Minden

Fußball-Box: Das Stochern im Nebel

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Dützens Torschütze: Jan-Henrik Giessmann (links) kämpft im Derby gegen Eisbergens Daniel Schulze um den Ball. Aus der Ferne trifft der Rechtsfuß zum zwischenzeitlichen 2:0 beim 3:0-Heimsieg. MT- - © Foto: Fabian Terwey
Dützens Torschütze: Jan-Henrik Giessmann (links) kämpft im Derby gegen Eisbergens Daniel Schulze um den Ball. Aus der Ferne trifft der Rechtsfuß zum zwischenzeitlichen 2:0 beim 3:0-Heimsieg. MT- (© Foto: Fabian Terwey)

Minden (mt). Ob in Maaslingen oder Kutenhausen, im dichten Nebel war es schwer, den Durchblick zu behalten. Der Spieltag im Fußball-Kreis Minden stand ganz im Zeichen der getrübten Sicht. Für die Schiedsrichter auf den Plätzen gibt es bei derlei Vorkommnissen eine Regel, die festlegt, ob ein Spiel stattfinden darf oder nicht. Das Derby in Dützen wurde gespielt. Und Jan-Henrik Giessmann sorgte mit seinen Fernschüssen beim Sieg gegen Eisbergen für Furore.

Dützens Distanzschütze

Dützens Distanzschütze fackelte nicht lange. Jan-Henrik Giessmann besorgte mit seinem 20-Meter-Fernschuss die Vorentscheidung im Bezirksliga-Kellerduell. Zu seinem 2:0 beim 3:0-Heimsieg gegen Derbyrivale Eisbergen sagte Trainer Patrick Zweck: „Ein schönes Tor. Das war auch gut herausgespielt.“ Paul Stichling hatte den Ball auf seinen starken Rechten abgelegt. „Mit links wäre der weit drüber gegangen“, sagte Giessmann, der bereits mit einem parierten Distanzschuss das 1:0-Abstaubertor von Lennart Schürstedt eingeleitet hatte. Giessmanns Tor, sein zweites in dieser Saison, war bereits sein zweiter Treffer im zweiten Spiel in Folge. Auch beim 4:2-Erfolg gegen TuS Petershagen-Ovenstädt hatte Giessmann aus der Entfernung getroffen. „Gegen Eisbergen hätten wir noch zwei Tore mehr machen können“, sagt Giessmann: „Im elf gegen elf waren wir überlegen. Mit zehn Mann haben wir es dann konsequent verteidigt.“ Teamkollege Joshua Höhne hatte nach einer halben Stunde Gelb-Rot gesehen. „In der Tabelle kommen wir jetzt langsam in die Regionen, wo wir hingehören“, erklärt Giessmann. Dützen ist nach dem zweiten Sieg in Folge Zwölfter und trifft am kommenden Sonntag auswärts auf Stift Quernheim. „Im nächsten Spiel wollen wir nochmal was holen“, sagt Giessmann. Ein erneutes Fernschusstor könnte dazu beitragen. (fat)

Jubeln ohne Sicht

Als RWM-Trainer Jan-Werner Schmitz in der zweiten Halbzeit zur Maaslinger Bank ging, hatte sich der Nebel nochmals verdichtet. MT- - © Foto: Astrid Plaßhenrich
Als RWM-Trainer Jan-Werner Schmitz in der zweiten Halbzeit zur Maaslinger Bank ging, hatte sich der Nebel nochmals verdichtet. MT- (© Foto: Astrid Plaßhenrich)

Der Nebel war dicht. Während einige Spiele im Fußballkreis Minden erst gar nicht angepfiffen wurden, mussten sich andere Mannschaften durch die dicken Schwaden kämpfen. Manchmal auch zum Unmut einiger Trainer. „Das Spiel hätte nie im Leben stattfinden dürfen, man konnte wegen des Nebels kaum noch von Strafraum zu Strafraum gucken“, sagte beispielsweise Björn Günther. Der Trainer des B-Ligisten SV Kutenhausen-Todtenhausen III musste sich mit einer 1:5-Niederlage gegen den TuS Lahde/Quetzen II abfinden. Auch dessen Coach, Jörg Wilkening, meinte: „Es war schon hart an der Grenze, die letzten beiden Tore habe ich nicht mehr sehen können.“ Auch Jan-Werner Schmitz, Trainer des Landesligisten RW Maaslingen, gab zu: „Einige unserer Chancen konnte ich nur erahnen.“ (dab/apl)

