Minden

Der Blick geht nach oben: Für GWD ist Platz zehn noch möglich

Marcus Riechmann

Max Staar hofft auf einen Sieg in Ludwigshafen als positiven Saisonabschluss. Und er hofft auf seinen Start bei der WM der 21-Junioren in Spanien. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Max Staar hofft auf einen Sieg in Ludwigshafen als positiven Saisonabschluss. Und er hofft auf seinen Start bei der WM der 21-Junioren in Spanien. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden (mt). Und? Wie war das Handballjahr? Muss zum Abschluss unbedingt ein Sieg her? Fragen zur Saisonbilanz beantwortet Frank Carstens. Professionell. Wie immer. Doch er antwortet nicht gern. „Dafür ist es eigentlich zu früh", sagt der Trainer des Bundesligisten GWD Minden, „wir haben noch ein Spiel vor uns. Es ist noch vieles möglich."

Damit hat der erfahrene Coach fraglos Recht. Es ist in der Tat noch eine Menge möglich für sein Team, dass nach wenig erfolgreichen Monaten mit einem Sieg beim Saisonfinale am Sonntag in Ludwigshafen in der Tabelle noch einen mächtigen Sprung nach vorn machen kann. Rang zehn winkt und damit die beste Platzierung seit der Saison 2001/2002, als GWD mit Carstens als Linksaußen auf Platz neun landete.

Von diesem neunten und damit einem einstelligen Platz durfte man in Minden vor einem halben Jahr träumen. Einen prächtigen Handball-Herbst hatte die Mannschaft am 2. Dezember 2018 mit einem 40:28-Heimsieg gegen den VfL Gummersbach abgeschlossen und Hoffnungen geweckt. Auf Rang sieben waren die von Dalibor Doder in Topform geführten Grün-Weißen in der Tabelle geklettert. Nach 15 Spielen standen acht Siege und 16:14 Punkte zu Buche. Dann folgte die Niederlage beim Bergischen HC und im Zuge der belastenden Vertragsgespräche mit Doder und Co. der schleichende Niedergang. In den folgenden 18 Spielen gelangen noch vier Siege. Auch das letzte Heimspiel der Saison gegen den Bergischen HC ging verloren. Mit 25:41 Zählern liegt GWD nach 33 Spielen auf Platz 14.

Nun bietet das Saisonfinale bei den Eulen Ludwigshafen die Möglichkeit, die Situation doch noch zum Guten zu wenden. Mit einem Sieg würde Minden erstens das Minimalziel „besser als letzte Saison" erreichen und die Punkte-Ausbeute von 26 (Sommer 2018) auf 27 erhöhen. Zweitens könnte mehr als der zwölfte Platz der letzten Spielzeit herausspringen. Denn die Konkurrenz im unteren Mittelfeld liegt dicht beieinander. Lediglich zwei Punkte und acht Tore liegt GWD hinter der HSG Wetzlar auf Rang zehn. Nicht nur das: Die vor Minden liegenden Teams haben anspruchsvolle Aufgaben am letzten Spieltag zu bewältigen. Platz zehn ist machbar.

Das würde auch Coach Carstens gefallen. „Uns erwartet ein schweres Spiel, Ludwigshafen kämpft um die letzte Chance. Aber wir wollen mit einem Sieg aus der Saison gehen, wir wollen einen guten Abschluss", wünscht er sich, dass das Team ein positives Gefühl in den Sommer mitnimmt. Doch gleich, ob nun Platz zehn oder 14 – für den 47-Jährigen steht bereits fest: „Wir haben eine ordentliche Saison gespielt. Wir sollten das am Ende nicht an einem einzelnen Spiel festmachen" Er spricht von Hängern, von Phasen mit denen er nicht zufrieden ist. „Aber wir haben uns in einigen Bereichen verbessert. Dinge mit dem Ball machen wir besser, im Spiel ohne Ball haben wir noch Potenzial."

Auch Max Staar bewertet die Saison „insgesamt positiv". Platz zehn wäre schön, sagt der GWD-Rechtsaußen: „Man fährt dann lockerer in den Urlaub." Der beginnt für die meisten Spieler bereits mit dem Schlusspfiff in Ludwigshafen am Sonntag um circa 16.30 Uhr. Bis zum Beginn der Saisonvorbereitung am 15. Juli bekommen die Spieler frei – natürlich mit dem entsprechenden Fitnessprogramm. Für Savvas Savvas geht es in die griechische Heimat, Aliaksandr Padshyvalau besucht mit Freundin Dasha die Familie in Weißrussland, danach folgt etwas Entspannung auf Zypern. Für einige Spieler stehen vor den Urlaubswochen Umzüge oder auch Nationalmannschafts-Einsätze an. Miljan Pusica reist beispielsweise aus Ludwigshafen direkt zum EM-Qualifikationsspiel der Serben in Belgien weiter.

Doch während alle anderen GWD-Profis auf die eine oder andere Art Urlaub in die GWD-freie Zeit einweben, bleibt Staar am Ball. So hofft er. Denn er gehört zum Kader aus dem Bundestrainer Martin Heuberger das Team für die Weltmeisterschaft der U21-Junioren nominieren wird. Von 16.- bis 28. Juli werden die Titelkämpfe in Spanien ausgetragen. Vorher stehen noch Lehrgänge und Spiele an. Die WM-Vorbereitung beginnt am 23. Juni mit einem Lehrgang in Steinbach, danach nimmt das Team vom 27. bis 30. Juni an der Airport-Trophy in der Schweiz teil. „Ich hoffe natürlich auf eine Einladung", sagt Staar, der daher nur einen kurzen Heimat-Besuch bei der Familie in Hagen plant. Am besten mit einem positiven Gefühl und einem Sieg zum Saisonfinale im Gepäck.

