Lübbecke/Minden

Freeway-Cup: Der Auftritt der Mühlenkreis-Auswahl sorgt beim Trainer für Gänsehaut

Fabian Terwey

Der Kapitän geht voran: Noah Wesemann führt die Mühlenkreis-Auswahl bei Deutschlands bestbesetztem U16-Turnier an. - © Foto: Ingo Notz
Der Kapitän geht voran: Noah Wesemann führt die Mühlenkreis-Auswahl bei Deutschlands bestbesetztem U16-Turnier an. (© Foto: Ingo Notz)

Lübbecke/Minden. . Die Kreissporthalle Lübbecke bebte. Soeben hatte Kapitän Noah Wesemann für die Mühlenkreis-Auswahl zum 2:3-Anschluss gegen den favorisierten Bundesliga-Nachwuchs des VfL Wolfsburg getroffen. Nach dem Tor des stellvertretenden Spielführers von B-Jugend-Bezirksligist SV Kutenhausen-Todtenhausen fiel in den wenigen verbleibenden Sekunden des Freeway-Cup-Achtelfinales kein weiteres Tor, die Überraschung blieb aus. „Mein Treffer kam leider zu spät“, kommentiert der Schüler aus Petershagen. Stattdessen stand das Ausscheiden nach der ersten K.o.-Runde fest. Dennoch begeisterte der Auftritt der Lokalmatadoren bei Deutschlands bestbesetztem U16-Hallenfußballturnier – und zwar nicht nur die 2.000 bis 3.000 Zuschauer.

„Ich bin mächtig stolz auf die Jungs“, sagt Schwöppe zum Auftritt seines Teams beim zweitägigen Turnier, das letztlich der Nachwuchs von Hertha BSC durch einen 4:1-Finalsieg gegen Borussia Mönchengladbach gewann. Der 52-Jährige aus Bad Oeynhausen hatte den Job des privat verhinderten Auswahltrainers Bernd-Uwe Humbracht übernommen und war offiziell für die Spieler aus dem Mindener Fußballkreis zuständig. Sonst coacht Schwöppe als Stützpunkttrainer in Lübbecke die U12. Für den Fußballkreis Lübbecke war beim Freeway-Cup Jörg Rodewald verantwortlich. „Letztlich haben wir uns die Aufgabe aber als Duo geteilt“, erklärt Schwöppe.

Duell mit dem FC Bayern: Noah Wesemann (rechts) kämpft an der Bande der Kreissporthalle Lübbecke um den Ballgewinn. Letztlich verliert die Mühlenkreis-Auswahl zum Auftakt des Freeway-Cups mit 0:3. - © Foto: Ingo Notz
Duell mit dem FC Bayern: Noah Wesemann (rechts) kämpft an der Bande der Kreissporthalle Lübbecke um den Ballgewinn. Letztlich verliert die Mühlenkreis-Auswahl zum Auftakt des Freeway-Cups mit 0:3. (© Foto: Ingo Notz)

Beeindruckt war der Trainer von der Statur der Gegner: „Die anderen Jungs aus den Nachwuchsleistungszentren sahen schon aus wie U19-Spieler. Teilweise waren da U16-Nationalspieler dabei. Bei der Besetzung des Turniers mit Teams wie Bayern München oder Schalke 04 wäre es also nur normal gewesen, wenn wir alle Spiele zu Null verloren hätten. Stattdessen haben unsere Jungs mit ihrer tollen Leistung dafür gesorgt, dass die Halle getobt hat.“

In der Vorrunde gelang der 14-köpfigen Auswahl sogar ein 3:1-Sieg gegen RB Leipzig. „Das war schön, weil die Jungs so nicht nur Schulterklopfer für eine gute Leistung bekommen haben, sondern auch für einen Sieg. Dieses Turnier werden sie nie vergessen – und ich auch nicht. Ich hatte eine Gänsehaut“, sagt Schwöppe: „Dass Wolfsburg sich nach unserem Anschluss nicht noch einen reinnageln lässt, war klar und ist deswegen nicht groß enttäuschend.“

