Leipzig

Gegner-Porträt: Franz Semper ist seinem "Papa bis heute dankbar“

Stefan Rüter

134 Tore warf Franz Semper in dieser Saison für Leipzig. Foto: Hartmut Bösener/Eibner - © Eibner-Pressefoto / Hartmut Boesener
134 Tore warf Franz Semper in dieser Saison für Leipzig. Foto: Hartmut Bösener/Eibner (© Eibner-Pressefoto / Hartmut Boesener)

Leipzig (sru). Für einen 21-jährigen Handballer hat Leipzigs Franz Semper einen beeindruckenden Lebenslauf vorzuweisen. Mit den deutschen Junioren holte er zwei internationale Medaillen, bei der Heim-WM war er für die A-Nationalmannschaft am Start und der Wechsel zum Top-Team Flensburg im Sommer 2020 ist längst perfekt. Von Arroganz oder Eitelkeit aber keine Spur: Franz Semper ist sympathisch, offen, bodenständig.

Einen großen Anteil daran haben seine Freunde und die Familie. Denn Franz Semper lebt noch in seinem bekannten Umfeld, spielt bei SC DHfK Leipzig quasi für seinen Heimatverein. „Das ist super angenehm. Ich kenne hier alles, habe viele Freunde, meine Eltern können jedes Heimspiel sehen“, freut sich der Linkshänder.

Semper ist ein Familienmensch. Schon als Kind fuhr er mit seinem Vater zu dessen Handballspielen und ballerte in der Halbzeit oder nach den Spielen wild aufs Tor. „Mein Papa hat mir den Ball in die linke Hand gedrückt. Dafür bin ich ihm bis heute dankbar“, sagt Semper, der im rechten Rückraum der Leipziger für Furore sorgt. Die Familie hat ihn bei seinem Handballer-Traum immer unterstützt – auch als noch nicht abzusehen war, wohin die Reise geht.

Wer so eine Athletik und so einen starken Wurf hat, gehört einfach in die Bundesliga. Dort feierte Semper als A-Jugendlicher sein Debüt. Schon jetzt steht fest: Im Sommer 2020 wird er die Heimat verlassen. Flensburg heißt das neue Ziel: „Ich freue mich riesig darauf und will dort die nächsten Schritte gehen, mich beweisen. Mit Flensburg will ich um die großen Titel spielen“, sagt Semper mit klarem Blick auf die Zukunft.

Beim Gastspiel in Minden freut er sich auf seinen Kumpel Marian Michalczik. Die beiden kennen sich seit Jahren durch die Lehrgänge und Spiele bei der Nationalmannschaft – erst in Jugend und Junioren, jetzt bei den Männern. „Das ist immer sehr herzlich mit Marian. Über die Jahre ist da eine echte Freundschaft entstanden.“ Semper findet es „richtig cool“ am Handball, dass es sich am Ende um eine große Familie handelt. „Auf dem Platz geht es hart zur Sache und wir hauen uns die Köpfe ein, aber nach dem Spiel gibt man sich die Hand und gehört doch irgendwie zusammen“, findet der 21-Jährige.

Die Leipziger laufen ihren Ansprüchen in dieser Saison ein bisschen hinterher. Gerade auswärts habe die Mannschaft nie so richtig zu ihrer Stärke gefunden, findet Semper. Fünf Punkte aus 15 Auswärtsspielen bestätigen diesen Eindruck. Aber der Leipziger Senkrechtstarter warnt: „Wenn sich in Minden eine Chance ergibt, sind wir da.“

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LeipzigGegner-Porträt: Franz Semper ist seinem "Papa bis heute dankbar“Stefan RüterLeipzig (sru). Für einen 21-jährigen Handballer hat Leipzigs Franz Semper einen beeindruckenden Lebenslauf vorzuweisen. Mit den deutschen Junioren holte er zwei internationale Medaillen, bei der Heim-WM war er für die A-Nationalmannschaft am Start und der Wechsel zum Top-Team Flensburg im Sommer 2020 ist längst perfekt. Von Arroganz oder Eitelkeit aber keine Spur: Franz Semper ist sympathisch, offen, bodenständig. Einen großen Anteil daran haben seine Freunde und die Familie. Denn Franz Semper lebt noch in seinem bekannten Umfeld, spielt bei SC DHfK Leipzig quasi für seinen Heimatverein. „Das ist super angenehm. Ich kenne hier alles, habe viele Freunde, meine Eltern können jedes Heimspiel sehen“, freut sich der Linkshänder. Semper ist ein Familienmensch. Schon als Kind fuhr er mit seinem Vater zu dessen Handballspielen und ballerte in der Halbzeit oder nach den Spielen wild aufs Tor. „Mein Papa hat mir den Ball in die linke Hand gedrückt. Dafür bin ich ihm bis heute dankbar“, sagt Semper, der im rechten Rückraum der Leipziger für Furore sorgt. Die Familie hat ihn bei seinem Handballer-Traum immer unterstützt – auch als noch nicht abzusehen war, wohin die Reise geht. Wer so eine Athletik und so einen starken Wurf hat, gehört einfach in die Bundesliga. Dort feierte Semper als A-Jugendlicher sein Debüt. Schon jetzt steht fest: Im Sommer 2020 wird er die Heimat verlassen. Flensburg heißt das neue Ziel: „Ich freue mich riesig darauf und will dort die nächsten Schritte gehen, mich beweisen. Mit Flensburg will ich um die großen Titel spielen“, sagt Semper mit klarem Blick auf die Zukunft. Beim Gastspiel in Minden freut er sich auf seinen Kumpel Marian Michalczik. Die beiden kennen sich seit Jahren durch die Lehrgänge und Spiele bei der Nationalmannschaft – erst in Jugend und Junioren, jetzt bei den Männern. „Das ist immer sehr herzlich mit Marian. Über die Jahre ist da eine echte Freundschaft entstanden.“ Semper findet es „richtig cool“ am Handball, dass es sich am Ende um eine große Familie handelt. „Auf dem Platz geht es hart zur Sache und wir hauen uns die Köpfe ein, aber nach dem Spiel gibt man sich die Hand und gehört doch irgendwie zusammen“, findet der 21-Jährige. Die Leipziger laufen ihren Ansprüchen in dieser Saison ein bisschen hinterher. Gerade auswärts habe die Mannschaft nie so richtig zu ihrer Stärke gefunden, findet Semper. Fünf Punkte aus 15 Auswärtsspielen bestätigen diesen Eindruck. Aber der Leipziger Senkrechtstarter warnt: „Wenn sich in Minden eine Chance ergibt, sind wir da.“