minute das Signal zum Angriff, und danach rollte eine Mindener Welle nach der nächsten auf das Leipziger Tor. Gestützt auf eine im Vergleich zum ersten Saisonspiel in Hannover deutlich verbesserte Abwehr kam GWD zu zahlreichen leichten Gegenstoßtoren und führte nach zwölf Minuten bereits 8:1.

Dann reagierten die Leipziger, stellten sowohl in der Abwehr als auch im Angriff um und bremsten somit den Schwung ihres Gegners. Vor allem Franz Semper, der immer wieder mit wuchtigen Rückraum-Würfen durchkam, brachte die Gäste zurück ins Spiel. Minden zeigte derweil große Probleme im Positionsangriff und bekam kaum noch gefährliche Würfe aufs Tor. Beim 10:8 lag Leipzig nur noch zwei Treffer zurück, es war Sempers fünfter Treffer (23.).

Mindens Abwehr stoppt den Leipziger Luca Witzke. - © MT-Foto: Külbel
Mindens Abwehr stoppt den Leipziger Luca Witzke. (© MT-Foto: Külbel)

Als GWD das Spiel gerade aus der Hand zu gleiten schien, leistete sich der SC DHfK aber in kürzester Zeit zwei Zeitstrafen für Marko Mamic sowie Witzke und stand plötzlich nur noch zu fünft auf der Platte. Minden nutzte das zum 11:8 von Kevin Gulliksen (27.), und auch auf das 11:9 kurz vor der Pause hatte Christoffer Rambo Sekunden später die richtige Antwort.

Diesen Drei-Tore-Rückstand hatten die Leipziger im zweiten Durchgang beim 13:13 (39.) aber schnell aufgeholt. GWD zeigte zwar ein schönes Kempa-Tor durch Gulliksen und Joscha Ritterbach bei einem Gegenstoß (36.), hatte aber auch Pech bei einem Pfostenknaller von Ritterbach sowie Fehlwürfen von Lucas Meister und Michalczik. Beide scheiterten am früheren GWD-Torwart Joel Birlehm.

Mit dem Ausgleich begann das Spiel quasi von vorn - mit leichten Vorteilen für Leipzig. Die Gäste schoben sich beim 16:17 von Semper vorbei und führten eine Viertelstunde vor Schluss zum ersten Mal an diesem Abend. Das gab ihnen den entscheidenden Schub, um sich fortan mit ihrer ganzen Routine abzusetzen und das Spiel nach Hause zu fahren.

Die Mindener hingegen zeigten sich beeindruckt. Und je länger das Spiel dauerte, desto deutlicher machte sich bemerkbar, dass zu viel Last auf den bewährten Stammkräften lastete. Die Zugänge im Team waren im ersten Heimspiel allesamt kein großer Faktor, während der Neu-Leipziger Birlehm in der Schlussphase einen Ball nach dem anderen parierte. GWD kämpfte und mühte sich weiter redlich, kam drei Minuten vor Schluss noch einmal auf drei Tore heran - ein echtes Comeback schafften die Gastgeber aber nicht mehr.

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GWD ist nach Blitzstart gegen Leipzig chancenlos und verliert 21:25Sebastian KülbelMinden (mt). Zwölf Minuten spielte GWD Minden im Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig furios - und war am Ende bei der 21:25 (12:9)-Niederlage doch chancenlos. Zu deutlich wurden vor allem in der zweiten Halbzeit die Defizite des neu zusammengestellten Gastgeber-Teams. Bis zur 45. Minute hielt GWD die Partie offen, musste sich dann aber der größeren Routine des Gegners beugen, der die Hausherren am Ende regelrecht abkochte. Mit der ersten Leipziger Führung war der Mindener Wille gebrochen. Das mündete in eine klare Niederlage, die nach der 8:1-Führung zum Start kaum einer der 2033 Zuschauer in der Kampa-Halle für möglich gehalten hatte. Schon vor dem Anpfiff musste GWD eine Hiobsbotschaft verkraften: Torhüter Espen Christensen zog sich bereits beim Spiel in Hannover einen Muskelfaserriss in der Schulter zu und muss voraussichtlich drei Wochen pausieren. Kreisläufer Magnus Gullerud stand derweil überraschend im Kader: Der Norweger lief nach seinem Zehenbruch mit einem Spezialschuh auf, nahm aber zunächst auf der Bank Platz. Die Gastgeber spielten sich anfangs geradezu in einen Rausch. Kapitän Marian Michalczik gab mit dem 1:0 nach genau einer Minute das Signal zum Angriff, und danach rollte eine Mindener Welle nach der nächsten auf das Leipziger Tor. Gestützt auf eine im Vergleich zum ersten Saisonspiel in Hannover deutlich verbesserte Abwehr kam GWD zu zahlreichen leichten Gegenstoßtoren und führte nach zwölf Minuten bereits 8:1. Dann reagierten die Leipziger, stellten sowohl in der Abwehr als auch im Angriff um und bremsten somit den Schwung ihres Gegners. Vor allem Franz Semper, der immer wieder mit wuchtigen Rückraum-Würfen durchkam, brachte die Gäste zurück ins Spiel. Minden zeigte derweil große Probleme im Positionsangriff und bekam kaum noch gefährliche Würfe aufs Tor. Beim 10:8 lag Leipzig nur noch zwei Treffer zurück, es war Sempers fünfter Treffer (23.). Als GWD das Spiel gerade aus der Hand zu gleiten schien, leistete sich der SC DHfK aber in kürzester Zeit zwei Zeitstrafen für Marko Mamic sowie Witzke und stand plötzlich nur noch zu fünft auf der Platte. Minden nutzte das zum 11:8 von Kevin Gulliksen (27.), und auch auf das 11:9 kurz vor der Pause hatte Christoffer Rambo Sekunden später die richtige Antwort. Diesen Drei-Tore-Rückstand hatten die Leipziger im zweiten Durchgang beim 13:13 (39.) aber schnell aufgeholt. GWD zeigte zwar ein schönes Kempa-Tor durch Gulliksen und Joscha Ritterbach bei einem Gegenstoß (36.), hatte aber auch Pech bei einem Pfostenknaller von Ritterbach sowie Fehlwürfen von Lucas Meister und Michalczik. Beide scheiterten am früheren GWD-Torwart Joel Birlehm. Mit dem Ausgleich begann das Spiel quasi von vorn - mit leichten Vorteilen für Leipzig. Die Gäste schoben sich beim 16:17 von Semper vorbei und führten eine Viertelstunde vor Schluss zum ersten Mal an diesem Abend. Das gab ihnen den entscheidenden Schub, um sich fortan mit ihrer ganzen Routine abzusetzen und das Spiel nach Hause zu fahren. Die Mindener hingegen zeigten sich beeindruckt. Und je länger das Spiel dauerte, desto deutlicher machte sich bemerkbar, dass zu viel Last auf den bewährten Stammkräften lastete. Die Zugänge im Team waren im ersten Heimspiel allesamt kein großer Faktor, während der Neu-Leipziger Birlehm in der Schlussphase einen Ball nach dem anderen parierte. GWD kämpfte und mühte sich weiter redlich, kam drei Minuten vor Schluss noch einmal auf drei Tore heran - ein echtes Comeback schafften die Gastgeber aber nicht mehr.