Löhne

Angemessenes Level beim stimmungsvollen Abend in Löhne

Sebastian Külbel

Welle für das Publikum: Die Mannschaften bedankten sich bei der vollen Tribüne. MT- - © Foto: Sebastian Külbel
Welle für das Publikum: Die Mannschaften bedankten sich bei der vollen Tribüne. MT- (© Foto: Sebastian Külbel)

Löhne (mt). Als beide Mannschaften nach 60 Minuten klatschend vor der vollen Tribüne standen, war der Zweck eines stimmungsvollen Abends erfüllt. Der 48:28 (22:13)-Sieg von GWD Mindens Profi-Handballern bei HSG Löhne/Obernbeck II war ebenso nebensächlich wie die spärlichen Erkenntnisse, die Trainer Frank Carstens aus dem Auftritt seines Teams ziehen konnte. Stattdessen stand einer im Mittelpunkt, der nicht mehr dabei sein konnte.

Maik Buchholz, einst Torwart beim Gastgeber-Team, starb im Dezember 2018 im Alter von nur 20 Jahren an Krebs. Daran wurde vor dem Anpfiff des gestrigen Benefizspiels zu Gunsten der Kinderkrebshilfe erinnert, und diesen traurigen Anlass würdigten auch die Gäste aus der Bundesliga. Erst stellten sie sich zum gemeinsamen Fotos mit den Kreisliga-Handballern auf, in der Halbzeitpause überreichte Torwart Kim Sonne dem Vater des Verstorbenen, der bei den Gastgebern als einer von drei Torhütern mitwirkte, ein signiertes Trikot. Und nach dem Spiel ließen sich auch die GWD-Profis von der tollen Atmosphäre in der Halle anstecken und bedankten sich Hand in Hand mit dem gegnerischen Team mit einer Welle.

„Es ging hier nur um eines, und das ist, Spaß zu haben“, sagte Carstens wenig später und würdigte den Anlass des Abends: „Wenn man mit Handball einen so ernsten Hintergrund ein wenig überdecken kann, dann ist das eine gute Sache.“ Und dazu trug seine Mannschaft gestern einen großen Teil bei.

Zum Beispiel, als sie sich wegen der vielen fehlenden Nationalspieler in ungewohnter Besetzung zunächst finden musste und dem Gegner einige Minuten des Mithaltens gönnte. Oder, als sie besser ins Spiel kam und zahlreiche Trickwürfe und Kempa-Tore aufführte. Auch für die kleinen Gesten am Rande blieb Platz. So gönnten die Mindener dem eingewechselten Andreas Buchholz bei seinem schweren Kurzeinsatz eine Parade, und nach seiner letzten misslungenen Aktion umarmte Luka Zvizej herzlich Löhnes anderen Torwart Tilo Zimmermann. Dennoch fiel der Sieg am Ende standesgemäß aus, und Carstens lobte die Haltung seines Teams, zu dem gestern auch drei A-Jugendliche gehörten: „Wir schaffen es, in diesen Spielen ein angemessenes Level zu zeigen. Sie sind für uns immer ein Gewinn.“

GWD Minden: Sonne, Grabitz - Braun 8, Korte 8, Nowatzki 6, Savvas 6, Cederholm 5, Doder 4, Zvizej 4/1, Demerza 3, Strakeljahn 3, Mansson 1.

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LöhneAngemessenes Level beim stimmungsvollen Abend in LöhneSebastian KülbelLöhne (mt). Als beide Mannschaften nach 60 Minuten klatschend vor der vollen Tribüne standen, war der Zweck eines stimmungsvollen Abends erfüllt. Der 48:28 (22:13)-Sieg von GWD Mindens Profi-Handballern bei HSG Löhne/Obernbeck II war ebenso nebensächlich wie die spärlichen Erkenntnisse, die Trainer Frank Carstens aus dem Auftritt seines Teams ziehen konnte. Stattdessen stand einer im Mittelpunkt, der nicht mehr dabei sein konnte. Maik Buchholz, einst Torwart beim Gastgeber-Team, starb im Dezember 2018 im Alter von nur 20 Jahren an Krebs. Daran wurde vor dem Anpfiff des gestrigen Benefizspiels zu Gunsten der Kinderkrebshilfe erinnert, und diesen traurigen Anlass würdigten auch die Gäste aus der Bundesliga. Erst stellten sie sich zum gemeinsamen Fotos mit den Kreisliga-Handballern auf, in der Halbzeitpause überreichte Torwart Kim Sonne dem Vater des Verstorbenen, der bei den Gastgebern als einer von drei Torhütern mitwirkte, ein signiertes Trikot. Und nach dem Spiel ließen sich auch die GWD-Profis von der tollen Atmosphäre in der Halle anstecken und bedankten sich Hand in Hand mit dem gegnerischen Team mit einer Welle. „Es ging hier nur um eines, und das ist, Spaß zu haben“, sagte Carstens wenig später und würdigte den Anlass des Abends: „Wenn man mit Handball einen so ernsten Hintergrund ein wenig überdecken kann, dann ist das eine gute Sache.“ Und dazu trug seine Mannschaft gestern einen großen Teil bei. Zum Beispiel, als sie sich wegen der vielen fehlenden Nationalspieler in ungewohnter Besetzung zunächst finden musste und dem Gegner einige Minuten des Mithaltens gönnte. Oder, als sie besser ins Spiel kam und zahlreiche Trickwürfe und Kempa-Tore aufführte. Auch für die kleinen Gesten am Rande blieb Platz. So gönnten die Mindener dem eingewechselten Andreas Buchholz bei seinem schweren Kurzeinsatz eine Parade, und nach seiner letzten misslungenen Aktion umarmte Luka Zvizej herzlich Löhnes anderen Torwart Tilo Zimmermann. Dennoch fiel der Sieg am Ende standesgemäß aus, und Carstens lobte die Haltung seines Teams, zu dem gestern auch drei A-Jugendliche gehörten: „Wir schaffen es, in diesen Spielen ein angemessenes Level zu zeigen. Sie sind für uns immer ein Gewinn.“ GWD Minden: Sonne, Grabitz - Braun 8, Korte 8, Nowatzki 6, Savvas 6, Cederholm 5, Doder 4, Zvizej 4/1, Demerza 3, Strakeljahn 3, Mansson 1.