DFB-Schiedsrichter erklärt's

Zuschauer, Spieler und Trainer waren sich am Sonntag auf vielen Plätzen uneinig. Wann muss ein Unparteiischer die Partie wegen zu dichten Nebels abbrechen? „Die gängige Forderung ist, dass ein Schiedsrichter ein Spiel nur fortsetzen darf, wenn er von Tor zu Tor gut sehen kann“, erklärt Gürhan Celik, DFB-Schiedsrichter der SV Bölhorst-Häverstädt, und ergänzt: „Wenn der Unparteiische mit Assistenten zusammenarbeitet, muss er in der Lage sein, deren Zeichen eindeutig zu erkennen, um sämtliche Entscheidungen ohne Behinderung treffen zu können.“ Dazu habe der Unparteiische die Möglichkeit, die Partie für etwa 30 Minuten zu unterbrechen, wenn er der Ansicht ist, es könnte besser werden. (apl)

Unzufriedener Flaake

Espelkamps Dominik Flaake blieb gegen den FC Bad Oeynhausen erneut ohne Einsatzzeit. Nach Angaben von Trainer Tim Daseking sei der Offensivspieler, der von der SV Eidinghausen-Werste kam, in der vergangenen Woche krank gewesen. Er verschweigt aber auch nicht, dass Flaake aufgrund der wenigen Einsatzzeiten unzufrieden sei. „Wir sprechen aktuell mit Dominik darüber, wie es für ihn bei uns in der Rückrunde weitergeht. Er ist jetzt in einer Situation, in der er sich durchbeißen muss, um sich dann auch mehr Spielanteile zu erarbeiten. Es kann aber auch sein, dass er im Winter den Verein wechselt.“ (jk)

Coach im Dinokostüm

Der Mannschaftsrat hat entschieden. Und die Strafe hat gesessen: Weil Tim Tornow am dritten Spieltag der Kreisliga B Bielefeld gegen den TuS Ost Bielefeld II (2:3) die Rote Karte gesehen hatte, musste der Trainer des TuS Jöllenbeck II am vergangenen Sonntag sein Team im Dinosaurier-Kostüm coachen. Der Trainer nahm es mit Humor. „Einige meinten zu mir, dass ich besser aussehen würde als vorher“, sagte Tornow gegenüber dem Internetportal fupa und ergänzte: „In dem Kostüm war es arschkalt, und vom Spiel habe ich fast nichts mitbekommen. Dass wir gewonnen haben, weiß ich aber.“ Jöllenbeck gewann gegen den FC Hilal Spor mit 4:0.

Im Spiel gekündigt

Es war eine kurze, aber nicht erfolglose Zeit, die Ugur Pamuk beim Bielefelder Bezirksligisten FC Türk Sport hatte. Doch noch während des 0:8 beim VfB Schloß Holte zog der Trainer die Reißleine. „Ich habe mich auswechseln lassen, habe den Vorstand in die Kabine gebeten und meinen Rücktritt erklärt“, berichtet Pamuk. „Ich habe das Gefühl, dass ich die Mannschaft nicht mehr erreiche, es hat zwischen den Spielern und mir nicht mehr gepasst.“ (nw)

