Minden

GWD Minden feiern in Stuttgart fünften Auswärtssieg der Saison

Christian Bendig

Der sechsfache Torschütze Christoffer Rambo setzte gestern Abend beim Auswärtssieg gegen den TVB Stuttgart nicht nur den ersten Treffer für GWD Minden, sondern traf auch nach gewonnenem Zweikampf gegen Michael Schweikhardt aus spitzem Winkel zum 5:2. Foto: Eibner/Benjamin Lau - © EIBNER/Benjamin_Lau
Der sechsfache Torschütze Christoffer Rambo setzte gestern Abend beim Auswärtssieg gegen den TVB Stuttgart nicht nur den ersten Treffer für GWD Minden, sondern traf auch nach gewonnenem Zweikampf gegen Michael Schweikhardt aus spitzem Winkel zum 5:2. Foto: Eibner/Benjamin Lau (© EIBNER/Benjamin_Lau)

Minden (cb). Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung besiegte Handball-Bundesligisten GWD Minden die selbst ernannten „Wild Boys“ des TVB Stuttgart gestern Abend knapp, aber verdient mit 31:30 (15:14). Die Mindener bleiben mit dem Erfolg vor den Stuttgartern. Die wären mit einem Sieg an GWD vorbeigezogen.

Nach dem am vergangenen Sonntag verlorenen Heimspiel gegen die Füchse Berlin gab Marian Michalczik bereits die Marschroute für das Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn, der dreimal in Folge verloren hatte, vor: „Zweimal gut trainieren, und dann ein gutes Spiel in Stuttgart machen.“ Das gelang den Grün-Weißen beim TVB über weite Strecken. Insbesondere in der Anfangsphase zeigte sich die Mannschaft von Trainer Frank Carstens von der Niederlage gegen Berlin gut erholt.

Christopher Rambo, der im rechten Rückraum den Vorzug vor Andreas Cederholm erhalten hatte, schweißte das Leder in der für ihn typischen Art und Weise zum 1:0 in die Maschen. Drei Minuten später traf Rechtsaußen Max Staar, der wegen der Oberschenkelverletzung des in Minden gebliebenen Kevin Gulliksen über 60 Minuten spielte, zum 2:0. Luka Zvizej erhöhte von Linksaußen auf 3:0 und Miljan Pusica schloss einen nach einem Ballgewinn in der Abwehr einen schnell vorgetragenen Angriff zum 4:0 ab. Die Mindener hatten – gestützt auf die Paraden von Kim Sonne und die glänzende Abwehrleistung – die Halle binnen sechs Minuten ruhig gespielt. Bis zum 8:3 (11. Minute) durch Marian Michalczik lief weiter alles rund.

Stuttgarts Trainer Jürgen Schweikhardt brachte danach mit Lukas von Deschwanden und Max Häfner zwei neue Rückraumspieler. Carstens reagierte, beorderte Zvizej auf die Spitze einer 5:1-Deckungsreihe, um die Kreise des flinken Häfners einzuengen. „Das ist uns dieses Mal nicht so gut gelungen“, bemängelte der GWD-Trainer und fügte selbstkritisch hinzu: „Vielleicht haben wir an dieser Variante zu lange festgehalten.“ Denn plötzlich kamen die Hausherren deutlich leichter zu ihren Treffern, aber bis zum 10:14 aus ihrer Sicht nicht entscheidend heran, weil die GWD-Offensive oft passende Lösungen fand und Unterstützung durch die Bankspieler erhielt.

Zum Beispiel von Andreas Cederholm. „Es war sowieso so geplant, dass er und Rambo sich die Einsatzzeiten teilen. Andreas' Spielweise passte einfach zur Stuttgarter Abwehr.“ Trotzdem: Aufgrund nachlassender Wurfeffektivität gegen den für Johannes Bitter ins TVB-Gehäuse gerückten Jonas Maier ermöglichten die Grün-Weißen den 14:15-Anschluss zur Pause.

