Minden

MT-Interview: Jero Bentz über GWD und warum er für die Multihalle kämpft

Marcus Riechmann

Minden (mt). Seit mehr als 50 Jahren sind die Mindener Unternehmensgruppe Melitta und der Traditionsverein GWD Minden eng miteinander verbunden. Im MT-Interview spricht Melitta-Gesellschafter Jero Bentz über seine Verbindung zu GWD und über die besondere Bedeutung der Partnerschaft zwischen Unternehmen und Verein. Der 46-jährige Familienvater spricht über die künftige Ausrichtung des Klubs. GWD sei gut aufgestellt, aber: „Da geht noch mehr." Bentz redet über die besondere Rolle von Großsponsoren und über die Bedeutung einer Multihalle für die Region: „Wir glauben daran."

Der Blick geht nach oben: Jero Bentz, hier in der Papierproduktion, leitet gemeinsam mit Geschäftsführer Volker Stühmeier (rechts) die Geschicke der Unternehmensgruppe Melitta. Foto: Stefan Freund/pr - © Stefan Freund
Der Blick geht nach oben: Jero Bentz, hier in der Papierproduktion, leitet gemeinsam mit Geschäftsführer Volker Stühmeier (rechts) die Geschicke der Unternehmensgruppe Melitta. Foto: Stefan Freund/pr (© Stefan Freund)

Ihr Großvater Horst Bentz hat die enge Beziehung von Melitta zu GWD Minden begründet. Haben Sie eine Erinnerung daran, was ihn damals angetrieben hat?

Persönlich haben wir uns darüber nie ausgetauscht. Ich war zwölf Jahre alt, als mein Großvater gestorben ist. Aber ich weiß, dass er extrem sportbegeistert war. Er war auch ein Typ, dem gesellschaftliches Engagement immer sehr wichtig war. Und ihm war früh wichtig, etwas für den Unternehmensstandort Minden zu tun. Da lag es nah, den Traditionsverein Grün-Weiß Dankersen zu fördern.

Damit war Horst Bentz der erste große Sponsor bei GWD.

Das waren die Zeiten, in denen Sponsoring überhaupt erst anfing. Da haben Unternehmen den Sport entdeckt, da hat sich der Sport langsam professionalisiert. Und so hat er GWD für sich entdeckt.

Ihr Vater Jörg Bentz hat dieses Engagement fortgeführt. Welche Bindung hatte er zu GWD?

Mein Vater ist hier aufgewachsen, er wurde sicher von seinem Vater inspiriert und ist in dessen Fußstapfen getreten. Mein Vater war totaler GWD- und Handballfan, wohl noch mehr, als es mein Großvater schon war. Ich bin mit ihm seit ich etwa sechs Jahre alt war, immer zum Handball gegangen. Er hat das aus ähnlichen Gründen gefördert: Traditionsbewusstsein, etwas für Minden und die Menschen tun, GWD als Aushängeschild fördern, Standortattraktivität fördern.

Nun führen Sie die enge Bindung von Unternehmen und Familie an den Handball-Bundesligisten fort. Erbt man diese Begeisterung als Sohn?

Sicher, dem kann man sich kaum entziehen. Mein Vater hat mich da herangeführt.

Waren das dann diese Sorte Samstags- oder Sonntagsveranstaltungen, bei denen man im Sinne einer Vater-Sohn-Sache zu GWD gegangen ist?

Nein, das war eher eine Familiensache. Ich habe dann auch bei GWD in der frühen Jugend gespielt. Später dann in Petershagen, da waren auch die Schulkollegen. Ich habe im Studium im Würzburg noch ein bisschen weiter Handball gespielt. Ich war nie richtig gut, ich glaube das war die Bezirksliga – und da war ich kein Leistungsträger. Aber die Begeisterung ist da. Das ist ein toller Sport. Als meine Frau nach Minden kam, kannte sie Handball gar nicht. Sie geht heute gerne zu GWD, weil es unterhaltsam ist, kurzweilig und dynamisch. GWD ist hier am Standort Minden ein Highlight und ein Aushängeschild. Eine kleine Stadt mit einem langjährigen Bundesligisten – das ist schon was.

Hier Melitta als ein weltweit agierendes Unternehmen. Dort mit GWD ein Bundesliga-Profiklub. Sehen Sie Parallelen?

Ich glaube die Grundphilosophie und die Grundmotivation von Unternehmen und von Profi-Klubs sind nicht weit auseinander. Zum einen das Ziel erfolgreich zu sein. Oder Höchstleistungen zu erbringen – die sind möglich, wenn Herzblut und Inspiration dahinterstecken. Wegen dieser Deckungsgleichheit eignet sich eine Partnerschaft mit einem Sportverein gut für ein Unternehmen.

Melitta besitztt Partnerschaften mit Manchester United oder mit Arminia Bielefeld. Daneben präsentiert sich Melitta auf großen Musikfestivals. Welche Bedeutung besitzt oder welches Ziel verfolgt dieses Marketing?

