Minden

Die Kraft der Farbe und der Fans: GWD baut auf den Heimvorteil

Marcus Riechmann

Neben dem verletzten Magnus Gullerud die Anführer im Angriff des Mindener Rudels: An Torjäger Christoffer Rambo (links) und Kapitän Marian Michalczik sollen die jungen Spieler wachsen. Foto: Joachim Sielski - © Sielski-Press
Neben dem verletzten Magnus Gullerud die Anführer im Angriff des Mindener Rudels: An Torjäger Christoffer Rambo (links) und Kapitän Marian Michalczik sollen die jungen Spieler wachsen. Foto: Joachim Sielski (© Sielski-Press)

Minden (mt). Sie sind jung, sie sind entschlossen und sie stecken voller Möglichkeiten: Die Handballer von GWD Minden wollen die Bundesliga aufmischen. Dabei setzt das neuformierte Team auch auf die Kraft der Heimspiele. Heute Abend um 19 Uhr stellt sich das grün-weiße Rudel erstmals den heimischen Fans vor: Um 19 Uhr trifft GWD in der Kampa-Halle auf den SC DHfK Leipzig.

Das erste Heimspiel soll Ausgangspunkt sein für eine fortlaufende Entwicklung eines ausbaufähigen Teams. Schritt für Schritt will Frank Carstens das Potenzial der umfassend umstrukturierten Mannschaft heben. Auf diesem fraglos auch Rückschläge einschließenden Weg wünscht er sich nicht nur heute die Unterstützung der Fans „Wir wollen die Zuschauer mitnehmen auf unsere Reise“, setzt der Trainer auf die Sogwirkung des attraktiven Offensivhandballs, den seine Mannschaft bereits zum Saisonstart in Hannover zeigte. Doch anders als bei der 30:36-Auftaktniederlage soll gegen Leipzig nicht nur der Angriff laufen, sondern auch die Abwehr stehen.

Drei Tage lang werkelten die GWD-Profis und gestalteten ihre Heimkabine neu. Magnus Gullerud und Christoffer Rambo vollendeten das Werk mit dem GWD-Logo (links). - © Foto: pr
Drei Tage lang werkelten die GWD-Profis und gestalteten ihre Heimkabine neu. Magnus Gullerud und Christoffer Rambo vollendeten das Werk mit dem GWD-Logo (links). (© Foto: pr)

Ein wichtiger Faktor für die kommenden Wochen soll die Kampa-Halle werden. „Wir wollen eine Verbindung zu den Fans herstellen, wir wollen eine Einheit bilden“, beschreibt Carstens und erzählt vom ersten Heimspiel des heutigen Gegners gegen die Füchse Berlin: „In Leipzig stehen die Zuschauer nach Anpfiff und klatschen solange, bis ihr Team das erste Tor geworden hat. Sie mussten lange stehen“, berichtet der GWD-Coach. Erst in der 11. Minute erzielte Maximilian Janke das Tor zum 1:5. „Danach hat die Halle gebrannt“, äußert sich Carstens beeindruckt vom Druck der Fans, der den SC schließlich zum 24:23-Heimsieg führte.

Auch die Mindener Mannschaft will stärker vom Heimvorteil profitieren. Um sich selbst die Rolle als Hausherr stärker bewusst zu machen, haben die Spieler die Initiative ergriffen und die Kabine in der Kampa-Halle aufgemöbelt. Sie griffen zu Pinsel und Farbrolle und strichen in den trainingsfreien Zeiten der letzten Tage ihren bisher in einem öden Cremeton gehaltenen Umkleideraum in den GWD-Farben grün und weiß. „Das war eine Idee von Magnus und John“, erzählt Lucas Meister. Die beiden Norweger Gullerud und Rambo begeisterten ihre Mitspieler, holten die Genehmigungen ein und besorgten Farbe und Material. Alle machten mit. „Es ist ganz cool geworden“, bewertet Kreisläufer Meister die neue Heimstatt: „Wir haben jetzt eine richtige Heimkabine.“ Zum Abschluss pinselte Gullerud sorgfältig das GWD-Logo an eine Stirnwand. „Das ist hat uns alle überrascht, so eine Aktion habe ich noch nicht erlebt“, kommentiere Sport-Geschäftsführer Frank von Behren ein besonderes Teambuilding und freute sich: „Das ist eine schöne Aktion, die den Geist der neuen Mannschaft zeigt.“

Die Duelle gegen Leipzig waren immer geprägt von hoher Intensität und großem Kampf. Viele Tore boten sie selten – ein Verdienst der aggressiven und leidenschaftlichen Leipziger Abwehr. „Wir brauchen hohe Passqualität, wir müssen den Ball laufen lassen und wir müssen geduldig angreifen“ gibt Coach Carstens einen Spielern auf den Weg. Nicht nur er erwartet an einem heißen Sommerabend ein hitziges Spiel. Da passt es ganz gut, dass Spielpräsentator Wez den Fans eine Runde Eiscreme spendiert.

800 Meter Kabel und 1300 Karten

Viel Technik ist unter der Leitung von Dirk Kutschan in der Sommerpause in der Kampa-Halle installiert worden. So wurden für das System Kinexon rund 800 Meter Kabel verlegt und 15 Anker gesetzt, die über die Chips in den Trikots eine Fülle von Spieldaten erfassen.

