Lübbecke

GWD Minden enttäuscht bei Spielothek-Cup: Niederlage gegen Coburg

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Justus Richtzenhain löste nach 40 Minuten Lucas Meister am Kreis und in der Abwehrmitte ab und machte seine Sache ordentlich. - © Foto: Bendig
Justus Richtzenhain löste nach 40 Minuten Lucas Meister am Kreis und in der Abwehrmitte ab und machte seine Sache ordentlich. (© Foto: Bendig)

Lübbecke (cb/ps). So hatte sich Handball-Bundesligist GWD Minden seinen Auftritt beim Spielothek-Cup in Lübbecke nicht vorgestellt. Gegen den Zweitligisten HSC Coburg setzte es für die Mannschaft von Trainer Frank Carstens eine verdiente 20:23 (8:10)-Niederlage. Damit trifft GWD am morgigen Sonntag um 15 Uhr in der Kampa-Halle im Spiel um Platz 3 auf SC DHfK Leipzig. Der Bundesligist unterlag Gastgeber TuS N-Lübbecke im zweiten Spiel des Tages 19:21 (10:11).

„Das war eine emotionslose Vorstellung meiner Mannschaft. Daraus müssen wir schnell lernen, denn wir kommen über die Emotionen und jugendliche Spielfreude. Die konnten wir heute nicht entwickeln“, sagte der nach der Niederlage relativ gefasst wirkende Carstens, der mit den verletzten Magnus Gullerud und Aliksandr Padshyvalau auf zwei wichtige Akteure verzichten musste.

Spielothek-Cup 2019 (Plus-Inhalt)

Bereits den Anfang verschliefen die Mindener vor rund 400 Zuschauern in der Lübbecker Merkur-Arena völlig. Nach sieben Minuten lagen die Grün-Weißen 1:4 hinten. Dabei agierten sie gerade im Angriff viel zu behäbig und ungefährlich. Das Fehlen von Gullerud und Padshyvalau war der jungen Mannschaft anzumerken. Danach steigerte sich die Carstens-Sieben jedoch - besonders in der Abwehr stand GWD gut. Im Angriff schlug man jedoch kein Kapital daraus, es wurden kaum Gegenstöße gelaufen. Dennoch schaffte es Christopher Rambo nach rund 25 Minuten zum 8:8 auszugleichen.

Roman Becvar scheute keinen Zweikampf und war einer der Sieggaranten des TuS. - © Foto: Bendig
Roman Becvar scheute keinen Zweikampf und war einer der Sieggaranten des TuS. (© Foto: Bendig)

Vor und nach der Halbzeitpause blieb GWD bis zum 10:12 dran, doch spätestens beim 17:12 für Coburg (44.) war das Spiel verloren. Von dem 5-Tore-Rückstand erholten sich die Mindener nicht mehr und konnten nur noch etwas Ergebniskosmetik betreiben. Am Ende hieß es dann 20:23. In der 38. Minute sah zudem Neu-Kapitän und Nationalspieler Marian Michalczik eine berechtigte Rote Karte weil er Coburgs Rechtsaußen Florian Billek bei einem Tempogegenstoß stieß.

Nach der enttäuschenden Niederlage verrieten auch die Mienen der GWD-Spieler beim Dehnen nach dem Spiel die Unzufriedenheit über die eigene Leistung. „Das war ein blutleerer Auftritt von uns“, stellte sich Kreisläufer Lucas Meister, der auch mit seiner persönlichen Vorstellung alles andere als einverstanden war. „Die Bälle, die ich von meinen Mitspielern bekommen habe, waren absolut in Ordnung. Aber ich stand meistens vor dem Abwehrspieler. Deswegen konnte ich sie nicht verwerten.“ Die lange Vorbereitung und die daraus resultierenden schweren beine ließ er nicht als Begründung gelten. „Die anderen stecken auch mitten in der Vorbereitung und haben ein straffes Programm.“

Was Leidenschaft und Wille bewirken können, zeigte im zweiten Spiel des Tages der TuS N-Lübbecke. Der Zweitligist betrieb vor dann gut 600 Zuschauern nach der enttäuschenden Vorsaison beste Eigenwerbung. Mittelmann Roman Becvar deutete an, welche wertvolle Verstärkung er sein kann.