Dahinter stecken strategische Ziele. Das ist gestaffelt. Zum einen geht es um globale Partnerschaften. Wir nennen das bewusst nicht Sponsoring, weil wir nicht einfach nur Geld geben, sondern partnerschaftlich etwas erreichen wollen. Da ist bei der weltweiten Ausrichtung Manchester United unser Aushängeschild. Damit wollen wir eine große Bekanntheit unserer Marke erreichen. Manchester ist in Märkten wie Asien oder Großbritannien unterwegs, in denen unsere Marke noch nicht so präsent ist. Das Siegel einer Partnerschaft mit Manchester United unterstreicht uns als Qualitätsmarke. Zudem hat das den Nebeneffekt, dass neue Netzwerke entstehen. Nationale Sportpartnerschaften dienen natürlich auch der Marken- und Imagepflege. Da spielt auch die Arbeitgeberattraktivität eine Rolle.

Auf der anderen Seite steht ein lokales Engagement in Kultur und Sport. Ein Fokus liegt auf dem Rudern mit den Melitta-Achtern in der Sprint-Bundesliga und der Regatta auf dem Wasserstraßenkreuz.

Rudern passt gut zu uns. Wir wollen keinen Einzelsport fördern, wir setzen auf Teamsport. Das passt zu unserer Philosophie. Wir setzen auf sympathische, ehrliche und bodenständige Sportarten, in denen Teamgeist eine Rolle spielt.

Vor allem fördert Melitta lokal den Bundesligahandball bei GWD. Ist das allein mit Tradition und Standortverbundenheit zu erklären oder ist das Teil einer Marketingstrategie?

Der Standort Minden ist klein. Da ist GWD eine gute Plattform, um die Bekanntheit zu steigern. GWD macht das Leben in Minden lebenswerter. Wir wollen hier investieren und werden jungen und gute neue Leute brauchen. Die müssen hier gerne leben wollen. Da ist GWD ein Puzzlestein von vielen.

Welche Gegenleistung erwartet man als Sponsor von GWD Minden?

Da haben wir klare Vorstellungen. Der Klub muss in seinem Segment erfolgreich sein, jedenfalls als erfolgreich wahrgenommen werden. Er muss eine gewisse Sichtbarkeit haben, sympathisch sein und eine gewisse Bodenständigkeit besitzen. Tradition ist wichtig. Es muss eine Wertekonformität zu uns bestehen. Und eine gewisse Professionalität in der Führung und den Strukturen ist wichtig. Das zahlt auch auf das Image ein. Das muss kulturell zu uns passen.

Das Sponsoring bei GWD ist geprägt von zwei großen Förderern, die gemeinsam rund ein Drittel des Gesamtetats abdecken: die Unternehmensgruppen Melitta und Harting. Entsteht hier eine fragile Abhängigkeit des Klubs von zwei Mäzenen?

Ich störe mich schon an dem Wort Mäzen. Der Mäzen hat ein hohes eigenes Interesse und verfolgt eigene, vielleicht egoistische Ziele. Da würde ich bei GWD niemanden einordnen. Die Frage passt nicht zu GWD. Da machen die beiden großen Sponsoren vielleicht 30 Prozent des Gesamtetats aus. Das ist extrem wenig, wenn man das mit anderen Vereinen vergleicht.

Hier, und das macht eine Stärke der Region aus, wird der Verein getragen von einer breiten Gruppe von Förderern. Wir haben einen tollen und leistungsfähigen Mittelstand und ein starkes Handwerk. Wir haben den GWD-Pool, der eine wichtige Stütze darstellt. Viele bringen sich nicht nur finanziell ein sondern auch inhaltlich. Man identifiziert sich mit GWD. Der Etat und der Erfolg fußt auf einer breiten und soliden Basis. Selbst wenn einer der großen Sponsoren abspringen würde, wäre das nicht das Ende für GWD. Man müsste sich berappeln, aber es ginge weiter. Eine Abhängigkeit von Einzelsponsoren, wie es die Frage suggeriert, besteht nicht. Fragil ist das Gebilde schon mal gar nicht. Das ist bei GWD sehr stabil. Was uns angeht, kann ich nur sagen: Wir sind ein zuverlässiger und langjähriger Partner. Man kann das Engagement mal steigern oder senken, dafür kann es immer Gründe geben. Aber von heute auf morgen werden wird das nicht stoppen. Das widerspricht unseren Grundsätzen. Wir bekommen ja auch viel von GWD zurück.

Wie definieren Sie die Rolle als Sponsor? Eher in der Art eines stillen Förderers oder in der Rolle eines aktiv gestaltenden Gesellschafters?

Da muss man unterscheiden. Das sind zwei Themen. Wir als Firma sind Sponsor, ich als Privatperson bin Gesellschafter. Das ist eine andere Rolle. Als Sponsor ist man Kunde, man überlegt: Wieviel ist es mir wert, was kann ich mir leisten, was bekomme ich als Unternehmen zurück? Das ist eine Kosten-Nutzung-Rechnung. Als Gesellschafter diskutiert man in einem großen Kreis mit den anderen Gesellschaftern. Man versucht, seine Erfahrungen und seine Kompetenzen einzubringen. Das ist losgelöst vom Sponsoring. Es ist wichtig, beides zu trennen. Nicht ganz einfach manchmal, aber wichtig.

