Minden

GWD-Geschäftsführer im Schwebezustand - Kalusche und von Behren noch ohne neuen Vertrag

Marcus Riechmann und Sebastian Külbel

Nach dem letzten Heimspiel der vorigen Saison verabschiedeten Frank von Behren (links) und Markus Kalusche den langjährigen Spielmacher Sören Südmeier. Jetzt ist die Zukunft der beiden Geschäftsführer bei GWD unklar. MT- - © Foto: Riechmann
Nach dem letzten Heimspiel der vorigen Saison verabschiedeten Frank von Behren (links) und Markus Kalusche den langjährigen Spielmacher Sören Südmeier. Jetzt ist die Zukunft der beiden Geschäftsführer bei GWD unklar. MT- (© Foto: Riechmann)

Minden (mt). Der Trainer bleibt mindestens bis 2020, der Kader für die nächste Saison steht in weiten Teilen – doch zwei der zentralen Figuren im Konstrukt des Handball-Bundesligisten GWD Minden stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die Verträge der beiden Geschäftsführer Markus Kalusche (kaufmännisch) und Frank von Behren (Sport) laufen am 30. Juni aus und wurden bislang noch nicht verlängert.

„Das kann ich bestätigen“, antwortete von Behren auf eine entsprechende MT-Nachfrage, und auch Kalusche sagte: „Ein neuer Vertrag liegt mir nicht vor.“ Während die beiden Verantwortlichen also die kommende Saison planen, hängen sie selbst in der Warteschleife. Möglicherweise gestalten sie eine Zukunft, deren Teil sie gar nicht mehr sind.

Das Tagesgeschäft werde von diesem Schwebezustand aber nicht beeinflusst, betonen beide. „Wir arbeiten weiter professionell an den Planungen für die neue Saison und entwickeln Konzepte“, sagt Kalusche, räumt jedoch ein: „Es ist eine schwierige Situation, ganz ausblenden kann man das nicht. Ich würde mir mehr Klarheit wünschen.“

Über die Verträge der beiden Geschäftsführer entscheiden die GWD-Gesellschafter, die in verschiedenen Konstellationen regelmäßig zusammenkommen (siehe Kasten). Erst am vorigen Montag gab es nach MT-Informationen eine Sitzung in größerer Runde, bei der auch die Situation der Geschäftsführer Thema war.

Die Handlungshoheit liegt jedoch auf einer anderen Ebene, wie Horst Bredemeier, früher GWD-Geschäftsführer und heute Vorsitzender des Gesellschafter-Ausschusses, erklärt: „Wir werden zeitnah eine GmbH-Sitzung einberufen, bei der über die Fortsetzung der Verträge entschieden wird.“

Mehr ist aus den Kreisen der Geldgeber bislang nicht zu erfahren, so dass Vieles im Ringen um die zentralen Posten Spekulation bleibt. Allein das lange Warten der beiden Geschäftsführer auf einen neuen Vertrag lässt vermuten, dass die Entscheider sich nicht einig sind. Auch die Arbeit der Doppelspitze wird möglicherweise kritisch beäugt – hundertprozentige Rückendeckung sieht angesichts des aktuellen Schwebezustands anders aus.

Die Betroffenen nehmen dazu ebenso wenig Stellung wie Bredemeier als Sprecher der Gesellschafter. Von Behren sagt nur: „Wir haben uns in den vergangenen zwei Jahren sportlich und wirtschaftlich entwickelt und sind mit der Zwischenbilanz sehr zufrieden.“

Bis zum Ende der Saison 2016/2017 fungierte Horst Bredemeier als Geschäftsführer bei GWD. Am 1. Juli 2017 wurde er in dieser Funktion von Markus Kalusche abgelöst. Bereits am 1. Januar 2017 war Frank von Behren als Sportlicher Leiter eingestiegen. Seit dem 1. Juli 2018 sind die Verantwortungsbereiche auch formal getrennt: Von Behren wurde zum Geschäftsführer Sport berufen, Kalusche verantwortet die kaufmännischen Belange.

Auf die aktuelle Situation reagiert von Behren gelassen: „Der Wechsel in der Geschäftsführung war ein einschneidendes Ereignis für GWD und mir war klar, dass es nicht einfach werden würde.“ Auch Kritik an seiner Arbeit tritt er offen gegenüber: „Das gehört dazu, das ist ein ganz normaler Prozess. Ich lasse mich aber nicht von meinem Weg abbringen.“ Über den wird bald an einem Sitzungstisch entschieden.

Die Gesellschafterstruktur bei GWD Minden

Seit 1997 ist der Profi-Handball aus dem Stammverein TSV GWD Minden ausgegliedert. Der mittlerweile einen Etat von rund vier Millionen Euro umfassende Bundesliga-Spielbetrieb wird über die GWD Minden GmbH und Co. KG abgewickelt. Sie bildet das Rückgrat des Mindener Profihandballs.

Gesellschafter der KG sind 21 Kommanditisten und als Komplementär die GWD Minden Handball-Bundesliga Verwaltungsgesellschaft mbH. Etliche KG-Mitglieder sind bereits seit Jahrzehnten eng mit GWD verbunden – zumeist auch als Sponsoren. Im vergangenen Jahr wurde innerhalb der KG der Gesellschafter-Ausschuss gegründet. Ihm gehören Horst Bredemeier (Vorsitz), Jürgen Tönsmeier (stellvertretender Vorsitz), Stephan Richtzenhain sowie die beiden Hauptsponsoren Philip Harting und Jero Bentz an. Der Ausschuss soll die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft verbessern und beschleunigen.

