Minden

Bezirksliga: Trotz Unterzahl - Dützen feiert Derbysieg gegen Eisbergen

Fabian Terwey

Dützens Lennart Schürstedt bejubelt sein 1:0 gegen Eisbergen. MT-Foto: Fabian Terwey
Dützens Lennart Schürstedt bejubelt sein 1:0 gegen Eisbergen. MT-Foto: Fabian Terwey

Minden (mt). Auf dem nebelverhangenen Kunstrasenplatz brandete nach der Traineransprache lauter Beifall auf. Chefcoach Patrick Zweck hatte seine siegreiche Mannschaft nach dem 3:0 (1:0)-Heimerfolg gegen Derbyrivale FSC Eisbergen um sich versammelt. Und für das Engagement in den 90 Minuten vor den 150 Zuschauern gab es reichlich Lob. Auch, weil Zwecks Team am 16. Spieltag im Kellerduell der Fußball-Bezirksliga gut eine Stunde lang in Unterzahl hatte spielen müssen. Der Vorsprung auf den direkten Konkurrenten auf dem ersten Abstiegsplatz beträgt nun – nach dem zweiten Sieg in Folge – vier Punkte.

„Es war ein Kampfspiel. Eisbergen war sehr griffig und hat die Räume extrem eng gemacht“, sagte Zweck: „Spielerisch sind wir da zu Beginn nicht durchgekommen.“ Über Umwege gelang dennoch die Führung. Dützens Lennart Schürstedt staubte das 1:0 ab (11.). Der Zehner schob ins nahezu leere Tor ein, nachdem Eisbergens Schlussmann Christian Witthaus einen scharfen Flachschuss von Jan-Henrik Giessmann noch aus dem Toreck gekratzt hatte (11.). „Ich war froh, dass ich da überhaupt drangekommen bin“, sagte der Keeper: „Ich habe gar nichts gesehen.“ Zum Nebel sagte Eisbergens Trainer Carsten Korff: „Der Schiedsrichter hat vorher den Test gemacht. Es waren reguläre Bedingungen.“ Zweck sah es ähnlich: „Die Bedingungen waren für beide Mannschaften gleich schlecht. Carsten und ich wollten aber beide unbedingt spielen.“

Derby-Sinnbild: Feiernde Dützer und geknickte Eisberger. Die FTD feiert beim 3:0-Heimerfolg das zwischenzeitliche 2:0 von Jan-Henrik Giessmann (rechts in der Spielertraube). MT- - © Foto: Fabian Terwey
Derby-Sinnbild: Feiernde Dützer und geknickte Eisberger. Die FTD feiert beim 3:0-Heimerfolg das zwischenzeitliche 2:0 von Jan-Henrik Giessmann (rechts in der Spielertraube). MT- (© Foto: Fabian Terwey)

Und Dützen behielt bei den schwierigen Sichtverhältnissen den Durchblick – auch zu zehnt. Witthaus hatte sich gerade noch vor dem völlig blanken Schürstedt den Ball an der Sechzehnerkante geschnappt und das Spiel mit einem langen Schlag schnell gemacht. Der vorverwarnte Dützer Joshua Höhne spielte den Ball im Luftduell gegen Justus Arnsmeyer mit der Hand und sah dafür nach Eisberger Protesten Gelb-Rot (29.). „Das war eine 50:50-Situation. Denn er wird da auch geschubst“, befand Zweck: „Mit etwas Fingerspitzengefühl hätte der Schiedsrichter da die zweite Gelbe stecken gelassen.“ Witthaus hatte eine andere Meinung: „Da braucht mir keiner kommen, dass das keine Absicht war. Insofern war das auf jeden Fall Gelb.“

Stolz auf seine Mannschaft: Dützens Coach Patrick Zweck. MT- - © Foto: Fabian Terwey
Stolz auf seine Mannschaft: Dützens Coach Patrick Zweck. MT- (© Foto: Fabian Terwey)

„Bis zur Halbzeit haben wir die Überzahl gut genutzt und in die Breite gespielt“, lobte Eisbergens Trainer Carsten Korff. Sein Gegenüber Zweck kritisierte: „In Unterzahl waren wir bis zur Pause etwas mutlos.“ Arnsmeyer Fabien Steinmann und Daniel Schulze hatten in den 15 Minuten bis zur Halbzeit Ausgleichschancen, scheiterten jedoch unter anderem am glänzend aufgelegten Dützer Torwart Patrick Wehmeyer. „So wollten wir in der zweiten Halbzeit eigentlich weiter machen“, erklärte Korff: „Nach dem 0:2 haben wir aber den Faden verloren.“ Dützens Fernschütze Giessmann fasste sich ein Herz und erhöhte nach der Pause per 20-Meter-Schuss auf 2:0 (59.). „Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“, sagte der Torschütze bescheiden. Danny Odoy nutzte einen versprungenen Ball von Eisbergens sonstigem Rückhalt Witthaus noch zum 3:0-Endstand (83.). „Es kam dann so, wie es kommen musste. Das sind individuelle Fehler, die in so einer Situation passieren“, kommentierte Korff die Schlussszene im zehnten Spiel in Folge ohne Sieg: „Es war heute eine unserer schwächeren Saisonleistungen. Das war sehr enttäuschend.“ Zweck freute sich dagegen: „In der zweiten Halbzeit haben wir nichts zugelassen. Es war eine Energieleistung. Einige sind an ihre Grenze gegangen.“

Enttäuscht: Eisbergens Trainer Carsten Korff. MT- - © Foto: Fabian Terwey
Enttäuscht: Eisbergens Trainer Carsten Korff. MT- (© Foto: Fabian Terwey)

FT Dützen: Wehmeyer - Höhne, Neppert, Möller, Raetz, Giessmann (78. Kleine), Odoy, Bajrami, Stichling (90. Antal), Galatas (60. Hergott), Schürstedt.

