Minden

„Wir sind besser“ - GWD Minden will zum Saisonstart die Pokalpleite hinter sich lassen

Marcus Riechmann

Die Voraussetzungen sind nicht perfekt. Doch GWD-Trainer Frank Carstens (rechts) blickt dem Bundesliga-Start bei der TSV Hannover-Burgdorf zuversichtlich entgegen. MT- - © Foto: Riechmann
Die Voraussetzungen sind nicht perfekt. Doch GWD-Trainer Frank Carstens (rechts) blickt dem Bundesliga-Start bei der TSV Hannover-Burgdorf zuversichtlich entgegen. MT- (© Foto: Riechmann)

Minden (mt). 21:31 und Feierabend. Die wochenlange Vorbereitung auf die neue Saison endete für den Handball-Bundesligisten GWD Minden im ersten Pflichtspiel vor einer Woche mit einem Debakel. Doch vor dem Liga-Auftakt am Sonntag in Hannover hallt die schallende Ohrfeige der Pokal-Niederlage gegen den Zweitligisten ASV Hamm nur noch leise nach. Ruhe heißt die erste Bürgerpflicht. Man will sich bei GWD voll und ganz auf den Saisonstart fokussieren.

In der gedämpften Atmosphäre des Konferenzraums „Berlin“ in der Melitta-Verwaltungszentrale an der Marienstraße – Ort der ersten Pressekonferenz der Saison – lässt Teamkapitän Marian Michalczik wissen: „Wir haben in der Mannschaft offen gesprochen.“ Man habe „ehrliche Worte gefunden“, die Aussprache habe gut getan. Doch nun sei das Thema abgehakt. Sport-Geschäftsführer Frank von Behren betont einen Lerneffekt der Pokalpleite: „Vielleicht war das wichtig für die Entwicklung“. Im umfassend umgebauten und mit vielen jungen Spielern besetzten Team müsse sich nicht nur eine Führungsstruktur sondern auch „eine Streitkultur“ entwickeln.

Doch auch an anderen Stellen gibt es die Notwenigkeit einer Entwicklung. Das betrifft vor allem die Besetzung auf der Rückraum-Mitte, Denn dort wird eine personelle Lücke klaffen. Aliaksandr Padshyvalau leidet noch an den Folgen seiner Fußverletzung, der Weißrusse wird den Start in seine zweite GWD-Saison nur von der Tribüne der Swiss-Life-Hall verfolgen können. Auch sein Ersatzmann wird kaum helfen können: Der vom FC Barcelona verpflichtete Juri Knorr fällt seit Sonntag mit einem fiebrigen Infekt aus. „Es ist offen, ob er spielen kann“, lässt Coach Frank Carsten über den 19-Jährigen wissen. Erste Wahl als Spielmacher ist damit Marian Michalczik. Für die notwendigen Erholungspause des Kapitäns soll Simon Strakeljahn, Talent aus dem Anschlusskader, sorgen. „Das kann er“, ist Carstens zuversichtlich.

Auch an anderer Stelle wird die Verantwortung auf den Schultern eines einzelnen Mannes liegen: Weil der norwegische Kreisläufer Magnus Gullerud nach seinem in der Vorbereitung erlitten Fußbruchs noch rund drei Wochen fehlen wird, ist Lucas Meister in seinem ersten Bundesliga-Spiel am Kreis gesetzt.

22 Jahre ist Michalczik jung, frisch 23 ist Meister vergangene Woche alt geworden. Doch nicht auf ihre Jugend, sondern auf ihre Erfahrung weist Frank von Behren hin: Beide sind seit Jahren Profis, spielen in den Nationalmannschaften. Nur Christoffer Rambo gehört länger zum GWD–Bundesligakader als Marian Michalczik. „Wir haben eine junge Mannschaft“, sagt von Behren, „doch deswegen sinken nicht die Anforderungen.“ Er vertraut der neuen Mannschaft: „Ich freue mich, dass es nun losgeht.“

Das Team will sich der Verantwortung stellen. „Wir haben uns bewusst gemacht, dass wir uns nicht verstecken können“, berichtet Michalczik eine Erkenntnis der Pokal-Aufarbeitung. Er ist gefordert, die Führungsrolle offensiv anzunehmen, ebenso Männer wie Miljan Pusica, Rambo oder Gullerud.

Dass ausgerechnet Vize-Weltmeister Gullerud fehlt, bedauert der Coach. „Er ist ein unfassbar wichtiger Spieler für uns“, sagt Carstens, der Ausfall habe die Mannschaft vor neue Aufgaben gestellt. Doch er erklärt die personelle Not im ohnehin umfassend neu aufgestellten Team zur Tugend: „Das erhöht den Druck zur Veränderung. Wir müssen direkt funktionieren“, sagt er und spricht von einem scharfen Start.

Natürlich sei der Druck zum Saisonstart spürbar. „Aber den hat Hannover im ersten Heimspiel auch“, sagt Carstens und wischt die Pokalpleite endgültig beiseite: „Wir sind besser, als wir das gegen Hamm gezeigt haben.“ Das will er mit seinem Team am Sonntag unter Beweis stellen.

