Minden

GWD Minden dünnt den Kader aus: Doders Platz bleibt leer

Marcus Riechmann

Für Torjäger Dalibor Doder ist kein Platz mehr bei GWD. Und für einen Nachfolger wohl auch nicht. Foto: Jürgen Augst/Eibner - © EIBNER/Juergen Augst
Für Torjäger Dalibor Doder ist kein Platz mehr bei GWD. Und für einen Nachfolger wohl auch nicht. Foto: Jürgen Augst/Eibner (© EIBNER/Juergen Augst)

Minden (mt). Die Erleichterung war spürbar. Der 25:20-Auswärtssieg beim VfL Gummersbach hat den Spielern des Handball-Bundesligisten GWD Minden gut getan und die nach schwierigen Wochen entstandenen Zweifel am eigenen Vermögen weggewischt. .„Alle sind erschöpft“, berichtete Trainer Frank Carstens von der Atmosphäre in der Kabine nach dem Sieg und verdeutlichte: „Auf dem Spiel lag eine Menge Anspannung.“

Die fiel bereits vor dem Abpfiff ab. Die Folge: GWD verspielte einen Auswärtssieg in zweistelliger Höhe und erlaubte Gummersbach stattdessen, das Ergebnis noch um fünf Treffer zu schönen. Daher fiel die Stimmung im Team nicht ausgelassen, sondern gedämpft aus, beschrieb der Coach eine Verärgerung innerhalb der Mannschaft. Carstens selbst gewann dem Endergebnis etwas Gutes ab: „So bleiben wir alle auf dem Teppich.“

Der Coach lobte vieles am Spiel seiner Mannschaft in den 50 Minuten bis zur 24:14-Führung. Ihm war zwar nicht entgangen, dass der VfL am unteren Ende der Bundesliga-Leistungsskala agierte. Doch Carstens stellte zufrieden fest: „Wir haben uns nicht auf den Gegner eingelassen, sondern unser Ding durchgezogen.“ Dabei ließ sich GWD auch nicht vom frühen Ausscheiden von Marian Michalczik beirren. Savvas Savvas kam zu seinem bisher umfassendsten Einsatz. Der junge Grieche machte seine Sache als Michalczik-Vertreter ordentlich. Vor allem für seine Deckungsleistung gegen die Rückraumrechten des VfL erhielt er ein Lob vom Trainer.

Michalcziks Verletzung wurde gestern als Knochenhautprellung mit einem Hämatom im rechten Knie diagnostiziert. Der 22-Jährige wird intensiv behandelt und könnte beim Heimspiel gegen den SC Magdeburg am kommenden Sonntag wieder im Kader stehen, meldete GWD gestern.

Das Ende der Ergebniskrise verschafft den Mindenern mehr Ruhe bei der Komplettierung des Kaders für die neue Saison. Coach Carstens und Frank von Behren als Geschäftsführer Sport machten deutlich, dass sich die Suche auf einem neuen Spieler für den rechten Rückraum als Nachfolger für den zum TBV Lemgo wechselnden Andreas Cederholm konzentriere.

„Das hat Priorität“ sagte von Behren und ließ Fragen zu dem in Lemgo freiwerdenden Linkshänder Dominik Ebner unkommentiert. Über die Suche nach einem neuen Mittelmann als Ersatz für den aussortierten zweitbesten Teamtorschützen Dalibor Doder sagte von Behren: „Das ist eine Frage der Möglichkeiten.“ Übersetzt bedeutet das: Bei einem für das spielende Personal etwa gleichbleibenden Etat für die neue Saison sind nach den bisher vollzogenen Verpflichtungen und den Vertragsverlängerungen zentraler Akteure wie Christoffer Rambo und Marian Michalczik die finanziellen Mittel weitgehend ausgereizt. Die Folge: Wenn nicht noch neues Sponsorengeld fließt, wird Minden in der neuen Saison den Kader um einen Spieler reduzieren. Die Lösung für die Rückraummitte wird Coach Carstens aus dem Bestand entwickeln und einen zweiten Mann neben Aliaksandr Padshyvalau finden müssen.

Druck empfindet der Trainer bei der Linkshänder-Suche nicht. „Wir haben gerade erst Mitte März und bis auf eine Position sind alle Fragen geklärt. Damit liegen wir zeitlich gut im Rennen“, sagte Carstens entspannt.

Von Behren meinte zur Suche nach einem Cederholm-Nachfolger: „Das ist kein Supermarkt. Manchmal braucht man Geduld.“ Letztere benötigt er auch hinsichtlich der Hängepartie über seine Weiterbeschäftigung bei GWD. Sowohl sein Vertrag wie auch der des Geschäftsführers Markus Kalusche laufen am 30. Juni aus. Die offenbar schwer zu treffende Entscheidung der GWD-Gesellschafter über eine Verlängerung der Verträge soll sich mittlerweile immerhin in der Findungsphase befinden.