FSC Eisbergen: Witthaus - M. Nolting, Kolepke, Hinz, Salein. J. Nolting, Mohme, Stahlhut (74. Wehage), Schulze (74. Oelmann), Steinmann, Arnsmeyer (65. Siedentopf).

Tore:1:0 Schürstedt (11.), 2:0 Giessmann (59.), 3:0 Odoy (83.).

Besondere Vorkommnisse:Gelb-Rote Karte für Dützens Höhne wegen Handspiels (29.).

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MindenBezirksliga: Trotz Unterzahl - Dützen feiert Derbysieg gegen EisbergenFabian TerweyMinden (mt). Auf dem nebelverhangenen Kunstrasenplatz brandete nach der Traineransprache lauter Beifall auf. Chefcoach Patrick Zweck hatte seine siegreiche Mannschaft nach dem 3:0 (1:0)-Heimerfolg gegen Derbyrivale FSC Eisbergen um sich versammelt. Und für das Engagement in den 90 Minuten vor den 150 Zuschauern gab es reichlich Lob. Auch, weil Zwecks Team am 16. Spieltag im Kellerduell der Fußball-Bezirksliga gut eine Stunde lang in Unterzahl hatte spielen müssen. Der Vorsprung auf den direkten Konkurrenten auf dem ersten Abstiegsplatz beträgt nun – nach dem zweiten Sieg in Folge – vier Punkte. „Es war ein Kampfspiel. Eisbergen war sehr griffig und hat die Räume extrem eng gemacht“, sagte Zweck: „Spielerisch sind wir da zu Beginn nicht durchgekommen.“ Über Umwege gelang dennoch die Führung. Dützens Lennart Schürstedt staubte das 1:0 ab (11.). Der Zehner schob ins nahezu leere Tor ein, nachdem Eisbergens Schlussmann Christian Witthaus einen scharfen Flachschuss von Jan-Henrik Giessmann noch aus dem Toreck gekratzt hatte (11.). „Ich war froh, dass ich da überhaupt drangekommen bin“, sagte der Keeper: „Ich habe gar nichts gesehen.“ Zum Nebel sagte Eisbergens Trainer Carsten Korff: „Der Schiedsrichter hat vorher den Test gemacht. Es waren reguläre Bedingungen.“ Zweck sah es ähnlich: „Die Bedingungen waren für beide Mannschaften gleich schlecht. Carsten und ich wollten aber beide unbedingt spielen.“ Und Dützen behielt bei den schwierigen Sichtverhältnissen den Durchblick – auch zu zehnt. Witthaus hatte sich gerade noch vor dem völlig blanken Schürstedt den Ball an der Sechzehnerkante geschnappt und das Spiel mit einem langen Schlag schnell gemacht. Der vorverwarnte Dützer Joshua Höhne spielte den Ball im Luftduell gegen Justus Arnsmeyer mit der Hand und sah dafür nach Eisberger Protesten Gelb-Rot (29.). „Das war eine 50:50-Situation. Denn er wird da auch geschubst“, befand Zweck: „Mit etwas Fingerspitzengefühl hätte der Schiedsrichter da die zweite Gelbe stecken gelassen.“ Witthaus hatte eine andere Meinung: „Da braucht mir keiner kommen, dass das keine Absicht war. Insofern war das auf jeden Fall Gelb.“ „Bis zur Halbzeit haben wir die Überzahl gut genutzt und in die Breite gespielt“, lobte Eisbergens Trainer Carsten Korff. Sein Gegenüber Zweck kritisierte: „In Unterzahl waren wir bis zur Pause etwas mutlos.“ Arnsmeyer Fabien Steinmann und Daniel Schulze hatten in den 15 Minuten bis zur Halbzeit Ausgleichschancen, scheiterten jedoch unter anderem am glänzend aufgelegten Dützer Torwart Patrick Wehmeyer. „So wollten wir in der zweiten Halbzeit eigentlich weiter machen“, erklärte Korff: „Nach dem 0:2 haben wir aber den Faden verloren.“ Dützens Fernschütze Giessmann fasste sich ein Herz und erhöhte nach der Pause per 20-Meter-Schuss auf 2:0 (59.). „Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“, sagte der Torschütze bescheiden. Danny Odoy nutzte einen versprungenen Ball von Eisbergens sonstigem Rückhalt Witthaus noch zum 3:0-Endstand (83.). „Es kam dann so, wie es kommen musste. Das sind individuelle Fehler, die in so einer Situation passieren“, kommentierte Korff die Schlussszene im zehnten Spiel in Folge ohne Sieg: „Es war heute eine unserer schwächeren Saisonleistungen. Das war sehr enttäuschend.“ Zweck freute sich dagegen: „In der zweiten Halbzeit haben wir nichts zugelassen. Es war eine Energieleistung. Einige sind an ihre Grenze gegangen.“ FT Dützen: Wehmeyer - Höhne, Neppert, Möller, Raetz, Giessmann (78. Kleine), Odoy, Bajrami, Stichling (90. Antal), Galatas (60. Hergott), Schürstedt. FSC Eisbergen: Witthaus - M. Nolting, Kolepke, Hinz, Salein. J. Nolting, Mohme, Stahlhut (74. Wehage), Schulze (74. Oelmann), Steinmann, Arnsmeyer (65. Siedentopf). Tore:1:0 Schürstedt (11.), 2:0 Giessmann (59.), 3:0 Odoy (83.). Besondere Vorkommnisse:Gelb-Rote Karte für Dützens Höhne wegen Handspiels (29.).