Minden

Für GWD Minden gilt: Auf der Jagd nach der großen Chance

Sebastian Külbel

Bei der jüngsten Niederlage in Wetzlar war GWD-Trainer Frank Carstens vor allem mit der Abwehrleistung nicht zufrieden. Foto: Jan Huebner - © Jan Huebner/Vogler
Bei der jüngsten Niederlage in Wetzlar war GWD-Trainer Frank Carstens vor allem mit der Abwehrleistung nicht zufrieden. Foto: Jan Huebner (© Jan Huebner/Vogler)

Minden (mt). Die Frage nach der Motivation beantwortet Frank Carstens mit einem irritierten Blick. „Wir haben drei Jahre lang jedes Mal das Ergebnis der Vorsaison getoppt. Diese Chance haben wir immer noch“, sagt GWD Mindens Trainer vor dem heutigen Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf (19 Uhr, Kampa-Halle). Um diese jedoch zu ergreifen, müssen langsam wieder Siege her.

27 Punkte bräuchten die Mindener, um ihr Ergebnis aus der vergangenen Serie (26:42) zu übertreffen. Das erscheint bei derzeit 18:26 Zählern und noch zwölf ausstehenden Spielen als machbares Ziel. „Wir wollen besser werden“, betont Carstens und blickt in die Historie: „Wir können hier das beste Ergebnis schaffen, seit Frank von Behren und ich hier noch in kurzen Hosen aufgelaufen sind. Daraus ziehe ich Motivation.“

Doch auch die heute als Trainer und Sport-Geschäftsführer aktiven Ex-Spieler wissen, dass dafür eine Trendwende nötig ist. Mindens Negativlauf seit Anfang Dezember beläuft sich mittlerweile auf 2:12 Punkte, nur der Sieg zum Jahresstart beim HC Erlangen durchbrach diese Serie. Besonders die beiden jüngsten Niederlagen ärgern die Verantwortlichen. „Wir haben es zweimal nicht geschafft, das nötige Extra auszupacken“, sagt Coach Carstens. Während die Heimpleite gegen die Rhein-Neckar Löwen durchaus eingeplant war, hatten sich die Mindener in Wetzlar deutlich mehr ausgerechnet: „Die Mannschaft ist ein bisschen angefuchst“, beschreibt der Trainer die Stimmung im Team.

Das könnte eine gute Grundlage sein, um gegen Hannover den ersten Heimsieg des Jahres zu schaffen. Denn obwohl die Niedersachsen mit der gleichen Punktzahl einen Platz unter GWD stehen, siedeln die Gastgeber sie beim Blick auf das Personal deutlich höher an. „Ich respektiere diese Mannschaft sehr, sie sind von der individuellen Klasse her herausragend besetzt“, betont Carstens.

Ob Fabian Böhm, Kai Häfner und Morten Olsen im Rückraum oder die Kreisläufer Ilija Brozovic und Evgeni Pevnov – Hannover bringt vor allem offensiv gehobene Qualität mit in die Kampa-Halle. Das erlebten die Mindener im Hinspiel, als sie beim 25:30 nicht für Punkte in Frage kamen. „Da haben wir keine Abwehrleistung hinbekommen und hatten vor allem eine ganz schlechte Torwartleistung“, erinnert sich Mindens Trainer. Darauf richtet er dann auch vor dem erneuten Duell der tabellarischen und örtlichen Nachbarn den Blick: „Wir müssen Druck auf den Rückraum machen und die Pässe an den Kreis abwehren. Im Prinzip so ähnlich wie in Wetzlar – nur müssen wir es diesmal besser machen.“

Denn die Bereitschaft zum Tempospiel habe vor einer Woche in Wetzlar gestimmt, und das könnte diesmal angesichts der vielen Abwehr-Angriff-Wechsel beim Gegner ein Schlüssel sein. „Wir rechnen uns konkrete Chancen aus“, bekräftigt Carstens auch angesichts der zahlenmäßig dünnen Besetzung beim Gegner. GWD kann derweil bis auf Kreisläufer Anton Mansson (Rückenprobleme) auf den kompletten Kader zurückgreifen.

TSV Hannover-Burgdorf

Die Platzierungen der Hannoveraner in den vergangenen Jahren gleichen einer Berg- und Talfahrt. In der Endabrechnung der Saison 2013/14 sprang noch Rang acht heraus. 14/15 war es Platz 13, dann wurden man Siebter, Elfter und zuletzt Sechster. Derzeit belegt Burgdorf Rang elf, allerdings mit aufsteigender Tendenz.

Casper Mortensen, Linksaußen von Weltmeister Dänemark, war nicht nur Hannovers bester Werfer 2017/18, sondern mit 230 Treffer, davon 97 per Siebenmeter, auch Torschützenkönig der Bundesliga. Ihn musste der Verein schweren Herzens zum FC Barcelona ziehen lassen. Sein Nachfolger auf der Linksaußenposition, der Spanier Cristian Ugalde, agierte bislang eher unauffällig.

