Beständig unbeständig - GWD-Gegner Leipzig erlebt eine deprimierende Saison

Marcus Riechmann

Mit vollem Einsatz machte GWD dem THW Kiel lange zu schaffen. Hier sichert Max Staar den Ball vor Kiels Kreisläufer Patrick Wiencek. Auch in Leipzig wollen die Mindener Gas geben. MT- - © Foto: Riechmann
Mit vollem Einsatz machte GWD dem THW Kiel lange zu schaffen. Hier sichert Max Staar den Ball vor Kiels Kreisläufer Patrick Wiencek. Auch in Leipzig wollen die Mindener Gas geben. MT- (© Foto: Riechmann)

Minden (mt). Mit aller Macht sind die Mindener Handballer gegen den THW Kiel angerannt. Vergeblich. Nach der schmerzhaften 29:37-Pleite fanden sich Christoffer Rambo und Co. auf dem Hosenboden wieder. Lob für die Leistung linderte die tiefe Enttäuschung bei den Verlierern. „Da kam viel Positives von außen“, berichtete Trainer Frank Carstens.

Nun gilt es: Aufstehen und neuen Anlauf nehmen. Zeit zum Wundenlecken lässt die Bundesliga eh nicht. Bereits am Sonntag steht für GWD Minden beim SC DHfK Leipzig die nächste Aufgabe an. Die will der Coach mit Schwung angehen. „Wir wollen weiter unser Ding machen“, sagt Carstens. Soll heißen: Von der Heimniederlage gegen den THW will man sich nicht vom bisher erfolgreichen Weg abbringen lassen.

Der SC Leipzig hat eine bislang deprimierenden Saison erlebt. Das Hickhack um den Trainerwechsel von Michal Biegler zu André Haber sowie Verletzungen einiger Spieler – zuletzt zog sich der einstige GWD-Torwart Jens Vortmann einen Kreuzbandriss zu – machten dem Team zu schaffen. Und so findet sich der SC nach Jahren des immerwährenden Aufschwungs nach elf Spieltagen mit 5:17 Punkten auf dem drittletzten Platz der Tabelle wieder.

Unbeständigkeit ist eine Konstante bei den Sachsen: Unerwartete Niederlagen hier, starke Auftritte dort. So trotzte Leipzig den Rhein-Neckar Löwen beim 24:24 einen Punkt ab und unterlag Kiel und der SG Flensburg/Handewitt gerade mal mit einem Treffer Unterschied. „Die spielen hop oder top. Leipzig ist schwer einzuschätzen“, sagt Mindens Mannschaftskapitän Dalibor Doder.

Lediglich zwei Siege gelangen den Sachsen in dieser Spielzeit. Am 4. September feierten sie einen Heimerfolg gegen die SG Bietigheim. Ganze zwei Monate mussten sie warten, ehe am vergangenen Wochenende endlich der zweite Heimsieg gelang. 29:25 besiegten Philipp Weber und Co. die Mannschaft von FA Göppingen.

„Ich bin stolz und glücklich“, äußerte sich Trainer Haber nach dem Heimsieg, der bei Spielern wie Fans als Befreiungsschlag empfunden wurde. Leipzig sei erstarkt, sagt GWD-Coach Carstens und spricht vor dem Anpfiff in der Arena Leipzig am Sonntag um 16 Uhr respektvoll über den Gastgeber. „Das ist eine sehr ausgeglichen besetzte Mannschaft mit großem Potenzial. Die werden noch zurückkommen in die Tabellenregionen, in die sie eigentlich gehören“, erwartet Carstens. Das sehen seine Spieler ähnlich: „Leipzig spielt aktuell unter Niveau“, sagt GWD-Rechtsaußen Max Staar, der am Sonntag auf alte Teamkameraden trifft. Mit SC-Talent Gregor Remke absolvierte Staar jüngst den Lehrgang der U21-Nationalmannschaft.

Während Staar bei GWD zum Stammpersonal zählt und gegen Kiel satte fünf Treffer erzielte, muss sich der 20-jährige Remke bei Leipzig mit der Rolle als Ersatzmann bescheiden. Als Doppelspielrechtler soll Remke beim Zweitligisten Dessau Praxis sammeln.

Der ein Jahr ältere Franz Semper ist die klare Nummer eins im rechten Rückraum. Semper, einst in den DHB-Juniorenteams mit Mindens Marian Michalczik im Einsatz, feierte ganz frisch seine Premiere in der Nationalmannschaft. Monate lag die Last im rechten Rückraum allein auf dem jungen Linkshänder, nun erhält er Unterstützung: Andreas Rojewksi ist nach seiner langen Pause wegen einer Knieverletzung wieder fit und kehrte gegen Göppingen zurück auf das Handballfeld. „Ein wichtiger Spieler mit viel Routine. Er tut einer Mannschaft wie Leipzig gut“, sagt Carstens. Ein wichtiger Baustein für Leipzig auf dem Weg zurück zu alter Stärke.