Der 16-jährige Kapitän Noah Wesemann war für Schwöppe Kopf der „Mühlis“: „Er war einer der wenigen in unserem offensiv stark besetzten Team, die defensiv gedacht haben. In unserem stärkeren Block eins war er der Anführer.“ Als Jungjahrgang war Wesemann bereits im Vorjahr dabei gewesen und übernahm vor den Spielen das Aufwärmprogramm. „Die anderen Spieler waren zwar in allen Belangen überlegen, aber wir haben gezeigt, was als Team möglich ist“, sagt der Kapitän. Bevor die Auswahl gegen Leipzig so richtig heiß lief, musste sie zunächst eine 0:3-Auftaktpleite gegen Bayern München hinnehmen, Wesemanns Lieblingsverein. „Da hat man den Jungs angemerkt, dass sie noch gehemmt waren“, kommentiert Schwöppe. Wesemann erklärt: „Gegen Bayern hatten wir noch zu viel Respekt. Besonders vor so vielen Zuschauern zu spielen, war aufregend.“ Auch Wesemanns Eltern zählten dazu. Die Nervosität legte sich im Verlaufe des Turniers. „Die Jungs haben bewiesen, dass sie sich auch in scheinbar aussichtslosen Situationen wieder aufrappeln können“, lobt Schwöppe.

So zu sehen im letzten von vier Gruppenspielen. Aus einem 0:4 gegen Borussia Mönchengladbach machten die „Mühlis“ ein 2:4, am Ende stand es 3:6. Zuvor hatte die Auswahl 0:3 gegen den FC Schalke verloren. Aber auch für diesen Auftritt lobte Schwöppe sein Team: „Die Schalker haben nach ihrem 1:0 nur hinten rumgespielt, um die Stimmung aus der Halle herauszunehmen. Dass sie sich gegen uns extra eine Taktik zurechtlegen, finde ich schon bemerkenswert. Es zeigt, dass die Auswahl mittlerweile ein ernst zu nehmender Gegner ist.“

Nach der Vorrunde war die Auswahl als Tabellenvierzehnter immerhin besser als der FSV Mainz und der VfB Stuttgart. „Als Trainer war ich 2018 schon einmal beim U19-Pfingstcup in Stemwede dabei. Das ist zwar draußen auf dem großen Feld, aber das Format ist ähnlich. Eigentlich hat man keine Chance“, sagt Schwöppe: „Der Freeway-Cup ist noch einmal eine Nummer größer. Ich habe auch deshalb großen Respekt vor dem, was unsere Jungs geleistet haben. Für die Spieler, aber auch für mich als Trainer war es ein Riesenerlebnis. Wir waren nicht so weit weg vom Viertelfinale. Das wird wohl ein einmaliges Erlebnis für uns alle bleiben.“

