Minden

Jubiläumstreffen der 79er GWD-Pokalsieger: „Das gibt es nur bei ganz wenigen Teams“

Marcus Riechmann

Glorreiche 79er: (oben v. l.) Gerhard Buddenbohm, Gerd Becker, Detlev Schubert, Dieter Waltke, Hans-Jürgen Grund, Bernhard Busch, Horst Bredemeier sowie (u. v. l.) Günter Gieseking, Gerd Amann, Detlef Meyer und Hermann-Josef Häring. MT- - © Foto: rich
Glorreiche 79er: (oben v. l.) Gerhard Buddenbohm, Gerd Becker, Detlev Schubert, Dieter Waltke, Hans-Jürgen Grund, Bernhard Busch, Horst Bredemeier sowie (u. v. l.) Günter Gieseking, Gerd Amann, Detlef Meyer und Hermann-Josef Häring. MT- (© Foto: rich)

Minden (mt). Die Erinnerung an den Pokalsieg 1979 ist eine besondere. Denn der Titel, den die Handballer von TSV Grün-Weiß Dankersen vor 40 Jahren gewannen, war der letzte große Triumph. Gemeinsam mit den Mitgliedern der GWD-Traditionsmannschaft trafen sich die Pokalhelden von einst nun in ihrer alten Stammkneipe „Zum kühlen Grund“ in Hahlen und erweckten zum Jubiläum die alten Zeiten anekdotenreich zu neuem Leben.

„Hier lag so manches Mal der Wirt früher im Bett als die Spieler“, erinnerte sich Horst Bredemeier, der als Erfolgscoach der in die Regionalliga aufgestiegenen 2. Mannschaft im April 1979 Trainer der Bundesliga-Männer wurde und sogleich den Pokalsieg feierte. „Die überraschende Berufung damals hat dazu beigetragen, dass ich in den 80er Jahren mein Hobby zum Beruf machen durfte“, nutzte er seine Rede, um Dank zu sagen.

Gerhard Buddenbohm, Archivar, Organisator und der „Vater der Kompanie“ erinnerte an ein besonders Jahr: 1979, als GWD mit dem Melitta-Schriftzug erstmals Werbung auf dem Trikot trug, stieg die GWD-Zweite in die Regionalliga als zweithöchste deutsche Spielklasse auf. Die B-Jugend des Vereins stürmte zur Deutschen Meisterschaft und die Handballerinnen von Eintracht Minden wurden nach einem 14:15 gegen Bayer Leverkusen deutscher Vize-Meister – 13 Tore warf Sigrid Bierbaum.

Vor allem aber war es das Jahr, in dem der Dorfklub aus Dankersen in Hamburg gegen den THW Kiel mit einem 19:14-Sieg den DHB-Pokal gewann. In den Männern der damaligen Heldentruppe lebt mehr als nur Erinnerung fort. In ihnen wird sichtbar, was GWD Minden ausmacht: familiärer Zusammenhalt zum Beispiel. „Das gibt es nur bei ganz wenigen Mannschaften“, hebt Bernhard Busch hervor. Der heute 68-Jährige, der damals sechs Tore zum Sieg beitrug, steht mit den alten Mitspielern noch rege in Kontakt.

Auch für Kontinuität und Tradition stehen die alten Recken. „Wir gehören seit rund 60 Jahren zu den Top-20 des deutschen Handballs. Es gibt nicht viele Vereine, die das über sich sagen können“, meint Günter Gieseking, damals Co-Trainer, heute Team-Manager der Bundesliga-Männer und damit selbst ein Beleg für den Dankerser Weg.

Postalisch grüßte Peter Krebs seine alten Weggefährten. Verlesen von Gerd Buddenbohm gaben die Zeilen aus Mallorca den Verlauf des bis in die Nacht währenden Abends vor. Denn so schließt der Brief: „Ich habe meine fünf Mindener Jahre an Eurer Seite genossen... Genießt diesen Abend und frischt die alten Zeiten auf. Die nimmt uns keiner mehr. #5 Piet (2 Tore).“

Gruß aus der Ferne: Mein lieber Mann

Peter Krebs, dessen Bundesliga-Karriere in Minden ihren Anfang nahm, konnte am 40er Jubiläum nicht teilnehmen. Er sandte einen Brief aus dem Urlaub auf Mallorca in dem er an besondere Momente des Pokalsiegs erinnerte.

