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Als Habbe GWD düpierte - die drei größten Mindener Pokal-Blamagen

Michael Lorenz

Die Spieler des Drittligisten TuS Ferndorf können ihre Glück nach der Pokal-Sensation aus dem Jahr 2017 kaum fassen. Die geschlagenen Mindener Bundesligaspieler trotten bedröppelt vom Feld. - © Foto: MT-Archiv
Die Spieler des Drittligisten TuS Ferndorf können ihre Glück nach der Pokal-Sensation aus dem Jahr 2017 kaum fassen. Die geschlagenen Mindener Bundesligaspieler trotten bedröppelt vom Feld. (© Foto: MT-Archiv)

Minden (much). In den ersten Runden des DHB-Pokals können die Favoriten nur verlieren. „Auch im Handball gibt es Überraschungen, das wollen die Leute doch sehen“, sagt GWD Mindens Trainer Frank Carstens.

Dessen Verein war vor mehr als 40 Jahren eine Handballmacht in Deutschland und gewann den Pokal 1975, 1976 und 1979. Danach reichte es 2000 und 2001 noch zu zwei Teilnahmen am Final-Four-Turnier mit Carstens und dem heutigen Sport-Geschäftsführer Frank von Behren. Allerdings erlebte GWD auch schon einige bittere Pokal-Momente, vor allem drei Blamagen sind in Erinnerung geblieben. Eine Rückblende.

19. August 2017, GWD Minden - TuS Ferndorf 22:23 (12:10): Aufgrund der zeitlichen Nähe ist den meisten Fans diese unerklärliche Pleite noch sehr präsent. Zumindest den wenigen, die vor Ort waren. Nur 187 Zuschauer verloren sich auf der Südtribüne der Kampa-Halle, als die Schützlinge von Coach Carstens eine mehr als pomadige Vorstellung hinlegten. Die Heimniederlage des Bundesligisten gegen den Drittliga-Klub gilt als eine der größten Sensationen der Pokal-Geschichte. Es war das erste Spiel von Frank von Behren als Sportlicher Leiter. Hinterher sagte er: „Profis haben gegen Amateure verloren, ich nenne das Arbeitsverweigerung.“

20. August 2010, Handballfreunde Springe - GWD Minden 32:29 (16:18): Diese Blamage ist gleich in mehrerer Hinsicht peinlich. GWD war gerade in die 2. Liga abgestiegen, hatte aber große Ambitionen und unter anderem den schwedischen Star Dalibor Doder verpflichtet. Das Team von Trainer Ulf Schefvert führte 22:17, ehe die Schützlinge des einstigen Nettelstedters Sven Lakenmacher den Spieß umdrehten. Der neue GWD-Keeper Anders Persson hielt fast nichts, wurde aber nicht ausgewechselt. Matchwinner beim Drittligisten war ein Dankerser: Frank Habbe neutralisierte Doder und traf neun Mal, hauptsächlich in der entscheidenden Phase.

2. Dezember 1998: SG Solingen - GWD Minden 27:26 n. V. (24:24/11:10): Die mittlerweile im Bergischen HC aufgegangene SG Solingen spielte damals in der 2. Liga, GWD Minden war Spitzenreiter im Oberhaus. Der Ex-Welthandballer Talant Dujshebaev fehlte ebenso wie Linksaußen Martin Frändesjö verletzt. Dennoch war GWD alles andere als eine Mannschaft der namenlosen. Frank von Behren, Aaron Ziercke und Alexander Tutschkin waren die Haupttorschützen, doch Letzterer sah nach 40 Minuten die Rote Karte. Bei Solingen trafen die blutjungen Außen Thorsten Jansen und Florian Kehrmann jeweils sechs Mal, Michael Hegemann ging leer aus.