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Beständig unbeständig - GWD-Gegner Leipzig erlebt eine deprimierende SaisonMarcus RiechmannMinden (mt). Mit aller Macht sind die Mindener Handballer gegen den THW Kiel angerannt. Vergeblich. Nach der schmerzhaften 29:37-Pleite fanden sich Christoffer Rambo und Co. auf dem Hosenboden wieder. Lob für die Leistung linderte die tiefe Enttäuschung bei den Verlierern. „Da kam viel Positives von außen“, berichtete Trainer Frank Carstens. Nun gilt es: Aufstehen und neuen Anlauf nehmen. Zeit zum Wundenlecken lässt die Bundesliga eh nicht. Bereits am Sonntag steht für GWD Minden beim SC DHfK Leipzig die nächste Aufgabe an. Die will der Coach mit Schwung angehen. „Wir wollen weiter unser Ding machen“, sagt Carstens. Soll heißen: Von der Heimniederlage gegen den THW will man sich nicht vom bisher erfolgreichen Weg abbringen lassen. Der SC Leipzig hat eine bislang deprimierenden Saison erlebt. Das Hickhack um den Trainerwechsel von Michal Biegler zu André Haber sowie Verletzungen einiger Spieler – zuletzt zog sich der einstige GWD-Torwart Jens Vortmann einen Kreuzbandriss zu – machten dem Team zu schaffen. Und so findet sich der SC nach Jahren des immerwährenden Aufschwungs nach elf Spieltagen mit 5:17 Punkten auf dem drittletzten Platz der Tabelle wieder. Unbeständigkeit ist eine Konstante bei den Sachsen: Unerwartete Niederlagen hier, starke Auftritte dort. So trotzte Leipzig den Rhein-Neckar Löwen beim 24:24 einen Punkt ab und unterlag Kiel und der SG Flensburg/Handewitt gerade mal mit einem Treffer Unterschied. „Die spielen hop oder top. Leipzig ist schwer einzuschätzen“, sagt Mindens Mannschaftskapitän Dalibor Doder. Lediglich zwei Siege gelangen den Sachsen in dieser Spielzeit. Am 4. September feierten sie einen Heimerfolg gegen die SG Bietigheim. Ganze zwei Monate mussten sie warten, ehe am vergangenen Wochenende endlich der zweite Heimsieg gelang. 29:25 besiegten Philipp Weber und Co. die Mannschaft von FA Göppingen. „Ich bin stolz und glücklich“, äußerte sich Trainer Haber nach dem Heimsieg, der bei Spielern wie Fans als Befreiungsschlag empfunden wurde. Leipzig sei erstarkt, sagt GWD-Coach Carstens und spricht vor dem Anpfiff in der Arena Leipzig am Sonntag um 16 Uhr respektvoll über den Gastgeber. „Das ist eine sehr ausgeglichen besetzte Mannschaft mit großem Potenzial. Die werden noch zurückkommen in die Tabellenregionen, in die sie eigentlich gehören“, erwartet Carstens. Das sehen seine Spieler ähnlich: „Leipzig spielt aktuell unter Niveau“, sagt GWD-Rechtsaußen Max Staar, der am Sonntag auf alte Teamkameraden trifft. Mit SC-Talent Gregor Remke absolvierte Staar jüngst den Lehrgang der U21-Nationalmannschaft. Während Staar bei GWD zum Stammpersonal zählt und gegen Kiel satte fünf Treffer erzielte, muss sich der 20-jährige Remke bei Leipzig mit der Rolle als Ersatzmann bescheiden. Als Doppelspielrechtler soll Remke beim Zweitligisten Dessau Praxis sammeln. Der ein Jahr ältere Franz Semper ist die klare Nummer eins im rechten Rückraum. Semper, einst in den DHB-Juniorenteams mit Mindens Marian Michalczik im Einsatz, feierte ganz frisch seine Premiere in der Nationalmannschaft. Monate lag die Last im rechten Rückraum allein auf dem jungen Linkshänder, nun erhält er Unterstützung: Andreas Rojewksi ist nach seiner langen Pause wegen einer Knieverletzung wieder fit und kehrte gegen Göppingen zurück auf das Handballfeld. „Ein wichtiger Spieler mit viel Routine. Er tut einer Mannschaft wie Leipzig gut“, sagt Carstens. Ein wichtiger Baustein für Leipzig auf dem Weg zurück zu alter Stärke.