Dalibor Doder hatte in dieser Saison vielfach Grund zur Freude. Als bester Torjäger war der Schwede maßgeblich am Teamerfolg beteiligt. Im Sommer jedoch endet seine Zeit bei GWD Minden. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Dalibor Doder hatte in dieser Saison vielfach Grund zur Freude. Als bester Torjäger war der Schwede maßgeblich am Teamerfolg beteiligt. Im Sommer jedoch endet seine Zeit bei GWD Minden. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden

Abschied nach dem siebten Frühling - Dalibor Doder muss GWD verlassen

Marcus Riechmann und Sebastian Külbel

Minden (mt). 2010 kam Dalibor Doder zu GWD Minden, in seiner neunten Saison wurde er zum besten Torschützen der Vereinsgeschichte und hat mit 39 Jahren eine phasenweise herausragende Hinrunde hinter sich. Nach dem letzten Saisonspiel am 9. Juni in Ludwigshafen endet dieser gemeinsame Weg: Der Handball-Bundesligist hat gestern auf Nachfrage bestätigt, dass der Vertrag mit dem Spielmacher nicht verlängert wird.

Nüchtern betrachtet kommt diese Entscheidung nicht überraschend: Doder wird im Mai 40 Jahre alt, Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren treibt die Verjüngung des Teams voran. Dennoch erhielt der Schwede mit serbischen Wurzeln vor einem Jahr noch einmal einen Vertrag für die laufende Saison und zeigt in dieser bislang Leistungen, die eine weitere Verlängerung gerechtfertigt hätten: Der Kapitän ist Motor des Angriffsspiels und bester Torjäger.

Trotzdem ist für Doder in fünf Monaten Schluss, und das war auch für von Behren kein leichter Schritt: „Dalibor hat in dieser Saison gezeigt, wie wertvoll er für die Mannschaft ist. Es ist ein Sahnehäubchen auf das, was er alles für GWD geleistet hat. Heiner Brand hat es schön gesagt: Er erlebt seinen siebten Frühling."

Dass die Trennung zum Saisonende jetzt entschieden wurde, liege in Doders Wunsch nach Planungssicherheit begründet, sagt von Behren: „Er wollte eine Entscheidung, und das kann ich auch verstehen." Denn für den zweifachen Familienvater geht es darum, seine Zukunft zu gestalten. „Ich bin nicht allein, ich habe eine Verantwortung", erläutert Doder.

Der 146-malige schwedische Nationalspieler zeigt sich überrascht und auch enttäuscht von der Entwicklung. „Nach den letzten Gesprächen hatte ich eine andere Entscheidung erwartet", sagt Doder. Er bedauert die bevorstehende Trennung. „Minden ist zu meiner zweiten Heimat geworden. Die Zeit hier endet nun im Sommer. Im Sport passiert es, dass Verträge nicht verlängert werden. Das ist das Geschäft, das muss ich akzeptieren."

Der Schwede macht aber auch kein Geheimnis daraus, dass er gerne ein weiteres Jahr bei GWD geblieben wäre: „Ich fühle mich wohl hier. Und ich glaube, ich habe meine Leistung gezeigt." Sein Wunsch sei es, weiter in der Bundesliga zu spielen: „Ob das in Erfüllung geht, weißt ich natürlich nicht. Es gibt auch ein Leben nach dem Handball." Der 39-Jährige sieht sich nun in einer „schwierigen Situation". Gleichwohl werde er „weiter alles für GWD geben und versuchen, mit der Mannschaft die gute Hinrunde zu bestätigen".

Die Entscheidung gegen Doder setzt Trainer und Mannschaft nun unter Druck, dessen geplanten Nachfolger Aliaksandr Padshyvalau schnell in seine Rolle finden zu lassen. In der Hinrunde hatte der Weißrusse wegen Doders Formstärke und einer Verletzung nur wenig gespielt. Seine Anteile sollen nun deutlich wachsen. „Das erwarte ich auch", betont von Behren. Der ist indes gefordert, einen adäquaten Ersatz für den Ballzauberer Doder zu verpflichten. Die nächste Priorität ergibt sich aus dem Wechsel von Andreas Cederholm zum TBV Lemgo Lippe: „Wir brauchen einen Spieler für den rechten Rückraum, der im Idealfall auch gut verteidigen kann." Eine erste Option habe sich zerschlagen, GWD sondiert den Markt nun weiter.