Der TuS kämpfte von der ersten Minute an verbissen um jeden Zentimeter der Spielflächge und erwischte den hochgehandelten Leipziger Erstligisten direkt auf dem falschen Fuß. Der fand nach dem 3:7-Rückstand aber ins Spiel und kam zum 7:7-Ausgleich. Doch die Hausherren gerieten nicht in Rückstand und nahmen eine überraschende aber verdiente 11:10-Fürhrung mit die Pause. In Halbzeit zwei verteidigte der TuS die knappen Führungen mit Geschick, etwas Glück und Einsatz. Zudem hielt Peter Tatai wichtige Bälle, sowie den Strafwurf von Viggo Krisjansson mit Stand von 20:19.

Die Schlussminuten verfolgten die TuS-Fans stehend und nach dem Schlusspfiff feierten die Anhänger der Roten ausgelassen. „Ich bin sehr zufrieden. Insbesondere wenn ich auf das Ergebnis schaue. Nur 19 Gegentore stehen dafür, woran wir arbeiten. Das ermöglicht uns dann auch, dass wir in der Offensive den einen oder anderen Fehler mehr machen können“, gab der neue TuS-Trainer Emir Kurtagic zu Protokoll un d hob drei Spieler aus dem kampfstarken Kollektiv hervor: „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung von Roman. Er hat hervorragend Regie geführt und sehr aggressiv und explosiv agiert. Marian Orlowski hat in der ersten Halbzeit gezeigt wie wichtig er für uns ist und Peter Tatai im Tor hat dafür gesorgt, dass das Spiel nie kippte.“

Am Sonntag kommt es somit um 15 Uhr im Spiel um Platz drei in der Kampa-Halle zum Erstliga-Duell zwischen GWD und dem SC DHfK Leipzig sowie dem Zweitliga-Duell zwischen dem TuS N-Lübbecke und dem HSC Coburg um 17 Uhr.

GWD Minden – HSC Coburg 20:23 (8:10)

GWD Minden: Semisch, Christensen (bei einem Siebenmeter) – Meister 1, Ritterbach 3, Richtzenhain 1, Rambo 4, Korte (nicht eingesetzt), Strakeljahn (n.e.), Knorr, Pusica 1, Michalczik 3/1, Staar, Gulliksen 2.

Bester Torschütze Coburg: Max Jäger 6.

TuS N-Lübbecke – SC DHfK Leipzig 21:19 (11:10).

TuS N-Lübbecke: Tatai, Gerloff (n.e.) – Becvar 3, Genz 1, Walczak 3, Gierak, Bagaric, Strosack 4/3, Mundus, Spohn 3, Schade 1, Speckmann 3, Orlowski 3, Lengauer (n.e.).

Bester Torschütze Leipzig: Viggo Kristjansson 5/4.

