Minden

GWD-Coach Carstens moniert Schwächen in der Kerndisziplin

Marcus Riechmann

GWD-Problemzone Zweikampf. Hier hängt Marian Michalczik (links) dem Berliner Jacob Holm hinterher. Holm spielte Sonntag seine individuelle Stärke aus. Sechs Tore gelangen ihm, darunter der Siegtreffer zum 28:27. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
GWD-Problemzone Zweikampf. Hier hängt Marian Michalczik (links) dem Berliner Jacob Holm hinterher. Holm spielte Sonntag seine individuelle Stärke aus. Sechs Tore gelangen ihm, darunter der Siegtreffer zum 28:27. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden (mt). Genug gefeiert. Die Arbeit wartet. Nach dem festlichen Empfang zum 30-jährigen Jahrestag des Förderkreises GWD-Pool steht für die Handballer des Mindener Bundesligisten wieder Alltag auf dem Programm. Heute reisen sie mit dem Bus nach Baden-Württemberg. Im Ländle treffen sie am morgigen Donnerstag auf den Tabellennachbarn TVB Stuttgart.

Die Vorstellung, seine Spieler hätten am Montag eine Party erlebt, weist der Chef jedoch klar zurück. „Gefeiert haben wir nicht“, kommentiert Frank Carstens den Besuch des Teams auf dem Sponsoren-Fest in der Druckerei des Verlagshauses J.C.C. Bruns. Das sei ein dienstlicher Repräsentationstermin gewesen, macht der Trainer deutlich. Zum Feiern habe es ohnehin keinen Anlass gegeben. Der Grund: Die 27:28-Heimniederlage gegen die Füchse Berlin am Sonntag hatte den GWD-Handballern die Laune verhagelt. Sie hatten nach einem beherzten und von den Fans gefeierten Auftritt nichts aufs Punktekonto einzahlen können.

Um das selbstgesteckte Saisonziel „besser als im Vorjahr“ und damit die Marke von 27 Punkten zu erreichen, müssen die dafür fehlenden vier Zähler in den verbleibenden fünf Spielen geholt werden. Die erste Gelegenheit ergibt sich morgen um 19 Uhr in der Stuttgarter Scharrena gegen den TVB.

„Die größte Aufgabe ist es, die Berlin-Enttäuschung in positive Energie zu wandeln“, sagt Carstens. Daneben gilt es noch eine zweite Baustelle zu bearbeiten: Das Zweikampfverhalten. „Das ist ein zentrales Thema“, meint der Trainer, „da fehlt es im Moment.“ Vor allem gegen Spielende erlaube sich sein Team in dieser zentralen Teildisziplin des Handballsports Schwächen. Blockverhalten, Ballgewinne, Bewegung – „alles cool“ sagt Carstens über diese Abwehrelemente. Doch im Kampf Mann gegen Mann läuft es nicht „cool“ um den Sprachgebrauch fortzuschreiben.

Mit der Angriffsleistung hingegen war der Trainer gegen die Füchse sehr zufrieden: „Da haben wir einen Schritt nach vorn gemacht.“ In Stuttgart erwartet eine neue Aufgabe auf die Mindener Torjäger. Zuletzt hatten sie es gegen MT Melsungen und Berlin mit physisch starken defensiven Blöcken zu tun. Die Stuttgarter hingegen agieren unter der Leitung von Trainer Jürgen Schweikhardt „offensiv und variabel“, immer mal wieder im Wechsel von 6:0 auf 3:3-Formationen berichtet Carstens von der Gegner-Analyse: „Das ist neu für uns.“

Daher gilt für Dalibor Doder und Co: „Wir müssen gegen den TVB in die Tiefe spielen und über den Kreis kommen.“ Und dann mit hoher Konzentration aufs Tor zielen. Denn: „Da steht ja auch noch der Bitter“, hebt Carstens die Klasse des Stuttgarter Routiniers Johannes Bitter hervor.

