GWD verliert nach ganz schwacher zweiter Halbzeit verdient gegen Leipzig

Sebastian Külbel

Mindens Miljan Pusica im Zweikampf mit dem Leipziger Maciej Gebala. - © Noah Wedel
Mindens Miljan Pusica im Zweikampf mit dem Leipziger Maciej Gebala. (© Noah Wedel)

Minden (m). Wenige Höhen, dramatische Tiefen und am Ende eine bittere Niederlage: GWD Minden erlebte im Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig ein Wellenbad der Gefühle und hatte sich die 24:26 (16:12)-Heimpleite nach einer ganz schwachen zweiten Halbzeit selbst zuzuschreiben.

Erneut hatte gegen Leipzig eine klare Führung nicht gereicht, schon das Hinspiel hatten die Mindener nach einem ähnlichen Verlauf unnötig verloren. Die Gäste erkämpften sich ihren verdienten Sieg, weil sie nie die Nerven verloren und der GWD-Angriff im zweiten Durchgang nur mickrige acht Tore und viel zu viele Fehler produzierte.

Die Gastgeber brauchten zehn Minuten, um richtig ins Spiel zu finden. Die Abwehr hatte zunächst wenig Kontakt zum Gegner, der so zu leichten Rückraum-Toren kam und 5:3 führte (9.). Das Spiel kippte mit drei wichtigen Aktionen: Erst hielt GWD-Torwart Kim Sonne einen Freiwurf und auch den Nachwurf, dann musste der Leipziger Bastian Roscheck nach einem Foul an Aliaksandr Padshyvalau für zwei Minuten raus, und schließlich traf Dalibor Doder mit einem lässigen Wurf zum 5:5-Ausgleich (13.).

Danach fand die Mindener Deckung ihre Aggressivität, und fortan überrollte GWD den Gegner einige Minuten lang förmlich. Nach schwachen Abschlüssen rollte ein Gegenstoß nach dem anderen auf das Leipziger Tor, und Kevin Gulliksen zeigte sich mit insgesamt sieben Treffern im ersten Durchgang als sicherer Vollstrecker. Die Grün-Weißen warfen beim 11:6 (20.) erstmals einen Fünf-Tore-Vorsprung heraus, den sie danach hielten. Als sie nach einer Zeitstrafe gegen Mindens Magnus Gullerud in Überzahl waren, verkürzten die Leipziger zum 16:12-Pausenstand.

Das machte den Gästen Mut, sich nicht abschütteln zu lassen. Zudem nutzten die Mindener ihre Chancen nicht mehr und luden den Gegner zu einem Comeback ein. Beim 19:14 unterlief GWD im Angriff ein Fehlpass, der zum Gegentor führte (39.). Und danach arbeiteten sich die Gäste Stück für Stück wieder heran. Beim 21:19 von Niclas Piezkowski war der Vorsprung auf zwei Tore geschmolzen (44.) und das Spiel wurde wieder spannend.

Beide Mannschaften wurden nun nervös - die Gäste, weil sie plötzlich ihre Chance witterten, und GWD, weil die einst komfortable Führung dahin war. Nach einigen wilden Fehlwürfen auf beiden Seiten brachte Philipp Weber Leipzig sogar auf ein Tor heran, Marian Michalczik antwortete mit dem 22:20 (47.). Das brachte aber keine Sicherheit. Die nächsten beiden Mindener Angriffe verpufften wieder, und Leipzig schaffte in der 51. Minute den ersten Ausgleich seit dem 5:5.

Das Spiel stand nun auf Messers Schneide, und Leipzig hatte die besseren Nerven. Während Minden im Angriff immer fahriger wurde und einen Ballverlust nach dem anderen produzierte, warteten die Gäste auf ihre Chancen - und nutzten sie. Patrick Wiesmach verwandelte einen Siebenmeter zum 22:23 (53.), Maciej Gebala legte schnell das 22:24 nach (54.).

Der SC DHfK hatte das Spiel gedreht, doch GWD kämpfte nun verbissen gegen die drohende Niederlage. Das reichte am Ende jedoch nicht, weil der Gegner cool blieb, die entscheidenden Bälle gewann und auch Glück hatte: Eineinhalb Minuten vor Schluss flog ein Fernwurf von Michalczik über das leere Leipziger Tor. Christoffer Rambo traf zwar 20 Sekunden vor dem Ende zum 24:25, doch gegen die offene Mindener Deckung setzte Andreas Rojewski den Schlusspunkt.