Der Autor ist erreichbar unter (0571) 882 159 oder Marcus.Riechmann@MT.de

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Minden„Wir sind besser“ - GWD Minden will zum Saisonstart die Pokalpleite hinter sich lassenMarcus RiechmannMinden (mt). 21:31 und Feierabend. Die wochenlange Vorbereitung auf die neue Saison endete für den Handball-Bundesligisten GWD Minden im ersten Pflichtspiel vor einer Woche mit einem Debakel. Doch vor dem Liga-Auftakt am Sonntag in Hannover hallt die schallende Ohrfeige der Pokal-Niederlage gegen den Zweitligisten ASV Hamm nur noch leise nach. Ruhe heißt die erste Bürgerpflicht. Man will sich bei GWD voll und ganz auf den Saisonstart fokussieren. In der gedämpften Atmosphäre des Konferenzraums „Berlin“ in der Melitta-Verwaltungszentrale an der Marienstraße – Ort der ersten Pressekonferenz der Saison – lässt Teamkapitän Marian Michalczik wissen: „Wir haben in der Mannschaft offen gesprochen.“ Man habe „ehrliche Worte gefunden“, die Aussprache habe gut getan. Doch nun sei das Thema abgehakt. Sport-Geschäftsführer Frank von Behren betont einen Lerneffekt der Pokalpleite: „Vielleicht war das wichtig für die Entwicklung“. Im umfassend umgebauten und mit vielen jungen Spielern besetzten Team müsse sich nicht nur eine Führungsstruktur sondern auch „eine Streitkultur“ entwickeln. Doch auch an anderen Stellen gibt es die Notwenigkeit einer Entwicklung. Das betrifft vor allem die Besetzung auf der Rückraum-Mitte, Denn dort wird eine personelle Lücke klaffen. Aliaksandr Padshyvalau leidet noch an den Folgen seiner Fußverletzung, der Weißrusse wird den Start in seine zweite GWD-Saison nur von der Tribüne der Swiss-Life-Hall verfolgen können. Auch sein Ersatzmann wird kaum helfen können: Der vom FC Barcelona verpflichtete Juri Knorr fällt seit Sonntag mit einem fiebrigen Infekt aus. „Es ist offen, ob er spielen kann“, lässt Coach Frank Carsten über den 19-Jährigen wissen. Erste Wahl als Spielmacher ist damit Marian Michalczik. Für die notwendigen Erholungspause des Kapitäns soll Simon Strakeljahn, Talent aus dem Anschlusskader, sorgen. „Das kann er“, ist Carstens zuversichtlich. Auch an anderer Stelle wird die Verantwortung auf den Schultern eines einzelnen Mannes liegen: Weil der norwegische Kreisläufer Magnus Gullerud nach seinem in der Vorbereitung erlitten Fußbruchs noch rund drei Wochen fehlen wird, ist Lucas Meister in seinem ersten Bundesliga-Spiel am Kreis gesetzt. 22 Jahre ist Michalczik jung, frisch 23 ist Meister vergangene Woche alt geworden. Doch nicht auf ihre Jugend, sondern auf ihre Erfahrung weist Frank von Behren hin: Beide sind seit Jahren Profis, spielen in den Nationalmannschaften. Nur Christoffer Rambo gehört länger zum GWD–Bundesligakader als Marian Michalczik. „Wir haben eine junge Mannschaft“, sagt von Behren, „doch deswegen sinken nicht die Anforderungen.“ Er vertraut der neuen Mannschaft: „Ich freue mich, dass es nun losgeht.“ Das Team will sich der Verantwortung stellen. „Wir haben uns bewusst gemacht, dass wir uns nicht verstecken können“, berichtet Michalczik eine Erkenntnis der Pokal-Aufarbeitung. Er ist gefordert, die Führungsrolle offensiv anzunehmen, ebenso Männer wie Miljan Pusica, Rambo oder Gullerud. Dass ausgerechnet Vize-Weltmeister Gullerud fehlt, bedauert der Coach. „Er ist ein unfassbar wichtiger Spieler für uns“, sagt Carstens, der Ausfall habe die Mannschaft vor neue Aufgaben gestellt. Doch er erklärt die personelle Not im ohnehin umfassend neu aufgestellten Team zur Tugend: „Das erhöht den Druck zur Veränderung. Wir müssen direkt funktionieren“, sagt er und spricht von einem scharfen Start. Natürlich sei der Druck zum Saisonstart spürbar. „Aber den hat Hannover im ersten Heimspiel auch“, sagt Carstens und wischt die Pokalpleite endgültig beiseite: „Wir sind besser, als wir das gegen Hamm gezeigt haben.“ Das will er mit seinem Team am Sonntag unter Beweis stellen. Der Autor ist erreichbar unter (0571) 882 159 oder Marcus.Riechmann@MT.de