Minden

GWD legt den Schalter um - nach schwachem Halbfinale noch Dritter beim Spielo-Cup

Sebastian Külbel

Abwehrzentrum unter Stress: Christoffer Rambo (von links), Lucas Meister und Miljan Pusica erwarten einen Leipziger Angriff. MT- - © Foto: Külbel
Abwehrzentrum unter Stress: Christoffer Rambo (von links), Lucas Meister und Miljan Pusica erwarten einen Leipziger Angriff. MT- (© Foto: Külbel)

Minden (mt). Als GWD Mindens Handball-Profis sich den verdienten Applaus ihrer Zuschauer abholten, schienen sie auch ein wenig erleichtert. Allzu enttäuschend war am Samstag das Halbfinale beim Spielo-Cup für sie verlaufen, als sie zum zweiten Mal binnen zehn Tagen gegen Zweitligist HSC Coburg verloren. Dem blutleeren Auftritt folgte gestern ein emotionales 41:40 (34:34, 17:17) nach Siebenmeterwerfen gegen den Bundesliga-Kontrahenten SC DHfK Leipzig. Das durfte als Wiedergutmachung gelten.

„Wir haben den Schalter umgelegt“, sagte der neue Kapitän Marian Michalczik und freute sich, „wieder strahlende Gesichter“ in seiner Mannschaft zu sehen. Der Grund war einfach: „Wir waren heute mit ein bisschen mehr Wille und Einsatz bei der Sache.“ Auch Trainer Frank Carstens war zufrieden mit der Reaktion seiner Spieler: „Wir haben mitbekommen, dass wir unsere Angriffe besser organisieren und mehr investieren müssen.“

Denn das war das große Problem bei der 20:23 (8:10)-Niederlage gegen Coburg. „Die Vorbereitung für die Abschlüsse war eine Katastrophe“, bemängelte Carstens die schwache Offensivleistung am Samstag. Zu den Problemen beim Kreieren der Chancen kamen 17 technische Fehler. Coburg wird damit zum Angstgegner der Mindener, die schon das erste Duell der laufenden Vorbereitung verloren – da allerdings mit guten Spielzügen, aber mit 23 Fehlwürfen.

Gegen Leipzig machten die Mindener viele dieser Dinge besser. Wie schon am Samstag verzichtete Carstens auf große Wechselspiele – allzu viele Möglichkeiten hat er nach den Verletzungen der Stammspieler Magnus Gullerud, Aliaksandr Padshyvalau und Nachwuchsmann Maximilian Nowatzki auch gar nicht mehr.

Die Leistungsträger indes funktionierten. Marian Michalczik ging voran, Kevin Gulliksen verwandelte die Gegenstöße und Christoffer Rambo traf aus allen Lagen. Was gestern nicht wie gewünscht funktionierte, war die Defensive. 34 Gegentore sind in der Bundesliga ein stattlicher Wert. Carstens: „Mit dem Abwehrzentrum bin ich heute nicht so zufrieden.“

Dennoch reichte es in der Deckung für einige Ballgewinne, um das für GWD so wichtige Tempospiel aufzuziehen. Damit hätte die junge Mindener Mannschaft das Spiel auch fast in der regulären Spielzeit gewonnen. Fast. Denn in der Schlussphase kamen dann doch wieder ein paar Fehler und ein fragwürdiger Pfiff wegen eines Stürmerfouls von Simon Strakeljahn. Noch mehr ärgerte Carstens aber eine Aktion von Spielmacher Juri Knorr: „Er macht das 55 Minuten richtig gut und spielt dann einen unvorbereiteten Pass an den Kreis – das wollen wir gar nicht.“

Denn mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren müssen die Mindener weg von individuellen Aktionen und hin zum kollektiven Spiel. „Das ist für die etablierten Leute durchaus ein Paradigmenwechsel“, meinte Carstens: „Wir müssen unsere Aktionen viel besser auswählen.“

Trotz der kleinen Rückschläge ist der Coach aber durchaus zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft: „Die Basics stimmen, wir haben auf alle Situationen eine Antwort und sind wettbewerbsfähig.“ Das zeigte sich auch im Siebenmeterwerfen gegen Leipzig, als Savvas Savvas mit dem ersten Versuch an Joel Birlehm scheiterte. Wenig später kam es noch einmal zu diesem Duell, und diesmal verwandelte der Grieche seinen Wurf zum Sieg.

Trophäe für Rambo

Schecks gab es für jedes Team, und eine kleine Trophäe blieb beim 30. Spielo-Cup auch für GWD Minden übrig. Christoffer Rambo wurde mit 17 Treffern als bester Torschütze ausgezeichnet.

Halbfinale: GWD Minden - HSC 2000 Coburg 20:23 (8:10)

GWD Minden: Semisch, Christensen (bei einem Siebenmeter) - Meister 1, Ritterbach 3, Richtzenhain 1, Rambo 4, Korte (n.e.), Strakeljahn (n.e.), Knorr, Pusica 1, Michalczik 3/1, Staar, Gulliksen 2.

Spiel um Platz 3: GWD Minden - SC DHfK Leipzig nach Siebenm. 41:40 (34:34, 17:17)

GWD Minden: Christensen, Semisch (im Siebenmeterwerfen) - Meister 1, Ritterbach (n.e.), Richtzenhain 1, Savvas 1/1, Rambo 13/4, Korte 3/1, Strakeljahn 1, Knorr 2, Pusica, Michalczik 7/5, Staar (n.e.), Gulliksen 12/2, Molz (n.e.).