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MindenFußball-Box: Das Stochern im NebelMinden (mt). Ob in Maaslingen oder Kutenhausen, im dichten Nebel war es schwer, den Durchblick zu behalten. Der Spieltag im Fußball-Kreis Minden stand ganz im Zeichen der getrübten Sicht. Für die Schiedsrichter auf den Plätzen gibt es bei derlei Vorkommnissen eine Regel, die festlegt, ob ein Spiel stattfinden darf oder nicht. Das Derby in Dützen wurde gespielt. Und Jan-Henrik Giessmann sorgte mit seinen Fernschüssen beim Sieg gegen Eisbergen für Furore. Dützens Distanzschütze Dützens Distanzschütze fackelte nicht lange. Jan-Henrik Giessmann besorgte mit seinem 20-Meter-Fernschuss die Vorentscheidung im Bezirksliga-Kellerduell. Zu seinem 2:0 beim 3:0-Heimsieg gegen Derbyrivale Eisbergen sagte Trainer Patrick Zweck: „Ein schönes Tor. Das war auch gut herausgespielt.“ Paul Stichling hatte den Ball auf seinen starken Rechten abgelegt. „Mit links wäre der weit drüber gegangen“, sagte Giessmann, der bereits mit einem parierten Distanzschuss das 1:0-Abstaubertor von Lennart Schürstedt eingeleitet hatte. Giessmanns Tor, sein zweites in dieser Saison, war bereits sein zweiter Treffer im zweiten Spiel in Folge. Auch beim 4:2-Erfolg gegen TuS Petershagen-Ovenstädt hatte Giessmann aus der Entfernung getroffen. „Gegen Eisbergen hätten wir noch zwei Tore mehr machen können“, sagt Giessmann: „Im elf gegen elf waren wir überlegen. Mit zehn Mann haben wir es dann konsequent verteidigt.“ Teamkollege Joshua Höhne hatte nach einer halben Stunde Gelb-Rot gesehen. „In der Tabelle kommen wir jetzt langsam in die Regionen, wo wir hingehören“, erklärt Giessmann. Dützen ist nach dem zweiten Sieg in Folge Zwölfter und trifft am kommenden Sonntag auswärts auf Stift Quernheim. „Im nächsten Spiel wollen wir nochmal was holen“, sagt Giessmann. Ein erneutes Fernschusstor könnte dazu beitragen. (fat) Jubeln ohne Sicht Der Nebel war dicht. Während einige Spiele im Fußballkreis Minden erst gar nicht angepfiffen wurden, mussten sich andere Mannschaften durch die dicken Schwaden kämpfen. Manchmal auch zum Unmut einiger Trainer. „Das Spiel hätte nie im Leben stattfinden dürfen, man konnte wegen des Nebels kaum noch von Strafraum zu Strafraum gucken“, sagte beispielsweise Björn Günther. Der Trainer des B-Ligisten SV Kutenhausen-Todtenhausen III musste sich mit einer 1:5-Niederlage gegen den TuS Lahde/Quetzen II abfinden. Auch dessen Coach, Jörg Wilkening, meinte: „Es war schon hart an der Grenze, die letzten beiden Tore habe ich nicht mehr sehen können.“ Auch Jan-Werner Schmitz, Trainer des Landesligisten RW Maaslingen, gab zu: „Einige unserer Chancen konnte ich nur erahnen.“ (dab/apl) DFB-Schiedsrichter erklärt's Zuschauer, Spieler und Trainer waren sich am Sonntag auf vielen Plätzen uneinig. Wann muss ein Unparteiischer die Partie wegen zu dichten Nebels abbrechen? „Die gängige Forderung ist, dass ein Schiedsrichter ein Spiel nur fortsetzen darf, wenn er von Tor zu Tor gut sehen kann“, erklärt Gürhan Celik, DFB-Schiedsrichter der SV Bölhorst-Häverstädt, und ergänzt: „Wenn der Unparteiische mit Assistenten zusammenarbeitet, muss er in der Lage sein, deren Zeichen eindeutig zu erkennen, um sämtliche Entscheidungen ohne Behinderung treffen zu können.“ Dazu habe der Unparteiische die Möglichkeit, die Partie für etwa 30 Minuten zu unterbrechen, wenn er der Ansicht ist, es könnte besser werden. (apl) Unzufriedener Flaake Espelkamps Dominik Flaake blieb gegen den FC Bad Oeynhausen erneut ohne Einsatzzeit. Nach Angaben von Trainer Tim Daseking sei der Offensivspieler, der von der SV Eidinghausen-Werste kam, in der vergangenen Woche krank gewesen. Er verschweigt aber auch nicht, dass Flaake aufgrund der wenigen Einsatzzeiten unzufrieden sei. „Wir sprechen aktuell mit Dominik darüber, wie es für ihn bei uns in der Rückrunde weitergeht. Er ist jetzt in einer Situation, in der er sich durchbeißen muss, um sich dann auch mehr Spielanteile zu erarbeiten. Es kann aber auch sein, dass er im Winter den Verein wechselt.“ (jk) Coach im Dinokostüm Der Mannschaftsrat hat entschieden. Und die Strafe hat gesessen: Weil Tim Tornow am dritten Spieltag der Kreisliga B Bielefeld gegen den TuS Ost Bielefeld II (2:3) die Rote Karte gesehen hatte, musste der Trainer des TuS Jöllenbeck II am vergangenen Sonntag sein Team im Dinosaurier-Kostüm coachen. Der Trainer nahm es mit Humor. „Einige meinten zu mir, dass ich besser aussehen würde als vorher“, sagte Tornow gegenüber dem Internetportal fupa und ergänzte: „In dem Kostüm war es arschkalt, und vom Spiel habe ich fast nichts mitbekommen. Dass wir gewonnen haben, weiß ich aber.“ Jöllenbeck gewann gegen den FC Hilal Spor mit 4:0. Im Spiel gekündigt Es war eine kurze, aber nicht erfolglose Zeit, die Ugur Pamuk beim Bielefelder Bezirksligisten FC Türk Sport hatte. Doch noch während des 0:8 beim VfB Schloß Holte zog der Trainer die Reißleine. „Ich habe mich auswechseln lassen, habe den Vorstand in die Kabine gebeten und meinen Rücktritt erklärt“, berichtet Pamuk. „Ich habe das Gefühl, dass ich die Mannschaft nicht mehr erreiche, es hat zwischen den Spielern und mir nicht mehr gepasst.“ (nw)