Auch eine zweieinhalb mal vier Meter große LED-Wand wurde angebracht, auf der die Fans mit „GWD-TV“ rund um das Spiel unterhalten und informiert werden sollen.

Einen neuen Bestwert hat GWD beim Dauerkarten-Verkauf erzielt. 1300 Tickets gingen an die treuesten Fans. Laut Anke Brinkmann aus der Geschäftsstelle ein Plus von knapp zehn Prozent gegenüber der vergangenen Spielzeit mit etwa 1200 Dauerkarten. (rich)

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MindenDie Kraft der Farbe und der Fans: GWD baut auf den HeimvorteilMarcus RiechmannMinden (mt). Sie sind jung, sie sind entschlossen und sie stecken voller Möglichkeiten: Die Handballer von GWD Minden wollen die Bundesliga aufmischen. Dabei setzt das neuformierte Team auch auf die Kraft der Heimspiele. Heute Abend um 19 Uhr stellt sich das grün-weiße Rudel erstmals den heimischen Fans vor: Um 19 Uhr trifft GWD in der Kampa-Halle auf den SC DHfK Leipzig. Das erste Heimspiel soll Ausgangspunkt sein für eine fortlaufende Entwicklung eines ausbaufähigen Teams. Schritt für Schritt will Frank Carstens das Potenzial der umfassend umstrukturierten Mannschaft heben. Auf diesem fraglos auch Rückschläge einschließenden Weg wünscht er sich nicht nur heute die Unterstützung der Fans „Wir wollen die Zuschauer mitnehmen auf unsere Reise“, setzt der Trainer auf die Sogwirkung des attraktiven Offensivhandballs, den seine Mannschaft bereits zum Saisonstart in Hannover zeigte. Doch anders als bei der 30:36-Auftaktniederlage soll gegen Leipzig nicht nur der Angriff laufen, sondern auch die Abwehr stehen. Ein wichtiger Faktor für die kommenden Wochen soll die Kampa-Halle werden. „Wir wollen eine Verbindung zu den Fans herstellen, wir wollen eine Einheit bilden“, beschreibt Carstens und erzählt vom ersten Heimspiel des heutigen Gegners gegen die Füchse Berlin: „In Leipzig stehen die Zuschauer nach Anpfiff und klatschen solange, bis ihr Team das erste Tor geworden hat. Sie mussten lange stehen“, berichtet der GWD-Coach. Erst in der 11. Minute erzielte Maximilian Janke das Tor zum 1:5. „Danach hat die Halle gebrannt“, äußert sich Carstens beeindruckt vom Druck der Fans, der den SC schließlich zum 24:23-Heimsieg führte. Auch die Mindener Mannschaft will stärker vom Heimvorteil profitieren. Um sich selbst die Rolle als Hausherr stärker bewusst zu machen, haben die Spieler die Initiative ergriffen und die Kabine in der Kampa-Halle aufgemöbelt. Sie griffen zu Pinsel und Farbrolle und strichen in den trainingsfreien Zeiten der letzten Tage ihren bisher in einem öden Cremeton gehaltenen Umkleideraum in den GWD-Farben grün und weiß. „Das war eine Idee von Magnus und John“, erzählt Lucas Meister. Die beiden Norweger Gullerud und Rambo begeisterten ihre Mitspieler, holten die Genehmigungen ein und besorgten Farbe und Material. Alle machten mit. „Es ist ganz cool geworden“, bewertet Kreisläufer Meister die neue Heimstatt: „Wir haben jetzt eine richtige Heimkabine.“ Zum Abschluss pinselte Gullerud sorgfältig das GWD-Logo an eine Stirnwand. „Das ist hat uns alle überrascht, so eine Aktion habe ich noch nicht erlebt“, kommentiere Sport-Geschäftsführer Frank von Behren ein besonderes Teambuilding und freute sich: „Das ist eine schöne Aktion, die den Geist der neuen Mannschaft zeigt.“ Die Duelle gegen Leipzig waren immer geprägt von hoher Intensität und großem Kampf. Viele Tore boten sie selten – ein Verdienst der aggressiven und leidenschaftlichen Leipziger Abwehr. „Wir brauchen hohe Passqualität, wir müssen den Ball laufen lassen und wir müssen geduldig angreifen“ gibt Coach Carstens einen Spielern auf den Weg. Nicht nur er erwartet an einem heißen Sommerabend ein hitziges Spiel. Da passt es ganz gut, dass Spielpräsentator Wez den Fans eine Runde Eiscreme spendiert. 800 Meter Kabel und 1300 Karten Viel Technik ist unter der Leitung von Dirk Kutschan in der Sommerpause in der Kampa-Halle installiert worden. So wurden für das System Kinexon rund 800 Meter Kabel verlegt und 15 Anker gesetzt, die über die Chips in den Trikots eine Fülle von Spieldaten erfassen. Auch eine zweieinhalb mal vier Meter große LED-Wand wurde angebracht, auf der die Fans mit „GWD-TV“ rund um das Spiel unterhalten und informiert werden sollen. Einen neuen Bestwert hat GWD beim Dauerkarten-Verkauf erzielt. 1300 Tickets gingen an die treuesten Fans. Laut Anke Brinkmann aus der Geschäftsstelle ein Plus von knapp zehn Prozent gegenüber der vergangenen Spielzeit mit etwa 1200 Dauerkarten. (rich)