Nur ein Punkt trennt beide Klubs

Der TV Bittenfeld Stuttgart liegt mit derzeit 22:36 Punkten auf Rang 14 der Tabelle – exakt einen Punkt und drei Plätze hinter GWD Minden (11.) zurück. Mit einem Sieg würde Stuttgart GWD in der Tabelle überholen. Das Hinspiel gewann Minden 38:25 und landete damit den bisher höchsten Saisonsieg. (rich)

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenGWD-Coach Carstens moniert Schwächen in der KerndisziplinMarcus RiechmannMinden (mt). Genug gefeiert. Die Arbeit wartet. Nach dem festlichen Empfang zum 30-jährigen Jahrestag des Förderkreises GWD-Pool steht für die Handballer des Mindener Bundesligisten wieder Alltag auf dem Programm. Heute reisen sie mit dem Bus nach Baden-Württemberg. Im Ländle treffen sie am morgigen Donnerstag auf den Tabellennachbarn TVB Stuttgart. Die Vorstellung, seine Spieler hätten am Montag eine Party erlebt, weist der Chef jedoch klar zurück. „Gefeiert haben wir nicht“, kommentiert Frank Carstens den Besuch des Teams auf dem Sponsoren-Fest in der Druckerei des Verlagshauses J.C.C. Bruns. Das sei ein dienstlicher Repräsentationstermin gewesen, macht der Trainer deutlich. Zum Feiern habe es ohnehin keinen Anlass gegeben. Der Grund: Die 27:28-Heimniederlage gegen die Füchse Berlin am Sonntag hatte den GWD-Handballern die Laune verhagelt. Sie hatten nach einem beherzten und von den Fans gefeierten Auftritt nichts aufs Punktekonto einzahlen können. Um das selbstgesteckte Saisonziel „besser als im Vorjahr“ und damit die Marke von 27 Punkten zu erreichen, müssen die dafür fehlenden vier Zähler in den verbleibenden fünf Spielen geholt werden. Die erste Gelegenheit ergibt sich morgen um 19 Uhr in der Stuttgarter Scharrena gegen den TVB. „Die größte Aufgabe ist es, die Berlin-Enttäuschung in positive Energie zu wandeln“, sagt Carstens. Daneben gilt es noch eine zweite Baustelle zu bearbeiten: Das Zweikampfverhalten. „Das ist ein zentrales Thema“, meint der Trainer, „da fehlt es im Moment.“ Vor allem gegen Spielende erlaube sich sein Team in dieser zentralen Teildisziplin des Handballsports Schwächen. Blockverhalten, Ballgewinne, Bewegung – „alles cool“ sagt Carstens über diese Abwehrelemente. Doch im Kampf Mann gegen Mann läuft es nicht „cool“ um den Sprachgebrauch fortzuschreiben. Mit der Angriffsleistung hingegen war der Trainer gegen die Füchse sehr zufrieden: „Da haben wir einen Schritt nach vorn gemacht.“ In Stuttgart erwartet eine neue Aufgabe auf die Mindener Torjäger. Zuletzt hatten sie es gegen MT Melsungen und Berlin mit physisch starken defensiven Blöcken zu tun. Die Stuttgarter hingegen agieren unter der Leitung von Trainer Jürgen Schweikhardt „offensiv und variabel“, immer mal wieder im Wechsel von 6:0 auf 3:3-Formationen berichtet Carstens von der Gegner-Analyse: „Das ist neu für uns.“ Daher gilt für Dalibor Doder und Co: „Wir müssen gegen den TVB in die Tiefe spielen und über den Kreis kommen.“ Und dann mit hoher Konzentration aufs Tor zielen. Denn: „Da steht ja auch noch der Bitter“, hebt Carstens die Klasse des Stuttgarter Routiniers Johannes Bitter hervor. Nur ein Punkt trennt beide Klubs Der TV Bittenfeld Stuttgart liegt mit derzeit 22:36 Punkten auf Rang 14 der Tabelle – exakt einen Punkt und drei Plätze hinter GWD Minden (11.) zurück. Mit einem Sieg würde Stuttgart GWD in der Tabelle überholen. Das Hinspiel gewann Minden 38:25 und landete damit den bisher höchsten Saisonsieg. (rich)