Das gilt auch für die Position des zweiten Torhüters, die derzeit Kim Sonne ausfüllt. Eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags sei zwar nicht ausgeschlossen, sagt von Behren: „Aber wir sind auf der Suche." Eine solche steht offenbar auch Lukas Kister bevor, dessen Vertrag im Sommer ebenfalls endet. „Es geht darum, was für ihn das Beste ist", sagt Frank von Behren. Denn die Einsatzzeiten des Abwehrspezialisten waren zuletzt gering, im Angriff ist er bei GWD keine Option.

Offen ist auch noch die Zukunft von Perspektivspieler Simon Strakeljahn, dessen Arbeitspapier auch nur für diese Saison gilt. Bereits länger geklärt ist die Situation zweier weiterer GWD-Profis: Die Verträge von Anton Mansson und Luka Zvizej werden nicht verlängert. Für sie stehen in Joscha Ritterbach (FA Göppingen) und Lucas Meister (Kadetten Schaffhausen) bereits Neubesetzungen fest.

Vorbereitung mit drei Testspielen

Mit dem Leistungs- und Gesundheitstest beginnt für GWD Mindens Handball-Profis heute im Herzzentrum Bad Oeynhausen die Vorbereitung für den zweiten Saisonteil in der Bundesliga. Noch 15 Pflichtspiele sind bis Juni zu absolvieren.

In den nächsten Wochen stehen aber zunächst drei Testspiele auf dem Trainingsplan. Das erste bestreiten Trainer Frank Carstens und sein Team am Freitag, 18. Januar, um 14.30 Uhr in Stove (Ausrichter HSG Elbmarsch) gegen den Zweitligisten VfL Lübeck-Bad Schwartau.

Danach folgt ein regionales Werbespiel: Am Donnerstag, 24. Januar, tritt der Bundesligist um 19.30 Uhr in der Kreissporthalle Stadthagen gegen eine Auswahl an. Dieses von Henning Sohl betreute Team setzt sich aus Spielern der Drittligisten MTV Großenheidorn und TuS Spenge sowie der HSG Schaumburg Nord (Oberliga) und der Regionaloberligisten HSG Exten-Rinteln und VfL 1877 Stadthagen zusammen. Der Erlös geht an die Weihnachtshilfe der „Schaumburger Nachrichten".

Das letzte Vorbereitungsmatch bestreiten die Grün-Weißen am Samstag, 2. Februar, um 19 Uhr gegen den Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen um den langjährigen Mindener Sören Südmeier in der Rudolf-Kaiser-Sporthalle in Vlotho. (rich)

