Minden

GWD Minden will in Stuttgart die wilden Jungs zähmen

Marcus Riechmann

„Und dann steht da noch Bitter.“ Mit großem Respekt spricht GWD-Trainer Frank Carstens über den Stuttgarter Weltmeister im Tor. Der 2,05 Meter große Johannes Bitter ist mit seinen 36 Jahren ein Anker der TVB-Abwehr – und bleibt es auch. Der Oldenburger verlängerte jüngst seinen Vertrag bis 2020. Foto: Benni Lau/Eibner - © EIBNER/Benni_Lau
„Und dann steht da noch Bitter.“ Mit großem Respekt spricht GWD-Trainer Frank Carstens über den Stuttgarter Weltmeister im Tor. Der 2,05 Meter große Johannes Bitter ist mit seinen 36 Jahren ein Anker der TVB-Abwehr – und bleibt es auch. Der Oldenburger verlängerte jüngst seinen Vertrag bis 2020. Foto: Benni Lau/Eibner (© EIBNER/Benni_Lau)

Minden (mt). An den TVB Stuttgart hat man in Minden beste Erinnerungen. Am 30. September gelang den Bundesliga-Handballern von GWD in der Kampa-Halle ein 38:25-Triumph und damit nicht nur der höchste Erfolg der Saison sondern zugleich der Auftakt zu einer Serie von vier Siegen in Folge. Auch ein Stuttgart hat man den Nachmittag an der Weser nicht vergessen: „Das müssen wir unbedingt wieder zurecht rücken“, äußert sich TVB-Trainer Jürgen Schweikhardt vor dem Rückspiel, das heute Abend um 19 Uhr in der Stuttgarter Scharrena angepfiffen wird, kämpferisch.

„Ich hätte nicht dagegen“, darf sich für Mats Korte der Spielausgang aus dem September gerne wiederholen. Doch der GWD-Linksaußen ist realistisch: „Das wird ein schwieriges Spiel für uns, denn die Stuttgarter haben sich seit dem Hinspiel extrem verbessert.“ Damit geht der jüngst 22-Jahre alt gewordenen Jungprofi d'accord mit seinem Trainer. Als „anspruchsvolle Aufgabe“ betitelt Frank Carsten die Partie beim Tabellennachbarn. Der TVB habe sein Spiel nach dem Wechsel von 2007-Weltmeister Michael Kraus zur SG Bietigheim im Februar stark verändert. „Sie spielen schneller, aber sehr diszipliniert. Sie warten, bis sie eine echte Wurfchance haben“, charakterisiert Carstens das Angriffsspiel und nennt weitere Stärken: In Dominik Weiß und David Schmidt (wirft im Durchschnitt der Rückrunde 5,7 Treffer pro Spiel) besitzt Stuttgart torgefährliche Rückraumspieler, man sucht gern die Chance über Kreisläufer Simon Baumgarten. Geduld und Zweikampfstärke sind in der GWD-Deckung gefragt. Hinter der wird erneut nicht Espen Christensen agieren. Der Norweger pausiert weiterhin an einem Muskelfaserriss. „Da sind wir vorsichtig“, räumt Carstens dem Torwart die nötige Zeit zur vollständigen Genesung ein. Neben Kim Sonne könnte der zuletzt als Ersatzmann glänzend haltende Leon Grabenstein aus der A-Jugend die nächste Bewährungschance erhalten.

„Es gibt viele Parallelen zu uns“, sagt Carstens über die Gastgeber und spricht von ähnlicher Spielgestaltung. Das gilt auch für die Deckungsarbeit vor Torwart-Titan Johannes Bitter, die aktiv ins das Angriffsspiel des Gegners einschreitet, viele Unterbrechungen forciert und auf Ballgewinne aus ist.

Parallelen gibt es auch in anderer Hinsicht: Wie jüngst GWD (27:28) verlor auch der TVB das Heimspiel gegen die Füchse Berlin am Ostersonntag ebenso knapp wie unglücklich 33:34 – nach einer 31:27-Führung. Und auch beim Super-Aufsteiger Bergischer HC (Carstens: „Die gewinnen die ganzen knappen Kisten, das ist der Unterschied.“) zogen die Stuttgarter, sich selbst „Wild Boys“ nennen, nach einem 28:27-Vorteil noch mit 28:29 den Kürzeren. Diese Serie knapper Niederlagen wollen Schweikhardt und seine Männer gegen GWD unbedingt beenden und den ersten Heimsieg seit drei Monaten feiern. An diesem Vorhaben besitzt Carstens aber nun mal gar kein Interesse: Mit seinen Männern will er die „wilden Jungs“ des TVB zähmen.

Beide Teams haben Bestmarken im Blick

Beide Mannschaften haben mit dem Abstieg nichts zu tun. Doch Stuttgarter wie Mindener haben noch Ziele für die letzten fünf Spieltage der Liga. GWD will sich zum dritten Mal in Folge verbessern und die im letzten Jahr erreichte Marke von 26 Punkten steigern. Dafür sind noch zwei Siege nötig.