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenGWD legt den Schalter um - nach schwachem Halbfinale noch Dritter beim Spielo-CupSebastian KülbelMinden (mt). Als GWD Mindens Handball-Profis sich den verdienten Applaus ihrer Zuschauer abholten, schienen sie auch ein wenig erleichtert. Allzu enttäuschend war am Samstag das Halbfinale beim Spielo-Cup für sie verlaufen, als sie zum zweiten Mal binnen zehn Tagen gegen Zweitligist HSC Coburg verloren. Dem blutleeren Auftritt folgte gestern ein emotionales 41:40 (34:34, 17:17) nach Siebenmeterwerfen gegen den Bundesliga-Kontrahenten SC DHfK Leipzig. Das durfte als Wiedergutmachung gelten. „Wir haben den Schalter umgelegt“, sagte der neue Kapitän Marian Michalczik und freute sich, „wieder strahlende Gesichter“ in seiner Mannschaft zu sehen. Der Grund war einfach: „Wir waren heute mit ein bisschen mehr Wille und Einsatz bei der Sache.“ Auch Trainer Frank Carstens war zufrieden mit der Reaktion seiner Spieler: „Wir haben mitbekommen, dass wir unsere Angriffe besser organisieren und mehr investieren müssen.“ Denn das war das große Problem bei der 20:23 (8:10)-Niederlage gegen Coburg. „Die Vorbereitung für die Abschlüsse war eine Katastrophe“, bemängelte Carstens die schwache Offensivleistung am Samstag. Zu den Problemen beim Kreieren der Chancen kamen 17 technische Fehler. Coburg wird damit zum Angstgegner der Mindener, die schon das erste Duell der laufenden Vorbereitung verloren – da allerdings mit guten Spielzügen, aber mit 23 Fehlwürfen. Gegen Leipzig machten die Mindener viele dieser Dinge besser. Wie schon am Samstag verzichtete Carstens auf große Wechselspiele – allzu viele Möglichkeiten hat er nach den Verletzungen der Stammspieler Magnus Gullerud, Aliaksandr Padshyvalau und Nachwuchsmann Maximilian Nowatzki auch gar nicht mehr. Die Leistungsträger indes funktionierten. Marian Michalczik ging voran, Kevin Gulliksen verwandelte die Gegenstöße und Christoffer Rambo traf aus allen Lagen. Was gestern nicht wie gewünscht funktionierte, war die Defensive. 34 Gegentore sind in der Bundesliga ein stattlicher Wert. Carstens: „Mit dem Abwehrzentrum bin ich heute nicht so zufrieden.“ Dennoch reichte es in der Deckung für einige Ballgewinne, um das für GWD so wichtige Tempospiel aufzuziehen. Damit hätte die junge Mindener Mannschaft das Spiel auch fast in der regulären Spielzeit gewonnen. Fast. Denn in der Schlussphase kamen dann doch wieder ein paar Fehler und ein fragwürdiger Pfiff wegen eines Stürmerfouls von Simon Strakeljahn. Noch mehr ärgerte Carstens aber eine Aktion von Spielmacher Juri Knorr: „Er macht das 55 Minuten richtig gut und spielt dann einen unvorbereiteten Pass an den Kreis – das wollen wir gar nicht.“ Denn mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren müssen die Mindener weg von individuellen Aktionen und hin zum kollektiven Spiel. „Das ist für die etablierten Leute durchaus ein Paradigmenwechsel“, meinte Carstens: „Wir müssen unsere Aktionen viel besser auswählen.“ Trotz der kleinen Rückschläge ist der Coach aber durchaus zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft: „Die Basics stimmen, wir haben auf alle Situationen eine Antwort und sind wettbewerbsfähig.“ Das zeigte sich auch im Siebenmeterwerfen gegen Leipzig, als Savvas Savvas mit dem ersten Versuch an Joel Birlehm scheiterte. Wenig später kam es noch einmal zu diesem Duell, und diesmal verwandelte der Grieche seinen Wurf zum Sieg. Trophäe für Rambo Schecks gab es für jedes Team, und eine kleine Trophäe blieb beim 30. Spielo-Cup auch für GWD Minden übrig. Christoffer Rambo wurde mit 17 Treffern als bester Torschütze ausgezeichnet. Halbfinale: GWD Minden - HSC 2000 Coburg 20:23 (8:10) GWD Minden: Semisch, Christensen (bei einem Siebenmeter) - Meister 1, Ritterbach 3, Richtzenhain 1, Rambo 4, Korte (n.e.), Strakeljahn (n.e.), Knorr, Pusica 1, Michalczik 3/1, Staar, Gulliksen 2. Spiel um Platz 3: GWD Minden - SC DHfK Leipzig nach Siebenm. 41:40 (34:34, 17:17) GWD Minden: Christensen, Semisch (im Siebenmeterwerfen) - Meister 1, Ritterbach (n.e.), Richtzenhain 1, Savvas 1/1, Rambo 13/4, Korte 3/1, Strakeljahn 1, Knorr 2, Pusica, Michalczik 7/5, Staar (n.e.), Gulliksen 12/2, Molz (n.e.).