GWD Mindens Bilanz im DHB-Pokal

2009/2010, 3. Runde

Balingen-Weil. - GWD Minden 27:16

2010/2011, 1. Runde

HF Springe - GWD Minden 32:29

2011/2012, 2. Runde

GWD Minden - Flensburg-H. 28:38

2012/2013, Viertelfinale

GWD Minden - THW Kiel 22:30

2013/2014, 2. Runde

TBV Lemgo - GWD Minden 35:20

2014/2015, Achtelfinale

GWD Minden - FA Göppingen 23:32

2015/16, Viertelfinale

Bergischer HC - GWD Minden 24:23

2016/17, Achtelfinale

GWD Minden - MT Melsungen 28:32

2017/2018, 1. Runde

GWD Minden - TuS Ferndorf 22:23

2018/19, Achtelfinale

GWD Minden - Füchse Berlin 26:31

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MindenAls Habbe GWD düpierte - die drei größten Mindener Pokal-BlamagenMichael LorenzMinden (much). In den ersten Runden des DHB-Pokals können die Favoriten nur verlieren. „Auch im Handball gibt es Überraschungen, das wollen die Leute doch sehen“, sagt GWD Mindens Trainer Frank Carstens. Dessen Verein war vor mehr als 40 Jahren eine Handballmacht in Deutschland und gewann den Pokal 1975, 1976 und 1979. Danach reichte es 2000 und 2001 noch zu zwei Teilnahmen am Final-Four-Turnier mit Carstens und dem heutigen Sport-Geschäftsführer Frank von Behren. Allerdings erlebte GWD auch schon einige bittere Pokal-Momente, vor allem drei Blamagen sind in Erinnerung geblieben. Eine Rückblende. 19. August 2017, GWD Minden - TuS Ferndorf 22:23 (12:10): Aufgrund der zeitlichen Nähe ist den meisten Fans diese unerklärliche Pleite noch sehr präsent. Zumindest den wenigen, die vor Ort waren. Nur 187 Zuschauer verloren sich auf der Südtribüne der Kampa-Halle, als die Schützlinge von Coach Carstens eine mehr als pomadige Vorstellung hinlegten. Die Heimniederlage des Bundesligisten gegen den Drittliga-Klub gilt als eine der größten Sensationen der Pokal-Geschichte. Es war das erste Spiel von Frank von Behren als Sportlicher Leiter. Hinterher sagte er: „Profis haben gegen Amateure verloren, ich nenne das Arbeitsverweigerung.“ 20. August 2010, Handballfreunde Springe - GWD Minden 32:29 (16:18): Diese Blamage ist gleich in mehrerer Hinsicht peinlich. GWD war gerade in die 2. Liga abgestiegen, hatte aber große Ambitionen und unter anderem den schwedischen Star Dalibor Doder verpflichtet. Das Team von Trainer Ulf Schefvert führte 22:17, ehe die Schützlinge des einstigen Nettelstedters Sven Lakenmacher den Spieß umdrehten. Der neue GWD-Keeper Anders Persson hielt fast nichts, wurde aber nicht ausgewechselt. Matchwinner beim Drittligisten war ein Dankerser: Frank Habbe neutralisierte Doder und traf neun Mal, hauptsächlich in der entscheidenden Phase. 2. Dezember 1998: SG Solingen - GWD Minden 27:26 n. V. (24:24/11:10): Die mittlerweile im Bergischen HC aufgegangene SG Solingen spielte damals in der 2. Liga, GWD Minden war Spitzenreiter im Oberhaus. Der Ex-Welthandballer Talant Dujshebaev fehlte ebenso wie Linksaußen Martin Frändesjö verletzt. Dennoch war GWD alles andere als eine Mannschaft der namenlosen. Frank von Behren, Aaron Ziercke und Alexander Tutschkin waren die Haupttorschützen, doch Letzterer sah nach 40 Minuten die Rote Karte. Bei Solingen trafen die blutjungen Außen Thorsten Jansen und Florian Kehrmann jeweils sechs Mal, Michael Hegemann ging leer aus. GWD Mindens Bilanz im DHB-Pokal 2009/2010, 3. Runde Balingen-Weil. - GWD Minden 27:16 2010/2011, 1. Runde HF Springe - GWD Minden 32:29 2011/2012, 2. Runde GWD Minden - Flensburg-H. 28:38 2012/2013, Viertelfinale GWD Minden - THW Kiel 22:30 2013/2014, 2. Runde TBV Lemgo - GWD Minden 35:20 2014/2015, Achtelfinale GWD Minden - FA Göppingen 23:32 2015/16, Viertelfinale Bergischer HC - GWD Minden 24:23 2016/17, Achtelfinale GWD Minden - MT Melsungen 28:32 2017/2018, 1. Runde GWD Minden - TuS Ferndorf 22:23 2018/19, Achtelfinale GWD Minden - Füchse Berlin 26:31