Minden

Richtung umkehren - GWD brennt gegen Hannover auf Wiedergutmachung

Sebastian Külbel

Im Hinspiel setzte sich Anton Mansson gegen Hannovers Deckung durch, im Rückspiel wird er fehlen. MT- - © Foto: Riechmann
Im Hinspiel setzte sich Anton Mansson gegen Hannovers Deckung durch, im Rückspiel wird er fehlen. MT- (© Foto: Riechmann)

Minden (mt). Die Frage bei jeder Statistik ist, wie man sie liest. Der Blick auf GWD Mindens Rückrunde in der Handball-Bundesliga lässt aber kaum Spielraum für Interpretationen: So richtig angekommen ist der Tabellenzehnte noch nicht im zweiten Saisonteil.

Seit der Niederlage in Flensburg am 20. Dezember verbuchten die Mindener 2:8 Punkte, der Sieg beim HC Erlangen zum Auftakt nach der WM-Pause ist der einzige seit Anfang Dezember. Und mit Blick auf die jüngsten beiden Niederlagen gegen die Rhein-Neckar Löwen und in Wetzlar sagt Trainer Frank Carstens deutlich: „Wir brennen auf Wiedergutmachung und wollen die Richtung umkehren.“

Denn während seine Mannschaft im jüngsten Heimspiel gegen den Favoriten aus Mannheim nicht bereit gewesen sei, den entscheidenden Schritt zum Sieg zu gehen, wertet er die Auswärtsniederlage am vorigen Donnerstag als klare Enttäuschung: „Da hat Wetzlar uns beeindruckt und den Schneid abgekauft.“

Genau die gleiche Einstellung fordert der Coach von seinem Team im Heimspiel am Donnerstag um 19 Uhr gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Die liegt zwar zurzeit punktgleich einen Platz hinter GWD, wird jedoch allgemein stärker eingeschätzt. „Nach einer schwierigen Phase mit vielen Verletzungen ist Hannover ins Rollen gekommen. Sie sind so etwas wie die Mannschaft der Stunde“, sagt Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren im Gegnercheck auf der GWD-Homepage. Und auch Carstens warnt: „Sie sind nicht so schlecht, wie sie dastehen. Von der individuellen Qualität her müssen sie sich nicht vor Berlin oder Melsungen verstecken.“

Das zeigten die Recken mit drei Siegen seit der WM-Pause und vor allem im jüngsten Heimspiel, als sie Berlin 26:25 bezwangen und dabei in der Schlussphase das Spiel drehten. Motivierend wirkt auch die Nominierung der drei Hannoveraner Fabian Böhm, Kai Häfner und Timo Kastening für den anstehenden Lehrgang der Nationalmannschaft. Weniger gut läuft es für die Niedersachsen im EHF-Pokal, wo sie zwei von drei Gruppenspielen verloren haben.

Die Mindener suchen derweil nach der Form ihrer besten Saisonphase im Herbst, als sie nach der 25:30-Niederlage in Hannover 10:2 Punkte holten und einige Vereinsrekorde schafften. „Wir müssen wieder zeigen, was uns stark gemacht hat: Eine begeisternde Leistung von allen Mitgliedern der Mannschaft, bei der ein Rad ins andere greift“, sagt Frank Carstens.

Die personellen Voraussetzungen dafür sind gut, denn bis gestern stand nur ein Ausfall bei den Mindenern für Donnerstag so gut wie fest: Kreisläufer Anton Mansson hat Probleme im unteren Rücken, die sich nach dem Spiel in Wetzlar verschlimmert haben. Carstens: „Es sieht nicht gut aus.“ Dass Rechtsaußen Max Staar wegen seiner Musterung zwei Trainingstage verpasste, sollte derweil nicht ins Gewicht fallen. „Er ist durch seinen Einsatz für die zweite Mannschaft im Rhythmus“, sagt sein Trainer.

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MindenRichtung umkehren - GWD brennt gegen Hannover auf WiedergutmachungSebastian KülbelMinden (mt). Die Frage bei jeder Statistik ist, wie man sie liest. Der Blick auf GWD Mindens Rückrunde in der Handball-Bundesliga lässt aber kaum Spielraum für Interpretationen: So richtig angekommen ist der Tabellenzehnte noch nicht im zweiten Saisonteil. Seit der Niederlage in Flensburg am 20. Dezember verbuchten die Mindener 2:8 Punkte, der Sieg beim HC Erlangen zum Auftakt nach der WM-Pause ist der einzige seit Anfang Dezember. Und mit Blick auf die jüngsten beiden Niederlagen gegen die Rhein-Neckar Löwen und in Wetzlar sagt Trainer Frank Carstens deutlich: „Wir brennen auf Wiedergutmachung und wollen die Richtung umkehren.“ Denn während seine Mannschaft im jüngsten Heimspiel gegen den Favoriten aus Mannheim nicht bereit gewesen sei, den entscheidenden Schritt zum Sieg zu gehen, wertet er die Auswärtsniederlage am vorigen Donnerstag als klare Enttäuschung: „Da hat Wetzlar uns beeindruckt und den Schneid abgekauft.“ Genau die gleiche Einstellung fordert der Coach von seinem Team im Heimspiel am Donnerstag um 19 Uhr gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Die liegt zwar zurzeit punktgleich einen Platz hinter GWD, wird jedoch allgemein stärker eingeschätzt. „Nach einer schwierigen Phase mit vielen Verletzungen ist Hannover ins Rollen gekommen. Sie sind so etwas wie die Mannschaft der Stunde“, sagt Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren im Gegnercheck auf der GWD-Homepage. Und auch Carstens warnt: „Sie sind nicht so schlecht, wie sie dastehen. Von der individuellen Qualität her müssen sie sich nicht vor Berlin oder Melsungen verstecken.“ Das zeigten die Recken mit drei Siegen seit der WM-Pause und vor allem im jüngsten Heimspiel, als sie Berlin 26:25 bezwangen und dabei in der Schlussphase das Spiel drehten. Motivierend wirkt auch die Nominierung der drei Hannoveraner Fabian Böhm, Kai Häfner und Timo Kastening für den anstehenden Lehrgang der Nationalmannschaft. Weniger gut läuft es für die Niedersachsen im EHF-Pokal, wo sie zwei von drei Gruppenspielen verloren haben. Die Mindener suchen derweil nach der Form ihrer besten Saisonphase im Herbst, als sie nach der 25:30-Niederlage in Hannover 10:2 Punkte holten und einige Vereinsrekorde schafften. „Wir müssen wieder zeigen, was uns stark gemacht hat: Eine begeisternde Leistung von allen Mitgliedern der Mannschaft, bei der ein Rad ins andere greift“, sagt Frank Carstens. Die personellen Voraussetzungen dafür sind gut, denn bis gestern stand nur ein Ausfall bei den Mindenern für Donnerstag so gut wie fest: Kreisläufer Anton Mansson hat Probleme im unteren Rücken, die sich nach dem Spiel in Wetzlar verschlimmert haben. Carstens: „Es sieht nicht gut aus.“ Dass Rechtsaußen Max Staar wegen seiner Musterung zwei Trainingstage verpasste, sollte derweil nicht ins Gewicht fallen. „Er ist durch seinen Einsatz für die zweite Mannschaft im Rhythmus“, sagt sein Trainer.