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LübbeckeGWD Minden enttäuscht bei Spielothek-Cup: Niederlage gegen CoburgLübbecke (cb/ps). So hatte sich Handball-Bundesligist GWD Minden seinen Auftritt beim Spielothek-Cup in Lübbecke nicht vorgestellt. Gegen den Zweitligisten HSC Coburg setzte es für die Mannschaft von Trainer Frank Carstens eine verdiente 20:23 (8:10)-Niederlage. Damit trifft GWD am morgigen Sonntag um 15 Uhr in der Kampa-Halle im Spiel um Platz 3 auf SC DHfK Leipzig. Der Bundesligist unterlag Gastgeber TuS N-Lübbecke im zweiten Spiel des Tages 19:21 (10:11). „Das war eine emotionslose Vorstellung meiner Mannschaft. Daraus müssen wir schnell lernen, denn wir kommen über die Emotionen und jugendliche Spielfreude. Die konnten wir heute nicht entwickeln“, sagte der nach der Niederlage relativ gefasst wirkende Carstens, der mit den verletzten Magnus Gullerud und Aliksandr Padshyvalau auf zwei wichtige Akteure verzichten musste. Bereits den Anfang verschliefen die Mindener vor rund 400 Zuschauern in der Lübbecker Merkur-Arena völlig. Nach sieben Minuten lagen die Grün-Weißen 1:4 hinten. Dabei agierten sie gerade im Angriff viel zu behäbig und ungefährlich. Das Fehlen von Gullerud und Padshyvalau war der jungen Mannschaft anzumerken. Danach steigerte sich die Carstens-Sieben jedoch - besonders in der Abwehr stand GWD gut. Im Angriff schlug man jedoch kein Kapital daraus, es wurden kaum Gegenstöße gelaufen. Dennoch schaffte es Christopher Rambo nach rund 25 Minuten zum 8:8 auszugleichen. Vor und nach der Halbzeitpause blieb GWD bis zum 10:12 dran, doch spätestens beim 17:12 für Coburg (44.) war das Spiel verloren. Von dem 5-Tore-Rückstand erholten sich die Mindener nicht mehr und konnten nur noch etwas Ergebniskosmetik betreiben. Am Ende hieß es dann 20:23. In der 38. Minute sah zudem Neu-Kapitän und Nationalspieler Marian Michalczik eine berechtigte Rote Karte weil er Coburgs Rechtsaußen Florian Billek bei einem Tempogegenstoß stieß. Nach der enttäuschenden Niederlage verrieten auch die Mienen der GWD-Spieler beim Dehnen nach dem Spiel die Unzufriedenheit über die eigene Leistung. „Das war ein blutleerer Auftritt von uns“, stellte sich Kreisläufer Lucas Meister, der auch mit seiner persönlichen Vorstellung alles andere als einverstanden war. „Die Bälle, die ich von meinen Mitspielern bekommen habe, waren absolut in Ordnung. Aber ich stand meistens vor dem Abwehrspieler. Deswegen konnte ich sie nicht verwerten.“ Die lange Vorbereitung und die daraus resultierenden schweren beine ließ er nicht als Begründung gelten. „Die anderen stecken auch mitten in der Vorbereitung und haben ein straffes Programm.“ Was Leidenschaft und Wille bewirken können, zeigte im zweiten Spiel des Tages der TuS N-Lübbecke. Der Zweitligist betrieb vor dann gut 600 Zuschauern nach der enttäuschenden Vorsaison beste Eigenwerbung. Mittelmann Roman Becvar deutete an, welche wertvolle Verstärkung er sein kann. Der TuS kämpfte von der ersten Minute an verbissen um jeden Zentimeter der Spielflächge und erwischte den hochgehandelten Leipziger Erstligisten direkt auf dem falschen Fuß. Der fand nach dem 3:7-Rückstand aber ins Spiel und kam zum 7:7-Ausgleich. Doch die Hausherren gerieten nicht in Rückstand und nahmen eine überraschende aber verdiente 11:10-Fürhrung mit die Pause. In Halbzeit zwei verteidigte der TuS die knappen Führungen mit Geschick, etwas Glück und Einsatz. Zudem hielt Peter Tatai wichtige Bälle, sowie den Strafwurf von Viggo Krisjansson mit Stand von 20:19. Die Schlussminuten verfolgten die TuS-Fans stehend und nach dem Schlusspfiff feierten die Anhänger der Roten ausgelassen. „Ich bin sehr zufrieden. Insbesondere wenn ich auf das Ergebnis schaue. Nur 19 Gegentore stehen dafür, woran wir arbeiten. Das ermöglicht uns dann auch, dass wir in der Offensive den einen oder anderen Fehler mehr machen können“, gab der neue TuS-Trainer Emir Kurtagic zu Protokoll un d hob drei Spieler aus dem kampfstarken Kollektiv hervor: „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung von Roman. Er hat hervorragend Regie geführt und sehr aggressiv und explosiv agiert. Marian Orlowski hat in der ersten Halbzeit gezeigt wie wichtig er für uns ist und Peter Tatai im Tor hat dafür gesorgt, dass das Spiel nie kippte.“ Am Sonntag kommt es somit um 15 Uhr im Spiel um Platz drei in der Kampa-Halle zum Erstliga-Duell zwischen GWD und dem SC DHfK Leipzig sowie dem Zweitliga-Duell zwischen dem TuS N-Lübbecke und dem HSC Coburg um 17 Uhr. GWD Minden – HSC Coburg 20:23 (8:10) GWD Minden: Semisch, Christensen (bei einem Siebenmeter) – Meister 1, Ritterbach 3, Richtzenhain 1, Rambo 4, Korte (nicht eingesetzt), Strakeljahn (n.e.), Knorr, Pusica 1, Michalczik 3/1, Staar, Gulliksen 2. Bester Torschütze Coburg: Max Jäger 6. TuS N-Lübbecke – SC DHfK Leipzig 21:19 (11:10). TuS N-Lübbecke: Tatai, Gerloff (n.e.) – Becvar 3, Genz 1, Walczak 3, Gierak, Bagaric, Strosack 4/3, Mundus, Spohn 3, Schade 1, Speckmann 3, Orlowski 3, Lengauer (n.e.). Bester Torschütze Leipzig: Viggo Kristjansson 5/4.