Schaffhausen/Luzern

Grenzen testen beim Schluchtenspringen - Teambuilding beim Canyoning

Sebastian Külbel

Handballer in der Gebirgsschlucht: Die Reisegruppe von GWD Minden beim Canyoning in der Chli Schliere. - © Foto: Outdoor Interlaken/pr
Handballer in der Gebirgsschlucht: Die Reisegruppe von GWD Minden beim Canyoning in der Chli Schliere. (© Foto: Outdoor Interlaken/pr)

Schaffhausen/Luzern (mt). Nach den den ersten Sprüngen wird Maximilian Nowatzki selbstbewusst. GWD Mindens Nachwuchsprofi stürzt sich mit einem Salto vier Meter tief in eine Schlucht am Pilatus, drei weitere Teamkollegen tun es ihm mit einem Rückwärtssalto gleich. Auf dem Bergmassiv südlich von Luzern absolvieren die Bundesliga-Handballer in diesem Jahr ihre Teambuilding-Maßnahme. Und die führt manchen Teilnehmer der Trainingslager-Reisegruppe an ihre Grenzen.

Denn schon der Einstieg in die Schluchten-Mutprobe der „Chli Schliere“ ist eine Herausforderung. Erst ein Sechs-Meter-Sprung ins enge Wasserbecken, dann die rumpelige Rutschpartie durch eine enge Felsrinne. Den ersten Sprung bringen alle gut hinter sich, die einen mit mehr, die anderen mit weniger Überwindung. Vielleicht auch, weil einer der Führer gleich zu Beginn ein Zeichen setzt und mit einer eleganten Ganzkörper-Drehung ins Wasser segelt. „Das war eine Ansage“, meint Trainer Frank Carstens, auf dessen Initiative die Tour gebucht wurde.

Trainingslager GWD Minden (Plus-Inhalt)

Dass fast jeder Teilnehmer bei der ersten Felsrutsche schmerzhaft durchgerüttelt wird, nimmt er ebenso in Kauf wie die durchaus vorhandene Verletzungsgefahr. Wer zu weit oder zu kurz springt, riskiert ebenso eine Kollision mit den Felsen wie die falsche Körperhaltung beim Rutschen mit blauen Flecken bestraft wird. Wer den Anweisungen der Führer vom Veranstalter Outdoor Interlaken aber Folge leistet, hat vor allem Spaß.

So wie die GWD-Spieler. „Einfach geil“, sagt Christoffer Rambo nach dem nächsten Schluchten-Sprung, und auch seine Teamkollegen waren begeistert – mit kleinen Ausnahmen. „Bevor ich etwas falsches sage, sage ich: Es war interessant“, kommentiert Savvas Savvas kurz vor dem Ende. Der Grieche kämpft sich sich aber ebenso tapfer durch die Schweizer Bergwelt wie Juri Knorr, der wohl am meisten mit dem Abenteuer-Ausflug zu kämpfen hat. Der Zugang vom FC Barcelona leidet unter Höhenangst und kämpft mit sich bei jedem Hindernis. „Es war schon krass für mich, alleine hätte ich das wahrscheinlich nicht gemacht.“ In der Gruppe kommt aber auch der 19-Jährige durch, ebenso wie Betreuer Benedikt Selle, der gleichfalls mit viel Respekt gestartet ist: „Aber das hat man irgendwann vergessen, weil man einfach an andere Dinge gedacht hat.“

In der Tat ist das Gefühl für Zeit, Hunger oder gar Handball mit dem Anlegen des Neoprenanzugs beim Start auf 700 Höhenmetern vergessen. Im Gänsemarsch wandert die GWD-Gruppe mit vier Führern zum Einstieg in die Schlucht, vier Stunden später stehen sie erschöpft bei einer Brotzeit zusammen und blicken zufrieden zurück. „Das war richtig super“, sagt etwa Torwart Espen Christensen, dem die Action in den Bergen besser gefallen hat als die Kanu-Fahrt auf der Weser vor einem Jahr. Auch Carstens ist begeistert: „Ich habe schon zehn solcher Touren gemacht, aber das hier war mit Abstand die beste.“

Die gute Resonanz zeigt sich auch bei der Rückfahrt im Mannschaftsbus, als auf vielen Spieler-Handys das Video von einem der Sprünge läuft, das Geschäftsführer Markus Kalusche auf der Tour gefilmt hat. Nicht nur deshalb dürfte die Teambuilding-Aktion 2019 einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Mentaltrainer hilft GWD

Teambuilding ist ein zentraler Aspekt des Trainingslagers, und bereits vorher hat sich GWD Mindens Coach Frank Carstens auf diesem Gebiet Hilfe geholt. Jörg Schiebel, Diakon aus Kutenhausen, arbeitet in der Vorbereitung mit den Handball-Profis und hilft ihnen beim respektvollen Umgang miteinander. „Es geht darum, wie wir uns auf Augenhöhe begegnen“, erklärt Carstens: „Atmosphäre und Werte sind wichtige Dinge. Er hilft uns dabei.“