Funktioniert der Kreis der Gesellschafter wie eine Mannschaft? Nur als Team kommt man zum Erfolg?

Kontroverse Diskussionen sind ja durchaus auch Erfolg stiftend. Daraus kann sich immer etwas entwickeln. Der Austausch der Gesellschafter ist wertvoll. Da spielt es auch keine Rolle, wer wieviel Geld gibt, das darf es auch nicht. Da geht es um Inhalte und letztlich darum, zum besten Ergebnis für GWD zu kommen. Die Gesellschafterrunde ist ein wichtiges Gremium.

Im Kreis der GWD-Gesellschafter wird kontrovers über die Ausrichtung des Klubs diskutiert. Jüngst wurden die Verträge der Geschäftsführer Frank von Behren und Markus Kalusche um ein Jahr verlängert, um mit mehr Ruhe die Ausrichtung besprechen und festlegen zu können? Benötigt ein Profiverein wie GWD zwei Geschäftsführer?

Darüber ist auch öffentlich viel diskutiert worden. Es geht nicht um die Frage: Wie viele Geschäftsführer habe ich. Rechtlich braucht man einen. Wichtig ist, dass man die richtige Kompetenzen besitzt. Ob man das in einem oder zwei Geschäftsführern verankert, ist erstmal unerheblich. GWD ist ein Unternehmen mit einem ordentlichen Budget, mit einer Zahl von Angestellten. Da benötigt man unternehmerische, kaufmännische Kompetenz. Auch Marketingqualität und Vertriebskompetenz und natürlich sportliches Fachwissen. Herzblut und eine Bindung an die Region sind wichtig. Idealerweise bündelt sich das in einer Person, aber das findet man nicht so einfach.

Melitta ist seit 55 Jahren GWD-Partner. Wo soll der Klub in fünf Jahren zum 100-jährigen GWD-Jubiläum im dann 60. Jahr der Partnerschaft stehen? Was wünschen Sie dem Verein?

Man muss realistisch sein. Klar ist der sportliche Erfolg wichtig. Es ist schön, dass wir in den letzten Jahren nichts mit dem Abstieg zu tun hatten. Es ist schön, dass wir es immer mal wieder geschafft haben, auch einen großen Klub zu schlagen. Im Handball wirft das Geld mehr noch Tore als das im Fußball der Fall ist. Überraschungen sind seltener. Wir haben in der Bundesliga eine Dreiteilung der Budgetsituation. Vier, fünf sehr große Teams, dann ein breites Mittelfeld, das recht nah beieinander liegt, und dann die Kleinen, die sich schwer tun. Sich in diesem Mittelfeld nah bei den Top Fünf oder Sechs zu etablieren – das hätte schon was. Fest im einstelligen Tabellenbereich. Und wenn man es dann noch schaffen kann, in den Heimspielen mit den Großen mitzuspielen, sie zu besiegen: das steigert die Attraktivität, das steigert die Sichtbarkeit auch überregional. Man wird dann anders wahrgenommen.

Bereits in diesem Jahr spielt das Team um Platz neun mit.

Platz neun ist möglich. Wir waren sogar schon auf dem siebten Tabellenplatz. Das hätte man festigen können. Da haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht. Eine kleine Schippe fehlt noch, um da mehr Konstanz zu gewinnen. Da sind wir auf einem guten Weg. Aber wir sollten uns treu bleiben und bodenständig. Wir sollten uns finanziell nicht verbiegen. GWD steht auch für finanzielle Solidität.

Um diese Solididät hat GWD nach der Krise in den 90er Jahren eine Weile gekämpft.

Gemeinschaftlich gekämpft. Viele haben dahinter gestanden, um das zu schaffen.

Melitta ist international aktiv. Sehen Sie GWD auch irgendwann auf der europäischen Bühne?

Das wäre ein Resultat einer dauerhaft guten Arbeit. Es wäre schön und sicher interessant. Der Weg ist da auch das Ziel. Es gibt kein Endziel, sondern das Bestreben nach stetiger Verbesserung im Rahmen unserer Möglichkeiten. Der Wettbewerbsdruck im Handball ist in den vergangenen Jahren deutlich größer geworden, auch durch ein wachsendes internationales Mäzenatentum. Überdurchschnittlich gute Spieler werden überdurchschnittlich teurer, die Budgets wachsen. Zugleich wird Handball immer attraktiver. Die WM hat den Sport vorangebracht. Wir dürfen nicht schlafen, sondern müssen die Entwicklung mitgehen.

Um sportlich zu wachsen, werden Etats wachsen müssen. Sie haben es erwähnt: Geld wirft Tore. Wo soll das herkommen? Ist das Sponsorenumfeld im Mindener Land ausgereizt oder gibt es hier noch schlafendes Potenzial?