So schreibt er: „Mit grün-weißer Abwehrkunst und vorn mit einem Großgärtner in Bestform haben wir es den Kieler Sprotten gezeigt.“

Er erinnert sich an das Bankett mit Vlado Stenzel: „Um Mitternacht durfte ich meinen 22. Geburtstag feiern. Nach einer promillefreudigen Rückfahrt taumelte der harte Kern noch in den Partykeller von Familie Berg. Und da war sie plötzlich: Meine Szene des Abends. Axel Axelsson fiel samt Barhocker und Bierflasche rücklings und ohne Abwehrbewegung auf den Boden. Schüttelte sich kurz und stammelte die Worte: Mein lieber Mann. Stellte den Hocker wieder hin und nahm sich ein frisches Bier. Seitdem liebe ich Isländer.“

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MindenJubiläumstreffen der 79er GWD-Pokalsieger: „Das gibt es nur bei ganz wenigen Teams“Marcus RiechmannMinden (mt). Die Erinnerung an den Pokalsieg 1979 ist eine besondere. Denn der Titel, den die Handballer von TSV Grün-Weiß Dankersen vor 40 Jahren gewannen, war der letzte große Triumph. Gemeinsam mit den Mitgliedern der GWD-Traditionsmannschaft trafen sich die Pokalhelden von einst nun in ihrer alten Stammkneipe „Zum kühlen Grund“ in Hahlen und erweckten zum Jubiläum die alten Zeiten anekdotenreich zu neuem Leben. „Hier lag so manches Mal der Wirt früher im Bett als die Spieler“, erinnerte sich Horst Bredemeier, der als Erfolgscoach der in die Regionalliga aufgestiegenen 2. Mannschaft im April 1979 Trainer der Bundesliga-Männer wurde und sogleich den Pokalsieg feierte. „Die überraschende Berufung damals hat dazu beigetragen, dass ich in den 80er Jahren mein Hobby zum Beruf machen durfte“, nutzte er seine Rede, um Dank zu sagen. Gerhard Buddenbohm, Archivar, Organisator und der „Vater der Kompanie“ erinnerte an ein besonders Jahr: 1979, als GWD mit dem Melitta-Schriftzug erstmals Werbung auf dem Trikot trug, stieg die GWD-Zweite in die Regionalliga als zweithöchste deutsche Spielklasse auf. Die B-Jugend des Vereins stürmte zur Deutschen Meisterschaft und die Handballerinnen von Eintracht Minden wurden nach einem 14:15 gegen Bayer Leverkusen deutscher Vize-Meister – 13 Tore warf Sigrid Bierbaum. Vor allem aber war es das Jahr, in dem der Dorfklub aus Dankersen in Hamburg gegen den THW Kiel mit einem 19:14-Sieg den DHB-Pokal gewann. In den Männern der damaligen Heldentruppe lebt mehr als nur Erinnerung fort. In ihnen wird sichtbar, was GWD Minden ausmacht: familiärer Zusammenhalt zum Beispiel. „Das gibt es nur bei ganz wenigen Mannschaften“, hebt Bernhard Busch hervor. Der heute 68-Jährige, der damals sechs Tore zum Sieg beitrug, steht mit den alten Mitspielern noch rege in Kontakt. Auch für Kontinuität und Tradition stehen die alten Recken. „Wir gehören seit rund 60 Jahren zu den Top-20 des deutschen Handballs. Es gibt nicht viele Vereine, die das über sich sagen können“, meint Günter Gieseking, damals Co-Trainer, heute Team-Manager der Bundesliga-Männer und damit selbst ein Beleg für den Dankerser Weg. Postalisch grüßte Peter Krebs seine alten Weggefährten. Verlesen von Gerd Buddenbohm gaben die Zeilen aus Mallorca den Verlauf des bis in die Nacht währenden Abends vor. Denn so schließt der Brief: „Ich habe meine fünf Mindener Jahre an Eurer Seite genossen... Genießt diesen Abend und frischt die alten Zeiten auf. Die nimmt uns keiner mehr. #5 Piet (2 Tore).“ Gruß aus der Ferne: Mein lieber Mann Peter Krebs, dessen Bundesliga-Karriere in Minden ihren Anfang nahm, konnte am 40er Jubiläum nicht teilnehmen. Er sandte einen Brief aus dem Urlaub auf Mallorca in dem er an besondere Momente des Pokalsiegs erinnerte. So schreibt er: „Mit grün-weißer Abwehrkunst und vorn mit einem Großgärtner in Bestform haben wir es den Kieler Sprotten gezeigt.“ Er erinnert sich an das Bankett mit Vlado Stenzel: „Um Mitternacht durfte ich meinen 22. Geburtstag feiern. Nach einer promillefreudigen Rückfahrt taumelte der harte Kern noch in den Partykeller von Familie Berg. Und da war sie plötzlich: Meine Szene des Abends. Axel Axelsson fiel samt Barhocker und Bierflasche rücklings und ohne Abwehrbewegung auf den Boden. Schüttelte sich kurz und stammelte die Worte: Mein lieber Mann. Stellte den Hocker wieder hin und nahm sich ein frisches Bier. Seitdem liebe ich Isländer.“