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MindenDer Blick geht nach oben: Für GWD ist Platz zehn noch möglichMarcus RiechmannMinden (mt). Und? Wie war das Handballjahr? Muss zum Abschluss unbedingt ein Sieg her? Fragen zur Saisonbilanz beantwortet Frank Carstens. Professionell. Wie immer. Doch er antwortet nicht gern. „Dafür ist es eigentlich zu früh", sagt der Trainer des Bundesligisten GWD Minden, „wir haben noch ein Spiel vor uns. Es ist noch vieles möglich." Damit hat der erfahrene Coach fraglos Recht. Es ist in der Tat noch eine Menge möglich für sein Team, dass nach wenig erfolgreichen Monaten mit einem Sieg beim Saisonfinale am Sonntag in Ludwigshafen in der Tabelle noch einen mächtigen Sprung nach vorn machen kann. Rang zehn winkt und damit die beste Platzierung seit der Saison 2001/2002, als GWD mit Carstens als Linksaußen auf Platz neun landete. Von diesem neunten und damit einem einstelligen Platz durfte man in Minden vor einem halben Jahr träumen. Einen prächtigen Handball-Herbst hatte die Mannschaft am 2. Dezember 2018 mit einem 40:28-Heimsieg gegen den VfL Gummersbach abgeschlossen und Hoffnungen geweckt. Auf Rang sieben waren die von Dalibor Doder in Topform geführten Grün-Weißen in der Tabelle geklettert. Nach 15 Spielen standen acht Siege und 16:14 Punkte zu Buche. Dann folgte die Niederlage beim Bergischen HC und im Zuge der belastenden Vertragsgespräche mit Doder und Co. der schleichende Niedergang. In den folgenden 18 Spielen gelangen noch vier Siege. Auch das letzte Heimspiel der Saison gegen den Bergischen HC ging verloren. Mit 25:41 Zählern liegt GWD nach 33 Spielen auf Platz 14. Nun bietet das Saisonfinale bei den Eulen Ludwigshafen die Möglichkeit, die Situation doch noch zum Guten zu wenden. Mit einem Sieg würde Minden erstens das Minimalziel „besser als letzte Saison" erreichen und die Punkte-Ausbeute von 26 (Sommer 2018) auf 27 erhöhen. Zweitens könnte mehr als der zwölfte Platz der letzten Spielzeit herausspringen. Denn die Konkurrenz im unteren Mittelfeld liegt dicht beieinander. Lediglich zwei Punkte und acht Tore liegt GWD hinter der HSG Wetzlar auf Rang zehn. Nicht nur das: Die vor Minden liegenden Teams haben anspruchsvolle Aufgaben am letzten Spieltag zu bewältigen. Platz zehn ist machbar. Das würde auch Coach Carstens gefallen. „Uns erwartet ein schweres Spiel, Ludwigshafen kämpft um die letzte Chance. Aber wir wollen mit einem Sieg aus der Saison gehen, wir wollen einen guten Abschluss", wünscht er sich, dass das Team ein positives Gefühl in den Sommer mitnimmt. Doch gleich, ob nun Platz zehn oder 14 – für den 47-Jährigen steht bereits fest: „Wir haben eine ordentliche Saison gespielt. Wir sollten das am Ende nicht an einem einzelnen Spiel festmachen" Er spricht von Hängern, von Phasen mit denen er nicht zufrieden ist. „Aber wir haben uns in einigen Bereichen verbessert. Dinge mit dem Ball machen wir besser, im Spiel ohne Ball haben wir noch Potenzial." Auch Max Staar bewertet die Saison „insgesamt positiv". Platz zehn wäre schön, sagt der GWD-Rechtsaußen: „Man fährt dann lockerer in den Urlaub." Der beginnt für die meisten Spieler bereits mit dem Schlusspfiff in Ludwigshafen am Sonntag um circa 16.30 Uhr. Bis zum Beginn der Saisonvorbereitung am 15. Juli bekommen die Spieler frei – natürlich mit dem entsprechenden Fitnessprogramm. Für Savvas Savvas geht es in die griechische Heimat, Aliaksandr Padshyvalau besucht mit Freundin Dasha die Familie in Weißrussland, danach folgt etwas Entspannung auf Zypern. Für einige Spieler stehen vor den Urlaubswochen Umzüge oder auch Nationalmannschafts-Einsätze an. Miljan Pusica reist beispielsweise aus Ludwigshafen direkt zum EM-Qualifikationsspiel der Serben in Belgien weiter. Doch während alle anderen GWD-Profis auf die eine oder andere Art Urlaub in die GWD-freie Zeit einweben, bleibt Staar am Ball. So hofft er. Denn er gehört zum Kader aus dem Bundestrainer Martin Heuberger das Team für die Weltmeisterschaft der U21-Junioren nominieren wird. Von 16.- bis 28. Juli werden die Titelkämpfe in Spanien ausgetragen. Vorher stehen noch Lehrgänge und Spiele an. Die WM-Vorbereitung beginnt am 23. Juni mit einem Lehrgang in Steinbach, danach nimmt das Team vom 27. bis 30. Juni an der Airport-Trophy in der Schweiz teil. „Ich hoffe natürlich auf eine Einladung", sagt Staar, der daher nur einen kurzen Heimat-Besuch bei der Familie in Hagen plant. Am besten mit einem positiven Gefühl und einem Sieg zum Saisonfinale im Gepäck.