Mit der Einschätzung tue ich mich schwer. Aber klar: Es gibt bestimmt noch einige Unternehmen, die man noch davon überzeugen könnte, wie toll Handball ist und wie wichtig GWD für die Region ist. Auch im Umland gibt es noch Potenzial. Und man muss sich auch nicht scheuen, wenn man eine nationale Sichtbarkeit erreicht hat, auch mal an überregionale Sponsoren heranzutreten. Das machen andere auch. Auch Fernseherlöse werden eine Rolle spielen. Unsere Entwicklung muss auf vielen Säulen fußen. Wir haben eine sehr solide Basis. Aber da geht noch mehr. Auch über die Zuschauer. Die Halle könnte manchmal etwas voller sein.

Benötigt GWD für die weitere Entwicklung eine neue Spielstätte Braucht die Stadt Minden, braucht der Mühlenkreis die Multihalle?

Also GWD benötigt vor allem überhaupt eine Halle. Mit der Kampa-Halle hat GWD eine Spielstätte. Eine schönere Halle wäre natürlich besser. Die Kampa-Halle entspricht nicht mehr den heutigen Standards. Tribünen nur auf zwei Seiten, das gibt es in der Bundesliga kaum noch. Sie ist in die Jahre gekommen, vom Brandschutz mal ganz abgesehen. Eine neue Halle würde GWD guttun, aber vor allem würde die Stadt Minden von einer Multihalle profitieren. Auch als Wirtschaftsstandort. Wenn man sich als Stadt behaupten will, muss man etwas tun und die Attraktivität und den Lebenswert verbessern. Das ist wichtig für die Menschen hier und für die Unternehmen.

Nun wird seit rund drei Jahren intensiv über das Projekt Multihalle diskutiert. Bestehen noch Chancen, dass eine solche Arena entsteht oder ist das Thema totgequatscht worden?

Wir glauben extrem an die Bedeutung einer solchen Halle für die Stadt Minden. Es hat so viele Projekte in den vergangenen Jahren gegeben, die nicht realisiert worden sind. Die wurden sprichwörtlich totgequatscht. Es ist an der Zeit, das zu ändern. Ich nehme eine positive Dynamik wahr. Der Standort Minden ist besser als wir das immer denken. Aber wir müssen dafür etwas tun. Man braucht Leuchtturmprojekte. Eine solche Halle ist nicht nur für die Stadt gut, sondern für das gesamte Kreisgebiet und das Umland wie Bückeburg. Die Menschen dort werden sich auch gerne eine tolle Musikveranstaltung in einer schönen Halle vor der Haustür anschauen.

Übernimmt bei einem solchen Leuchtturmprojekt das Unternehmen Melitta die Rolle des Leuchtturmwärters?

Die Entscheidung gegen den Bau im letzten Jahr haben wir sehr bedauert. Wir haben uns dann um Alternativkonzepte bemüht. Daraus ist ein bereits weit gereifter Entwurf entstanden. Wir glauben daran, dass die Halle finanzierbar ist und dass sie vernünftig betrieben werden kann.

Die laufenden Betriebskosten sind ja der Knackpunkt des Projektes.

Ja. Aber es gab mal einen schönen Kommentar von Henning Wandel im Mindener Tageblatt. Da hieß es: Die Frage ist nicht, ob wir als Stadt Minden uns die Halle leisten können, sondern die Frage ist, ob wir es uns leisten können, die Halle nicht zu bauen. Das ist genau die richtige Frage. Klar, man muss auch ergebnisorientiert denken. Aber nicht alles lässt sich in Zahlen fassen. Man braucht auch Glaube und Visionen. Auch bei der Stadtentwicklung am rechten Weserufer. Jedenfalls glaube ich, dass wir ein Konzept gefunden haben, dass einen erfolgreichen Betrieb gewährleisten kann..

Ist das dann eine privat betriebene Halle oder liegt der Betrieb bei der öffentlichen Hand?

Darauf kommt es gar nicht an. Das muss vor allem ein eigenständiges Kompetenzteam mit eigenständiger Verantwortung sein, das mit Inspiration und Herzblut die Halle betreibt. Da sind andere Fähigkeiten gefragt und andere Aufgaben zu lösen als die, die klassischerweise eine Stadtverwaltung zu lösen hat.

Wird das Schmuckstück dann Melitta-Multihalle Minden heißen?

Das ist erstmal völlig unerheblich. Wenn es außer uns und anderen regionalen Unternehmen weitere Interessenten gibt, die für Namensrechte möglichst viel Geld bezahlen, dann sind die herzlich willkommen. Wichtig ist, dass wir es überhaupt hinkriegen.

Sie haben zwei Söhne. Werden die beiden in ferner Zukunft im GWD-Trikot in der Multihalle Handball spielen?