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Lübbecke/MindenFreeway-Cup: Der Auftritt der Mühlenkreis-Auswahl sorgt beim Trainer für GänsehautFabian TerweyLübbecke/Minden. . Die Kreissporthalle Lübbecke bebte. Soeben hatte Kapitän Noah Wesemann für die Mühlenkreis-Auswahl zum 2:3-Anschluss gegen den favorisierten Bundesliga-Nachwuchs des VfL Wolfsburg getroffen. Nach dem Tor des stellvertretenden Spielführers von B-Jugend-Bezirksligist SV Kutenhausen-Todtenhausen fiel in den wenigen verbleibenden Sekunden des Freeway-Cup-Achtelfinales kein weiteres Tor, die Überraschung blieb aus. „Mein Treffer kam leider zu spät“, kommentiert der Schüler aus Petershagen. Stattdessen stand das Ausscheiden nach der ersten K.o.-Runde fest. Dennoch begeisterte der Auftritt der Lokalmatadoren bei Deutschlands bestbesetztem U16-Hallenfußballturnier – und zwar nicht nur die 2.000 bis 3.000 Zuschauer. „Ich bin mächtig stolz auf die Jungs“, sagt Schwöppe zum Auftritt seines Teams beim zweitägigen Turnier, das letztlich der Nachwuchs von Hertha BSC durch einen 4:1-Finalsieg gegen Borussia Mönchengladbach gewann. Der 52-Jährige aus Bad Oeynhausen hatte den Job des privat verhinderten Auswahltrainers Bernd-Uwe Humbracht übernommen und war offiziell für die Spieler aus dem Mindener Fußballkreis zuständig. Sonst coacht Schwöppe als Stützpunkttrainer in Lübbecke die U12. Für den Fußballkreis Lübbecke war beim Freeway-Cup Jörg Rodewald verantwortlich. „Letztlich haben wir uns die Aufgabe aber als Duo geteilt“, erklärt Schwöppe. Beeindruckt war der Trainer von der Statur der Gegner: „Die anderen Jungs aus den Nachwuchsleistungszentren sahen schon aus wie U19-Spieler. Teilweise waren da U16-Nationalspieler dabei. Bei der Besetzung des Turniers mit Teams wie Bayern München oder Schalke 04 wäre es also nur normal gewesen, wenn wir alle Spiele zu Null verloren hätten. Stattdessen haben unsere Jungs mit ihrer tollen Leistung dafür gesorgt, dass die Halle getobt hat.“ In der Vorrunde gelang der 14-köpfigen Auswahl sogar ein 3:1-Sieg gegen RB Leipzig. „Das war schön, weil die Jungs so nicht nur Schulterklopfer für eine gute Leistung bekommen haben, sondern auch für einen Sieg. Dieses Turnier werden sie nie vergessen – und ich auch nicht. Ich hatte eine Gänsehaut“, sagt Schwöppe: „Dass Wolfsburg sich nach unserem Anschluss nicht noch einen reinnageln lässt, war klar und ist deswegen nicht groß enttäuschend.“ Der 16-jährige Kapitän Noah Wesemann war für Schwöppe Kopf der „Mühlis“: „Er war einer der wenigen in unserem offensiv stark besetzten Team, die defensiv gedacht haben. In unserem stärkeren Block eins war er der Anführer.“ Als Jungjahrgang war Wesemann bereits im Vorjahr dabei gewesen und übernahm vor den Spielen das Aufwärmprogramm. „Die anderen Spieler waren zwar in allen Belangen überlegen, aber wir haben gezeigt, was als Team möglich ist“, sagt der Kapitän. Bevor die Auswahl gegen Leipzig so richtig heiß lief, musste sie zunächst eine 0:3-Auftaktpleite gegen Bayern München hinnehmen, Wesemanns Lieblingsverein. „Da hat man den Jungs angemerkt, dass sie noch gehemmt waren“, kommentiert Schwöppe. Wesemann erklärt: „Gegen Bayern hatten wir noch zu viel Respekt. Besonders vor so vielen Zuschauern zu spielen, war aufregend.“ Auch Wesemanns Eltern zählten dazu. Die Nervosität legte sich im Verlaufe des Turniers. „Die Jungs haben bewiesen, dass sie sich auch in scheinbar aussichtslosen Situationen wieder aufrappeln können“, lobt Schwöppe. So zu sehen im letzten von vier Gruppenspielen. Aus einem 0:4 gegen Borussia Mönchengladbach machten die „Mühlis“ ein 2:4, am Ende stand es 3:6. Zuvor hatte die Auswahl 0:3 gegen den FC Schalke verloren. Aber auch für diesen Auftritt lobte Schwöppe sein Team: „Die Schalker haben nach ihrem 1:0 nur hinten rumgespielt, um die Stimmung aus der Halle herauszunehmen. Dass sie sich gegen uns extra eine Taktik zurechtlegen, finde ich schon bemerkenswert. Es zeigt, dass die Auswahl mittlerweile ein ernst zu nehmender Gegner ist.“ Nach der Vorrunde war die Auswahl als Tabellenvierzehnter immerhin besser als der FSV Mainz und der VfB Stuttgart. „Als Trainer war ich 2018 schon einmal beim U19-Pfingstcup in Stemwede dabei. Das ist zwar draußen auf dem großen Feld, aber das Format ist ähnlich. Eigentlich hat man keine Chance“, sagt Schwöppe: „Der Freeway-Cup ist noch einmal eine Nummer größer. Ich habe auch deshalb großen Respekt vor dem, was unsere Jungs geleistet haben. Für die Spieler, aber auch für mich als Trainer war es ein Riesenerlebnis. Wir waren nicht so weit weg vom Viertelfinale. Das wird wohl ein einmaliges Erlebnis für uns alle bleiben.“