Nach dem Wechsel blieben die Hausherren, die die vierte Niederlage in Serie mit aller Macht verhindern wollten, weiter an den Mindenern dran. Auch wenn die sich immer wieder auf drei Tore, wie beim 21:18 durch Magnus Gullerud nach Anspiel Dalibor Doders lösen konnten. Mehrmals verkürzte Stuttgart auf einen Treffer. „Wir hatten eine höhere Grundqualität als Stuttgart. Aber das Ergebnis ist nun einmal Fakt. Kommt Stuttgart zum Ausgleich, kann das Spiel kippen“, sagte Carstens. Doch sein Team besaß in den entscheidenden Phasen die Kaltschnäuzigkeit, das nötige Glück wie bei Zvizejs erfolgreich verwandelten Strafwurf zum 25:23 oder auch Entschlossenheit wie Savvas Savvas bei seinem Treffer zum 26:24. „Neben der Breite der Torschützen und Kim Sonne sowie der am Ende wieder kompakteren Abwehr war auch Marian Michalczik einer der Siegfaktoren“, zählte Carstens auf. Michalcziks siebter Treffer zum 31:28 (57.) besiegelte den Auswärtssieg.

Stimmen zum Spiel

Max Staar (GWD Minden): „Es ist immer blöd, wenn man zum weitesten Auswärtsspiel der Saison sechs bis sieben Stunden im Bus sitzt und dann verliert. Von daher, wird die Stimmung jetzt gut sein.“

Marian Michalczik (GWD Minden): „Auf uns lag schon ein großer Druck. Mit den zwei Punkten ist dieser von uns abgefallen. Deswegen haben wir und nach dem Schlusspfiff auch so gefreut. Zuletzt haben wir viele Dinge gut gemacht, aber oft nicht gewonnen. Das war schon sehr frustrierend. Wie auch heute starten wir häufig gut in ein Spiel, vergeben den Vorsprung aber hinten raus oftmals noch. Heute haben wir es über die Zeit gebracht. Das sollte jedem von uns noch ein bisschen mehr Selbstvertrauen geben.“

David Schmidt (TVB Stuttgart): „Wir haben am Anfang gar nicht so schlecht gespielt. Dummerweise haben wir aber viele freie Chancen liegen gelassen und hinten einfache Tore kassiert. Das Ergebnis ist knapper als die Kräfteverhältnisse tatsächlich waren. Wir hatten uns sehr viel vorgenommen. Deswegen ist es sehr frustrierend. (cb)