Das wäre ein Traum. Aber jetzt im Ernst: Das liegt weit weg. Beide sind noch klein. Einer spielt Fußball. Der andere ist Linkshänder, den versuche ich natürlich zum Handball zu führen. Linkshänder haben es ja leichter (lacht). Ich nehme beide gerne mit zu den GWD-Spielen. Das finden beide cool. Wenn sie Lust haben, dann spielen sie später vielleicht Handball. Das wäre schön. Aber sie sollen letztlich das machen, was ihnen wirklich Spaß macht, was sie inspiriert und wofür ihr Herz dann schlägt.

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MindenMT-Interview: Jero Bentz über GWD und warum er für die Multihalle kämpftMarcus RiechmannMinden (mt). Seit mehr als 50 Jahren sind die Mindener Unternehmensgruppe Melitta und der Traditionsverein GWD Minden eng miteinander verbunden. Im MT-Interview spricht Melitta-Gesellschafter Jero Bentz über seine Verbindung zu GWD und über die besondere Bedeutung der Partnerschaft zwischen Unternehmen und Verein. Der 46-jährige Familienvater spricht über die künftige Ausrichtung des Klubs. GWD sei gut aufgestellt, aber: „Da geht noch mehr." Bentz redet über die besondere Rolle von Großsponsoren und über die Bedeutung einer Multihalle für die Region: „Wir glauben daran." Ihr Großvater Horst Bentz hat die enge Beziehung von Melitta zu GWD Minden begründet. Haben Sie eine Erinnerung daran, was ihn damals angetrieben hat? Persönlich haben wir uns darüber nie ausgetauscht. Ich war zwölf Jahre alt, als mein Großvater gestorben ist. Aber ich weiß, dass er extrem sportbegeistert war. Er war auch ein Typ, dem gesellschaftliches Engagement immer sehr wichtig war. Und ihm war früh wichtig, etwas für den Unternehmensstandort Minden zu tun. Da lag es nah, den Traditionsverein Grün-Weiß Dankersen zu fördern. Damit war Horst Bentz der erste große Sponsor bei GWD. Das waren die Zeiten, in denen Sponsoring überhaupt erst anfing. Da haben Unternehmen den Sport entdeckt, da hat sich der Sport langsam professionalisiert. Und so hat er GWD für sich entdeckt. Ihr Vater Jörg Bentz hat dieses Engagement fortgeführt. Welche Bindung hatte er zu GWD? Mein Vater ist hier aufgewachsen, er wurde sicher von seinem Vater inspiriert und ist in dessen Fußstapfen getreten. Mein Vater war totaler GWD- und Handballfan, wohl noch mehr, als es mein Großvater schon war. Ich bin mit ihm seit ich etwa sechs Jahre alt war, immer zum Handball gegangen. Er hat das aus ähnlichen Gründen gefördert: Traditionsbewusstsein, etwas für Minden und die Menschen tun, GWD als Aushängeschild fördern, Standortattraktivität fördern. Nun führen Sie die enge Bindung von Unternehmen und Familie an den Handball-Bundesligisten fort. Erbt man diese Begeisterung als Sohn? Sicher, dem kann man sich kaum entziehen. Mein Vater hat mich da herangeführt. Waren das dann diese Sorte Samstags- oder Sonntagsveranstaltungen, bei denen man im Sinne einer Vater-Sohn-Sache zu GWD gegangen ist? Nein, das war eher eine Familiensache. Ich habe dann auch bei GWD in der frühen Jugend gespielt. Später dann in Petershagen, da waren auch die Schulkollegen. Ich habe im Studium im Würzburg noch ein bisschen weiter Handball gespielt. Ich war nie richtig gut, ich glaube das war die Bezirksliga – und da war ich kein Leistungsträger. Aber die Begeisterung ist da. Das ist ein toller Sport. Als meine Frau nach Minden kam, kannte sie Handball gar nicht. Sie geht heute gerne zu GWD, weil es unterhaltsam ist, kurzweilig und dynamisch. GWD ist hier am Standort Minden ein Highlight und ein Aushängeschild. Eine kleine Stadt mit einem langjährigen Bundesligisten – das ist schon was. Hier Melitta als ein weltweit agierendes Unternehmen. Dort mit GWD ein Bundesliga-Profiklub. Sehen Sie Parallelen? Ich glaube die Grundphilosophie und die Grundmotivation von Unternehmen und von Profi-Klubs sind nicht weit auseinander. Zum einen das Ziel erfolgreich zu sein. Oder Höchstleistungen zu erbringen – die sind möglich, wenn Herzblut und Inspiration dahinterstecken. Wegen dieser Deckungsgleichheit eignet sich eine Partnerschaft mit einem Sportverein gut für ein Unternehmen. Melitta besitztt Partnerschaften mit Manchester United oder mit Arminia Bielefeld. Daneben präsentiert sich Melitta auf großen Musikfestivals. Welche Bedeutung besitzt oder welches Ziel verfolgt dieses Marketing? Dahinter stecken strategische Ziele. Das ist gestaffelt. Zum einen geht