Minden

Bezirksliga: Dützen krallt sich den Sieg im Kellerkrimi

Fabian Terwey

Dützen jubelt: Soeben hat Paul Stichling das 2:0 beim 4:2-Derbysieg gegen Petershagen-Ovenstädt erzielt. Yannik Bajrami (rechts) und Co. feiern die Nummer 17 im Kellerduell. MT- - © Foto: Fabian Terwey
Dützen jubelt: Soeben hat Paul Stichling das 2:0 beim 4:2-Derbysieg gegen Petershagen-Ovenstädt erzielt. Yannik Bajrami (rechts) und Co. feiern die Nummer 17 im Kellerduell. MT- (© Foto: Fabian Terwey)

Minden (mt). Die FT Dützen atmet auf. Der zuletzt kriselnde Fußball-Bezirksligist katapultierte sich am 15. Spieltag durch einen 4:2 (2:0)-Heimsieg im Kreisderby gegen TuS Petershagen-Ovenstädt vom vorletzten auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Aufsteiger TuSPO bleibt dagegen nach der ersten Saisonhälfte mit drei Zählern abgeschlagen am Tabellenende. Die abstiegsbedrohten Rivalen lieferten sich gestern unter Flutlicht und im peitschenden Dauerregen einen echten Kellerkrimi. Erst in der Nachspielzeit fiel die Entscheidung vor den rund 150 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz.

Beim Stand von 3:2 in der Schlussphase war das Spiel noch auf des Messers Schneide. Dann stach Dützens Joker. Nach einer guten Stunde eingewechselt, nahm Maurice Hergott einen langen Schlag von Torwart Patrick Wehmeyer auf, umkurvte den herausgeeilten TuSPO-Torwart Leonard Kiel und schob jubelnd zum 4:2-Endstand ein (90.+3). Dützens Trainer Patrick Zweck sprang vor Freude und mit ausgestreckter Siegerfaust aufs Feld. Es war der erste Punkterfolg im zweiten Spiel unter seiner Regie. „Ich bin sehr zufrieden“, erklärte Zweck, kurz nachdem der Nachfolger von Thomas Bartels seine siegreiche Mannschaft für eine Ansprache um sich versammelt hatte: „Für die Tabelle war der Dreier enorm wichtig. In der ersten Halbzeit waren wir sehr stark. Da hatten wir Chancen, mit einer noch höheren Führung in die Pause zu gehen.“

Jan-Henrik Giessmann hatte mit einem präzisen 20-Meter-Flachschuss zum Dützer 1:0 eingehämmert (27.). Der Torschütze hatte zuvor selbst den Ball erobert. TuSPO-Trainer Jan-Frederik Finger monierte in eben jenem Duell ein Foul an Tim-Lukas Wiegmann: „Schade, dass das nicht geahndet wurde. Aber so ist das eben, wenn man unten steht. Ärgerlich, dass wir uns beim 0:2 dann haben ausspielen lassen.“ Paul Stichling löffelte aus dem Strafraumeck zum Dützer 2:0 ein (32.). Sein bedrängter Teamkollege Panagiotis Galatas hatte ihm im Fallen noch den Ball zugespitzelt. „Der Wille war heute ausschlaggebend“, sagte Lennart Schürstedt. Dützens Zehner besorgte nach der Pause das 3:0 aus kurzer Distanz (70.). „Den Treffer hat Moppel gut vorbereitet“, kommentierte Schürstedt Hergotts vorausgegangenen Diagonalball in den TuSPO-Sechzehner.

„Nach dem 3:0 hätte man denken können, dass es durch ist. Doch Petershagen hat gut dagegengehalten. So ist es knapper geworden, als es hätte sein müssen. Wichtig war, dass wir zwar gewackelt haben, aber es zu Ende gebracht haben“, kommentierte Zweck das unverhoffte Dützer Zittern in den Schlussminuten. Nico Rohleder drückte eine Flanke von Tobias Horstmeier zum 1:3-Anschluss ein (72.). Dann zündete der Vorlagengeber selbst einen 25-Meter-Freistoßkracher und es stand plötzlich nur noch 2:3 (74.).

