Minden

Letztes Saisonspiel für GWD Minden: Mit Volldampf in den Abstiegskampf

Marcus Riechmann

Den Einsatz, den Marian Michalczik hier im letzten Heimspiel gegen Tomas Babak und Csaba Szücs (rechts) vom Bergischen HC zeigt, wünscht sich Trainer Frank Carstens auch zum Saisonfinale am Sonntag von seinen Spielern. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Den Einsatz, den Marian Michalczik hier im letzten Heimspiel gegen Tomas Babak und Csaba Szücs (rechts) vom Bergischen HC zeigt, wünscht sich Trainer Frank Carstens auch zum Saisonfinale am Sonntag von seinen Spielern. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden (mt). Die Handball-Bundesliga steuert auf ein dramatisches Finale zu. Sowohl im Titelrennen wie auch im Kampf um den Klassenerhalt fallen die Entscheidungen erst am letzten Spieltag. Mittendrin: GWD Minden. Selbst hat die Mannschaft von Trainer Frank Carstens zwar schon lange nichts mehr mit dem Abstieg zu tun, doch im letzten Spiel der Saison führt der Weg die Mindener nach Ludwigshafen. Für die seit Monaten am Tabellenende festhängenden Gastgeber geht es am Sonntag um 15 Uhr um alles: Mit einem Sieg gegen GWD können sich die Eulen retten – wenn zeitgleich die beiden Kellerkonkurrenten SG BBM Bietigheim und VfL Gummersbach Unentschieden spielen.

Der Rolle und zugleich der Verantwortung als Zünglein an der Waage im Abstiegskampf ist man sich bei GWD bewusst. „Wir haben eine Verpflichtung gegenüber der Liga“, mahnt Carstens seine Mannschaft zu einem couragierten Auftritt. Auch innerhalb des Teams ist man sich der Bedeutung des Spiels bewusst. „Im Training sind alle fokussiert, keiner redet schon vom Urlaub“, berichtet Max Staar. Der junge GWD-Rechtsaußen hat von Kollegen aus anderen Teams bereits Rückmeldung zur Ludwigshafen-Reise bekommen. „Einer schrieb: Da habt ihr eine ganz schöne Aufgabe“, erzählt Staar und stellt fest: „Dieses Spiel wird wichtig für unsere Außendarstellung.“

Die Eulen haben sich mit einem völlig unerwarteten Kraftakt überhaupt erst in die Situation gespielt, dass sie am letzten Spieltag noch die Chance zur Rettung besitzen. Die Pfälzer gewannen am vergangenen Wochenende das Auswärtsspiel bei den Rhein-Neckar Löwen 29:26. „Ein Sieg bei den Löwen geht in die Geschichtsbücher ein. In fremder Halle vor 9.000 Leuten – mehr geht nicht!“, sagte Eulen-Trainer Benjamin Matschke im Nachgang. Nun legt man alle Kraft in die Heimpartie gegen Minden. „Wir haben jetzt dieses letzte Spiel, auf das wir das ganze Jahr hingearbeitet haben. Wir wollen unsere Hausaufgaben machen. Alles andere haben wir nicht in der Hand. Wir freuen uns auf eine außergewöhnliche Atmosphäre und eine volle Eberthölle“, sagt Matschke und deutet an, worauf sich das GWD-Team einstellen darf: Auf einen wild entschlossenen Gegner und ein frenetisches Publikum.

Die dichte Atmosphäre in der mit 2.350 Fans schon lange ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle kennt Carstens aus etlichen Gastspielen. „Das ist speziell“, sagt der GWD-Coach und verwendet damit dasselbe Adjektiv wie sein Rechtsaußen. „Die Fans können die Mannschaft nach vorne peitschen“, erinnert sich Staar an den letzten Besuch, der mit einem hart erkämpften 21:21 endete.

„Die spielen um ihre letzte Chance. Das wird ein hartes Spiel, ein intensiver Fight“, erwartet der Trainer. „Wir müssen den Kampf annehmen“, fordert Carstens einerseits von seinen Spielern. Doch zugleich wünscht er: „Wir müssen den Kopf oben behalten.“ Soll heißen: „Wir wollen nicht deren Spiel spielen, sondern unsere sportliche Qualität einbringen.“ Hohe Passqualität, gutes Entscheidungsverhalten und konsequentes Tempospiel will Carstens dem Siegeswillen der Eulen entgegensetzen.

Dabei wird der Trainer auf einige wichtige Spieler verzichten müssen. Wie schon bei der Heimpleite gegen den Bergischen HC wird Dalibor Doder wegen seiner Wadenverletzung ausfallen. Identische muskuläre Probleme am Unterschenkel machen auch Torjäger Christoffer Rambo zu schaffen. „Sie werden nicht spielen können“, meint Carstens. Ob Miljan Pusica mitwirken kann, ist fraglich. Der kampfstarke Stützpfeiler der Deckung hat sich am Montag in einem Testspiel in Ankum (ein Dank für das Trainingslager im vergangenen Sommer) eine Knieverletzung zugezogen. „Das macht es nicht einfacher“, sagt Carstens über die personellen Probleme. Zuversichtlich ist er bei Torhüter Kim Sonne und Kreisläufer Anton Mansson, die trotz leichter Blessuren für ihr letztes Spiel im GWD-Trikot zur Verfügung stehen sollten: „Bei den beiden sieht es gut aus“, sagt der Coach und gibt ungeachtet der Verletzungsausfälle eine klare Devise aus: „Wir haben im Training noch mal alle Kräfte mobilisiert. Wir wollen uns ordentlich aus der Saison verabschieden.“