Ähnlich sind die Stuttgarter unterwegs, die mit 22 Punkten derzeit einen Zähler hinter GWD gelistet sind. Ihr Bundesliga-Bestwert liegt bei 23 Punkten. Den wollen sie knacken. Am liebsten bereits heute vor eigenem Publikum. In den letzten vier Heimspielen verpassten sie diese Chance. In der vergangene Saison endete das Spiel in Stuttgart 27:27. (rich)

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MindenGWD Minden will in Stuttgart die wilden Jungs zähmenMarcus RiechmannMinden (mt). An den TVB Stuttgart hat man in Minden beste Erinnerungen. Am 30. September gelang den Bundesliga-Handballern von GWD in der Kampa-Halle ein 38:25-Triumph und damit nicht nur der höchste Erfolg der Saison sondern zugleich der Auftakt zu einer Serie von vier Siegen in Folge. Auch ein Stuttgart hat man den Nachmittag an der Weser nicht vergessen: „Das müssen wir unbedingt wieder zurecht rücken“, äußert sich TVB-Trainer Jürgen Schweikhardt vor dem Rückspiel, das heute Abend um 19 Uhr in der Stuttgarter Scharrena angepfiffen wird, kämpferisch. „Ich hätte nicht dagegen“, darf sich für Mats Korte der Spielausgang aus dem September gerne wiederholen. Doch der GWD-Linksaußen ist realistisch: „Das wird ein schwieriges Spiel für uns, denn die Stuttgarter haben sich seit dem Hinspiel extrem verbessert.“ Damit geht der jüngst 22-Jahre alt gewordenen Jungprofi d'accord mit seinem Trainer. Als „anspruchsvolle Aufgabe“ betitelt Frank Carsten die Partie beim Tabellennachbarn. Der TVB habe sein Spiel nach dem Wechsel von 2007-Weltmeister Michael Kraus zur SG Bietigheim im Februar stark verändert. „Sie spielen schneller, aber sehr diszipliniert. Sie warten, bis sie eine echte Wurfchance haben“, charakterisiert Carstens das Angriffsspiel und nennt weitere Stärken: In Dominik Weiß und David Schmidt (wirft im Durchschnitt der Rückrunde 5,7 Treffer pro Spiel) besitzt Stuttgart torgefährliche Rückraumspieler, man sucht gern die Chance über Kreisläufer Simon Baumgarten. Geduld und Zweikampfstärke sind in der GWD-Deckung gefragt. Hinter der wird erneut nicht Espen Christensen agieren. Der Norweger pausiert weiterhin an einem Muskelfaserriss. „Da sind wir vorsichtig“, räumt Carstens dem Torwart die nötige Zeit zur vollständigen Genesung ein. Neben Kim Sonne könnte der zuletzt als Ersatzmann glänzend haltende Leon Grabenstein aus der A-Jugend die nächste Bewährungschance erhalten. „Es gibt viele Parallelen zu uns“, sagt Carstens über die Gastgeber und spricht von ähnlicher Spielgestaltung. Das gilt auch für die Deckungsarbeit vor Torwart-Titan Johannes Bitter, die aktiv ins das Angriffsspiel des Gegners einschreitet, viele Unterbrechungen forciert und auf Ballgewinne aus ist. Parallelen gibt es auch in anderer Hinsicht: Wie jüngst GWD (27:28) verlor auch der TVB das Heimspiel gegen die Füchse Berlin am Ostersonntag ebenso knapp wie unglücklich 33:34 – nach einer 31:27-Führung. Und auch beim Super-Aufsteiger Bergischer HC (Carstens: „Die gewinnen die ganzen knappen Kisten, das ist der Unterschied.“) zogen die Stuttgarter, sich selbst „Wild Boys“ nennen, nach einem 28:27-Vorteil noch mit 28:29 den Kürzeren. Diese Serie knapper Niederlagen wollen Schweikhardt und seine Männer gegen GWD unbedingt beenden und den ersten Heimsieg seit drei Monaten feiern. An diesem Vorhaben besitzt Carstens aber nun mal gar kein Interesse: Mit seinen Männern will er die „wilden Jungs“ des TVB zähmen. Beide Teams haben Bestmarken im Blick Beide Mannschaften haben mit dem Abstieg nichts zu tun. Doch Stuttgarter wie Mindener haben noch Ziele für die letzten fünf Spieltage der Liga. GWD will sich zum dritten Mal in Folge verbessern und die im letzten Jahr erreichte Marke von 26 Punkten steigern. Dafür sind noch zwei Siege nötig. Ähnlich sind die Stuttgarter unterwegs, die mit 22 Punkten derzeit einen Zähler hinter GWD gelistet sind. Ihr Bundesliga-Bestwert liegt bei 23 Punkten. Den wollen sie knacken. Am liebsten bereits heute vor eigenem Publikum. In den letzten vier Heimspielen verpassten sie diese Chance. In der vergangene Saison endete das Spiel in Stuttgart 27:27. (rich)