Kommentar zu Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach und Meister Eberl

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Fabian Terwey
Fabian Terwey

Von Fabian Terwey

Max Eberl verdient allergrößten Respekt. Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach erntet derzeit den Lohn für eine mutige Entscheidung. Am gestrigen Sonntag durfte sich der 46-Jährige mit der Fohlenelf über die Rückeroberung der Tabellenspitze in der Fußball-Bundesliga freuen. Ein Grund für den sportlichen Höhenflug ist Marco Rose. Und dass eben Jener seit dieser Saison am Niederrhein coacht, ist bekanntlich allein Eberls Verdienst.

Dabei hatte während der vergangenen Spielzeit in der allgemeinen Wahrnehmung gar keine akute Notwendigkeit zu einem Trainerwechsel bestanden. Freilich war den Gladbachern unter Roses nicht ganz unumstrittenen Vorgänger Dieter Hecking etwas die Luft ausgegangen. Im Winter hatte man noch auf dem zweiten Tabellenplatz gestanden, am Ende sprang aber immerhin die Qualifikation für die Europa League heraus. Eberls Entscheidung, Meistertrainer Rose von Red Bull Salzburg zu holen, war aber bereits vor dem Saisonende gefallen. „Ich weiß, dass ich komfortable Wege verlasse“, hatte der Sportdirektor gesagt. Denn für die Branche unüblich, hatte Eberl damit seine eigene Stellung ohne große Not aufs Spiel gesetzt. Hätte das Projekt mit Rose nicht so gut Fahrt aufgenommen, wäre schnell Kritik aufgekommen: Warum beendet man die Zusammenarbeit mit einem so verdienten Mann wie Hecking und installiert mit Rose jemanden, der zumindest als Trainer über keinerlei Bundesliga-Erfahrung verfügt? Eberl hat all das in Kauf genommen und im Sinne seiner Überzeugung gehandelt – nicht für sich, sondern für Borussia Mönchengladbach. Ob am Ende mit oder ohne Schale in der Hand, Eberl hat damit eine Meisterleistung gezeigt.

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Kommentar zu Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach und Meister EberlVon Fabian Terwey Max Eberl verdient allergrößten Respekt. Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach erntet derzeit den Lohn für eine mutige Entscheidung. Am gestrigen Sonntag durfte sich der 46-Jährige mit der Fohlenelf über die Rückeroberung der Tabellenspitze in der Fußball-Bundesliga freuen. Ein Grund für den sportlichen Höhenflug ist Marco Rose. Und dass eben Jener seit dieser Saison am Niederrhein coacht, ist bekanntlich allein Eberls Verdienst. Dabei hatte während der vergangenen Spielzeit in der allgemeinen Wahrnehmung gar keine akute Notwendigkeit zu einem Trainerwechsel bestanden. Freilich war den Gladbachern unter Roses nicht ganz unumstrittenen Vorgänger Dieter Hecking etwas die Luft ausgegangen. Im Winter hatte man noch auf dem zweiten Tabellenplatz gestanden, am Ende sprang aber immerhin die Qualifikation für die Europa League heraus. Eberls Entscheidung, Meistertrainer Rose von Red Bull Salzburg zu holen, war aber bereits vor dem Saisonende gefallen. „Ich weiß, dass ich komfortable Wege verlasse“, hatte der Sportdirektor gesagt. Denn für die Branche unüblich, hatte Eberl damit seine eigene Stellung ohne große Not aufs Spiel gesetzt. Hätte das Projekt mit Rose nicht so gut Fahrt aufgenommen, wäre schnell Kritik aufgekommen: Warum beendet man die Zusammenarbeit mit einem so verdienten Mann wie Hecking und installiert mit Rose jemanden, der zumindest als Trainer über keinerlei Bundesliga-Erfahrung verfügt? Eberl hat all das in Kauf genommen und im Sinne seiner Überzeugung gehandelt – nicht für sich, sondern für Borussia Mönchengladbach. Ob am Ende mit oder ohne Schale in der Hand, Eberl hat damit eine Meisterleistung gezeigt.