„Die Mannschaft ist nach dem 0:3 überragend zurückgekommen. Aber wir haben als Tabellenletzter ja auch nichts mehr zu verlieren“, so TuSPO-Trainer Jan-Frederik Finger: „Wir hatten zwar Chancen auf das dritte Tor, waren aber nicht präzise genug. Der vierte Gegentreffer war dann egal.“ Für Dützen bedeutetet das 4:2 durch Hergott dagegen Erleichterung. Der Punkteabstand zwischen den Widersachern beträgt nun acht Zähler.

In Feierlaune war Zweck dennoch nicht: „Die Mannschaft ist mit ganz anderen Ansprüchen in die Saison gegangen. Wichtig ist, dass wir bis zur Winterpause am Tabellenbild arbeiten. Denn dadurch sind in der spielfreien Zeit die Köpfe frei.“

Finger sagte zur Lage des TuSPO: „Man sieht Woche für Woche, dass wir mithalten können. Im Abstiegskampf bleiben uns jetzt immer noch 15 Spiele.“ Das nächste ist bereits am Freitag um 18.45 Uhr die vorgezogene Rückrundenpartie beim SC Vlotho. Der reguläre Bezirksliga-Betrieb ruht am kommenden Wochenende wegen des Totensonntags. Und die FT Dützen atmet bis dahin weiter durch.

FT Dützen: Wehmeyer - Höhne, Neppert, Möller, Raetz, Giessmann (67. Kartal), Odoy, Bajrami (90. Avetyan), Stichling (65. Hergott), Schürstedt, Galatas (77. Siedler).

TuS Petershagen-Ovenstädt: Kiel - Brethauer (90. Schubert), Dorgeloh, Kaltofen, Southwick, Zimens, Wesemann, Möhlenbrock (46. Rohleder), Horstmeier (76. Kollhorst), Zwingmann, Wiegmann.

Tore: 1:0 Giessmann (27.), 2:0 Stichling (32.), 3:0 Schürstedt (70.), 3:1 Rohleder (72.), 3:2 Horstmeier (74.), 4:2 Hergott (90.+3).

