Minden/Mönchengladbach

Belohnung für den Torjäger - Makridis wird beim Kader-Debüt mit Gladbach Tabellenführer

Sebastian Külbel

Elf Spiele, elf Tore: Charalambos Makridis (Mitte) bejubelt mit dem U23-Team von Borussia Mönchengladbach in der Regionalliga West fast jede Woche einen seiner Treffer. - © Foto: Heiko van der Velden
Elf Spiele, elf Tore: Charalambos Makridis (Mitte) bejubelt mit dem U23-Team von Borussia Mönchengladbach in der Regionalliga West fast jede Woche einen seiner Treffer. (© Foto: Heiko van der Velden)

Minden/Mönchengladbach (mt). Als Borussia Mönchengladbach am Sonntag erstmals seit dem 19. August 2011 wieder die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga erklomm, war ein Mindener mittendrin. Charalambos Makridis, Angreifer aus der U23-Mannschaft in der Regionalliga West, stand erstmals im Kader der Profis und erlebte einen unvergesslichen Tag im Borussia Park.

„Das war natürlich etwas Besonderes für mich“, erzählt der 23-Jährige nach dem 5:1 gegen den FC Augsburg und bringt damit auch die Emotionen der Fans auf den Punkt: „Man hat das im ganzen Stadion gespürt, für den Verein ist das kaum zu toppen.“

Makridis selbst sieht seinen tollen Trip zu den Profis realistisch: „Es war eine schöne Belohnung, das gibt mir Motivation, weiter Gas zu geben. Aber ich fange jetzt nicht an zu träumen und weiß, wo ich stehe.“ In der U23-Mannschaft ist Charalambos Makridis, den alle nur Babis nennen, einer der Spieler der Saison. Elf Tore erzielte er in den bisherigen elf Spielen, als Tabellensechster mischt die junge Fohlenelf in der Regionalliga-Spitzengruppe mit.

Warum bei Makridis in dieser Saison der Knoten geplatzt ist, kann der Angreifer nicht begründen. „Ich habe immer meine Tore gemacht, war aber nicht unbedingt als Torjäger bekannt. Ich gebe einfach mein Bestes, ich sehe das als schöne Momentaufnahme.“

Sein Leistungsschub könnte dem 23-Jährigen in den nächsten Wochen und Monaten helfen. Nach drei Jahren läuft der Vertrag von Makridis bei Borussia Mönchengladbach aus, über seine Zukunftspläne will er noch nicht viel sagen: „Das ist schwierig, wir sind noch so früh in der Saison. Im Fußball kann es sehr schnell gehen.“ Gespräche für die neue Spielzeit habe er noch nicht geführt, „ich konzentriere mich auf meine Leistung“. Allerdings formuliert der Mindener auch klar den Anspruch, so hoch spielen zu wollen wie möglich.

Der vergangene Sonntag im Bundesliga-Kader dürfte ihm da Lust auf mehr gemacht haben. „Mit der U23 spielen wir vor 200 Zuschauern, in diesem großen Stadion ist das schon eine andere Hausnummer“, sagt Makridis, der den Borussia-Park vor allem „sehr laut“ fand. Als Tabellenführer fühlt er sich übrigens nicht: „Man ist schon Teil des Ganzen, aber nicht vollkommen ein Teil der Mannschaft.“

In der U23 ist das anders. Seit seinem Wechsel vom SC Verl im Sommer 2017 ist Babis Makridis eine feste Größe im Talente-Team, das der Verein als letztes Glied seiner Ausbildungskette sieht. Im ersten Jahr erzielte er vier Tore in 26 Spielen, in der Vorsaison fünf in 30 Partien. Jetzt sind es nach nicht mal einem Drittel der Saison schon elf Treffer – für den Stürmer kein Grund zum Abheben: „Die Mannschaft spielt gut und bei mir läuft es gerade. Ich bleibe aber ruhig und werde jetzt nicht wild deswegen.“

Diese Einstellung hilft ihm auch bei seiner Karriereplanung. In der nächsten Saison ist Makridis kein U23-Spieler mehr, ob es für die Bundesliga reicht, ist unklar. „Man sollte nicht zu viel träumen“, wiederholt er das Leitmotto seiner Laufbahn. Ein Verbleib im Profigeschäft wäre für den Mindener allerdings wohl eher eine realistische Perspektive als ein Traum.

Sieben Jahre Union Minden

Nach seinen ersten Fußballschritten für den VfL Minden spielte Charalambos Makridis sieben Jahre für Union Minden. Es folgte eine Zwischenstation bei der SV Kutenhausen-Todtenhausen, bevor er 2013 ins U19-Team des SC Verl wechselte.