In die Bresche als Konter- und Siebenmeterspezialist sprang Rechtsaußen Timo Kastening, der bislang 116/33 Tore warf. Mit 83 Treffern führt der Linkshänder auch die Feldtorstatistik der Niedersachsen an, er hat ein Tor mehr erzielt als der National-Halbrechte Kai Häfner. Christoffer Rambo, der beste GWD-Werfer, liegt in dieser Kategorie mit 90 Treffern aus 19 Spielen ligaweit auf Rang sieben. (much)

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MindenFür GWD Minden gilt: Auf der Jagd nach der großen ChanceSebastian KülbelMinden (mt). Die Frage nach der Motivation beantwortet Frank Carstens mit einem irritierten Blick. „Wir haben drei Jahre lang jedes Mal das Ergebnis der Vorsaison getoppt. Diese Chance haben wir immer noch“, sagt GWD Mindens Trainer vor dem heutigen Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf (19 Uhr, Kampa-Halle). Um diese jedoch zu ergreifen, müssen langsam wieder Siege her. 27 Punkte bräuchten die Mindener, um ihr Ergebnis aus der vergangenen Serie (26:42) zu übertreffen. Das erscheint bei derzeit 18:26 Zählern und noch zwölf ausstehenden Spielen als machbares Ziel. „Wir wollen besser werden“, betont Carstens und blickt in die Historie: „Wir können hier das beste Ergebnis schaffen, seit Frank von Behren und ich hier noch in kurzen Hosen aufgelaufen sind. Daraus ziehe ich Motivation.“ Doch auch die heute als Trainer und Sport-Geschäftsführer aktiven Ex-Spieler wissen, dass dafür eine Trendwende nötig ist. Mindens Negativlauf seit Anfang Dezember beläuft sich mittlerweile auf 2:12 Punkte, nur der Sieg zum Jahresstart beim HC Erlangen durchbrach diese Serie. Besonders die beiden jüngsten Niederlagen ärgern die Verantwortlichen. „Wir haben es zweimal nicht geschafft, das nötige Extra auszupacken“, sagt Coach Carstens. Während die Heimpleite gegen die Rhein-Neckar Löwen durchaus eingeplant war, hatten sich die Mindener in Wetzlar deutlich mehr ausgerechnet: „Die Mannschaft ist ein bisschen angefuchst“, beschreibt der Trainer die Stimmung im Team. Das könnte eine gute Grundlage sein, um gegen Hannover den ersten Heimsieg des Jahres zu schaffen. Denn obwohl die Niedersachsen mit der gleichen Punktzahl einen Platz unter GWD stehen, siedeln die Gastgeber sie beim Blick auf das Personal deutlich höher an. „Ich respektiere diese Mannschaft sehr, sie sind von der individuellen Klasse her herausragend besetzt“, betont Carstens. Ob Fabian Böhm, Kai Häfner und Morten Olsen im Rückraum oder die Kreisläufer Ilija Brozovic und Evgeni Pevnov – Hannover bringt vor allem offensiv gehobene Qualität mit in die Kampa-Halle. Das erlebten die Mindener im Hinspiel, als sie beim 25:30 nicht für Punkte in Frage kamen. „Da haben wir keine Abwehrleistung hinbekommen und hatten vor allem eine ganz schlechte Torwartleistung“, erinnert sich Mindens Trainer. Darauf richtet er dann auch vor dem erneuten Duell der tabellarischen und örtlichen Nachbarn den Blick: „Wir müssen Druck auf den Rückraum machen und die Pässe an den Kreis abwehren. Im Prinzip so ähnlich wie in Wetzlar – nur müssen wir es diesmal besser machen.“ Denn die Bereitschaft zum Tempospiel habe vor einer Woche in Wetzlar gestimmt, und das könnte diesmal angesichts der vielen Abwehr-Angriff-Wechsel beim Gegner ein Schlüssel sein. „Wir rechnen uns konkrete Chancen aus“, bekräftigt Carstens auch angesichts der zahlenmäßig dünnen Besetzung beim Gegner. GWD kann derweil bis auf Kreisläufer Anton Mansson (Rückenprobleme) auf den kompletten Kader zurückgreifen. TSV Hannover-Burgdorf Die Platzierungen der Hannoveraner in den vergangenen Jahren gleichen einer Berg- und Talfahrt. In der Endabrechnung der Saison 2013/14 sprang noch Rang acht heraus. 14/15 war es Platz 13, dann wurden man Siebter, Elfter und zuletzt Sechster. Derzeit belegt Burgdorf Rang elf, allerdings mit aufsteigender Tendenz. Casper Mortensen, Linksaußen von Weltmeister Dänemark, war nicht nur Hannovers bester Werfer 2017/18, sondern mit 230 Treffer, davon 97 per Siebenmeter, auch Torschützenkönig der Bundesliga. Ihn musste der Verein schweren Herzens zum FC Barcelona ziehen lassen. Sein Nachfolger auf der Linksaußenposition, der Spanier Cristian Ugalde, agierte bislang eher unauffällig. In die Bresche als Konter- und Siebenmeterspezialist sprang Rechtsaußen Timo Kastening, der bislang 116/33 Tore warf. Mit 83 Treffern führt der Linkshänder auch die Feldtorstatistik der Niedersachsen an, er hat ein Tor mehr erzielt als der National-Halbrechte Kai Häfner. Christoffer Rambo, der beste GWD-Werfer, liegt in dieser Kategorie mit 90 Treffern aus 19 Spielen ligaweit auf Rang sieben. (much)