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MindenGWD Minden dünnt den Kader aus: Doders Platz bleibt leerMarcus RiechmannMinden (mt). Die Erleichterung war spürbar. Der 25:20-Auswärtssieg beim VfL Gummersbach hat den Spielern des Handball-Bundesligisten GWD Minden gut getan und die nach schwierigen Wochen entstandenen Zweifel am eigenen Vermögen weggewischt. .„Alle sind erschöpft“, berichtete Trainer Frank Carstens von der Atmosphäre in der Kabine nach dem Sieg und verdeutlichte: „Auf dem Spiel lag eine Menge Anspannung.“ Die fiel bereits vor dem Abpfiff ab. Die Folge: GWD verspielte einen Auswärtssieg in zweistelliger Höhe und erlaubte Gummersbach stattdessen, das Ergebnis noch um fünf Treffer zu schönen. Daher fiel die Stimmung im Team nicht ausgelassen, sondern gedämpft aus, beschrieb der Coach eine Verärgerung innerhalb der Mannschaft. Carstens selbst gewann dem Endergebnis etwas Gutes ab: „So bleiben wir alle auf dem Teppich.“ Der Coach lobte vieles am Spiel seiner Mannschaft in den 50 Minuten bis zur 24:14-Führung. Ihm war zwar nicht entgangen, dass der VfL am unteren Ende der Bundesliga-Leistungsskala agierte. Doch Carstens stellte zufrieden fest: „Wir haben uns nicht auf den Gegner eingelassen, sondern unser Ding durchgezogen.“ Dabei ließ sich GWD auch nicht vom frühen Ausscheiden von Marian Michalczik beirren. Savvas Savvas kam zu seinem bisher umfassendsten Einsatz. Der junge Grieche machte seine Sache als Michalczik-Vertreter ordentlich. Vor allem für seine Deckungsleistung gegen die Rückraumrechten des VfL erhielt er ein Lob vom Trainer. Michalcziks Verletzung wurde gestern als Knochenhautprellung mit einem Hämatom im rechten Knie diagnostiziert. Der 22-Jährige wird intensiv behandelt und könnte beim Heimspiel gegen den SC Magdeburg am kommenden Sonntag wieder im Kader stehen, meldete GWD gestern. Das Ende der Ergebniskrise verschafft den Mindenern mehr Ruhe bei der Komplettierung des Kaders für die neue Saison. Coach Carstens und Frank von Behren als Geschäftsführer Sport machten deutlich, dass sich die Suche auf einem neuen Spieler für den rechten Rückraum als Nachfolger für den zum TBV Lemgo wechselnden Andreas Cederholm konzentriere. „Das hat Priorität“ sagte von Behren und ließ Fragen zu dem in Lemgo freiwerdenden Linkshänder Dominik Ebner unkommentiert. Über die Suche nach einem neuen Mittelmann als Ersatz für den aussortierten zweitbesten Teamtorschützen Dalibor Doder sagte von Behren: „Das ist eine Frage der Möglichkeiten.“ Übersetzt bedeutet das: Bei einem für das spielende Personal etwa gleichbleibenden Etat für die neue Saison sind nach den bisher vollzogenen Verpflichtungen und den Vertragsverlängerungen zentraler Akteure wie Christoffer Rambo und Marian Michalczik die finanziellen Mittel weitgehend ausgereizt. Die Folge: Wenn nicht noch neues Sponsorengeld fließt, wird Minden in der neuen Saison den Kader um einen Spieler reduzieren. Die Lösung für die Rückraummitte wird Coach Carstens aus dem Bestand entwickeln und einen zweiten Mann neben Aliaksandr Padshyvalau finden müssen. Druck empfindet der Trainer bei der Linkshänder-Suche nicht. „Wir haben gerade erst Mitte März und bis auf eine Position sind alle Fragen geklärt. Damit liegen wir zeitlich gut im Rennen“, sagte Carstens entspannt. Von Behren meinte zur Suche nach einem Cederholm-Nachfolger: „Das ist kein Supermarkt. Manchmal braucht man Geduld.“ Letztere benötigt er auch hinsichtlich der Hängepartie über seine Weiterbeschäftigung bei GWD. Sowohl sein Vertrag wie auch der des Geschäftsführers Markus Kalusche laufen am 30. Juni aus. Die offenbar schwer zu treffende Entscheidung der GWD-Gesellschafter über eine Verlängerung der Verträge soll sich mittlerweile immerhin in der Findungsphase befinden.