Für Verl feierte er 2016 auch sein Regionalliga-Debüt, in der nächsten Saison war er schon Stammspieler. Dadurch wurde Borussia Mönchengladbach auf ihn aufmerksam, wo er 2017 einen Drei-Jahres-Vertrag als U23-Spieler erhielt. (kül)

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Minden/MönchengladbachBelohnung für den Torjäger - Makridis wird beim Kader-Debüt mit Gladbach TabellenführerSebastian KülbelMinden/Mönchengladbach (mt). Als Borussia Mönchengladbach am Sonntag erstmals seit dem 19. August 2011 wieder die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga erklomm, war ein Mindener mittendrin. Charalambos Makridis, Angreifer aus der U23-Mannschaft in der Regionalliga West, stand erstmals im Kader der Profis und erlebte einen unvergesslichen Tag im Borussia Park. „Das war natürlich etwas Besonderes für mich“, erzählt der 23-Jährige nach dem 5:1 gegen den FC Augsburg und bringt damit auch die Emotionen der Fans auf den Punkt: „Man hat das im ganzen Stadion gespürt, für den Verein ist das kaum zu toppen.“ Makridis selbst sieht seinen tollen Trip zu den Profis realistisch: „Es war eine schöne Belohnung, das gibt mir Motivation, weiter Gas zu geben. Aber ich fange jetzt nicht an zu träumen und weiß, wo ich stehe.“ In der U23-Mannschaft ist Charalambos Makridis, den alle nur Babis nennen, einer der Spieler der Saison. Elf Tore erzielte er in den bisherigen elf Spielen, als Tabellensechster mischt die junge Fohlenelf in der Regionalliga-Spitzengruppe mit. Warum bei Makridis in dieser Saison der Knoten geplatzt ist, kann der Angreifer nicht begründen. „Ich habe immer meine Tore gemacht, war aber nicht unbedingt als Torjäger bekannt. Ich gebe einfach mein Bestes, ich sehe das als schöne Momentaufnahme.“ Sein Leistungsschub könnte dem 23-Jährigen in den nächsten Wochen und Monaten helfen. Nach drei Jahren läuft der Vertrag von Makridis bei Borussia Mönchengladbach aus, über seine Zukunftspläne will er noch nicht viel sagen: „Das ist schwierig, wir sind noch so früh in der Saison. Im Fußball kann es sehr schnell gehen.“ Gespräche für die neue Spielzeit habe er noch nicht geführt, „ich konzentriere mich auf meine Leistung“. Allerdings formuliert der Mindener auch klar den Anspruch, so hoch spielen zu wollen wie möglich. Der vergangene Sonntag im Bundesliga-Kader dürfte ihm da Lust auf mehr gemacht haben. „Mit der U23 spielen wir vor 200 Zuschauern, in diesem großen Stadion ist das schon eine andere Hausnummer“, sagt Makridis, der den Borussia-Park vor allem „sehr laut“ fand. Als Tabellenführer fühlt er sich übrigens nicht: „Man ist schon Teil des Ganzen, aber nicht vollkommen ein Teil der Mannschaft.“ In der U23 ist das anders. Seit seinem Wechsel vom SC Verl im Sommer 2017 ist Babis Makridis eine feste Größe im Talente-Team, das der Verein als letztes Glied seiner Ausbildungskette sieht. Im ersten Jahr erzielte er vier Tore in 26 Spielen, in der Vorsaison fünf in 30 Partien. Jetzt sind es nach nicht mal einem Drittel der Saison schon elf Treffer – für den Stürmer kein Grund zum Abheben: „Die Mannschaft spielt gut und bei mir läuft es gerade. Ich bleibe aber ruhig und werde jetzt nicht wild deswegen.“ Diese Einstellung hilft ihm auch bei seiner Karriereplanung. In der nächsten Saison ist Makridis kein U23-Spieler mehr, ob es für die Bundesliga reicht, ist unklar. „Man sollte nicht zu viel träumen“, wiederholt er das Leitmotto seiner Laufbahn. Ein Verbleib im Profigeschäft wäre für den Mindener allerdings wohl eher eine realistische Perspektive als ein Traum. Sieben Jahre Union Minden Nach seinen ersten Fußballschritten für den VfL Minden spielte Charalambos Makridis sieben Jahre für Union Minden. Es folgte eine Zwischenstation bei der SV Kutenhausen-Todtenhausen, bevor er 2013 ins U19-Team des SC Verl wechselte. Für Verl feierte er 2016 auch sein Regionalliga-Debüt, in der nächsten Saison war er schon Stammspieler. Dadurch wurde Borussia Mönchengladbach auf ihn aufmerksam, wo er 2017 einen Drei-Jahres-Vertrag als U23-Spieler erhielt. (kül)