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Schaffhausen/LuzernGrenzen testen beim Schluchtenspringen - Teambuilding beim CanyoningSebastian KülbelSchaffhausen/Luzern (mt). Nach den den ersten Sprüngen wird Maximilian Nowatzki selbstbewusst. GWD Mindens Nachwuchsprofi stürzt sich mit einem Salto vier Meter tief in eine Schlucht am Pilatus, drei weitere Teamkollegen tun es ihm mit einem Rückwärtssalto gleich. Auf dem Bergmassiv südlich von Luzern absolvieren die Bundesliga-Handballer in diesem Jahr ihre Teambuilding-Maßnahme. Und die führt manchen Teilnehmer der Trainingslager-Reisegruppe an ihre Grenzen. Denn schon der Einstieg in die Schluchten-Mutprobe der „Chli Schliere“ ist eine Herausforderung. Erst ein Sechs-Meter-Sprung ins enge Wasserbecken, dann die rumpelige Rutschpartie durch eine enge Felsrinne. Den ersten Sprung bringen alle gut hinter sich, die einen mit mehr, die anderen mit weniger Überwindung. Vielleicht auch, weil einer der Führer gleich zu Beginn ein Zeichen setzt und mit einer eleganten Ganzkörper-Drehung ins Wasser segelt. „Das war eine Ansage“, meint Trainer Frank Carstens, auf dessen Initiative die Tour gebucht wurde. Dass fast jeder Teilnehmer bei der ersten Felsrutsche schmerzhaft durchgerüttelt wird, nimmt er ebenso in Kauf wie die durchaus vorhandene Verletzungsgefahr. Wer zu weit oder zu kurz springt, riskiert ebenso eine Kollision mit den Felsen wie die falsche Körperhaltung beim Rutschen mit blauen Flecken bestraft wird. Wer den Anweisungen der Führer vom Veranstalter Outdoor Interlaken aber Folge leistet, hat vor allem Spaß. So wie die GWD-Spieler. „Einfach geil“, sagt Christoffer Rambo nach dem nächsten Schluchten-Sprung, und auch seine Teamkollegen waren begeistert – mit kleinen Ausnahmen. „Bevor ich etwas falsches sage, sage ich: Es war interessant“, kommentiert Savvas Savvas kurz vor dem Ende. Der Grieche kämpft sich sich aber ebenso tapfer durch die Schweizer Bergwelt wie Juri Knorr, der wohl am meisten mit dem Abenteuer-Ausflug zu kämpfen hat. Der Zugang vom FC Barcelona leidet unter Höhenangst und kämpft mit sich bei jedem Hindernis. „Es war schon krass für mich, alleine hätte ich das wahrscheinlich nicht gemacht.“ In der Gruppe kommt aber auch der 19-Jährige durch, ebenso wie Betreuer Benedikt Selle, der gleichfalls mit viel Respekt gestartet ist: „Aber das hat man irgendwann vergessen, weil man einfach an andere Dinge gedacht hat.“ In der Tat ist das Gefühl für Zeit, Hunger oder gar Handball mit dem Anlegen des Neoprenanzugs beim Start auf 700 Höhenmetern vergessen. Im Gänsemarsch wandert die GWD-Gruppe mit vier Führern zum Einstieg in die Schlucht, vier Stunden später stehen sie erschöpft bei einer Brotzeit zusammen und blicken zufrieden zurück. „Das war richtig super“, sagt etwa Torwart Espen Christensen, dem die Action in den Bergen besser gefallen hat als die Kanu-Fahrt auf der Weser vor einem Jahr. Auch Carstens ist begeistert: „Ich habe schon zehn solcher Touren gemacht, aber das hier war mit Abstand die beste.“ Die gute Resonanz zeigt sich auch bei der Rückfahrt im Mannschaftsbus, als auf vielen Spieler-Handys das Video von einem der Sprünge läuft, das Geschäftsführer Markus Kalusche auf der Tour gefilmt hat. Nicht nur deshalb dürfte die Teambuilding-Aktion 2019 einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mentaltrainer hilft GWD Teambuilding ist ein zentraler Aspekt des Trainingslagers, und bereits vorher hat sich GWD Mindens Coach Frank Carstens auf diesem Gebiet Hilfe geholt. Jörg Schiebel, Diakon aus Kutenhausen, arbeitet in der Vorbereitung mit den Handball-Profis und hilft ihnen beim respektvollen Umgang miteinander. „Es geht darum, wie wir uns auf Augenhöhe begegnen“, erklärt Carstens: „Atmosphäre und Werte sind wichtige Dinge. Er hilft uns dabei.“