Den Geschäftsbetrieb führt die GmbH durch ihre angestellten Geschäftsführer. Der GmbH gehören aktuell sieben Gesellschafter an, darunter der Stammverein vertreten durch den Vorsitzenden Bredemeier.

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MindenGWD-Geschäftsführer im Schwebezustand - Kalusche und von Behren noch ohne neuen VertragSebastian Külbel,Marcus RiechmannMinden (mt). Der Trainer bleibt mindestens bis 2020, der Kader für die nächste Saison steht in weiten Teilen – doch zwei der zentralen Figuren im Konstrukt des Handball-Bundesligisten GWD Minden stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die Verträge der beiden Geschäftsführer Markus Kalusche (kaufmännisch) und Frank von Behren (Sport) laufen am 30. Juni aus und wurden bislang noch nicht verlängert. „Das kann ich bestätigen“, antwortete von Behren auf eine entsprechende MT-Nachfrage, und auch Kalusche sagte: „Ein neuer Vertrag liegt mir nicht vor.“ Während die beiden Verantwortlichen also die kommende Saison planen, hängen sie selbst in der Warteschleife. Möglicherweise gestalten sie eine Zukunft, deren Teil sie gar nicht mehr sind. Das Tagesgeschäft werde von diesem Schwebezustand aber nicht beeinflusst, betonen beide. „Wir arbeiten weiter professionell an den Planungen für die neue Saison und entwickeln Konzepte“, sagt Kalusche, räumt jedoch ein: „Es ist eine schwierige Situation, ganz ausblenden kann man das nicht. Ich würde mir mehr Klarheit wünschen.“ Über die Verträge der beiden Geschäftsführer entscheiden die GWD-Gesellschafter, die in verschiedenen Konstellationen regelmäßig zusammenkommen (siehe Kasten). Erst am vorigen Montag gab es nach MT-Informationen eine Sitzung in größerer Runde, bei der auch die Situation der Geschäftsführer Thema war. Die Handlungshoheit liegt jedoch auf einer anderen Ebene, wie Horst Bredemeier, früher GWD-Geschäftsführer und heute Vorsitzender des Gesellschafter-Ausschusses, erklärt: „Wir werden zeitnah eine GmbH-Sitzung einberufen, bei der über die Fortsetzung der Verträge entschieden wird.“ Mehr ist aus den Kreisen der Geldgeber bislang nicht zu erfahren, so dass Vieles im Ringen um die zentralen Posten Spekulation bleibt. Allein das lange Warten der beiden Geschäftsführer auf einen neuen Vertrag lässt vermuten, dass die Entscheider sich nicht einig sind. Auch die Arbeit der Doppelspitze wird möglicherweise kritisch beäugt – hundertprozentige Rückendeckung sieht angesichts des aktuellen Schwebezustands anders aus. Die Betroffenen nehmen dazu ebenso wenig Stellung wie Bredemeier als Sprecher der Gesellschafter. Von Behren sagt nur: „Wir haben uns in den vergangenen zwei Jahren sportlich und wirtschaftlich entwickelt und sind mit der Zwischenbilanz sehr zufrieden.“ Bis zum Ende der Saison 2016/2017 fungierte Horst Bredemeier als Geschäftsführer bei GWD. Am 1. Juli 2017 wurde er in dieser Funktion von Markus Kalusche abgelöst. Bereits am 1. Januar 2017 war Frank von Behren als Sportlicher Leiter eingestiegen. Seit dem 1. Juli 2018 sind die Verantwortungsbereiche auch formal getrennt: Von Behren wurde zum Geschäftsführer Sport berufen, Kalusche verantwortet die kaufmännischen Belange. Auf die aktuelle Situation reagiert von Behren gelassen: „Der Wechsel in der Geschäftsführung war ein einschneidendes Ereignis für GWD und mir war klar, dass es nicht einfach werden würde.“ Auch Kritik an seiner Arbeit tritt er offen gegenüber: „Das gehört dazu, das ist ein ganz normaler Prozess. Ich lasse mich aber nicht von meinem Weg abbringen.“ Über den wird bald an einem Sitzungstisch entschieden. Die Gesellschafterstruktur bei GWD Minden Seit 1997 ist der Profi-Handball aus dem Stammverein TSV GWD Minden ausgegliedert. Der mittlerweile einen Etat von rund vier Millionen Euro umfassende Bundesliga-Spielbetrieb wird über die GWD Minden GmbH und Co. KG abgewickelt. Sie bildet das Rückgrat des Mindener Profihandballs. Gesellschafter der KG sind 21 Kommanditisten und als Komplementär die GWD Minden Handball-Bundesliga Verwaltungsgesellschaft mbH. Etliche KG-Mitglieder sind bereits seit Jahrzehnten eng mit GWD verbunden – zumeist auch als Sponsoren. Im vergangenen Jahr wurde innerhalb der KG der Gesellschafter-Ausschuss gegründet. Ihm gehören Horst Bredemeier (Vorsitz), Jürgen Tönsmeier (stellvertretender Vorsitz), Stephan Richtzenhain sowie die beiden Hauptsponsoren Philip Harting und Jero Bentz an. Der Ausschuss soll die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft verbessern und beschleunigen. Den Geschäftsbetrieb führt die GmbH durch ihre angestellten Geschäftsführer. Der GmbH gehören aktuell sieben Gesellschafter an, darunter der Stammverein vertreten durch den Vorsitzenden Bredemeier.