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenBezirksliga: Dützen krallt sich den Sieg im KellerkrimiFabian TerweyMinden (mt). Die FT Dützen atmet auf. Der zuletzt kriselnde Fußball-Bezirksligist katapultierte sich am 15. Spieltag durch einen 4:2 (2:0)-Heimsieg im Kreisderby gegen TuS Petershagen-Ovenstädt vom vorletzten auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Aufsteiger TuSPO bleibt dagegen nach der ersten Saisonhälfte mit drei Zählern abgeschlagen am Tabellenende. Die abstiegsbedrohten Rivalen lieferten sich gestern unter Flutlicht und im peitschenden Dauerregen einen echten Kellerkrimi. Erst in der Nachspielzeit fiel die Entscheidung vor den rund 150 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz. Beim Stand von 3:2 in der Schlussphase war das Spiel noch auf des Messers Schneide. Dann stach Dützens Joker. Nach einer guten Stunde eingewechselt, nahm Maurice Hergott einen langen Schlag von Torwart Patrick Wehmeyer auf, umkurvte den herausgeeilten TuSPO-Torwart Leonard Kiel und schob jubelnd zum 4:2-Endstand ein (90.+3). Dützens Trainer Patrick Zweck sprang vor Freude und mit ausgestreckter Siegerfaust aufs Feld. Es war der erste Punkterfolg im zweiten Spiel unter seiner Regie. „Ich bin sehr zufrieden“, erklärte Zweck, kurz nachdem der Nachfolger von Thomas Bartels seine siegreiche Mannschaft für eine Ansprache um sich versammelt hatte: „Für die Tabelle war der Dreier enorm wichtig. In der ersten Halbzeit waren wir sehr stark. Da hatten wir Chancen, mit einer noch höheren Führung in die Pause zu gehen.“ Jan-Henrik Giessmann hatte mit einem präzisen 20-Meter-Flachschuss zum Dützer 1:0 eingehämmert (27.). Der Torschütze hatte zuvor selbst den Ball erobert. TuSPO-Trainer Jan-Frederik Finger monierte in eben jenem Duell ein Foul an Tim-Lukas Wiegmann: „Schade, dass das nicht geahndet wurde. Aber so ist das eben, wenn man unten steht. Ärgerlich, dass wir uns beim 0:2 dann haben ausspielen lassen.“ Paul Stichling löffelte aus dem Strafraumeck zum Dützer 2:0 ein (32.). Sein bedrängter Teamkollege Panagiotis Galatas hatte ihm im Fallen noch den Ball zugespitzelt. „Der Wille war heute ausschlaggebend“, sagte Lennart Schürstedt. Dützens Zehner besorgte nach der Pause das 3:0 aus kurzer Distanz (70.). „Den Treffer hat Moppel gut vorbereitet“, kommentierte Schürstedt Hergotts vorausgegangenen Diagonalball in den TuSPO-Sechzehner. „Nach dem 3:0 hätte man denken können, dass es durch ist. Doch Petershagen hat gut dagegengehalten. So ist es knapper geworden, als es hätte sein müssen. Wichtig war, dass wir zwar gewackelt haben, aber es zu Ende gebracht haben“, kommentierte Zweck das unverhoffte Dützer Zittern in den Schlussminuten. Nico Rohleder drückte eine Flanke von Tobias Horstmeier zum 1:3-Anschluss ein (72.). Dann zündete der Vorlagengeber selbst einen 25-Meter-Freistoßkracher und es stand plötzlich nur noch 2:3 (74.). „Die Mannschaft ist nach dem 0:3 überragend zurückgekommen. Aber wir haben als Tabellenletzter ja auch nichts mehr zu verlieren“, so TuSPO-Trainer Jan-Frederik Finger: „Wir hatten zwar Chancen auf das dritte Tor, waren aber nicht präzise genug. Der vierte Gegentreffer war dann egal.“ Für Dützen bedeutetet das 4:2 durch Hergott dagegen Erleichterung. Der Punkteabstand zwischen den Widersachern beträgt nun acht Zähler. In Feierlaune war Zweck dennoch nicht: „Die Mannschaft ist mit ganz anderen Ansprüchen in die Saison gegangen. Wichtig ist, dass wir bis zur Winterpause am Tabellenbild arbeiten. Denn dadurch sind in der spielfreien Zeit die Köpfe frei.“ Finger sagte zur Lage des TuSPO: „Man sieht Woche für Woche, dass wir mithalten können. Im Abstiegskampf bleiben uns jetzt immer noch 15 Spiele.“ Das nächste ist bereits am Freitag um 18.45 Uhr die vorgezogene Rückrundenpartie beim SC Vlotho. Der reguläre Bezirksliga-Betrieb ruht am kommenden Wochenende wegen des Totensonntags. Und die FT Dützen atmet bis dahin weiter durch. FT Dützen: Wehmeyer - Höhne, Neppert, Möller, Raetz, Giessmann (67. Kartal), Odoy, Bajrami (90. Avetyan), Stichling (65. Hergott), Schürstedt, Galatas (77. Siedler). TuS Petershagen-Ovenstädt: Kiel - Brethauer (90. Schubert), Dorgeloh, Kaltofen, Southwick, Zimens, Wesemann, Möhlenbrock (46. Rohleder), Horstmeier (76. Kollhorst), Zwingmann, Wiegmann. Tore: 1:0 Giessmann (27.), 2:0 Stichling (32.), 3:0 Schürstedt (70.), 3:1 Rohleder (72.), 3:2 Horstmeier (74.), 4:2 Hergott (90.+3).