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MindenAbschied nach dem siebten Frühling - Dalibor Doder muss GWD verlassenSebastian Külbel,Marcus RiechmannMinden (mt). 2010 kam Dalibor Doder zu GWD Minden, in seiner neunten Saison wurde er zum besten Torschützen der Vereinsgeschichte und hat mit 39 Jahren eine phasenweise herausragende Hinrunde hinter sich. Nach dem letzten Saisonspiel am 9. Juni in Ludwigshafen endet dieser gemeinsame Weg: Der Handball-Bundesligist hat gestern auf Nachfrage bestätigt, dass der Vertrag mit dem Spielmacher nicht verlängert wird. Nüchtern betrachtet kommt diese Entscheidung nicht überraschend: Doder wird im Mai 40 Jahre alt, Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren treibt die Verjüngung des Teams voran. Dennoch erhielt der Schwede mit serbischen Wurzeln vor einem Jahr noch einmal einen Vertrag für die laufende Saison und zeigt in dieser bislang Leistungen, die eine weitere Verlängerung gerechtfertigt hätten: Der Kapitän ist Motor des Angriffsspiels und bester Torjäger. Trotzdem ist für Doder in fünf Monaten Schluss, und das war auch für von Behren kein leichter Schritt: „Dalibor hat in dieser Saison gezeigt, wie wertvoll er für die Mannschaft ist. Es ist ein Sahnehäubchen auf das, was er alles für GWD geleistet hat. Heiner Brand hat es schön gesagt: Er erlebt seinen siebten Frühling." Dass die Trennung zum Saisonende jetzt entschieden wurde, liege in Doders Wunsch nach Planungssicherheit begründet, sagt von Behren: „Er wollte eine Entscheidung, und das kann ich auch verstehen." Denn für den zweifachen Familienvater geht es darum, seine Zukunft zu gestalten. „Ich bin nicht allein, ich habe eine Verantwortung", erläutert Doder. Der 146-malige schwedische Nationalspieler zeigt sich überrascht und auch enttäuscht von der Entwicklung. „Nach den letzten Gesprächen hatte ich eine andere Entscheidung erwartet", sagt Doder. Er bedauert die bevorstehende Trennung. „Minden ist zu meiner zweiten Heimat geworden. Die Zeit hier endet nun im Sommer. Im Sport passiert es, dass Verträge nicht verlängert werden. Das ist das Geschäft, das muss ich akzeptieren." Der Schwede macht aber auch kein Geheimnis daraus, dass er gerne ein weiteres Jahr bei GWD geblieben wäre: „Ich fühle mich wohl hier. Und ich glaube, ich habe meine Leistung gezeigt." Sein Wunsch sei es, weiter in der Bundesliga zu spielen: „Ob das in Erfüllung geht, weißt ich natürlich nicht. Es gibt auch ein Leben nach dem Handball." Der 39-Jährige sieht sich nun in einer „schwierigen Situation". Gleichwohl werde er „weiter alles für GWD geben und versuchen, mit der Mannschaft die gute Hinrunde zu bestätigen". Die Entscheidung gegen Doder setzt Trainer und Mannschaft nun unter Druck, dessen geplanten Nachfolger Aliaksandr Padshyvalau schnell in seine Rolle finden zu lassen. In der Hinrunde hatte der Weißrusse wegen Doders Formstärke und einer Verletzung nur wenig gespielt. Seine Anteile sollen nun deutlich wachsen. „Das erwarte ich auch", betont von Behren. Der ist indes gefordert, einen adäquaten Ersatz für den Ballzauberer Doder zu verpflichten. Die nächste Priorität ergibt sich aus dem Wechsel von Andreas Cederholm zum TBV Lemgo Lippe: „Wir brauchen einen Spieler für den rechten Rückraum, der im Idealfall auch gut verteidigen kann." Eine erste Option habe sich zerschlagen, GWD sondiert den Markt nun weiter. Das gilt auch für die Position des zweiten Torhüters, die derzeit Kim Sonne ausfüllt. Eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags sei zwar nicht ausgeschlossen, sagt von Behren: „Aber wir sind auf der Suche." Eine solche steht offenbar auch Lukas Kister bevor, dessen Vertrag im Sommer ebenfalls endet. „Es geht darum, was für ihn das Beste ist", sagt Frank von Behren. Denn die Einsatzzeiten des Abwehrspezialisten waren zuletzt gering, im Angriff ist er bei GWD keine Option. Offen ist auch noch die Zukunft von Perspektivspieler Simon Strakeljahn, dessen Arbeitspapier auch nur für diese Saison gilt. Bereits länger geklärt ist die Situation zweier weiterer GWD-Profis: Die Verträge von Anton Mansson und Luka Zvizej werden nicht verlängert. Für sie stehen in Joscha Ritterbach (FA Göppingen) und Lucas Meister (Kadetten Schaffhausen) bereits Neubesetzungen fest. Vorbereitung mit drei Testspielen Mit dem Leistungs- und Gesundheitstest beginnt für GWD Mindens Handball-Profis heute im Herzzentrum Bad Oeynhausen die Vorbereitung für den zweiten Saisonteil in der Bundesliga. Noch 15 Pflichtspiele sind bis Juni zu absolvieren. In den nächsten Wochen stehen aber zunächst drei Testspiele auf dem Trainingsplan. Das erste bestreiten Trainer Frank Carstens und sein Team am Freitag, 18. Januar, um 14.30 Uhr in Stove (Ausrichter HSG Elbmarsch) gegen den Zweitligisten VfL Lübeck-Bad Schwartau. Danach folgt ein regionales Werbespiel: Am Donnerstag, 24. Januar, tritt der Bundesligist um 19.30 Uhr in der Kreissporthalle Stadthagen gegen eine Auswahl an. Dieses von Henning Sohl betreute Team setzt sich aus Spielern der Drittligisten MTV Großenheidorn und TuS Spenge sowie der HSG Schaumburg Nord (Oberliga) und der Regionaloberligisten HSG Exten-Rinteln und VfL 1877 Stadthagen zusammen. Der Erlös geht an die Weihnachtshilfe der „Schaumburger Nachrichten". Das letzte Vorbereitungsmatch bestreiten die Grün-Weißen am Samstag, 2. Februar, um 19 Uhr gegen den Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen um den langjährigen Mindener Sören Südmeier in der Rudolf-Kaiser-Sporthalle in Vlotho. (rich)