Der Autor ist erreichbar unter (05 71) 882-159 oder unter Marcus.Riechmann@MT.de

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MindenLetztes Saisonspiel für GWD Minden: Mit Volldampf in den AbstiegskampfMarcus RiechmannMinden (mt). Die Handball-Bundesliga steuert auf ein dramatisches Finale zu. Sowohl im Titelrennen wie auch im Kampf um den Klassenerhalt fallen die Entscheidungen erst am letzten Spieltag. Mittendrin: GWD Minden. Selbst hat die Mannschaft von Trainer Frank Carstens zwar schon lange nichts mehr mit dem Abstieg zu tun, doch im letzten Spiel der Saison führt der Weg die Mindener nach Ludwigshafen. Für die seit Monaten am Tabellenende festhängenden Gastgeber geht es am Sonntag um 15 Uhr um alles: Mit einem Sieg gegen GWD können sich die Eulen retten – wenn zeitgleich die beiden Kellerkonkurrenten SG BBM Bietigheim und VfL Gummersbach Unentschieden spielen. Der Rolle und zugleich der Verantwortung als Zünglein an der Waage im Abstiegskampf ist man sich bei GWD bewusst. „Wir haben eine Verpflichtung gegenüber der Liga“, mahnt Carstens seine Mannschaft zu einem couragierten Auftritt. Auch innerhalb des Teams ist man sich der Bedeutung des Spiels bewusst. „Im Training sind alle fokussiert, keiner redet schon vom Urlaub“, berichtet Max Staar. Der junge GWD-Rechtsaußen hat von Kollegen aus anderen Teams bereits Rückmeldung zur Ludwigshafen-Reise bekommen. „Einer schrieb: Da habt ihr eine ganz schöne Aufgabe“, erzählt Staar und stellt fest: „Dieses Spiel wird wichtig für unsere Außendarstellung.“ Die Eulen haben sich mit einem völlig unerwarteten Kraftakt überhaupt erst in die Situation gespielt, dass sie am letzten Spieltag noch die Chance zur Rettung besitzen. Die Pfälzer gewannen am vergangenen Wochenende das Auswärtsspiel bei den Rhein-Neckar Löwen 29:26. „Ein Sieg bei den Löwen geht in die Geschichtsbücher ein. In fremder Halle vor 9.000 Leuten – mehr geht nicht!“, sagte Eulen-Trainer Benjamin Matschke im Nachgang. Nun legt man alle Kraft in die Heimpartie gegen Minden. „Wir haben jetzt dieses letzte Spiel, auf das wir das ganze Jahr hingearbeitet haben. Wir wollen unsere Hausaufgaben machen. Alles andere haben wir nicht in der Hand. Wir freuen uns auf eine außergewöhnliche Atmosphäre und eine volle Eberthölle“, sagt Matschke und deutet an, worauf sich das GWD-Team einstellen darf: Auf einen wild entschlossenen Gegner und ein frenetisches Publikum. Die dichte Atmosphäre in der mit 2.350 Fans schon lange ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle kennt Carstens aus etlichen Gastspielen. „Das ist speziell“, sagt der GWD-Coach und verwendet damit dasselbe Adjektiv wie sein Rechtsaußen. „Die Fans können die Mannschaft nach vorne peitschen“, erinnert sich Staar an den letzten Besuch, der mit einem hart erkämpften 21:21 endete. „Die spielen um ihre letzte Chance. Das wird ein hartes Spiel, ein intensiver Fight“, erwartet der Trainer. „Wir müssen den Kampf annehmen“, fordert Carstens einerseits von seinen Spielern. Doch zugleich wünscht er: „Wir müssen den Kopf oben behalten.“ Soll heißen: „Wir wollen nicht deren Spiel spielen, sondern unsere sportliche Qualität einbringen.“ Hohe Passqualität, gutes Entscheidungsverhalten und konsequentes Tempospiel will Carstens dem Siegeswillen der Eulen entgegensetzen. Dabei wird der Trainer auf einige wichtige Spieler verzichten müssen. Wie schon bei der Heimpleite gegen den Bergischen HC wird Dalibor Doder wegen seiner Wadenverletzung ausfallen. Identische muskuläre Probleme am Unterschenkel machen auch Torjäger Christoffer Rambo zu schaffen. „Sie werden nicht spielen können“, meint Carstens. Ob Miljan Pusica mitwirken kann, ist fraglich. Der kampfstarke Stützpfeiler der Deckung hat sich am Montag in einem Testspiel in Ankum (ein Dank für das Trainingslager im vergangenen Sommer) eine Knieverletzung zugezogen. „Das macht es nicht einfacher“, sagt Carstens über die personellen Probleme. Zuversichtlich ist er bei Torhüter Kim Sonne und Kreisläufer Anton Mansson, die trotz leichter Blessuren für ihr letztes Spiel im GWD-Trikot zur Verfügung stehen sollten: „Bei den beiden sieht es gut aus“, sagt der Coach und gibt ungeachtet der Verletzungsausfälle eine klare Devise aus: „Wir haben im Training noch mal alle Kräfte mobilisiert. Wir wollen uns ordentlich aus der Saison verabschieden.“ Der Autor ist erreichbar unter (05 71) 882-159 oder unter Marcus.Riechmann@MT.de