Schaffhausen

GWD Minden arbeitet in Schaffhausen am Fundament

Sebastian Külbel

Aufgepasst: GWD Mindens Trainer Frank Carstens erklärt seinen Spielern, was er beim Training von ihnen erwartet.
Aufgepasst: GWD Mindens Trainer Frank Carstens erklärt seinen Spielern, was er beim Training von ihnen erwartet.

Schaffhausen (mt). Das Gerüst steht. So viel kann GWD Mindens Trainer Frank Carstens nach den ersten Tagen des zweigeteilten Trainingslagers in Schaffhausen und Linden schon sagen. Seit Freitag weilen die heimischen Handball-Profis im schweizerischen Grenzort und feilen dort am Fundament für die neue Saison – sportlich und menschlich.

Im Zentrum steht seit der Anreise am vorigen Freitag die taktische Basisarbeit. „Wir wollen in den grundlegenden Spielsituationen auf alles eine Antwort haben“, umreißt Carstens das wichtigste Ziel der Tage von Schaffhausen, das er schon als erreicht sieht: „Wir wissen, was wir machen wollen. Das müssen wir jetzt immer weiter verbessern und Varianten einbauen.“

Erster Gradmesser dafür war ein Testspiel beim sechsmaligen österreichischen Meister Alpla HC Hard, das GWD souverän 32:21 (16:10) gewann. „Wir haben mit unserer Kernbesetzung gespielt und haben das insgesamt gut gemacht“, schildert Carstens. Dessen Team wurde 20 Minuten vom Gegner und auch von den Schiedsrichtern gefordert. Als die Mindener sich auf deren Regelauslegung eingestellt hatten, steuerten sie ungefährdet dem klaren Sieg entgegen.

Zuschauer: Marian Michalczik ist krank und schaute gestern nur zu.
Zuschauer: Marian Michalczik ist krank und schaute gestern nur zu.

Vor allem mit der Abwehrleistung war der Coach zufrieden: „Die 6:0-Deckung war gut, wir haben kaum Gegentore über den Kreis bekommen.“ Auch im Angriff zeigten sich die bewährten Stammspieler sicher: „Wir haben so gut wie keine Gegenstöße kassiert.“

Gestern folgte dann ein gemeinsames Training mit den Kadetten Schaffhausen, in dessen BBC-Arena mit angeschlossenem Hotel die Mindener ihr Trainingslager absolvieren. In diesem standen die Perspektivspieler im Fokus, die sich im Spiel Sechs gegen Sechs auf ein Tor in verschiedenen Situationen gegen das Champions-League-Team beweisen mussten. „Im Angriff waren wir erst sehr verhalten und wurden dann immer mutiger. Defensiv galt das gleiche“, bilanzierte Carstens.

Abwehrtraining: Die Zugänge Juri Knorr, Lucas Meister und Malte Semisch (von links) werden von den Kadetten Schaffhausen geprüft. MT-Fotos: Külbel
Abwehrtraining: Die Zugänge Juri Knorr, Lucas Meister und Malte Semisch (von links) werden von den Kadetten Schaffhausen geprüft. MT-Fotos: Külbel

Schon am Morgen hatte er seinen Kader zu einer sehr intensiven Trainingseinheit gebeten, am Nachmittag wurden dann einige Akteure geschont, die tags zuvor viel gespielt hatten. Für die einen stand daher parallel zum Training physiotherapeutische Behandlung oder Krafttraining an, andere durften sich ausruhen. Zum Abschluss mussten dann aber alle wieder ran, als Carstens noch ein paar bissige Sprint-Intervalle forderte. Manch einer sank danach erschöpft auf den Hallenboden, und Maximilian Nowatzki sprach seinen Kollegen aus der Seele als er beim anschließenden Abendessen sagte: „Ich hasse es, aber es muss sein.“

Richtig angefressen schaute derweil Marian Michalczik seinen Kollegen beim Nachmittagstraining zu. Den Nationalspieler plagt eine Halsentzündung, er verbrachte den Tag wegen der Ansteckungsgefahr mit deutlichem Abstand zu seinen Kollegen. Auch Christoph Reißky war im Training nur am Rande dabei, ihn plagt ein leichter Muskelfaserriss im Oberschenkel. Noch gar nicht bei der Mannschaft ist Max Staar, der nach der U21-EM erst am Mittwoch im hessischen Linden dazu stößt.

Dort absolviert GWD Minden Teil zwei seines Trainingslagers und trifft bei einem Turnier auf den HSC Coburg (Mittwoch, 20.15 Uhr), den TV Hüttenberg (Donnerstag, 20.15 Uhr) und den Bergischen HC (Samstag, 19.30 Uhr). „Auf diese Spiele mit dem Höhepunkt BHC arbeiten wir hin, das Turnier wird zeigen, was uns fehlt“, sagt Carstens.

