Bad Oeynhausen.

SuS Wulferdingsen: Marcel D. suspendiert und auf Bewährung

Jürgen Krüger

Symbolfoto: MT-Archiv
Symbolfoto: MT-Archiv

Bad Oeynhausen. Bislang war Marcel D. nur beurlaubt. Doch mit einem einstimmig gefassten, doppelten Vorstandsbeschluss hat der SuS Wulferdingsen den Trainer seiner zweiten Fußballmannschaft nun suspendiert. Zugleich räumt der Verein dem Hiller eine Art Bewährung ein und eröffnet ihm die Perspektive auf eine Rückkehr. „Jeder hat eine zweite Chance verdient“, sagt SuS-Geschäftsführer Marc Osterhage.

Hintergrund ist der sogenannte „Nazimützen-Skandal“. D. hatte am 17. November zunächst seine Mannschaft gegen TuS Victoria Dehme II betreut und sich anschließend bereit erklärt, auch das Coaching beim Spiel der Erstvertretung gegen Dehme zu übernehmen. Dabei trug er eine Mütze, die Symbole aus der rechten Szene zeigen.

Ein Foto davon landete beim Internet-Portal „FuPa“ in einer Fotostrecke, wo es einigen Nutzern auffiel. Die Geschichte schlug hohe Wellen. D. erklärte damals, „sich nichts dabei gedacht zu haben“. Weiter hatte er sich seinerzeit öffentlich nicht geäußert und möchte auch jetzt die Entscheidung seines Vereins nicht kommentieren. Bei der Sitzung am vergangenen Mittwoch war er aber mit dabei.

„Er hat sich bei uns für die entstandene Situation und den Aufwand entschuldigt, den dieser Fall mit sich brachte. Er hat sich aber auch ausdrücklich vom Rechtsextremismus distanziert“, teilt der Verein mit. Dann bleibt allerdings die Frage offen, warum der Verein seinen Trainer dennoch suspendiert hat. „Wir möchten uns davon überzeugen, dass Marcel D. seinen Worten auch Taten folgen lässt und sich auch im praktischen Alltag vom Rechtsextremismus distanziert. Deshalb haben wir ihn auch nicht aus dem Verein ausgeschlossen“, heißt es weiter.

Einen ultimativen Zeitraum gebe es für die praktische Bewährung nicht. Bei der Entscheidung, ihn im Verein zu belassen, habe es auch eine große Rolle gespielt, dass D. sich in seiner Zeit als Trainer eher als Integrationsfaktor hervorgetan habe, „egal ob in der Zusammenarbeit mit Trainerkollegen oder Spielern mit Migrationshintergrund“, heißt es weiter.

Bei der Sitzung des erweiterten Vorstandes war den Angaben zufolge neben Marcel D. auch Thomas Schickentanz, Vorsitzender des Fußballkreises Minden, anwesend. Zuvor hatte der Verein bei der mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus Herford Hilfe gesucht.

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Bad Oeynhausen.SuS Wulferdingsen: Marcel D. suspendiert und auf BewährungJürgen KrügerBad Oeynhausen. Bislang war Marcel D. nur beurlaubt. Doch mit einem einstimmig gefassten, doppelten Vorstandsbeschluss hat der SuS Wulferdingsen den Trainer seiner zweiten Fußballmannschaft nun suspendiert. Zugleich räumt der Verein dem Hiller eine Art Bewährung ein und eröffnet ihm die Perspektive auf eine Rückkehr. „Jeder hat eine zweite Chance verdient“, sagt SuS-Geschäftsführer Marc Osterhage. Hintergrund ist der sogenannte „Nazimützen-Skandal“. D. hatte am 17. November zunächst seine Mannschaft gegen TuS Victoria Dehme II betreut und sich anschließend bereit erklärt, auch das Coaching beim Spiel der Erstvertretung gegen Dehme zu übernehmen. Dabei trug er eine Mütze, die Symbole aus der rechten Szene zeigen. Ein Foto davon landete beim Internet-Portal „FuPa“ in einer Fotostrecke, wo es einigen Nutzern auffiel. Die Geschichte schlug hohe Wellen. D. erklärte damals, „sich nichts dabei gedacht zu haben“. Weiter hatte er sich seinerzeit öffentlich nicht geäußert und möchte auch jetzt die Entscheidung seines Vereins nicht kommentieren. Bei der Sitzung am vergangenen Mittwoch war er aber mit dabei. „Er hat sich bei uns für die entstandene Situation und den Aufwand entschuldigt, den dieser Fall mit sich brachte. Er hat sich aber auch ausdrücklich vom Rechtsextremismus distanziert“, teilt der Verein mit. Dann bleibt allerdings die Frage offen, warum der Verein seinen Trainer dennoch suspendiert hat. „Wir möchten uns davon überzeugen, dass Marcel D. seinen Worten auch Taten folgen lässt und sich auch im praktischen Alltag vom Rechtsextremismus distanziert. Deshalb haben wir ihn auch nicht aus dem Verein ausgeschlossen“, heißt es weiter. Einen ultimativen Zeitraum gebe es für die praktische Bewährung nicht. Bei der Entscheidung, ihn im Verein zu belassen, habe es auch eine große Rolle gespielt, dass D. sich in seiner Zeit als Trainer eher als Integrationsfaktor hervorgetan habe, „egal ob in der Zusammenarbeit mit Trainerkollegen oder Spielern mit Migrationshintergrund“, heißt es weiter. Bei der Sitzung des erweiterten Vorstandes war den Angaben zufolge neben Marcel D. auch Thomas Schickentanz, Vorsitzender des Fußballkreises Minden, anwesend. Zuvor hatte der Verein bei der mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus Herford Hilfe gesucht.