es um globale Partnerschaften. Wir nennen das bewusst nicht Sponsoring, weil wir nicht einfach nur Geld geben, sondern partnerschaftlich etwas erreichen wollen. Da ist bei der weltweiten Ausrichtung Manchester United unser Aushängeschild. Damit wollen wir eine große Bekanntheit unserer Marke erreichen. Manchester ist in Märkten wie Asien oder Großbritannien unterwegs, in denen unsere Marke noch nicht so präsent ist. Das Siegel einer Partnerschaft mit Manchester United unterstreicht uns als Qualitätsmarke. Zudem hat das den Nebeneffekt, dass neue Netzwerke entstehen. Nationale Sportpartnerschaften dienen natürlich auch der Marken- und Imagepflege. Da spielt auch die Arbeitgeberattraktivität eine Rolle. Auf der anderen Seite steht ein lokales Engagement in Kultur und Sport. Ein Fokus liegt auf dem Rudern mit den Melitta-Achtern in der Sprint-Bundesliga und der Regatta auf dem Wasserstraßenkreuz. Rudern passt gut zu uns. Wir wollen keinen Einzelsport fördern, wir setzen auf Teamsport. Das passt zu unserer Philosophie. Wir setzen auf sympathische, ehrliche und bodenständige Sportarten, in denen Teamgeist eine Rolle spielt. Vor allem fördert Melitta lokal den Bundesligahandball bei GWD. Ist das allein mit Tradition und Standortverbundenheit zu erklären oder ist das Teil einer Marketingstrategie? Der Standort Minden ist klein. Da ist GWD eine gute Plattform, um die Bekanntheit zu steigern. GWD macht das Leben in Minden lebenswerter. Wir wollen hier investieren und werden jungen und gute neue Leute brauchen. Die müssen hier gerne leben wollen. Da ist GWD ein Puzzlestein von vielen. Welche Gegenleistung erwartet man als Sponsor von GWD Minden? Da haben wir klare Vorstellungen. Der Klub muss in seinem Segment erfolgreich sein, jedenfalls als erfolgreich wahrgenommen werden. Er muss eine gewisse Sichtbarkeit haben, sympathisch sein und eine gewisse Bodenständigkeit besitzen. Tradition ist wichtig. Es muss eine Wertekonformität zu uns bestehen. Und eine gewisse Professionalität in der Führung und den Strukturen ist wichtig. Das zahlt auch auf das Image ein. Das muss kulturell zu uns passen. Das Sponsoring bei GWD ist geprägt von zwei großen Förderern, die gemeinsam rund ein Drittel des Gesamtetats abdecken: die Unternehmensgruppen Melitta und Harting. Entsteht hier eine fragile Abhängigkeit des Klubs von zwei Mäzenen? Ich störe mich schon an dem Wort Mäzen. Der Mäzen hat ein hohes eigenes Interesse und verfolgt eigene, vielleicht egoistische Ziele. Da würde ich bei GWD niemanden einordnen. Die Frage passt nicht zu GWD. Da machen die beiden großen Sponsoren vielleicht 30 Prozent des Gesamtetats aus. Das ist extrem wenig, wenn man das mit anderen Vereinen vergleicht. Hier, und das macht eine Stärke der Region aus, wird der Verein getragen von einer breiten Gruppe von Förderern. Wir haben einen tollen und leistungsfähigen Mittelstand und ein starkes Handwerk. Wir haben den GWD-Pool, der eine wichtige Stütze darstellt. Viele bringen sich nicht nur finanziell ein sondern auch inhaltlich. Man identifiziert sich mit GWD. Der Etat und der Erfolg fußt auf einer breiten und soliden Basis. Selbst wenn einer der großen Sponsoren abspringen würde, wäre das nicht das Ende für GWD. Man müsste sich berappeln, aber es ginge weiter. Eine Abhängigkeit von Einzelsponsoren, wie es die Frage suggeriert, besteht nicht. Fragil ist das Gebilde schon mal gar nicht. Das ist bei GWD sehr stabil. Was uns angeht, kann ich nur sagen: Wir sind ein zuverlässiger und langjähriger Partner. Man kann das Engagement mal steigern oder senken, dafür kann es immer Gründe geben. Aber von heute auf morgen werden wird das nicht stoppen. Das widerspricht unseren Grundsätzen. Wir bekommen ja auch viel von GWD zurück. Wie definieren Sie die Rolle als Sponsor? Eher in der Art eines stillen Förderers oder in der Rolle eines aktiv gestaltenden Gesellschafters? Da muss man unterscheiden. Das sind zwei Themen. Wir als Firma sind Sponsor, ich als Privatperson bin Gesellschafter. Das ist eine andere Rolle. Als Sponsor ist man Kunde, man überlegt: Wieviel ist es mir wert, was kann ich mir leisten, was bekomme ich als Unternehmen zurück? Das ist eine Kosten-Nutzung-Rechnung. Als Gesellschafter diskutiert man in einem großen Kreis mit den anderen Gesellschaftern. Man versucht, seine Erfahrungen und seine Kompetenzen einzubringen. Das ist losgelöst