Schon der heutige Tag wird ihm zeigen, wie weit der Zusammenhalt im neuen Kader schon gewachsen ist: „Das ist für uns ganz wichtig in dieser Saison, und wir sind da auf einem guten Weg.“ Die Teambuilding-Aktion soll dazu weiter beitragen. Diesmal steht eine Canyoning-Tour in den Bergen rund um Luzern an, wo die Handballer im Neoprenanzug durch Schluchten springen, rutschen oder schwimmen.

Zitat

„Die Vokabeln sind erstmal klar.“ (GWD Mindens Trainer Frank Carstens über die Basisarbeit im Trainingslager)

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SchaffhausenGWD Minden arbeitet in Schaffhausen am FundamentSebastian KülbelSchaffhausen (mt). Das Gerüst steht. So viel kann GWD Mindens Trainer Frank Carstens nach den ersten Tagen des zweigeteilten Trainingslagers in Schaffhausen und Linden schon sagen. Seit Freitag weilen die heimischen Handball-Profis im schweizerischen Grenzort und feilen dort am Fundament für die neue Saison – sportlich und menschlich. Im Zentrum steht seit der Anreise am vorigen Freitag die taktische Basisarbeit. „Wir wollen in den grundlegenden Spielsituationen auf alles eine Antwort haben“, umreißt Carstens das wichtigste Ziel der Tage von Schaffhausen, das er schon als erreicht sieht: „Wir wissen, was wir machen wollen. Das müssen wir jetzt immer weiter verbessern und Varianten einbauen.“ Erster Gradmesser dafür war ein Testspiel beim sechsmaligen österreichischen Meister Alpla HC Hard, das GWD souverän 32:21 (16:10) gewann. „Wir haben mit unserer Kernbesetzung gespielt und haben das insgesamt gut gemacht“, schildert Carstens. Dessen Team wurde 20 Minuten vom Gegner und auch von den Schiedsrichtern gefordert. Als die Mindener sich auf deren Regelauslegung eingestellt hatten, steuerten sie ungefährdet dem klaren Sieg entgegen. Vor allem mit der Abwehrleistung war der Coach zufrieden: „Die 6:0-Deckung war gut, wir haben kaum Gegentore über den Kreis bekommen.“ Auch im Angriff zeigten sich die bewährten Stammspieler sicher: „Wir haben so gut wie keine Gegenstöße kassiert.“ Gestern folgte dann ein gemeinsames Training mit den Kadetten Schaffhausen, in dessen BBC-Arena mit angeschlossenem Hotel die Mindener ihr Trainingslager absolvieren. In diesem standen die Perspektivspieler im Fokus, die sich im Spiel Sechs gegen Sechs auf ein Tor in verschiedenen Situationen gegen das Champions-League-Team beweisen mussten. „Im Angriff waren wir erst sehr verhalten und wurden dann immer mutiger. Defensiv galt das gleiche“, bilanzierte Carstens. Schon am Morgen hatte er seinen Kader zu einer sehr intensiven Trainingseinheit gebeten, am Nachmittag wurden dann einige Akteure geschont, die tags zuvor viel gespielt hatten. Für die einen stand daher parallel zum Training physiotherapeutische Behandlung oder Krafttraining an, andere durften sich ausruhen. Zum Abschluss mussten dann aber alle wieder ran, als Carstens noch ein paar bissige Sprint-Intervalle forderte. Manch einer sank danach erschöpft auf den Hallenboden, und Maximilian Nowatzki sprach seinen Kollegen aus der Seele als er beim anschließenden Abendessen sagte: „Ich hasse es, aber es muss sein.“ Richtig angefressen schaute derweil Marian Michalczik seinen Kollegen beim Nachmittagstraining zu. Den Nationalspieler plagt eine Halsentzündung, er verbrachte den Tag wegen der Ansteckungsgefahr mit deutlichem Abstand zu seinen Kollegen. Auch Christoph Reißky war im Training nur am Rande dabei, ihn plagt ein leichter Muskelfaserriss im Oberschenkel. Noch gar nicht bei der Mannschaft ist Max Staar, der nach der U21-EM erst am Mittwoch im hessischen Linden dazu stößt. Dort absolviert GWD Minden Teil zwei seines Trainingslagers und trifft bei einem Turnier auf den HSC Coburg (Mittwoch, 20.15 Uhr), den TV Hüttenberg (Donnerstag, 20.15 Uhr) und den Bergischen HC (Samstag, 19.30 Uhr). „Auf diese Spiele mit dem Höhepunkt BHC arbeiten wir hin, das Turnier wird zeigen, was uns fehlt“, sagt Carstens. Schon der heutige Tag wird ihm zeigen, wie weit der Zusammenhalt im neuen Kader schon gewachsen ist: „Das ist für uns ganz wichtig in dieser Saison, und wir sind da auf einem guten Weg.“ Die Teambuilding-Aktion soll dazu weiter beitragen. Diesmal steht eine Canyoning-Tour in den Bergen rund um Luzern an, wo die Handballer im Neoprenanzug durch Schluchten springen, rutschen oder schwimmen. Zitat „Die Vokabeln sind erstmal klar.“ (GWD Mindens Trainer Frank Carstens über die Basisarbeit im Trainingslager)