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MindenGWD Minden feiern in Stuttgart fünften Auswärtssieg der SaisonChristian BendigMinden (cb). Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung besiegte Handball-Bundesligisten GWD Minden die selbst ernannten „Wild Boys“ des TVB Stuttgart gestern Abend knapp, aber verdient mit 31:30 (15:14). Die Mindener bleiben mit dem Erfolg vor den Stuttgartern. Die wären mit einem Sieg an GWD vorbeigezogen. Nach dem am vergangenen Sonntag verlorenen Heimspiel gegen die Füchse Berlin gab Marian Michalczik bereits die Marschroute für das Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn, der dreimal in Folge verloren hatte, vor: „Zweimal gut trainieren, und dann ein gutes Spiel in Stuttgart machen.“ Das gelang den Grün-Weißen beim TVB über weite Strecken. Insbesondere in der Anfangsphase zeigte sich die Mannschaft von Trainer Frank Carstens von der Niederlage gegen Berlin gut erholt. Christopher Rambo, der im rechten Rückraum den Vorzug vor Andreas Cederholm erhalten hatte, schweißte das Leder in der für ihn typischen Art und Weise zum 1:0 in die Maschen. Drei Minuten später traf Rechtsaußen Max Staar, der wegen der Oberschenkelverletzung des in Minden gebliebenen Kevin Gulliksen über 60 Minuten spielte, zum 2:0. Luka Zvizej erhöhte von Linksaußen auf 3:0 und Miljan Pusica schloss einen nach einem Ballgewinn in der Abwehr einen schnell vorgetragenen Angriff zum 4:0 ab. Die Mindener hatten – gestützt auf die Paraden von Kim Sonne und die glänzende Abwehrleistung – die Halle binnen sechs Minuten ruhig gespielt. Bis zum 8:3 (11. Minute) durch Marian Michalczik lief weiter alles rund. Stuttgarts Trainer Jürgen Schweikhardt brachte danach mit Lukas von Deschwanden und Max Häfner zwei neue Rückraumspieler. Carstens reagierte, beorderte Zvizej auf die Spitze einer 5:1-Deckungsreihe, um die Kreise des flinken Häfners einzuengen. „Das ist uns dieses Mal nicht so gut gelungen“, bemängelte der GWD-Trainer und fügte selbstkritisch hinzu: „Vielleicht haben wir an dieser Variante zu lange festgehalten.“ Denn plötzlich kamen die Hausherren deutlich leichter zu ihren Treffern, aber bis zum 10:14 aus ihrer Sicht nicht entscheidend heran, weil die GWD-Offensive oft passende Lösungen fand und Unterstützung durch die Bankspieler erhielt. Zum Beispiel von Andreas Cederholm. „Es war sowieso so geplant, dass er und Rambo sich die Einsatzzeiten teilen. Andreas' Spielweise passte einfach zur Stuttgarter Abwehr.“ Trotzdem: Aufgrund nachlassender Wurfeffektivität gegen den für Johannes Bitter ins TVB-Gehäuse gerückten Jonas Maier ermöglichten die Grün-Weißen den 14:15-Anschluss zur Pause. Nach dem Wechsel blieben die Hausherren, die die vierte Niederlage in Serie mit aller Macht verhindern wollten, weiter an den Mindenern dran. Auch wenn die sich immer wieder auf drei Tore, wie beim 21:18 durch Magnus Gullerud nach Anspiel Dalibor Doders lösen konnten. Mehrmals verkürzte Stuttgart auf einen Treffer. „Wir hatten eine höhere Grundqualität als Stuttgart. Aber das Ergebnis ist nun einmal Fakt. Kommt Stuttgart zum Ausgleich, kann das Spiel kippen“, sagte Carstens. Doch sein Team besaß in den entscheidenden Phasen die Kaltschnäuzigkeit, das nötige Glück wie bei Zvizejs erfolgreich verwandelten Strafwurf zum 25:23 oder auch Entschlossenheit wie Savvas Savvas bei seinem Treffer zum 26:24. „Neben der Breite der Torschützen und Kim Sonne sowie der am Ende wieder kompakteren Abwehr war auch Marian Michalczik einer der Siegfaktoren“, zählte Carstens auf. Michalcziks siebter Treffer zum 31:28 (57.) besiegelte den Auswärtssieg. Stimmen zum Spiel Max Staar (GWD Minden): „Es ist immer blöd, wenn man zum weitesten Auswärtsspiel der Saison sechs bis sieben Stunden im Bus sitzt und dann verliert. Von daher, wird die Stimmung jetzt gut sein.“ Marian Michalczik (GWD Minden): „Auf uns lag schon ein großer Druck. Mit den zwei Punkten ist dieser von uns abgefallen. Deswegen haben wir und nach dem Schlusspfiff auch so gefreut. Zuletzt haben wir viele Dinge gut gemacht, aber oft nicht gewonnen. Das war schon sehr frustrierend. Wie auch heute starten wir häufig gut in ein Spiel, vergeben den Vorsprung aber hinten raus oftmals noch. Heute haben wir es über die Zeit gebracht. Das sollte jedem von uns noch ein bisschen mehr Selbstvertrauen geben.“ David Schmidt (TVB Stuttgart): „Wir haben am Anfang gar nicht so schlecht gespielt. Dummerweise haben wir aber viele freie Chancen liegen gelassen und hinten einfache Tore kassiert. Das Ergebnis ist knapper als die Kräfteverhältnisse tatsächlich waren. Wir hatten uns sehr viel vorgenommen. Deswegen ist es sehr frustrierend. (cb)