Porta Westfalica

Der Facebook-Versuch: Fußball-A-Ligist SV Hausberge sucht einen Torwart per Anzeige

Marcus Riechmann

Porta Westfalica. Der klassische Weg ist dieser: Spielerwechsel werden im Stillen ausbaldowert, Klubs wollen gute Nachrichten präsentieren und nicht ihre Probleme. Beim SV Hausberge hat man nun Neuland betreten und einen Schritt nach vorn gewagt. Der Klub aus der Fußball Kreisliga A sucht einen neuen Torhüter – und zwar mit einem Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook.

So sucht der SVH auf Facebook nach einem neuen Torhüter. - © Foto: privat
So sucht der SVH auf Facebook nach einem neuen Torhüter. (© Foto: privat)

Leicht fiel dem Trainergespann Marcel Wallbaum und Tim Jüngling der Schritt nicht. „Das ist bisher eher verpöhnt, man will sich ja keine Blöße geben und offenlegen, dass man auf dem Markt keinen Spieler findet“, erzählt Co-Trainer Jüngling und benennt eine Sorge: „Keiner will zur Lachnummer werden.“ Doch in der Corona-Zeit fehlt der unmittelbare Kontakt, die digitale Ebene rückt immer mehr in die Mitte des Lebens. Und so wagen die Hausberger Donnerstag den Facebook-Aufruf, der in Zukunft Normalität sein kann. Jüngling sagt: „Einen Versuch ist es wert.“

Groß ist bisher der Widerhall: Der Aufruf wurde vielfach geteilt. Häme gab es bisher nicht, die Szene schaut offensichtlich mit Interesse, wie sich die Sache entwickelt. „Man nimmt das durchaus wahr“, sagt Jüngling, auch wenn es eine konkrete Rückmeldung bisher noch nicht gab. Ein paar Kontakte hatten die beiden Trainer zu Kandidaten auf die übliche Art per Telefon. Doch konkret ist noch nichts. Der 35-jährige Hausberger hat in den vergangenen Wochen festgestellt: „Torwarte sind offenbar eine aussterbende Gattung.“

Der SV Hausberge hat große Ziele. Das Team, Elfter in der abgebrochenen Saison, will in der nächsten Spielzeit oben angreifen. Doch vorher muss man die Torwartfrage lösen. Die Position, einst stabil von Johannes Kuse besetzt, ist zur Problemzone geworden. Marc Holtkamp ist aus beruflichen und privaten Gründen aus dem Team ausgeschieden. Als Ersatz hatte man gleich zwei Fänger verpflichtet: Ted Moritz Mengel aus der eigenen Jugend und Tim Engel, einst beim VfL Theesen. Doch beide haben ein Zeitproblem, schildert Jüngling. Mengel entschied sich zu einer Ausbildung in Braunschweig, Engel pendelt zur Ausbildung ins Sauerland.

Das macht in der Woche die Trainingssituation extrem schwer und die Besetzung bei den Spielen zu einer allwöchentlichen Wackelplanung. „Wir wünschen uns natürlich eine stabile Lösung, die verlässliches Training möglich macht und es uns ermöglicht, in der Zukunft um die Spitze mitspielen zu können“, sagt der Co-Trainer. Vielleicht kommt die Lösung ja über den Facebook-Messenger ins Haus.

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Porta WestfalicaDer Facebook-Versuch: Fußball-A-Ligist SV Hausberge sucht einen Torwart per AnzeigeMarcus RiechmannPorta Westfalica. Der klassische Weg ist dieser: Spielerwechsel werden im Stillen ausbaldowert, Klubs wollen gute Nachrichten präsentieren und nicht ihre Probleme. Beim SV Hausberge hat man nun Neuland betreten und einen Schritt nach vorn gewagt. Der Klub aus der Fußball Kreisliga A sucht einen neuen Torhüter – und zwar mit einem Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook. Leicht fiel dem Trainergespann Marcel Wallbaum und Tim Jüngling der Schritt nicht. „Das ist bisher eher verpöhnt, man will sich ja keine Blöße geben und offenlegen, dass man auf dem Markt keinen Spieler findet“, erzählt Co-Trainer Jüngling und benennt eine Sorge: „Keiner will zur Lachnummer werden.“ Doch in der Corona-Zeit fehlt der unmittelbare Kontakt, die digitale Ebene rückt immer mehr in die Mitte des Lebens. Und so wagen die Hausberger Donnerstag den Facebook-Aufruf, der in Zukunft Normalität sein kann. Jüngling sagt: „Einen Versuch ist es wert.“ Groß ist bisher der Widerhall: Der Aufruf wurde vielfach geteilt. Häme gab es bisher nicht, die Szene schaut offensichtlich mit Interesse, wie sich die Sache entwickelt. „Man nimmt das durchaus wahr“, sagt Jüngling, auch wenn es eine konkrete Rückmeldung bisher noch nicht gab. Ein paar Kontakte hatten die beiden Trainer zu Kandidaten auf die übliche Art per Telefon. Doch konkret ist noch nichts. Der 35-jährige Hausberger hat in den vergangenen Wochen festgestellt: „Torwarte sind offenbar eine aussterbende Gattung.“ Der SV Hausberge hat große Ziele. Das Team, Elfter in der abgebrochenen Saison, will in der nächsten Spielzeit oben angreifen. Doch vorher muss man die Torwartfrage lösen. Die Position, einst stabil von Johannes Kuse besetzt, ist zur Problemzone geworden. Marc Holtkamp ist aus beruflichen und privaten Gründen aus dem Team ausgeschieden. Als Ersatz hatte man gleich zwei Fänger verpflichtet: Ted Moritz Mengel aus der eigenen Jugend und Tim Engel, einst beim VfL Theesen. Doch beide haben ein Zeitproblem, schildert Jüngling. Mengel entschied sich zu einer Ausbildung in Braunschweig, Engel pendelt zur Ausbildung ins Sauerland. Das macht in der Woche die Trainingssituation extrem schwer und die Besetzung bei den Spielen zu einer allwöchentlichen Wackelplanung. „Wir wünschen uns natürlich eine stabile Lösung, die verlässliches Training möglich macht und es uns ermöglicht, in der Zukunft um die Spitze mitspielen zu können“, sagt der Co-Trainer. Vielleicht kommt die Lösung ja über den Facebook-Messenger ins Haus.