vom Sponsoring. Es ist wichtig, beides zu trennen. Nicht ganz einfach manchmal, aber wichtig. Funktioniert der Kreis der Gesellschafter wie eine Mannschaft? Nur als Team kommt man zum Erfolg? Kontroverse Diskussionen sind ja durchaus auch Erfolg stiftend. Daraus kann sich immer etwas entwickeln. Der Austausch der Gesellschafter ist wertvoll. Da spielt es auch keine Rolle, wer wieviel Geld gibt, das darf es auch nicht. Da geht es um Inhalte und letztlich darum, zum besten Ergebnis für GWD zu kommen. Die Gesellschafterrunde ist ein wichtiges Gremium. Im Kreis der GWD-Gesellschafter wird kontrovers über die Ausrichtung des Klubs diskutiert. Jüngst wurden die Verträge der Geschäftsführer Frank von Behren und Markus Kalusche um ein Jahr verlängert, um mit mehr Ruhe die Ausrichtung besprechen und festlegen zu können? Benötigt ein Profiverein wie GWD zwei Geschäftsführer? Darüber ist auch öffentlich viel diskutiert worden. Es geht nicht um die Frage: Wie viele Geschäftsführer habe ich. Rechtlich braucht man einen. Wichtig ist, dass man die richtige Kompetenzen besitzt. Ob man das in einem oder zwei Geschäftsführern verankert, ist erstmal unerheblich. GWD ist ein Unternehmen mit einem ordentlichen Budget, mit einer Zahl von Angestellten. Da benötigt man unternehmerische, kaufmännische Kompetenz. Auch Marketingqualität und Vertriebskompetenz und natürlich sportliches Fachwissen. Herzblut und eine Bindung an die Region sind wichtig. Idealerweise bündelt sich das in einer Person, aber das findet man nicht so einfach. Melitta ist seit 55 Jahren GWD-Partner. Wo soll der Klub in fünf Jahren zum 100-jährigen GWD-Jubiläum im dann 60. Jahr der Partnerschaft stehen? Was wünschen Sie dem Verein? Man muss realistisch sein. Klar ist der sportliche Erfolg wichtig. Es ist schön, dass wir in den letzten Jahren nichts mit dem Abstieg zu tun hatten. Es ist schön, dass wir es immer mal wieder geschafft haben, auch einen großen Klub zu schlagen. Im Handball wirft das Geld mehr noch Tore als das im Fußball der Fall ist. Überraschungen sind seltener. Wir haben in der Bundesliga eine Dreiteilung der Budgetsituation. Vier, fünf sehr große Teams, dann ein breites Mittelfeld, das recht nah beieinander liegt, und dann die Kleinen, die sich schwer tun. Sich in diesem Mittelfeld nah bei den Top Fünf oder Sechs zu etablieren – das hätte schon was. Fest im einstelligen Tabellenbereich. Und wenn man es dann noch schaffen kann, in den Heimspielen mit den Großen mitzuspielen, sie zu besiegen: das steigert die Attraktivität, das steigert die Sichtbarkeit auch überregional. Man wird dann anders wahrgenommen. Bereits in diesem Jahr spielt das Team um Platz neun mit. Platz neun ist möglich. Wir waren sogar schon auf dem siebten Tabellenplatz. Das hätte man festigen können. Da haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht. Eine kleine Schippe fehlt noch, um da mehr Konstanz zu gewinnen. Da sind wir auf einem guten Weg. Aber wir sollten uns treu bleiben und bodenständig. Wir sollten uns finanziell nicht verbiegen. GWD steht auch für finanzielle Solidität. Um diese Solididät hat GWD nach der Krise in den 90er Jahren eine Weile gekämpft. Gemeinschaftlich gekämpft. Viele haben dahinter gestanden, um das zu schaffen. Melitta ist international aktiv. Sehen Sie GWD auch irgendwann auf der europäischen Bühne? Das wäre ein Resultat einer dauerhaft guten Arbeit. Es wäre schön und sicher interessant. Der Weg ist da auch das Ziel. Es gibt kein Endziel, sondern das Bestreben nach stetiger Verbesserung im Rahmen unserer Möglichkeiten. Der Wettbewerbsdruck im Handball ist in den vergangenen Jahren deutlich größer geworden, auch durch ein wachsendes internationales Mäzenatentum. Überdurchschnittlich gute Spieler werden überdurchschnittlich teurer, die Budgets wachsen. Zugleich wird Handball immer attraktiver. Die WM hat den Sport vorangebracht. Wir dürfen nicht schlafen, sondern müssen die Entwicklung mitgehen. Um sportlich zu wachsen, werden Etats wachsen müssen. Sie haben es erwähnt: Geld wirft Tore. Wo soll das herkommen? Ist das Sponsorenumfeld im Mindener Land ausgereizt oder gibt es hier noch schlafendes Potenzial? Mit der Einschätzung tue ich mich schwer. Aber klar: Es gibt bestimmt noch einige Unternehmen, die man noch davon überzeugen könnte, wie toll Handball ist und wie wichtig GWD für die Region ist. Auch im