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GWD verliert nach ganz schwacher zweiter Halbzeit verdient gegen LeipzigSebastian KülbelMinden (m). Wenige Höhen, dramatische Tiefen und am Ende eine bittere Niederlage: GWD Minden erlebte im Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig ein Wellenbad der Gefühle und hatte sich die 24:26 (16:12)-Heimpleite nach einer ganz schwachen zweiten Halbzeit selbst zuzuschreiben. Erneut hatte gegen Leipzig eine klare Führung nicht gereicht, schon das Hinspiel hatten die Mindener nach einem ähnlichen Verlauf unnötig verloren. Die Gäste erkämpften sich ihren verdienten Sieg, weil sie nie die Nerven verloren und der GWD-Angriff im zweiten Durchgang nur mickrige acht Tore und viel zu viele Fehler produzierte. Die Gastgeber brauchten zehn Minuten, um richtig ins Spiel zu finden. Die Abwehr hatte zunächst wenig Kontakt zum Gegner, der so zu leichten Rückraum-Toren kam und 5:3 führte (9.). Das Spiel kippte mit drei wichtigen Aktionen: Erst hielt GWD-Torwart Kim Sonne einen Freiwurf und auch den Nachwurf, dann musste der Leipziger Bastian Roscheck nach einem Foul an Aliaksandr Padshyvalau für zwei Minuten raus, und schließlich traf Dalibor Doder mit einem lässigen Wurf zum 5:5-Ausgleich (13.). Danach fand die Mindener Deckung ihre Aggressivität, und fortan überrollte GWD den Gegner einige Minuten lang förmlich. Nach schwachen Abschlüssen rollte ein Gegenstoß nach dem anderen auf das Leipziger Tor, und Kevin Gulliksen zeigte sich mit insgesamt sieben Treffern im ersten Durchgang als sicherer Vollstrecker. Die Grün-Weißen warfen beim 11:6 (20.) erstmals einen Fünf-Tore-Vorsprung heraus, den sie danach hielten. Als sie nach einer Zeitstrafe gegen Mindens Magnus Gullerud in Überzahl waren, verkürzten die Leipziger zum 16:12-Pausenstand. Das machte den Gästen Mut, sich nicht abschütteln zu lassen. Zudem nutzten die Mindener ihre Chancen nicht mehr und luden den Gegner zu einem Comeback ein. Beim 19:14 unterlief GWD im Angriff ein Fehlpass, der zum Gegentor führte (39.). Und danach arbeiteten sich die Gäste Stück für Stück wieder heran. Beim 21:19 von Niclas Piezkowski war der Vorsprung auf zwei Tore geschmolzen (44.) und das Spiel wurde wieder spannend. Beide Mannschaften wurden nun nervös - die Gäste, weil sie plötzlich ihre Chance witterten, und GWD, weil die einst komfortable Führung dahin war. Nach einigen wilden Fehlwürfen auf beiden Seiten brachte Philipp Weber Leipzig sogar auf ein Tor heran, Marian Michalczik antwortete mit dem 22:20 (47.). Das brachte aber keine Sicherheit. Die nächsten beiden Mindener Angriffe verpufften wieder, und Leipzig schaffte in der 51. Minute den ersten Ausgleich seit dem 5:5. Das Spiel stand nun auf Messers Schneide, und Leipzig hatte die besseren Nerven. Während Minden im Angriff immer fahriger wurde und einen Ballverlust nach dem anderen produzierte, warteten die Gäste auf ihre Chancen - und nutzten sie. Patrick Wiesmach verwandelte einen Siebenmeter zum 22:23 (53.), Maciej Gebala legte schnell das 22:24 nach (54.). Der SC DHfK hatte das Spiel gedreht, doch GWD kämpfte nun verbissen gegen die drohende Niederlage. Das reichte am Ende jedoch nicht, weil der Gegner cool blieb, die entscheidenden Bälle gewann und auch Glück hatte: Eineinhalb Minuten vor Schluss flog ein Fernwurf von Michalczik über das leere Leipziger Tor. Christoffer Rambo traf zwar 20 Sekunden vor dem Ende zum 24:25, doch gegen die offene Mindener Deckung setzte Andreas Rojewski den Schlusspunkt.