Umland gibt es noch Potenzial. Und man muss sich auch nicht scheuen, wenn man eine nationale Sichtbarkeit erreicht hat, auch mal an überregionale Sponsoren heranzutreten. Das machen andere auch. Auch Fernseherlöse werden eine Rolle spielen. Unsere Entwicklung muss auf vielen Säulen fußen. Wir haben eine sehr solide Basis. Aber da geht noch mehr. Auch über die Zuschauer. Die Halle könnte manchmal etwas voller sein. Benötigt GWD für die weitere Entwicklung eine neue Spielstätte Braucht die Stadt Minden, braucht der Mühlenkreis die Multihalle? Also GWD benötigt vor allem überhaupt eine Halle. Mit der Kampa-Halle hat GWD eine Spielstätte. Eine schönere Halle wäre natürlich besser. Die Kampa-Halle entspricht nicht mehr den heutigen Standards. Tribünen nur auf zwei Seiten, das gibt es in der Bundesliga kaum noch. Sie ist in die Jahre gekommen, vom Brandschutz mal ganz abgesehen. Eine neue Halle würde GWD guttun, aber vor allem würde die Stadt Minden von einer Multihalle profitieren. Auch als Wirtschaftsstandort. Wenn man sich als Stadt behaupten will, muss man etwas tun und die Attraktivität und den Lebenswert verbessern. Das ist wichtig für die Menschen hier und für die Unternehmen. Nun wird seit rund drei Jahren intensiv über das Projekt Multihalle diskutiert. Bestehen noch Chancen, dass eine solche Arena entsteht oder ist das Thema totgequatscht worden? Wir glauben extrem an die Bedeutung einer solchen Halle für die Stadt Minden. Es hat so viele Projekte in den vergangenen Jahren gegeben, die nicht realisiert worden sind. Die wurden sprichwörtlich totgequatscht. Es ist an der Zeit, das zu ändern. Ich nehme eine positive Dynamik wahr. Der Standort Minden ist besser als wir das immer denken. Aber wir müssen dafür etwas tun. Man braucht Leuchtturmprojekte. Eine solche Halle ist nicht nur für die Stadt gut, sondern für das gesamte Kreisgebiet und das Umland wie Bückeburg. Die Menschen dort werden sich auch gerne eine tolle Musikveranstaltung in einer schönen Halle vor der Haustür anschauen. Übernimmt bei einem solchen Leuchtturmprojekt das Unternehmen Melitta die Rolle des Leuchtturmwärters? Die Entscheidung gegen den Bau im letzten Jahr haben wir sehr bedauert. Wir haben uns dann um Alternativkonzepte bemüht. Daraus ist ein bereits weit gereifter Entwurf entstanden. Wir glauben daran, dass die Halle finanzierbar ist und dass sie vernünftig betrieben werden kann. Die laufenden Betriebskosten sind ja der Knackpunkt des Projektes. Ja. Aber es gab mal einen schönen Kommentar von Henning Wandel im Mindener Tageblatt. Da hieß es: Die Frage ist nicht, ob wir als Stadt Minden uns die Halle leisten können, sondern die Frage ist, ob wir es uns leisten können, die Halle nicht zu bauen. Das ist genau die richtige Frage. Klar, man muss auch ergebnisorientiert denken. Aber nicht alles lässt sich in Zahlen fassen. Man braucht auch Glaube und Visionen. Auch bei der Stadtentwicklung am rechten Weserufer. Jedenfalls glaube ich, dass wir ein Konzept gefunden haben, dass einen erfolgreichen Betrieb gewährleisten kann.. Ist das dann eine privat betriebene Halle oder liegt der Betrieb bei der öffentlichen Hand? Darauf kommt es gar nicht an. Das muss vor allem ein eigenständiges Kompetenzteam mit eigenständiger Verantwortung sein, das mit Inspiration und Herzblut die Halle betreibt. Da sind andere Fähigkeiten gefragt und andere Aufgaben zu lösen als die, die klassischerweise eine Stadtverwaltung zu lösen hat. Wird das Schmuckstück dann Melitta-Multihalle Minden heißen? Das ist erstmal völlig unerheblich. Wenn es außer uns und anderen regionalen Unternehmen weitere Interessenten gibt, die für Namensrechte möglichst viel Geld bezahlen, dann sind die herzlich willkommen. Wichtig ist, dass wir es überhaupt hinkriegen. Sie haben zwei Söhne. Werden die beiden in ferner Zukunft im GWD-Trikot in der Multihalle Handball spielen? Das wäre ein Traum. Aber jetzt im Ernst: Das liegt weit weg. Beide sind noch klein. Einer spielt Fußball. Der andere ist Linkshänder, den versuche ich natürlich zum Handball zu führen. Linkshänder haben es ja leichter (lacht). Ich nehme beide gerne mit zu den GWD-Spielen. Das finden beide cool. Wenn sie Lust haben, dann spielen sie später vielleicht Handball. Das wäre schön. Aber sie sollen letztlich das machen, was ihnen wirklich Spaß macht, was sie inspiriert und wofür ihr Herz dann schlägt.